Und schon geht es wieder fröhlich weiter Richtung Norden, das Ziel heißt dieses mal Aomori (grüner Wald, wobei es auch blauer Wald heißen könnte, die Farbe "aoi" ist da etwas flexibel). Ich werde damit mein nördlichstes Ziel meiner Reise erreichen und ich hoffe trotz der Nördlichkeit auf besseres Wetter als gestern in Sendai. Da hat es nämlich, welch Überraschung, ich hatte ja nur einen Ausflug geplant, mal wieder wie aus Eimern geschüttet. Eigentlich hatte ich vor mir die Bucht von Matsushima anzusehen, die als einer der schönsten Gegenden Japans gilt. Nur war davon nichts zu sehen gestern. Ich bin mit dem Zug zum nächstgelegenen Fährableger gefahren, in der Hoffnung, das Wetter würde sich etwas bessern. Aber nichts dergleichen, weiter Bindfadenregen, heftiger Wind, alles grau in grau. Da die Fährfahrt auch mal rund 10 Euro gekostet hätte, beschloß ich, dass das zwecklos und Geldverschwendung wäre und kehrte durchnässt (meine Hose zumindest, meine Schuhe waren auch nass, aber da kam nix durch, gute Investition) wieder nach Sendai zurück.
Und was macht man so, wenn es nicht so läuft, wie man es gern hätte und Zeit tot zu schlagen hat? Klarer Fall: Frustshopping! Aus dem Bahnhof raus gab's direkt ein Anlaufziel, ein "Loft" (ein Kaufhaus wie bei uns Kaufhof, Karstadt etc.), der neben einem HMV und einem Muji vor allem eins hatte: ein Village/Vanguard! Diese Kette hatten Martin und ich beim letzten mal zufällig in Fukuoka entdeckt. Die Läden sind vollgestopft mit lauter Dingen, die man nicht wirklich braucht: Scherzartikel, Spielzeug, ungewöhnlich Musik, Bücher und Manga und für mich immer ein beliebtes Ziel: die Holga-Abteilung. Das sind ähnlich wie Lomo ungewöhnliche und billige Kameras, von ganz miniklein (hatte ich beim letzten Mal schon gekauft) bis zur Luxusausführung mit Farbblitz, Filtern und Ministativ. Ich hatte überlegt mir mal die Standardausführung einer Holga zu holen, die mit 120er Rollfilm arbeitet (gibt auch Adapter für 35mm Film und Polaroid), aber ich entschied mich dann für eine "Golden Half"-Kamera, ein Halb-/Hochformatkamera und einen dazugehörigen Blitz. Da diese Kamera auf einem 35mm Film nur die Hälfte belichtet, kann man damit doppelt so viele Fotos machen, mit dem beiliegenden 24er als 48 Fotos. Ich bin mal sehr gespannt auf die Bilder, die da rauskommen.
Weiter ging es dann in die Einkaufsarkaden. Ein Großteil der Innenstadt durchzieht eine ziemlich große überdachte Fußgängerzone. Bei dem Mistwetter war das natürlich optimal. Und wieder fand ich diverse Läden, die ich in Tokyo auch schon besucht hatte - nur waren die hier besser ausgestattet! Zum Beispiel der ABC Schuhladen, eine Riesenauswahl... und ich war wieder kurz davor die Adidas Grün zu kaufen, halber Preis, Statt ursprünglich rund 65 Euro jetzt 35 Euro. Und ich überlege noch lange, tss... Nein, ich hab sie stehengelassen. Das Geld hab ich dann in einem Videospielladen gelassen, wo ich "Rythm Tengoku Gold" und "Taiko no Tatsujin DS" gebraucht kaufen konnte. Das geile ist ja: man kann Gebrauchtware kaum von Neuware unterscheiden, in 1A Zustand.
Wo ich auch wieder gelandet bin, war in der Spielhalle, wo ich noch ein paar Runden "jubeat" eingelegt habe. Jetzt wo ich den e-Amusement Pass habe und somit meine Fortschritte gespeichert werden, wird das ganze noch süchtigmachender. Ich kann neue Lieder freischalten und andere Gimmicks und kann in höhere Level aufsteigen. Wie gesagt, macht süchtig. In einer anderen Spielhalle hab ich dann noch Guitar Freaks V Infinity-was-weiß-ich ausprobiert. Aber "Guitar Hero" ist einfach wesentlich besser, es fühlt sich wesentlich "echter" an. Von der besseren Musikauswahl ganz zu schweigen, wobei ich ein paar J-Rock-Sachen auch gerne bei Guitar Hero hätte.
Irgendwann war es dann auch Zeit etwas zu essen und so kehrte ich in das nächstbeste kleine Restaurant ein, das damit warb, das Menu auch in Englisch zu haben. Drinnen saßen zwar nur ein paar Ommas (hatte vielleicht auch etwas mit der Uhrzeit zu tun, 16 Uhr), aber egal. Ein kleines Menu aus Tenpura-don (frittierte Garnele und Gemüse auf Reis) und Udon (dicke Nudeln in Suppe) bestand. Dazu gab es wie üblich ein Glas Wasser und eine Tasse heißen Tee, alles auf Anfrage nachfüllbar (wie gesagt, wann, Deutschland, ach vergiss es). Ich musste keine 5 Minuten warten, da stand alles auf dem Tisch, alles sehr lecker und mit rund 7 Euro auch nicht wirklich teuer.
