13.4.07

On the beach

Bis jetzt hat es uns in jeder größeren Stadt in ein Gebäude gezogen, von dem aus wir einen Blick von oben auf die jeweilige Ortschaft werfen konnten. So natürlich auch hier in Fukuoka. Ideales Ziel dafür ist der (Überraschung again!) Fukuoka Tower, der sich in einem neuerschlossenen Gebiert direkt am Meer befindet. Aus 123 Metern hatten wir dann die Gelegenheit mal Fukuoka/Hakata zu überblicken. Natürlich lies ich mir auch nicht die Fotografiergelegenheit entgehen, vor allem um auch wieder ein paar Fake-Miniaturaufnahmen zu machen, zum Beispiel das hier:

Übrigens hat man uns an der Kasse des Fukuoka Tower gleich mal die "Welcome Card" auf's Auge gedrückt, mit der man als Tourist in diversen Sehenswürdigkeiten, Hotels und Restaurants einige Rabatte und ähnliches erhält. So mussten wir für den Tower statt der standardmäßigen 800 Yen nur 640 Yen zahlen.

Direkt vom Aufzug aus entdeckten wir den Strand, der wenige Dutzend Meter vom Tower entfernt liegt. Wie uns die freundliche Dame im Aufzug erklärte (die war natürlich total begeistert, das ich auch japanisch spreche...) wurde dieser Strand von Menschenhand geschaffen. Uns egal, da die Sonne ordentlich pelzte (ich weiss, in Deutschland isses noch pelziger) und das Wasser so schön aussah, mussten wir natürlich unsere Füsse reinstecken. Allerdings ist das Meerwasser noch ziiiiiemlich kalt.

Egal, erfrischend war es allemal und auch ganz angenehm sich die Füsse vom Sand massieren zu lassen. Als wir uns die Füsse nachher kurz abduschen wollten, entdeckten wir diese interessante Konstruktion, die mehr wie ein Rätsel aus "Myst" oder "Resident Evil" wirkte... wo muss ich wohl drehen, damit an der richtigen Stelle Wasser rauskommt?

Übrigens haben wir um den Großteil der Strecke schneller zu überbrücken dieses Mal auch die U-Bahn genutzt. Für 600 Yen gibt es eine Tageskarte, mit der man, man glaubt es kaum, den ganzen Tag mit der U-Bahn fahren kann. In der U-Bahn entdeckte ich dann diesen Mann auf einem Plakat. Na, wer weiss um wen es sich handelt?

Auf dem Weg zurück zur U-Bahn schauten wir noch am örtlichen Baseballstadion, Verzeihung, Arena vorbei, dem Yahoo! Dome Fukuoka, Heimat der Fukuoka Softbank Hawks (oder so). Neben dem Dome gab es noch einen Mall, der aber eher durch seine Unbelebtheit auffiel. Und Toys'r'us ist genau so üsselig wie woanders auf der Welt auch. Brr...

Mit der U-Bahn machten wir uns dann auf in den größten Park der Stadt. Dort wehte ein heftiger Wind, der Himmel hat sich auch schon etwas zugezogen. Dessen trotzend holte ich mir todesmutig ein Eis (mit grünem Tee-Geschmack) und einen Becher Calpis (das Zeug liebe ich mittlerweile). Dummerweise hab ich das Calpis getrunken bevor ich das Eis aß. Dementsprechend war letzteres dann auch angeschmolzen. Schöne Ferkelei an den Fingern.

Im Herzen des Parks war ein großer See, der von drei durch Brücken verbundene Inseln geteilt war. Um diesen See herum führte eine Art Flaniermeile, dreispurig, eine für die Spaziergänger, eine für Jogger (extra weicherer Untergrund und Distanzangaben) und eine für Radfahrer. In Teilen des Parks fanden sich auch wieder einige der durch die typischen blauen Planen erkennbaren Unterkünfte von Obdachlosen. Martin und mir kam dann die Idee, doch mal ein Buch zu machen, über die Behausungen, die sich diese Leute so konstruiert hatten. Aber wie sollte es anders sein: da war schon jemand schneller...

Danach ging es auch wieder zurück nach Tenjin, dem Einkaufsviertel. Zuerst durch den Tenjin Underground (jede Menge Klamottenläden, in den allerseltensten Fällen auch für Männer interessant), dann in einen Tower Records (Neuerwerbungen: Fennsz x Ryuichi Sakamoto und eine Girlpopband, dessen Name mir grad entfallen ist), durch ein Café (Postkarten schreiben), in einen Book Off (Martin kaufte die Beastie Boys Box für wenig Geld), durch ein paar Hinterstraßen und obskure Läden, bis zu Vintage / Vanguard, laut eigener Beschreibung ein "exciting bookstore". Und wie sie das recht haben. Bücher gibt es nicht allzu viele, aber jede Menge Kleinkram drumherum. Die dollsten Sachen, Musik, Spielzeug, Kameras, CDs, DVDs, Aufnäher, Buttons etc. Ach ja, und Haribo-Krams!

Auf dem Rückweg zurück zum Hotel (mittlerweile war es dunkel geworden) fanden wir am Fluß Richtung Canal City wieder einige der Imbißbüdchen. Nach kurzer Überlegung fanden wir uns dann wieder an einer ein, natürlich wieder zum leckeren Hakata Ramen. Neben uns hatten die... totaaaal unaufdringlichen jungen Männer, die den Stand bewirteten, noch Gäste aus Frankreich und Kanada angelockt. Eine kleine internationale Runde, ein paar Freunde (vermutlich Klassenkameraden) des jungen Wirt hatten sich auch noch eingefunden. War mal wieder lecker.

Der Rückweg verlief ziemlich unspektakulär (diesmal keine Angebote für leichte Mädchen) und hier im "Gemeinschafts"raum ist auch nüscht los... wie man sieht, mir blieb genug Zeit für ausführliches bloggen. Morgen machen wir uns mal auf nach Nagasaki. Schickt ruhig mal was von dem guten Wetter her!

12.4.07

Zurück in der großen Stadt

Die große Stadt hat uns wieder. Zwar hat Fukuoka "nur" anderthalb Millionen Einwohner, aber so gut wie alles was Tokyo, Osaka und Co. auch haben. Nach gut 5 Stunden Zugfahrt sind wir heute also auf Kyushu, der südlichen Hauptinsel Japans angekommen. Schon auf dem Weg vom Bahnhof zum Hostel (ähnlich wie das in Tokyo, etwas neuer und geräumiger) fiel Fukuoka (bzw. Hakata, wenn man genau ist) ziemlich angenehm auf. Warmes Wetter, man hätte auch in Shorts rumlaufen können, modernes Stadtbild und schicke Menschen. Sowohl Männer als auch Frauen. Sowieso, die Mädels hier... hier laufen immer weiter hübsche Mädchen rum (ja, ich weiß, nur gucken, nicht anfassen).

Nachdem wir im Hostel eingecheckt sind, haben wir uns gleich mal zum üblichen Stadtrundgang aufgemacht. Hinter dem Bahnhof, hab ich dann einen "Book Off", einen Laden für Gebraucht-Bücher/Manga/Spiele/DVD und am wichtigsten: CDs aufgetan. Nach ausgiebigen Herumstöbern bin ich auch fündig geworden (2 "Number Girl"-CDs für je 2100 Yen für den Bieter aus Düsseldorf?).

Wieder draußen wurde ich an der nächsten Ampel stutzig. Die Ampeln spielen hier häufig, wenn sie nicht einfach "piu piu" machen, Melodien vermutlich bekannter Volks?lieder. Und diese Melodie kam mir total bekannt vor. Nach kurzer Überlegung fiel es mir dann ein: die kenne ich aus dem Film "Swing Girls". Wer den Film gesehen hat (und wer noch nicht: nachholen!), es ist die gleiche Melodie wie an der Ampel wo die Mädels den "Groove" entdecken. Und jetzt hab ich einen 1A Ohrwurm davon...

Unterwegs Richtung Innenstadt kamen wir dann an "Canal City" vorbei, einem riesigen Einkaufs- und Entertainmentkomplex vorbei. Neben Kinos und einem Hyatt-Hotel gibt es dort vor allem viele Läden all der großen Brands, u.a. ein Comme Ca-Store, Stüssy, Louis Vuitton etc. Im Untergeschoß befinden sich diverse Läden für Kinder... und halt die, die sich für solche halten. Dort hab ich im Tezuka Store (vielleicht erinnert sich der ein oder andere an den quasi Ur-Manga "Astro Boy") 2 Aufkleber von "Astro Boy" im Modern Style (ein Bild mach ich morgen mal, Bewerber können sich schon mal einen guten Grund ausdenken, warum sie einen haben möchten) gekauft.

Nachdem wir den übelst unspektakulären "Sega World"-Arcade abgecheckt hatten (die größte Attraktion war der abgesperrte "House of the Dead 4 Special"-Automat und ein "Typing of the Dead"-Automat) und uns im Schuhladen mal wieder über die Preise beklagt haben (weil ich zumindest nicht genug Geld hab... ich mein, Vans für ... was wars? 28 Euro?) ging's weiter in die Stadt.

Fukuoka / Hakate teilt sich durch den Fluß Naka ganz grob gesehen in den Businessbezirk und den Shopping und Entertainmentbezirk. Im Fluß liegt noch eine Insel, die rappelvoll ist mit Bars/Lokalitäten der besonderen Art: Hostessen- und Striplokale ohne Ende. Na gut, bis zum Ende der Insel. Als wir auf dem Rückweg da durch kamen, sprach uns tatsächlich auch einer der schick im Anzug gekleideten ... Lockvögel (sehr leicht zu erkennen) an und fragte wie es denn um meine Vorliebe für japanische Mädchen stünde. Er pries die "sexiest" Mädels der Stadt an und "Drink and Touch for Free!". Äh, ja... sicherlich. Kurz danach lief uns noch eine der Frauen in Arbeitskleidung über den Weg, die gerade den Müll runterbringen musste. Hmm, vielleicht hätte ich das Angebot doch nicht ablehnen sollen? *malwiederduck*

Vorher hatten wir Tenjin, den Haupteinkaufsbereich der Stadt erreicht. Wieder mal eine Menge interessanter Läden. Zum Beispiel der 4stöckige für gebrauchte Videospiele, Manga, Hentai und großartige Spielwaren"antiquitäten". Riesige Kampfroboter, Godzillas aus allen Phasen, Mangachicks in ... äh... diversen Posen. Wieder mal: zuwenig Geld, zuwenig Platz im Gepäck.

Nach weiterem Geschäftsbummeln (u.a. noch an einem neueröffneten Adidasstore, einem Designbuchladen und einem Graniphstore vorbeigekommen) folgten wir der Empfehlung des Reiseführers und futterten eine Portion Ramen an einem der Büdchen an der Straße. Hakata-Ramen ist die Spezialität der Stadt, die Nudeln schwimmen hier in einer herzhaften Schweinebrühe. Sehr lecker!

Nach all dem Rumgelaufe bin ich zum Schluß gekommen, dass Fukuoka definitiv einen Spitzenplatz unter meinen Lieblingsorten in Japan verdient hat. Eine lebendige, aber nicht zu große Stadt, modern und ganz offensichtlich auch mit reichlich spaßigen Seiten. Morgen schauen wir uns mal die Gegend Richtung Meer an. Jetzt bleib ich noch was im Gemeinschaftsraum... und muss mir wohl mit ein paar Schweden einen reichlich üblen Steven Segal-Film angucken... mit japanischer Synchro! Pff...

11.4.07

Nochmal zum Thema Sakura...