Ach, wo wir grad beim Essen sind, bei McDonalds gibt es momentan den BigMac für 200 Yen, also rund 1,20 Euro. Normalpreis ist 640 Yen, knapp 4 Euro. (Damit ist Mikas Frage jetzt auch geklärt)
Auf dem Weg zurück zum Ryokan kam ich noch an der Sendai Mediathek vorbei. Das ist eine Mischung aus öffentlicher Bibliothek, Museum und Kultur- und Bildungszentrum. Im Eingangsbereich gibt es einen sehr interessanten Nadiff-Shop, wo es neben diversen Büchern und Zeitschriften über Architektur und Kunst auch einige interessante Designdinge zu kaufen waren, zum Beispiel T-Shirts, Taschen, Flipflops usw. Im Bibliotheksbereich gab es auch zwei englischsprachige Tageszeitungen zu lesen, wo ich dann auch endlich mal Klarheit bekam, warum sich hier Sumooffizielle ständig eim Fernsehen entschuldigen: der russische Top-Sumoringer Wakanoho hat sein Portmonee verloren und darin war eine "russische" Zigarette. Offensichtlich ist es dort üblich in die Zigaretten eine Ladung Marihuana reinzumischen. Dummerweise fand man bei der Durchsuchung der Sumoringerunterkünfte noch ein Pfeifchen und nochn büschen Gras. Das geht natürlich ü-ber-haupt-nicht! Neben dem schweren Regen und natürlich dem Flugzeugabsturz in Madrid _die_ Nachricht derzeit in Japan. Na gut, wenn nicht schon wieder jemand eine Medallie gewinnt (oder verliert, Schlaaand!).
Im nächsten Stockwerk, in der Gallerie gab es dann eine Ausstellung, Thema war irgendwas mit Kunst und die Stadt. Kostete aber Eintritt und da ich schon diverse Stunden wieder rumgelatscht war, fehlte mir auch die Motivation. Schade, hätte ich das mal früher gewusst.
Wieder im Ryokan angekommen ging's erstmal ins Bad. Hier ist das Bad relativ klein, am ersten Abend stand ich erstmal wie Hein Blöd nackt in der Gegend rum und musste warten, bis einer der drei Waschplätze frei wurden. Und ich kann euch sagen, die Japaner sind sehr gründlich bei der Wäsche vor dem Bad. Dieses Ryokan hat auch nicht so ein typisch japanisches Bad, sondern ein Jacuzi. Keine Ahnung was da toll dran sein soll. Wirklich entspannt rumliegen konnte ich da zumindest nicht (insbesondere, wenn da noch einer mit drin ist). Immerhin hatte ich gestern das Bad für mich allein und konnte mir ordentlich Zeit lassen.
Nicht allein war ich aber offensichtlich sonst. Eine Gruppe Schüler hatte sich wohl einquartiert und die liefen ständig durch die Gänge. Einer der wenigen Nachteile dieser Unterkunft, es war recht hellhörig. Als ich aber um halb zwölf ins Bett ging, war es relativ ruhig.
Heute morgen ging es dann ans auschecken. Gestern hatte ich etwas zu viel ausgegeben und hatte nicht genug Bargeld am Mann. Aber Visa sollte kein Problem sein, also Bitte sehr. Tja, was dann folgte war eine Viertel Stunde herumprobieren, hier Knopf drücken, da was eingeben, mit dem eCash-Terminal-Anbieter telefonieren, wie auch immer: irgendwie wollten die meine Kreditkarte nicht. Dann bin ich halt fix um die Ecke zur Post geflitzt und hab da noch etwas Geld abgehoben. Doof ist nur: ausgerechnet jetzt scheint sich meine Bankkarte zu verabschieden, die hatte schon vorher mal 5 Versuche gebraucht, bis der Automat sie annahm. Zum Glück hab ich noch eine Ausweichkarte dabei, die ich allerdings nur im Notfall brauchen wollte. Naja, ist ja ein Notfall. Also wieder zurück, für die Mühen entschuldigt, im Gegenzug entschuldigt sich die Besitzerin noch für den Lärm der Schüler, ein kurzes Schwätzchen über das nächste Ziel und dann verabschiedet und zum Bahnhof.
Am Bahnhof habe ich mir, nachdem ich mein Zugticket hatte, erstmal das übliche Ekiben besorgt. Spezialität Sendais: Gyutan, Kalbszunge. Hab ich vorher noch nie gegessen, sah aber lecker aus, also ab dafür. Schmeckt übrigens sehr gut, festes Fleisch (kein Wunder, ist ja fast nur gut durchtrainierter Muskel) und ordentlich gewürzt, bei den Beilagen gab es sogar ein paar Pepperoni! Schärfe gibt es, mal vom Wasabi abgesehen, in Japan eher seltener.
So, mittlerweile sitze ich im Intercity nach Aomori, in einer halben Stunde bin ich da. Dann muss ich erstmal nach einer Möglichkeit suchen ins Internet zu gehen. Ich hab nämlich total vergessen auszudrucken, welches Hotel ich reserviert habe und jetzt muss ich erstmal noch meine Mails checken und das nochmal nachschauen. Irgendwie sollte das ja hinzukriegen sein.
Japanische Popkultur, Architektur, Kunst und anderer Schmonzes!
22.8.08
21.8.08
City of Trees
(Version 2.0 mit Bildern)
In Sendai bin ich jetzt also angekommen. Nachdem ich aus dem Zug raus war, hieß es erstmal die U-Bahn finden. Na gut, kein großes Problem, wenn es nur eine Linie gibt, man muss halt nur die richtige Richtung finden (Ja, hab ich geschafft). Der Weg zum Ryokan (traditionelle japanische Herberge) war auch recht einfach zu finden, da Sendai wie mit dem Lineal aufgebaut ist. Und das nicht erst seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg, sondern schon seit seiner Blütezeit im 17. Jhd. Im Ryokan war die Dame am Empfang sehr erfreut ob meiner Japanischkenntnisse, aber da sie die Funktion von Airconditioning, Fernseher usw. selber vorgeführt hat, hätte es auch diese Kenntnisse nicht gebraucht. Aber angenehm ist es schon.