Gestern hab ich mich mal bei Wikipedia zum Thema Kirschen und Kirschblüte umgeschaut, vor allem weil ich wissen wollte, wieso bei Kirschbäumen immer das "Prunus" (was ich mit Pflaumen in Verbindung brachte) steht. Auf jeden Fall stieß ich dann auf diesen Artikel. Fast noch interessanter (und wohl typisch Wikipedia) ist die Diskussionsseite. Was da über ArtenGattungsWasWeissIchBezeichungen diskutiert wird... meine Herren... was ich weiss: Sakura = schön!

Wie Chinesen im Zengarten

Heute morgen führte uns unser Weg raus aus Matsue, ins etwa 20 km außerhalb liegende Adachi Museum of Art. Dort werden diverse Werke, sowohl klassische als auch moderne, japanischer Künstler ausgestellt. Die Besonderheit des Museums liegt jedoch in seiner Umgebung, wer nämlich dort aus dem Fenster blickt, entdeckt einen perfekten japanischen Garten.

Der feuchte Traum eines jeden Garten- und Landschaftsbauers. Teilweise sind die Fenster im Gebäude so angelegt worden, dass es so wirkt, als würde man einen lebendigen Wandteppich betrachten. Zwar war innerhalb des Gebäudes war zwar ein Fotografierverbot ausgesprochen, aber die chinesische Reisegruppe, die mit uns im Museum war, kümmerte dies einen feuchten Kehrricht. Raus mit der Kamera und los gehts. Immerhin beschränkten sie das typische "Person vorm Motiv"-Shooting auf das Minimum. Ein wenig wie Elefanten im Porzellanladen.

Sonst gab es zum Teil großartiges zu sehen: Kisten, Schreibutensilien, Schränke u.ä. mit wundervollen Lackierungen, Wandgemälde mit lebendig wirkenden Naturszenen, putzige Bilder für Kinder und immer wieder Blicke in den Garten.

Trotz seiner Abgelegenheit ist das Museum übrigens problemlos zu erreichen. Von Matsue 20 Minuten mit dem Zug nach Yasugi und von da fährt ein kostenloser Shuttlebus zum Museum. Und auch im Museum gilt: statt der 2200 Yen die man normalerweise zahlen müsste, zahlen wir Ausländer nach Vorlage des Passes nur die Hälfte. Yay!

Nach unserer Rückkehr nach Matsue widmeten wir uns den übrigen Sehenswürdigkeiten. Zunächst besuchten wir eine nahe der Burg gelegene Residenz eines Samurais mittleren Ranges. Dort wurden Alltagsgegenstände ausgestellt und die Aufteilung der Räume gezeigt. So wurden hochrangige Gäste selbstverständlich in einem anderen Raum empfangen als die Familienmitglieder. Und der Herr des Hauses hatte natürlich auch seinen eigenen Raum. Teeraum, Küche, Gästeklo, alles war zu sehen. Leider fehlte dem Bachlauf im Garten etwas Wasser, sonst hätte man da vermutlich ein perfektes Bild gehabt. Aber auch so schon interessant genug.

Weiter ging es dann ins Shimane Art Museum, welches direkt am Shinji See in Matsue liegt. In der dortigen ständigen Sammlungen gibt es neben denen einiger europäischer Künstler wie Gaugin vor allem viele Gemälde japanischer Künstler zu sehen. Nach all den üblichen Wandgemäldungen und Tuschezeichnungen wirken die Bilder vom Beginn des 20. Jahrhunderts schon ein wenig überraschend: zuerst war ich davon ausgegangen, es würde sich um Bilder europäischer Künstler handeln. So kann man sich täuschen.

Nach dem Museum und einem kurzen Rundgang durch die... Hinterstraßen der Stadt kehrten wir pünktlich zum Ufer des Shinji zurück. Nämlich pünktlich zum Sonnenuntergang. Und da kann man das ein oder andere schöne Foto machen...

Nach einer Runde Ramen ging es zurück ins Hotel, wo wir gerade noch Wäsche waschen, mittelmäßige britische Thriller von 1970 sehen und uns betrinken. Yay again! Und ich futter dazu einen getrockneten Kalmar... mjam!

Morgen geht es dann wieder weiter, wir wechseln weiter in den Süden nach Fukuoka. Die Unterkunft dort wird sicher wieder was... einfacher. Aber mal abwarten.

10.4.07

Urlaub im Urlaub

Bisher waren wir eigentlich immer in großen Städten. Riesengroßen Städten um genau zu sein. Doch jetzt geht's auch was kleiner. Ziemlich viel kleiner sogar. Momentan sind wir in Matsue, eine Kleinstadt mit rund 150.000 Einwohnern an der Westküste Japans. Hier läuft alles seeehr entspannt für uns. Wir kamen heute nachmittag nach knapp 4 Stunden Zugfahrt an und hatten kein Problem sofort eine Unterkunft zu finden. Direkt vor dem Bahnhof in die Touristeninfo, unsere Wünsche angegeben und schwupp hatten wir ein Doppelzimmer in einem Businesshotel für 7700 Yen pro Nacht. Für uns beide. Das Zimmer hat so ziemlich alles, gutes Bett, eigenes Bad, Internet und sogar englischsprachige (wenn auch schlechte) Filme im TV.

Wir waren eine Stunde vor Check-In dort, also ließen wir unser Gepäck dort und schauten uns ein wenig in der Stadt um. Unterwegs fanden wir vor allem jede Menge Snack Bars... und da Matsue nicht sooo wahnsinnig groß ist, auch die Hauptattraktion, die Burg von Matsue.