Am Zimmer gibt es überhaupt nichts auszusetzen, ziemlich groß, picobello sauber und den üblichen Annehmlichkeiten ausgestattet. Die Lage ist auch okay, nicht direkt im Zentrum, aber wie ich feststellen konnte, ist hier alles recht kompakt, also auch kein großer Weg zum Bahnhof und ins Zentrum.
Nachdem ich also im Ryokan eingecheckt war, hab ich mich mal aufgemacht, die Stadt zu erforschen. Von der Touristeninfo hatte ich eine Karte bekommen und das interessanteste schien mir die Überreste von Sendais Burg aufzusuchen. Das Wetter war ganz angenehm, nicht zu heiß und bewölkt. Unterwegs bin ich dann zum ersten Mal auf den Gründer Sendais, Date Masamune, gestoßen - und zwar auf der Rückseite eines Straßenschilds:
Der Weg zur Burg (bzw. das was von ihr übrigblieb, die wurde während den kulturellen Umwälzungen der Meiji-Zeit zerstört) geht ein gutes Stück bergauf und ein bißchen durch die Wälder. Spätestens da wird einem klar, warum Sendai als Stadt der Bäume gilt. Die Hauptstraßen sind größtenteils Alleen, es gibt große Parks und den Wald in der Nähe. Oben angekommen gibt es außer ein paar Mauerresten und rekonstruierten Wachtürmen nicht wirklich viel zu sehen. Mal abgesehen von der guten Aussicht auf die Stadt...
Und der Statue für den Gründer Date Masamune:
Mittlerweile war es schon nach 17 Uhr, die Museen somit geschlossen und dort oben nicht mehr viel zu tun. Außerdem wird es hier ziemlich flott dunkel (so um 19 Uhr ist es hier duster), also mal runter in die Stadt, mal sehen was die sonst noch zu bieten hat. Machen wir es kurz: ein Shoppingtraum (und somit ein Alptraum für mein Konto). Unter anderem habe ich einen großartig ausgestatteten graniph-Shop gefunden und zu viel Zeit bei HMV verbracht. Mit dem Ergebnis, dass ich schon wieder ein neues Shirt und 5 neue CDs... obwohl ich nicht mal eine Möglichkeit dabei habe die abzuspielen, der eeePC ist in dieser Hinsicht etwas nachteilig.
Falls es jemanden interessiert: "Rest and be thankful" von Stapleton, "Chemical Chords" von Stereolab, eine Envy / Jesu-Split CD, eine Offminor / Killie-Split CD (eigentlich nur wegen der Verpackung...) und zu guter Letzt "kannichnichtschreibenistjaisländischdasneuealbumaufjedenfall" von Sigur Ros. (Ich hatte auch Links zu den jeweiligen Bands fertiggemacht, aber weil das Pissinternet hier grad rumspackt, sind die jetzt weg. Müßt ihr halt selber suchen, haben alle Myspace-Seiten)
Von diesem Eindruck her find ich Sendai ziemlich super. Auf dem Weg zurück zum Hotel kam ich auch noch an ein paar sympatisch aussehenden Lokalen vorbei. Find ick juut hier. Mehr gibts morgen, ich geh jetzt erstmal ins Bett. Bzw in den Futon...
In Sendai bin ich jetzt also angekommen. Nachdem ich aus dem Zug raus war, hieß es erstmal die U-Bahn finden. Na gut, kein großes Problem, wenn es nur eine Linie gibt, man muss halt nur die richtige Richtung finden (Ja, hab ich geschafft). Der Weg zum Ryokan (traditionelle japanische Herberge) war auch recht einfach zu finden, da Sendai wie mit dem Lineal aufgebaut ist. Und das nicht erst seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg, sondern schon seit seiner Blütezeit im 17. Jhd. Im Ryokan war die Dame am Empfang sehr erfreut ob meiner Japanischkenntnisse, aber da sie die Funktion von Airconditioning, Fernseher usw. selber vorgeführt hat, hätte es auch diese Kenntnisse nicht gebraucht. Aber angenehm ist es schon.
Am Zimmer gibt es überhaupt nichts auszusetzen, ziemlich groß, picobello sauber und den üblichen Annehmlichkeiten ausgestattet. Die Lage ist auch okay, nicht direkt im Zentrum, aber wie ich feststellen konnte, ist hier alles recht kompakt, also auch kein großer Weg zum Bahnhof und ins Zentrum.
Nachdem ich also im Ryokan eingecheckt war, hab ich mich mal aufgemacht, die Stadt zu erforschen. Von der Touristeninfo hatte ich eine Karte bekommen und das interessanteste schien mir die Überreste von Sendais Burg aufzusuchen. Das Wetter war ganz angenehm, nicht zu heiß und bewölkt. Unterwegs bin ich dann zum ersten Mal auf den Gründer Sendais, Date Masamune, gestoßen - und zwar auf der Rückseite eines Straßenschilds:
Falls es jemanden interessiert: "Rest and be thankful" von Stapleton, "Chemical Chords" von Stereolab, eine Envy / Jesu-Split CD, eine Offminor / Killie-Split CD (eigentlich nur wegen der Verpackung...) und zu guter Letzt "kannichnichtschreibenistjaisländischdasneuealbumaufjedenfall" von Sigur Ros. (Ich hatte auch Links zu den jeweiligen Bands fertiggemacht, aber weil das Pissinternet hier grad rumspackt, sind die jetzt weg. Müßt ihr halt selber suchen, haben alle Myspace-Seiten)
Von diesem Eindruck her find ich Sendai ziemlich super. Auf dem Weg zurück zum Hotel kam ich auch noch an ein paar sympatisch aussehenden Lokalen vorbei. Find ick juut hier. Mehr gibts morgen, ich geh jetzt erstmal ins Bett. Bzw in den Futon...