Da wir ja gerade erst halb vier hatten, beschlossen wir spontan uns die Burg mal anzusehen. Das tolle in Matsue: für Ausländer gibt es Rabatt, meistens 50%! Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen. In der Burg selber waren einige interessante Exponate aus Samuraizeiten ausgestellt, ähnlich wie in Osaka-jo, nur mit dem nicht unerheblichen Unterschied, das hier nur seeehr wenige Besucher da waren und man sich nicht zu den Ausstellungsstücken drängeln muss. Von ganz oben gab es eine rundum Aussicht auf Matsue.

Morgen wollen wir uns dann die restlichen Punkte von Interesse hier angucken, wie die Samuraisiedlung. Außerdem gibt es ganz in der Nähe das höchst interessante "Adachi Museum Of Art", das wir uns gleich morgen früh ansehen werden. Jetzt muss ich mich erst einmal um meine Wäsche kümmern. Hier wird ja trotz Trockner nix wirklich trocken...

On the road again

Das Kapitel Osaka ist beendet! Gestern hatten wir wieder einmal einen ziemlich aktiven Tag, was bei dem mittlerweile doch sehr guten frühlingshaften Wetter auch leicht viel. Unser erstes Ziel war Nara, ungefähr eine dreiviertel Stunde außerhalb Osakas. Bevor unsere Reise überhaupt losgegangen war, gab es eine Begegnung der unangenehmen Art: am Eingangstor des kleinen Bahnhofs hatte ein offensichtlich betrunkener Typ sein gesamtes Hab und Gut verstreut und war gerade dabei alles einzusammeln. Als Martin da vorbei wollte und auf Zehenspitzen durchtaperte wurde der Typ ziemlich laut und (das verstand man auch ohne Japanischkenntnisse) beleidigend. Martin fuhr rechtzeitig zurück, denn der Typ spuckte auf den Boden vor ihm. Daraufhin wies ihn der Bahnhofskassenmensch ziemlich bestimmt zurecht und während des Streitgesprächs der beiden huschten wir schnell durchs Tor auf Gleis.

Endlich in Nara angekommen gibt es dort jede Menge Tempel zu sehen und, wie auch auf Miyajima, haufenweise Rehe:

Die Viecher gelten als heilig, sind natürlich null menschenscheu und stehen ebenfalls selbstverständlich sofort parat, wenn es so aussieht, als hätte man etwas zu Essen für sie. Dafür werden an den dutzenden Souvenirständen spezielle Reiskekse verkauft. Aber die Rehe sind offensichtlich Allesfresser, wie Martin feststellen musste, als ihm ein Reh seine Stadtkarte aus der Hosentasche stibitzte, als er gerade ein Foto machte. Das Viech hat auch tatsächlich in aller Seelenruhe die Karte genüßlich aufgefuttert.

Hauptattrakion von Nara jedoch ist der Todaiji Tempel mit der Daibutsuden, der Großen Buddha Halle. Dies ist das größte hölzerne Gebäude der Welt, ein ziemlich imposanter Anblick:

Interessant auch, dass das jetztige Gebäude nur ein kleinerer Nachbau aus dem frühen 18. Jahrhundert ist, das Originalgebäude aus dem 8. Jahrhundert (!) war noch größer und von zwei ca. 100 Meter hohen Pagoden flankiert.

Die Große Buddha Halle beherbergt eine, na wer errät es?, riesengroße bronzene Buddhastatue. Auch das, sehr beeindruckend.

Im Tempel bemerkten wir dann plötzlich eine Ecke, in der große Stimmung herrschte. Dort fanden wir eine Säule vor, an deren Fuß sich ein rund 30x50cm großes Loch befand. Unter großen Gejubel krochen dort die Besucher (mehr oder weniger selbstständig) durch. Da es endlich mal an die Zeit gekommen war, mich auch einmal zum Affen zu machen, entschloß ich mich es auch einmal zu versuchen. Und Martin war so nett davon ein Video zu machen. (Folgt später!)

Rei erzählte später, dass es sich dabei um des Buddhas Nasenloch handelte, das Loch hätte die gleiche Größe wie das Nasenloch an der großen Buddhastatue.

Nachdem unser Tempelpensum in Nara auch irgendwann erfüllt war und es gerade erst früher Nachmittag war, machten wir uns auf den Weg Richtung Kyoto. Ich hatte Martin vorgeschlagen, den Inari-yama zu besuchen. Das ist der Berg mit den vielen roten Toren (Torii) den ich schon bei meiner letzten Reise besucht hatte. Dort war angenehm wenig los und mit dem schönen Nachmittagslicht war es auch beim zweiten Mal die Reise wert gewesen.

Leider war von den Aussichtspunkten keine wirklich gute Aussicht möglich, da es noch immer ziemlich diesig ist. Schade.

Rechtzeitig machten wir uns auf den Rückweg nach Osaka, da wir zum Abendessen mit Rei verabredet waren. Zwar hatte ich die Befürchtung, es würde nicht so einfach werden uns am Osaka'er Bahnhof zu treffen, aber als Gaijin stechen wir wohl doch ganz gut aus der Menge heraus. Dann natürlich die Frage: was sollen wir essen? Da Osaka für Okonomiyaki und Takoyaki bekannt ist, standen diese beiden Gerichte zur Wahl. Da Martin aber kein Freund von (erkennbaren) Meeresfrüchten ist und Takoyaki ja mit Oktopusarmen gefüllt sind, fiel die Wahl auf Okonomiyaki. Womit ich auch durchaus leben könnte, schließlich liebe ich das Zeug.

Während dem Essen beherrschten vor allem Nerdthemen unser Gespräch, vor allem weil Rei momentan seeehr regelmäßig World of Warcraft spielt (ich will hier nicht von Sucht sprechen...) und sie ja auch mein Konsolenfantum kennt und teilt.