Sei kein Rettich!
Auch wenn es in Japan bei weitem nicht so schlimm ist, mit dem Mangel an Benehmen, wie zu Hause in Deutschland (bisher hab ich nur einmal einen Klingelton gehört, einmal hat einer telefoniert und einmal lief Musik vom Handy, aber das waren Italiener), aber es schadet ja nicht immer mal darauf hinzuweisen, was man doch bitte zu unterlassen habe. Und wie immer in Japan wird das ganze mit niedlichen Charakteren erklärt, in diesem Fall mit Gemüse. Die braven Tomaten und Kartoffeln werden von Rüpelrettichen böse belästigt!
Gefunden, wenn ich mich recht erinnere, am Bahnhof von Matsumoto. Wo mir wieder einfällt, die Ansagerin hat immer wenn ein Zug einfuhr und die Leute ausstiegen den Bahnhof mit "Matsumotoooooo! Matsumotoooooooo!" angesagt (hier ein Youtube Video, wo man das hören kann). Kann man bestimmt einen prima Technotrack draus machen...
20.8.08
Why does it always rain on me?
So, das erste mal Shinkansen auf dieser Reise. Und auch wenn's schnell geht, vom Komfort saß ich hier schon in besseren Zügen. Könnte aber auch an der Strecke liegen, auf jeder Linie fahren ja verschiedene Typen von Shinkansen. Wie auch immer, vorhin setzten sich zwei offensichtlich Tokyoter Mädels neben mich und ich lege mir schon mal mental die Sätze zurecht, die ich aufsagen will, wenn ich aussteigen muss. Ich steige nämlich schon etwas früher um in eine andere Linie und muss natürlich sehen, dass ich den beiden nicht meinen Rucksack auf den Kopf fallen lasse. Mit den ganzen Souvernirs wird der Rucksack auch immer voller. Ich glaub ich muss unterwegs mal etwas weitergeben.
Und mit Souvenirs habe ich auch eine gute Überleitung zurück nach Obuse. Nachdem ich den x-ten Andenkenladen auf der Flucht vor dem Regen aufgesucht hatte, wollte ich mich auf den Weg zurück zum Bahnhof machen. Mittlerweile nagte aber auch ein wenig der Hunger an mir und mit der Empfehlung des Reiseführers, sich nicht eine der Spezialitäten Obuses entgehen zu lassen, kehrte ich in das nächste, sympathisch aussehende Restaurant ein. Dort gab es Soba (Buchweizennudeln) in verschiedenen Varianten. Ich wurde zu meinem Platz gebracht, kriegte ein Glas Wasser (wann setzt sich das eigentlich mal in Deutschland durch?) und entschied mich für Tororo Soba und Apfelsaft. Von Tororo hatte ich mal in der Serie "Osen" gesehen und jetzt wollte ich das auch mal probieren. Tororo ist eine Art Yamswurzel und wird gerieben als Brei gereicht. Wie bei so vielen "Beilagen" in Japan schmeckt es nicht nach viel, wirkt aber frisch zusammen mit Soba. Die werden übrigens kalt serviert und einfach in eine Soße getunkt und dann gegessen. Ein typisches japanisches Sommergericht. Ach, der Apfelsaft war übrigens auch sehr lecker.
So gestärkt ging es dann wieder raus in den Regen, aber bis zum Bahnhof war es nicht mehr weit. Fahrkarte gezogen, ab in den Zug und zurück nach Nagano. Dort angekommen, hieß es erstmal "Halt!" von Fahrkartenkontrolleur. Bin ich doch glatt den Expresszug ohne Zuschlag gefahren! 100 Yen in die Hand gedrückt und gut war's. War aber auch nirgendwo erkennbar, dass es da einen gesonderten Tarif gab, naja, ging ja glimpflichst aus.
Weil es noch recht früh am Tag war (so um 15 Uhr) dachte ich mir, mich einmal in Nagano umzusehen. Aber da es immer noch regnete bin ich erstmal ins nächstgelegene Geschäft und hab mir einen Regenschirm besorgt. Als ich aus dem Laden wieder rauskam schüttete es dann aber wie aus Eimern, ach, was sag ich, Fässern. Da war mir dann auch die letzte Lust vergangen, ich bin wieder zum Bahnhof und zurück nach Matsumoto. Dumm gelaufen, so ein Dauerregen kann einem schon ordentlich den Spaß vermiesen.
Wie schwer die Regenfälle waren, konnte ich in den Nachrichten sehen, denn die Topnachricht kam zur Abwechslung mal nicht aus Peking, sondern aus den nahegelegenen Nordalpen, wo es einen ordentlichen Bergrutsch gab. Zwei Bergführer werden vermisst, wenn ich das richtig interpretiert habe, da fehlt mir noch ein Stück weit Japanisch.
Mittlerweile habe ich übrigens den Zug gewechselt, jetzt sitze ich in einem Doppeldeckershinkansen neuerer Bauart. Durch die Doppeldeckerbauweise sind allerdings die Gepäckablagen etwas niedriger und so passt mein Rucksack da nicht rein. Zum Glück ist neben mir (noch) frei und so kann ich mein Gepäck einfach auf den Platz neben mich stellen. Aber jetzt erreichen wir schon den nächsten Bahnhof, ich hoffe die Plätze bleiben frei... Jetzt nutze ich die Zeit bis Sendai erst einmal für ein Nickerchen. Das Geschaukel im Zug macht einen sooo müde.
Und mit Souvenirs habe ich auch eine gute Überleitung zurück nach Obuse. Nachdem ich den x-ten Andenkenladen auf der Flucht vor dem Regen aufgesucht hatte, wollte ich mich auf den Weg zurück zum Bahnhof machen. Mittlerweile nagte aber auch ein wenig der Hunger an mir und mit der Empfehlung des Reiseführers, sich nicht eine der Spezialitäten Obuses entgehen zu lassen, kehrte ich in das nächste, sympathisch aussehende Restaurant ein. Dort gab es Soba (Buchweizennudeln) in verschiedenen Varianten. Ich wurde zu meinem Platz gebracht, kriegte ein Glas Wasser (wann setzt sich das eigentlich mal in Deutschland durch?) und entschied mich für Tororo Soba und Apfelsaft. Von Tororo hatte ich mal in der Serie "Osen" gesehen und jetzt wollte ich das auch mal probieren. Tororo ist eine Art Yamswurzel und wird gerieben als Brei gereicht. Wie bei so vielen "Beilagen" in Japan schmeckt es nicht nach viel, wirkt aber frisch zusammen mit Soba. Die werden übrigens kalt serviert und einfach in eine Soße getunkt und dann gegessen. Ein typisches japanisches Sommergericht. Ach, der Apfelsaft war übrigens auch sehr lecker.
So gestärkt ging es dann wieder raus in den Regen, aber bis zum Bahnhof war es nicht mehr weit. Fahrkarte gezogen, ab in den Zug und zurück nach Nagano. Dort angekommen, hieß es erstmal "Halt!" von Fahrkartenkontrolleur. Bin ich doch glatt den Expresszug ohne Zuschlag gefahren! 100 Yen in die Hand gedrückt und gut war's. War aber auch nirgendwo erkennbar, dass es da einen gesonderten Tarif gab, naja, ging ja glimpflichst aus.
Weil es noch recht früh am Tag war (so um 15 Uhr) dachte ich mir, mich einmal in Nagano umzusehen. Aber da es immer noch regnete bin ich erstmal ins nächstgelegene Geschäft und hab mir einen Regenschirm besorgt. Als ich aus dem Laden wieder rauskam schüttete es dann aber wie aus Eimern, ach, was sag ich, Fässern. Da war mir dann auch die letzte Lust vergangen, ich bin wieder zum Bahnhof und zurück nach Matsumoto. Dumm gelaufen, so ein Dauerregen kann einem schon ordentlich den Spaß vermiesen.
Wie schwer die Regenfälle waren, konnte ich in den Nachrichten sehen, denn die Topnachricht kam zur Abwechslung mal nicht aus Peking, sondern aus den nahegelegenen Nordalpen, wo es einen ordentlichen Bergrutsch gab. Zwei Bergführer werden vermisst, wenn ich das richtig interpretiert habe, da fehlt mir noch ein Stück weit Japanisch.
Mittlerweile habe ich übrigens den Zug gewechselt, jetzt sitze ich in einem Doppeldeckershinkansen neuerer Bauart. Durch die Doppeldeckerbauweise sind allerdings die Gepäckablagen etwas niedriger und so passt mein Rucksack da nicht rein. Zum Glück ist neben mir (noch) frei und so kann ich mein Gepäck einfach auf den Platz neben mich stellen. Aber jetzt erreichen wir schon den nächsten Bahnhof, ich hoffe die Plätze bleiben frei... Jetzt nutze ich die Zeit bis Sendai erst einmal für ein Nickerchen. Das Geschaukel im Zug macht einen sooo müde.
19.8.08
Äh, wo war ich stehengeblieben?
So, wo war ich zuletzt? Ach, im Zug nach Matsumoto. Und da bin ich jetzt auch, aber morgen schon wieder weg. Und heute noch in in Obuse. Da kommt man schon mal etwas durcheinander. Also, nochmal zurück zu gestern... (zum Tippen gibt es nebenbei Bierchen, Senbei und London Hearts)
Ich bin so um 14 Uhr in Matsumoto angekommen und gleich erstmal den Weg zum (glücklicherweise) nahegelegenen Hotel. Aber für den Check-in war ich halt immer noch eine Stunde zu früh. Also Gepäck dort gelassen und ab in die Stadt. Die macht einen recht relaxten Eindruck, es gab sogar den ersten Japaner, der mich einfach so angequatscht hat (Verlauf des Gesprächs ungefähr "Guten Tag" - "Guten Tag" - "Pass auf dich auf, es ist ziemlich heiß" - "Nicht wahr, danke für den Hinweis" - "Also, alles Gute!" - "Danke, bis bald!"). Unterwegs noch bei der Post gewesen (da gibt es immer einen internationalen Bankautomaten) und nach knapp einer halben Stunde war ich dann an der zentralen Sehenwürdigkeit angelangt: dem Schloß.
Das Schloß von Matsumoto gehört zu den ältesten original erhaltenen und damit das auch noch länger so bleibt, heißt es am Eingang: Schuhe aus (und ab in diese Plastiktüte hier und mit rumgetragen)! Was im Verlauf des Rundgangs ein wenig knifflig war, denn die Treppen im Schloß sind teilweise übelst steil mit riesigen Stufen. Nebenbei gab es noch jede Menge Originalfeuerwaffen aus dem 16. Jhd. zu sehen. Da wurden ganz schöne Kaliber herumgewuchtet, damals. Je weiter es nach oben ging (das Schloß hat 6 Stockwerke) wurden auch die Schlangen vor den Treppen immer länger, es war nicht soooo voll, aber schon mehr als genug für so ein kleines Schloß.
Ganz oben angekommen blieb dann nicht viel Zeit die schöne Aussicht zu genießen, denn man wurde von den nachrückenden Menschenmassen ganz unauffällig zum weitergehen aufgefordert.