Nach dem Essen (mal wieder leeecker!) beschlossen wir noch woanders etwas trinken zu gehen. Rei führte uns in das Vergnügungsviertel, in dem wir schon gestern waren und bog plötzlich in einen unauffälligen, engen Hauseingang ein. Dort führte eine Treppe ins Untergeschoß, die Wände links und rechts wirkten wie grobes Fachwerk, Holzbalken und Lehm. Tatsächlich befand sich dort unten eine ziemlich urige Kneipe (Japanstyle, Iyakaza also), wo jedes Getränk nur 300 Yen (rund 2 Euro) kostet. Da zahlte es sich mal wieder aus, mit jemandem unterwegs zu sein, der sich auskennt. Zum Getränk gab es mal wieder Kleinigkeiten zu futtern, neben den uns schon aus Tokyo bekannten Edamame (grüne Bohnen) bestellte Rei noch kleine Geflügelhackbällchen, frittierten Käse und ... frittierte Hühnerknorpel. Letztere schmeckten mir zumindest ganz okay, die Hühnerhälse allerdings, die ich in Tokyo gegessen hatte, mag ich lieber. Aber wir wollten ja mal was ausprobieren.

Rei trank übrigens einen Calpis-Longdrink. Calpis habe ich vorgestern auch zum ersten Mal probiert. Es wird aus fermentierter Milch hergestellt, erinnert leicht an Joghurt und zumindest in der Variante die ich hatte noch an Ananas oder Pfirsich. Lecker auf jeden Fall. Angesichts des etwas merkwürdigen Namens wird Calpis in anderen englischsprachigen Ländern übrigens als Calpico verkauft.

Um kurz vor 11 trennten sich dann unsere Wege wieder. Auf dem Heimweg zum Hotel durchfuhr mich plötzlich ein Schrecken: unser Hotel hatte ja einen Curfew, war das nicht um 11? Martin war sich zwar ziemlich sicher, dass das erst um 12 war, nichts desto trotz liefen wir vom Bahnhof schnellsten Schrittes zum Hotel... und siehe da, Martin hatte Recht gehabt, ich hab mich umsonst gestreßt.

Spät war es aber trotzdem, Zeit für einen Blogeintrag blieb nicht mehr (hiermit nachgeholt), auch für Wäsche waschen und ein Bad leider auch nicht mehr.

Heute morgen standen wir zeitig auf, packten unsere Sachen, guckten nebenbei noch Pitagora Suicchi (es gibt übrigens gerade neu eine DVD mit den ganzen Kugelbahnen, leider keine kompletten Folgen) und checkten dann aus. Ein letztes Mal vorbei an den Obdachlosen, Alkis und Arbeitern, Auf Wiedersehen Osaka. Mittlerweile sind wir eine halbe Stunde vor unserer Ankunft in unserem nächsten Ziel, Matsue. Ein wenig schlecht wird mir auch gerade, von daher hör ich jetzt besser mal auf...

8.4.07

Kyoto liebt mich

Osaka hat es mir in den letzten Tagen nun wirklich nicht leicht gemacht. Das schlechte Wetter, die Molochigkeit, die Art der Menschen, wirklich warm werde ich einfach nicht mit dieser Stadt. Heute ging es dann nach Kyoto, eine Stadt, die ich ja von meiner letzten Reise schon etwas besser kenne und die ich (wenn auch nach etwas Anlaufzeit) zu schätzen gelernt habe. Schon bei unserer Ankunft dort kam uns alles geordneter, freundlicher, ja schon fast kultivierter vor im Vergleich zu Osaka. Wir machten uns gleich auf den Weg zum Kinkaku-ji, dem Goldenen Pavillion, nachdem ich beim letzten Mal ja schon den Ginkaku-ji, den Silbernen Pavillion besucht hatte. Also immer den Touristenströmen nach, schließlich war nicht nur Sonntag, nein, zur Abwechslung war das Wetter heute auch noch richtig super. Blauer Himmel, Sonnenschein, T-Shirtwetter.

Also rein auf's Gelände, durch die Menschenmengen und schon steht er da in seiner ganzen Pracht - der Goldene Pavillion!

Auf dem Gelände besteht eines der größten Probleme, nicht ins Blickfeld der ganzen Fotografen zu geraten, die irgendjemand vor den Sehenswürdigkeiten fotografieren. Denn so ist das in ganz Asien: vor einer Sehenswürdigkeit muss immer jemand davor stehen. Sonst kann man ja nicht beweisen das man da war.

Da wir schon gegen Mittag mit dem Besuch des Goldenen Pavillion durch waren, beschlossen wir uns noch mal in die Innenstadt aufzumachen und die Haupteinkaufsstraße und das "alte Viertel" Gion aufzusuchen. Viel hatte sich nicht zu meinem letzten Besuch verändert, ich fand mich gut zurecht und wir wanderten vorbei an all den Läden... doof nur, wenn man kein Geld zum Ausgeben, bzw. keine Lust hat, das Zeug noch mit rumzuschleppen. Zum Beispiel fand sich ein kleiner aber feiner Buchladen, der sowohl diverse englischsprachige Bücher als auch diverse Foto- und Designbildbände. Aber wie gesagt: vor allem zu groß und schwer. Einfacher wären da die diversen Modellfigürchen aus einem anderen kleinen Laden gewesen... hach, naja...

Wir gönnten uns nach der ganzen Rumlauferei erst einmal eine längere Pause am Flußufer. Und wir waren nicht die einzigen:

Anschließend ging es auf die andere Flussseite nach Gion, sozusagen in die Altstadt. Auch dort blühten noch fleißig die ... Kirsch?bäume. Auf dem Weg durch die engen Gassen begegnete uns dann eine... ich nehme an eine Geisha äh, Geiko in Ausbildung, also eine Maiko? Bin mir nicht sicher, weil sie ja nicht die typische Schminke hat.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof mussten wir nochmal einen Abstecher zu dem Hostel machen, bei dem ich das letzte Mal in Kyoto übernachtet habe. Vor allem hatte mich interessiert, was auf der Baustelle direkt vor dem Hostel wohl gebaut wurde. Und siehe da: es war eine Schule!

Danach ging es wieder zurück nach Osaka und weil es grad mal 16 Uhr war, entschlossen wir uns noch etwas die Gegend um den Bahnhof Osaka zu erforschen. Umeda ist ein weiteres Einkaufs- und Entertainmentzentrum. Wieder jede Menge Geschäfte, Restaurants und... Erotiketablissements. Und dazwischen: niedliche Maskottchen!

Das Bärchen rechts meine ich.

Es folgen: weitere Spielhallen- und Geschäftedurchforstung, flott was billig essen und in der Loopline zum Hotel die falsche Richtung zu nehmen. Jetzt sind wir total geschlaucht und jetzt kann ich auch endlich mal ins Bad gehen, die Frauenbadezeit ist vorbei! Juhu!

7.4.07

Wer nicht will, der hat schon

Irgendwie habe ich das Gefühl, Osaka will nicht, dass ich es mag. Heute war schon wieder schlechtes Wetter, es regnete fast den ganzen Tag, wir haben uns sogar die japanischen, durchsichtigen Standardbilligregenschirme gekauft.

Heute stand, neben ausgiebigen Ausschlafen, der Besuch der Festung Osaka-jo auf dem Programm. Diese Burg hat eine ziemlich bewegte Geschichte hinter sich, nach ihrer Erbauung Ende des 16. Jhd. wurde sie 1614 zum ersten Mal nach Besetzung und Eroberung abgefackelt und wieder aufgebaut, ein paar Jahrzehnte nach Blitzeinschlag nochmal abgebrannt, erst 200 Jahre später wieder aufgebaut und 3 Jahrzehnte später schon wieder abgebrannt. Danach war man schlauer und baute sie 1930 diesmal mit Beton wieder auf. Diese Version der Burg überstand dann sogar die Bombardements der Stadt im zweiten Weltkrieg.

Schon im Park rund um die Festung war einiges los, trotz des schlechten Wetters versammelte man sich unter den blühenden Kirsch? Pflaumen? Pfirsich?-Bäumen (bin in Blütenkunde nicht so fit...) und traf sich zum Hana-mi. Also auf blauen Planen sitzen, trinken und essen.

Übrigens waren die blauen Planen nicht nur wegen des Hana-mi allgegenwärtig, im Osaka-jo-Park haben sich Obdachlose aus diesen Planen schon fast kleine Siedlungen improvisiert.

Auch auf dem Gelände der Burg selbst war einiges los, klar gab es dann einiges Gedränge im inneren der Burg. Dort wurde einiges über die Geschichte der Burg gezeigt, u.a. momentan auch einige alte Waffen und Rüstungen. Im achten Stockwerk der Burg war dann die Aussichtsplattform. Aber leider war die Aussicht auf Grund des Wetters nicht besonders doll.

Die Verzierungen der Burg (die 1997 komplett saniert wurde) waren dennoch schick anzusehen:

Nach dem Besuch im alten Japan ging es zurück ins heutige, in Form des Einkaufsviertels Namba. Vermutlich das halbe Viertel ist komplett mit einer unteren Etage versehen, man könnte wohl den ganzen Tag dort verbringen, ohne auch nur einmal ans Tageslicht zu gehen. Praktischerweise sind die Straßen oben auch überdachte Einkaufspassagen. Wirklich viel besonderes gab es nicht, jede Menge kleiner Restaurants, Spielhallen / Pachinko und all die anderen Läden. Immerhin hab ich in einer Buchhandlung eine Gebraucht-CD erstanden, bei 7 Euro für Halcali's "Bacon"-Album konnte ich halt nicht anders.

Rei, die ich eigentlich auch mal hier treffen wollte, hatte auf Grund von Arbeit keine Zeit, vielleicht klappt es ja morgen oder übermorgen. Wäre ja schade sich nicht zu treffen...

Nach der ganzen Rumlatscherei machten wir uns auf den Heimweg (so ganz ohne Karten nicht so einfach, aber wir habens dann doch noch geschafft). Ich mal wieder ins Bad, mal wieder japanisches TV (ziemlich unspannend) und gleich: Futon! Ich schlaf da übrigens ziemlich gut drauf.

6.4.07

Zu Ostern nach Osaka

Heute hieß es also Abschied sagen zu Tokyo. Alles klappt soweit auch erstmal problemlos, rechtzeitig aufgestanden, alles zusammengepackt, ausgecheckt und Richtung Bahnhof. Dort zwei Plätze im Shinkansen reserviert (zwar im Raucherwagen, aber das geht schon) und bevor es in den Zug ging noch ein Ekiben gekauft. Ekiben setzt sich aus den Wörtern "Eki" für Bahnhof und "Ben(to)" für Lunchbox zusammen. An jedem Bahnhof und im Zug kann man diese Lunchboxen kaufen, die mit Spezialitäten der Region gefüllt sind. Für Tokyo sah meine von außen so...

und von innen so aus:

Als ich allerdings im Zug gerade begonnen hatte, mein Ekiben zu futtern gab es einen Riesenschock: mein Japan Rail Pass war weg!!! Alle Taschen durchsucht... nichts... nochmal durchsuchen... nichts... auch nach einem dritten Mal... kein JR Pass. Inzwischen war auch der Schaffner da, dem ich dann erzählte, dass ich meinen JR Pass am Tokyoter Bahnhof wohl verloren hatte. Resignation machte sich breit, ich machte schon mal Pläne, wie es jetzt weitergehen sollte und stopfte frustriert mein Essen in mich rein. An Genuss war da natürlich nicht zu denken.
Auf einmal tauchte zu unserer rechten der Fuji auf, worauf ich Martin gleich auch mal hinwies. Auch wenn der Fuji zwischen einem Haufen Wolken nicht wirklich gut zu sehen war, hatte er uns doch Glück gebracht. Denn nach einer weiteren Taschendurchsuchung hatte ich den JR Pass plötzlich doch noch gefunden! Mir sind mindestens 3 Fujis vom Herzen gefallen.