Wieder zurück am Hotel konnte ich dann auch einchecken. Das Gepäck war netterweise schon auf dem Zimmer. Das Hotel hat zwar seine besten Tage auch schon hinter sich, aber mit der Lage, Preis und Service eigentlich voll in Ordnung. Und vor allem: im obersten Stockwerk gibts das große Bad und für sowas bin ich ja immer zu haben (wenn es sauber ist, wie in diesem Fall, 1A). Bevor ich da aber rein bin, ging's noch mal zurück in die Stadt und... naja, shoppen halt. In diesem Fall bei Muji, wo ich mir ein neues Minihandtuch gekauft habe (hab mein altes ja im Okinawa-Izakaya vergessen...) und jede Menge Snacks und Süßkram, da ist bei Muji hier eine ziemlich große Auswahl vorhanden und vor allem sind die Sachen bei Muji hier auch bezahlbar (bei dem in Düsseldorf bezahlt man gerne mal mindestens das Doppelte als den Yenpreis).
Wieder zurück also ins Bad, noch etwas ferngesehen und geschlafen, denn heute ging es früh raus. Zum einen stand ein Ausflug auf dem Programm und zum anderen gibt es das Frühstück nur bis 9 Uhr. Beim Frühstück gab es die Auswahl zwischen westlichen und japanischen - ratet mal wofür ich mich entschieden habe. War auch okay so, nix weltbewegendes, aber vermutlich besser als das westliche.
Es ging also auf nach nach Obuse. Dafür musste ich erstmal nach Nagano (na, woher kennt man das?) und dann weiter mit der Bimmelbahn. Je näher man nach Obuse kam, um so mehr wichen die Reisfelder Apfelbaumplantagen, Kastanienwäldern und Wein... äh, feldern. Dafür ist die Gegend wohl bekannt. Was man dann auch in Obuse zu sehen kriegte, denn dort wimmelt es von kleinen Geschäften, die Produkte aus Kastanien, Äpfeln und Trauben verkauften.
Aber deswegen war ich nicht da, ich wollte ins Hokusai-Museum. So ziemlich dürfte ja das Bild mit der Welle kennen (zumindest alle, die schonmal in meiner Küche waren). Und das hing dort neben anderen schwer beeindruckenden Werken Hokusais verschiedener Phasen und Stile, Skizzen, Tuschezeichnungen und Holzschnitte. Übrigens gab es auch die 11 einzelnen Schritte zu sehen, aus denen sich die Welle zusammensetzt. Höchst interessant!
Wieder draußen... es hatte vorher schon geregnet, aber mittlerweile hatte es sich ordentlich eingeregnet. Und ich hatte keinen Schirm dabei. Also auf dem Rückweg von Laden zu Laden gehüpft und dabei nebenbei noch Souvenirs gekauft, wie Kastanienbonbons, Apfelküchlein und... frittierte Grashüpfer. Die hat mir der Typ an einem Verkaufsstand zum probieren angeboten. Und die schmecken in der Tat echt gut. Feiner Snack zum Bier. Muss jeder zu Hause mal probieren, bringe ich mit!
So, und jetzt bin ich zu müde weiter zu schreiben. Morgen hab ich ja ne lange Zugfahrt, da bleibt genug Zeit dafür. Ihr müsst euch also ein bißchen gedulden, ich hoffe ihr schafft das so gerade noch...
Ich bin so um 14 Uhr in Matsumoto angekommen und gleich erstmal den Weg zum (glücklicherweise) nahegelegenen Hotel. Aber für den Check-in war ich halt immer noch eine Stunde zu früh. Also Gepäck dort gelassen und ab in die Stadt. Die macht einen recht relaxten Eindruck, es gab sogar den ersten Japaner, der mich einfach so angequatscht hat (Verlauf des Gesprächs ungefähr "Guten Tag" - "Guten Tag" - "Pass auf dich auf, es ist ziemlich heiß" - "Nicht wahr, danke für den Hinweis" - "Also, alles Gute!" - "Danke, bis bald!"). Unterwegs noch bei der Post gewesen (da gibt es immer einen internationalen Bankautomaten) und nach knapp einer halben Stunde war ich dann an der zentralen Sehenwürdigkeit angelangt: dem Schloß.
Ganz oben angekommen blieb dann nicht viel Zeit die schöne Aussicht zu genießen, denn man wurde von den nachrückenden Menschenmassen ganz unauffällig zum weitergehen aufgefordert.
Wieder zurück am Hotel konnte ich dann auch einchecken. Das Gepäck war netterweise schon auf dem Zimmer. Das Hotel hat zwar seine besten Tage auch schon hinter sich, aber mit der Lage, Preis und Service eigentlich voll in Ordnung. Und vor allem: im obersten Stockwerk gibts das große Bad und für sowas bin ich ja immer zu haben (wenn es sauber ist, wie in diesem Fall, 1A). Bevor ich da aber rein bin, ging's noch mal zurück in die Stadt und... naja, shoppen halt. In diesem Fall bei Muji, wo ich mir ein neues Minihandtuch gekauft habe (hab mein altes ja im Okinawa-Izakaya vergessen...) und jede Menge Snacks und Süßkram, da ist bei Muji hier eine ziemlich große Auswahl vorhanden und vor allem sind die Sachen bei Muji hier auch bezahlbar (bei dem in Düsseldorf bezahlt man gerne mal mindestens das Doppelte als den Yenpreis).
Wieder zurück also ins Bad, noch etwas ferngesehen und geschlafen, denn heute ging es früh raus. Zum einen stand ein Ausflug auf dem Programm und zum anderen gibt es das Frühstück nur bis 9 Uhr. Beim Frühstück gab es die Auswahl zwischen westlichen und japanischen - ratet mal wofür ich mich entschieden habe. War auch okay so, nix weltbewegendes, aber vermutlich besser als das westliche.
Es ging also auf nach nach Obuse. Dafür musste ich erstmal nach Nagano (na, woher kennt man das?) und dann weiter mit der Bimmelbahn. Je näher man nach Obuse kam, um so mehr wichen die Reisfelder Apfelbaumplantagen, Kastanienwäldern und Wein... äh, feldern. Dafür ist die Gegend wohl bekannt. Was man dann auch in Obuse zu sehen kriegte, denn dort wimmelt es von kleinen Geschäften, die Produkte aus Kastanien, Äpfeln und Trauben verkauften.