Danach lief es auch wieder wie am Schnürchen, in Osaka angekommen, im Bahnhof auch in die richtige U-Bahn gewechselt und nachher das Hotel auch ohne Probleme gefunden. Das Zimmer, das wir jetzt haben ist ein Tatamizimmer und im Vergleich zu dem vorherigen in Tokyo ein Palast. Super geräumig. Der Rest war ähnlich wie auf der Internetseite, nur ein bißchen... abgeschrabbelter. Aber schon voll in Ordnung.
Die Umgebung ist allerdings schon recht übel, alles wirkt heruntergekommen, es laufen haufenweise alte Alkis herum und in der Umgebung des Hotels gibt es tonnenweise Pachinkoschuppen, Schnapsläden und Pornovideoläden. Mal ein Blick aus unserem Zimmerfenster nach rechts...

geradeaus...

und nach links:

In der Nähe liegt allerdings auch DenDen-Town, so eine Art kleiner Bruder von Akihabara. Das heißt also jede Menge Läden für Elektronikgeräte, Videospiele, Manga, Modelle und ... Porno. Aber eine sehr feine Auswahl teilweise. Auffällig war unterwegs, dass hier, wie in Kyoto, sehr viele Leute hier mit dem Fahrrad unterwegs sind und, auch wie in Kyoto, auf dem Bürgersteig fahren und teilweise wie die Henker. Da entwickelt man automatisch Augen im Hinterkopf.

Zurück im Hotel, mit Abendessen aus dem Konbini ausgestattet, haben wir uns endlich auch mal ausgiebig dem japanischen Fernsehen widmen können. Eben ging ein Special einer Musiksendung mit allen J-Pop-Stars zu Ende, da konnte ich bei Martin mit meinem unnützen Popwissen prahlen... jetzt fährt grad Takeshi Kitano mit einem anderen Typen im Auto durch Tokyo... keine Ahnung was die sich erzählen.

Vorhin wurde es hier aber richtig aufregend: in der Straße gegenüber des Hotels versammelte sich die halbe Feuerwehr Osakas. Keine Ahnung warum, 10 Minuten später fuhren alle wieder los. Aber immerhin hatten wir mehr Feuerwehr in ner halben Stunde gesehen als in Tokyo in einer Woche.

Entspannend hingegen war das Bad, das ich mir vor dem Abendessen gegönnt hab. Traditionell japanisch mit draußen gründlich waschen und dann nur noch ins heiße Wasser zum entspannen. Und deshalb bin ich jetzt so relaxt, dass ich dringend ins Bett... verzeihung, in den Futon muss. Gute Nacht!

5.4.07

Zum Schluß noch mal in die vollen!

Zum Abschluß unseres Tokyoaufenthalts haben wir heute noch mal ein volles Programm absolviert. Was auch ohne Probleme möglich war, denn heute hatten wir großartiges Wetter, viel Sonnenschein und da dann auch schön warm. Na gut, im Vergleich zu den beiden, schon fast frostigen, Tagen.

Diesmal hatten wir auch wieder einen weiteren Begleiter, Dizzie entschloss sich spontan sich uns anzuschließen. Nach dem obligatorischen Besuch im Konbini, zwecks Nahrungsmittelversorgung (mein gehaltvolles Frühstück: Onigiri, grüner Tee, Waldfruchttrinkjoghurt und ein Muffin), machten wir uns auf den Weg nach Marunouchi (wörtlich wohl in etwa "Der innere Kreis"), wo sich der kaiserliche Palast befindet. Da war ich ja schon mal, eins der dort entstandenen Bilder gleich quasi dem alten wie ein Ei dem anderen, schließlich war selbst das Wetter gleich.

Aber diesmal hab ich ein bißchen mit dem Zoomobjektiv rumgespielt und mal unauffällig andere Passanten aufgenommen.

Nach dem Kaiserpalast, wo es ja eh nicht viel zu sehen gibt, ging es wie beim letzten Mal weiter in den öffentlichen kaiserlichen Garten, wo sich, da es gerade Mittag war, die Büroarbeiter der umliegenden Büros zur Mittagspause niederließen. Immer noch angenehm ruhig und es gibt immer noch genug Sakura, um sich darunter zu setzen.

Anschließend mussten Martin und ich zum Tokyoter Hauptbahnhof um unseren JR Pass einzutauschen. Unterwegs dahin hab ich meine Taxisafari fortgesetzt und hab Dizzie auch damit angesteckt. Allerdings sammelt der auch schon Piktogramme, Automaten und Toiletten. Also Fotos davon. Für meine Taxisammlung hab ich mal eine eigenes Flickr-Set aufgemacht.

Vom Bahnhof dann ging es ins nahegelegene Ginza, ein weiteres Nobeleinkaufsviertel. Unterwegs haben wir uns noch das Tokyo International Forum angesehen, welches aber eher nur vom architektonischen her interessant war.

In Ginza angekommen, haben wir uns im Sonybuilding erstmal die Austellungsräume angeguckt. Viel beeindruckendes gab es bis auf einen Vergleich der DVD- und der BlueRay-Fassung von "Lawrence von Arabien" allerdings nicht. Da war der 103" TV im Bic Camera-Laden vorher doch wesentlich umwerfender.

Auf der Haupteinkaufsstraße Ginzas wimmelt es nur so von Nobelboutiquen, also für uns Herren der Schöpfung nicht wirklich viel spannendes. Dizzie entschied sich dann auch zum Hostel zurückzukehren, während Martin und ich noch auf Saori warteten, die sich zwischendurch noch gemeldet hatte. Was sich mal wieder, dank diverser Kommunikationsprobleme als nicht so einfach darstellte. Aber nach ner guten Dreiviertelstunde hin und her, haben wir es dann doch noch geschafft.