Aber deswegen war ich nicht da, ich wollte ins Hokusai-Museum. So ziemlich dürfte ja das Bild mit der Welle kennen (zumindest alle, die schonmal in meiner Küche waren). Und das hing dort neben anderen schwer beeindruckenden Werken Hokusais verschiedener Phasen und Stile, Skizzen, Tuschezeichnungen und Holzschnitte. Übrigens gab es auch die 11 einzelnen Schritte zu sehen, aus denen sich die Welle zusammensetzt. Höchst interessant!
Wieder draußen... es hatte vorher schon geregnet, aber mittlerweile hatte es sich ordentlich eingeregnet. Und ich hatte keinen Schirm dabei. Also auf dem Rückweg von Laden zu Laden gehüpft und dabei nebenbei noch Souvenirs gekauft, wie Kastanienbonbons, Apfelküchlein und... frittierte Grashüpfer. Die hat mir der Typ an einem Verkaufsstand zum probieren angeboten. Und die schmecken in der Tat echt gut. Feiner Snack zum Bier. Muss jeder zu Hause mal probieren, bringe ich mit!
So, und jetzt bin ich zu müde weiter zu schreiben. Morgen hab ich ja ne lange Zugfahrt, da bleibt genug Zeit dafür. Ihr müsst euch also ein bißchen gedulden, ich hoffe ihr schafft das so gerade noch...
18.8.08
I'm on a train
(Soundtrack zu diesem Eintrag: On a train von Eskobar)
Meine Zeit in Tokyo ist für's erste vorbei, jetzt beginnt die Nomadenphase, alle 2 Tage geht's woanders hin. Unterwegs im Zug bleibt mit immerhin die Zeit, mal in Ruhe zu tippen, in Tokyo war das angesichts der ständigen "Termine" etwas "stressiger".
Ich wollte ja noch vom gestrigen Tag berichten. Nachdem es hier ja ständig ziemlich heiß war (30°C+, auch nachts gab es wenig Abkühlung), gab es gestern einen regelrechten Absturz was die Temperaturen angeht. Fast 10°C kühler, mit 25°C also ziemlich erträglich. Leider hat es dazu auch fast ständig genieselt, wenn nicht sogar amtlich geregnet. Ausgerechnet bei diesem Wetter also machten sich Miho und ich also auf nach Kamakura, dort wohin der Tokyoter fährt, wenn er einen Tag am Meer haben möchte.
Aber nicht nur Strand gibt es dort, sondern auch eine Menge Tempel und Schreine, denn im 12. Jhd war Kamakura für kurze Zeit das militärische Zentrum Japans. Der damals dort herrschende Feldherr war ein Förderer des Zen-Buddhismus und so förderte er die Errichtung von religiösen Orten, die von aus China geflüchteten Priestern gegründet wurden. Im Reiseführer wurde zwar davor gewarnt, dort am Wochenende vorbeizuschauen, aber offensichtlich hatte das Wetter leicht abschreckende Wirkung. Es war zwar einiges los, aber nicht so schlimm, das man sich nicht alles in Ruhe ansehen konnte.
In Kamakura angekommen, machten wir uns erst einmal auf zum Hachiman-gu-Schrein auf. Links und rechts des Eingangs waren zwei Teiche angelegt, die voll mit riesigen Lotusblätter und -blüten waren. Schöner Anblick.
Auf dem Platz vor dem Haupt-Tempel/Schrein tummelte sich ein Schwarm Tauben. Und das war ein ziemlich abgezockter Haufen, nicht so schreckhaft wie bei uns, wo man nur "Buh!" machen muss und schon sind sie weg. Wesentlich schreckhafter zeigten sich da schon insbesondere die jungen Japanerinnen. Wenn sich der Schwarm auf ein paar Mädels zu bewegte, gab es immer ein großes Gekreische. Manchmal hob der ganze Schwarm dann auch ab und drehte eine Platzrunde, allerdings nur ganz knapp über die Köpfe der Besucher. Man konnte die Flügelschläge förmlich im Nacken spüren.
Wie ich später dann feststellte, sind die Tauben so etwas wie das Maskottchen von Kumakura. Es gibt Geschäfte voll mit Keksen, anderen Süßigkeiten und sonstigem Tinnef in Taubenform. Putzig.
Oben am Tempelschreinwasauchimmer angekommen, haben Miho und ich dann noch so eine Art Horoskop gezogen. Dazu schüttelt man ein Kästchen, in dem Holzstäbe stecken. Durch ein kleines Loch zieht man einen dieser Stäbe heraus, auf dem dann eine Nummer steht. Dann erhält man dann sein Schicksal/Horoskop aus dem Kästchen mit der entsprechenden Nummer. Ich hatte wohl den Jackpot und das "bestmögliche" gezogen. War übrigens auch verständlich, denn für die Gaijin gibt es das ganze dann auch auf Englisch (auf rosa Papier anstatt weißem...). Damit sich das Schicksal und die damit verbundenen Wünschen erfüllen, knotet man den zusammengefalteten Zettel dann an eine Art Wäscheleine.
Nachdem so also für eine gute Zukunft gesorgt war, machten wir uns auf Richtung Strand. Leider nieselte es noch immer lustig vor sich hin und der Himmel sah auch nicht danach aus, als würde es Anstalten machen damit aufzuhören. Am Strand angekommen bekamen wir erst einmal Livemusik zu hören. An einem der zahlreichen Buden der Strandpromenade spielte eine Band zünftige Surfmusik (dat Pulp Fiction-Dingens zum Beispiel). Trotz des relativ schlechten Wetters war einges los am Strand. Sauber aufgeteilt nach Schwimmer- und nicht-Schwimmer-sondern-stattdessen-Windsurfen-und-Jetski-Bereich. Der Sand am Strand ist übrigens ziemlich dunkel, ich gehe mal von vulkanischem Ursprung aus. Ziemlich weit entfernt von weißem Sandstrand.