Zusammen fuhren wir dann (mal wieder) zur Omotesando, weil ich es ja gestern, dem Unwetter sei dank, es nicht geschafft hatte, meine Einkäufe zu erledigen. Aber diesmal hat es dann doch geklappt, also präsentiere ich meine neuen Shirts! Nummer 1, passend zur Jahreszeit, ein Sakurashirt:

Und Nummer 2 ein schicket Ping Pong-Shirt:

Übrigens waren beide Shirts zusammen günstiger als mein beim letzten Mal erstandenes, nämlich zusammen nicht mal 30 Euro. Fein!

Danach wollten wir noch was essen und trinken und da wir uns ja beide nicht wirklich auskennen, überließen wir einfach Saori das Kommando. Unser Weg führte uns dann mal wieder nach Shibuya (knappe halbe Stunde Fußweg, glaub ich) und dort dann in eine kleine Yakitori-Bar. Die wir alleine niemals wohl gewählt hätten, allein schon aus dem Umstand, dass der Laden im zweiten Stock liegt.
Die Auswahl der Gerichte überließen wir clevererweise auch wieder Saori und so gab es dann neben Yakitori-Spießen (Hähnchenfleisch) noch Gyoza (gefüllte Teigtaschen), Salat, Gemüsesticks mit Dip und grüne Bohnen (die genaue Bezeichnung hab ich vergessen, aber isst man wohl traditionell gerne zum Bier.). Alles seeehr lecker!

Wir hatten übrigens totales Glück noch Platz abgekriegt zu haben, denn diese Bar ist ziemlich beliebt und Reservierung immer von Vorteil. Irgendwann war dann alles aufgegessen und die Chuhais ausgetrunken und es ging wieder auf den Heimweg. Noch artig bei Saori bedankt und verabschiedet (wir sehen sie und den Rest der Familie vermutlich am 19. bei unserer Rückkehr nach Tokyo wieder) und doch ziemlich geschafft zum Hostel geschleppt. Und am Ende festgestellt: man kann auch 11 Stunden durch Tokyo laufen, ohne an einer einzigen Arcade vorbeizukommen.

4.4.07

Family Fun

Der Tag heute war wieder einmal definitiv ereignisreicher. Nach einer ausgiebigen Runde Schlaf, einer sogutwiemöglichen Rasur (Einwegrasierer und wenig warmes Wasser sind doof zum Nassrasieren) hab ich mich diesmal alleine Richtung Omotesando aufgemacht. Diesmal bin ich auch mal in die andere Richtung gegangen und hab in der Umgebung von Aoyama eine Menge architektonisch interessanter Gebäude auch endlich mal gesehen. Zum Beispiel den Prada Flagshipstore...

oder einen Bape (aka Bathing Ape) Store...

einen japanischen Fensterputzer...

und mittendrin, eine Fake-gotische Minikathedrale:

Nach der kurzen Architek-tour habe ich mich zur Harajuku Street aufgemacht, wo ich eigentlich zu Graniph wollte. Leider habe ich den Laden nicht gefunden, bin aber mal wieder bei Beams T-Shirts eingekehrt (der ein oder andere erinnert sich noch an mein teuerstes T-Shirt). Leider (oder zu meinem Glück) gab es diesesmal nichts interessantes. Ich bin auch mal wieder in die Design Festa-Gallerie zurückgekehrt...

wo die ausgestellte Kunst zwischen Hippiefantasien in Aquarell und niedlichen Miniaturen in Fineliner oszillierte. Aber da es ja nichts kostet, immer einen Besuch wert.

Danach hab ich mich dann mal zurück zur Omotesando aufgemacht, wo ich mal "Kiddyland" aufgesucht habe. Dort gibt es auf 5 Etagen so gut wie alles was das Kinder(und jung gebliebenen)herz begehrt. In den ersten 4 Etagen kommt man vor einem Zuckerschock fast um (Hello Kitty, Disney, Sesamstraße, hauptsache kawaaaaaaiiiiiiii!), ganz oben gibt es dann eine ganze Etage extrem schicker Figuren aus allen möglichen (meistens Anime)Serien.

Als ich wieder gehen wollte, war ich recht überrascht: war es vorher noch sonnig und verhältnismässig warm, so tobte draußen ein heftiges Gewitter! Und ich hatte natürlich keinen Regenschirm. Und ich war in 10 Minuten mit Marikos Schwester Saori zum shoppen verabredet. Allerdings hatte die sich verspätet, es gab ein kleines hin und her ge-maile (nicht einfach, sie spricht so gut wie nur japanisch), aber wir trafen uns dann doch noch in Omotesando Hills. Dort gingen wir dann noch in ein Kaffee (LUXUS! alles total edel, aber so teuer wars jetzt auch nicht, ca 8 Euro für ne Sojamilchcreme mit Erdbeerpüree und feinen grünen Tee) in eins der dutzenden von Restaurants. Zum Shoppen blieb dann auch nicht viel Zeit, außerdem musste ich mein Japanisch endlich mal dem Härtetest aussetzen, klappte relativ gut.

Auf jeden Fall war es an der Zeit zum Rest der Familie zu stoßen. In einer mir total unbekannten Gegend (Tsukishima) in einem Restaurant das ich niiiiiemals nie allein gefunden hätte trafen wir also noch Mariko und ihre Eltern. Es gab tonnenweise leckeres Essen (Monja und Okonomiyaki) und natürlich musste ich mit Papa auch was Sake trinken. Wie man sieht, wir hatten Spaß:

Der Weg danach nach Hause war etwas komplizierter, aber ich bin hier, pappsatt, betrunken und müde. Zeit fürs Bett. Aber ich hab aufgegessen, also lass es morgen gefälligst NICHT regnen! Danke!


(Von links nach rechts: Mama, Mariko und Saori. Mit den obligatorischen Fingerzeig...)