Miho und ich stellten unsere Füße mal kurz ins Meer (warm ist anders...) und nahmen dann in einer der Strandbuden Platz für die Mittagspause. Mihos Mutter war so nett und hatte uns zwei Dosen Bier mitgegeben. Klar, der Deutsche muss ja immer Bier trinken. Ich hatte dann dort eine Portion Ramen und Miho ein ziemlich mickrige Portion Yakisoba (auch in Japan gibt es Abzocke).
So gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zum Daibutsu, dem großen Buddha von Kamakura. Trotz eines kleinen Umwegs fanden wir auch den Weg dorthin. Uns erwartete eine ziemlich beeindruckende, über 10 Meter hohe Bronzestatue, die seit über 500 Jahren dort Wind und Wetter widersteht, nachdem ein Tsunami den um ihn herum errichteten Tempel fortgerissen hatte.
Man konnte sogar einen Blick in das innere des Buddha werfen, ich musste mich ganz schön bücken um mir am Eingang nicht den Kopf zu stoßen. Ach, und damit man im Inneren auch etwas sehen kann, hat der gute auch zwei Fenster im Rücken:
In einem Raum neben dem Buddha hingen auch "seine" Strohsandalen, in passender Schuhgröße versteht sich. Alle drei Jahre werden diese von Schulkindern neu geflochten.
Danach war es dann wieder Zeit für den Rückweg nach Tokyo. Da es noch recht früh am Abend war, beschlossen Miho und ich noch in einem Izakaya vorbei zu schauen. In der Nähe des Bahnhofs von Ueno gibt es da einiges zur Auswahl, Miho führte mich in ein Okinawa-Style-Izakaya. Man musste sich erstmal bücken, um überhaupt reinzukommen und dann, na klar, Schuhe aus. Das Interieur war ziemlich... erdig, im wahrsten Sinne, denn die Wände waren mit Lehm verkleidet. Aber sehr gemütlich und atmosphärisch. Da ich a) von der Küche Okinawas keine Ahnung habe und b) die Karte eh nicht lesen konnte durfte Miho dann die Auswahl treffen. Neben den Getränken (ich hatte irgendwas mit sowas-wie-Grapefruit-gibts-nur-in-Okinawa-Sour-Longdrink)gab es also diverse Kleinigkeiten zu essen. Mal sehen, was ich noch zusammenkriege... ein leckerer Eintopf mit Schweinefleisch, Lotus, Konyakku, und anderem Gemüse; Seetrauben (wie Trauben, nur aus dem Meer, eigentlich ohne viel Eigengeschmack, mit Soße aber lecker und erfrischend); Champloo (Tofu, Gemüse und Co); karamelisierte Bohnen; Soba... so viele diverse Dinge, aber alles sehr lecker.
Übrigens sehr unterhaltsam ist immer der Chor der Kellner, jedes Mal wenn jemand hereinkommt gibt es aus allen Kehlen ein herzliches "Irishaimase!", natürlich auch einen Abschiedsgruß, wenn man geht. Als wir unsere Getränke bekamen, wartete die Kellnerin im Hintergrund, dass wir uns zuprosteten, um darauf einen "Otsukare-sama deshita!" (Danke für die gute Arbeit) Chor anzuleiern. Im Laufe des Abends wurde plötzlich das Licht gedimmt und in einer Durchsage wurde mitgeteilt, dass der ehrenwerte Besucher an Tisch XY heute seinen Geburtstag feiert. Woraufhin die versammelten Kellner ein Geburtstagslied anstimmten, selbst Miho war davon überrascht und hat sich gekugelt vor lachen. Lichtjahre besser als dieses ewige Stevie Wonder-"Happy Birthday"-Runtergeleier.
Irgendwann war dann auch alles aufgegessen und ausgetrunken, Miho war müde (sie muss ja heute auch schließlich arbeiten) und so verabschiedeten wir uns. Ich machte mich zurück zum Hotel (und stellte unterwegs fest, dass ich mein kleines Handtuch im Izakaya habe liegenlassen...) und hab mal angefangen zu packen. Mit einer Dose "Edelpils" (von Sapporo, wird mit deutschen Braumeistern im Fernsehen beworben) vor dem Fernsehen endete dann der letzte Tag in Tokyo. In einer Stunde bin ich dann in Matsumoto, im Herzen der japanischen Alpen. Bergigen Ausblick gibt es auf jeden Fall jetzt schon.
Meine Zeit in Tokyo ist für's erste vorbei, jetzt beginnt die Nomadenphase, alle 2 Tage geht's woanders hin. Unterwegs im Zug bleibt mit immerhin die Zeit, mal in Ruhe zu tippen, in Tokyo war das angesichts der ständigen "Termine" etwas "stressiger".
Ich wollte ja noch vom gestrigen Tag berichten. Nachdem es hier ja ständig ziemlich heiß war (30°C+, auch nachts gab es wenig Abkühlung), gab es gestern einen regelrechten Absturz was die Temperaturen angeht. Fast 10°C kühler, mit 25°C also ziemlich erträglich. Leider hat es dazu auch fast ständig genieselt, wenn nicht sogar amtlich geregnet. Ausgerechnet bei diesem Wetter also machten sich Miho und ich also auf nach Kamakura, dort wohin der Tokyoter fährt, wenn er einen Tag am Meer haben möchte.
Aber nicht nur Strand gibt es dort, sondern auch eine Menge Tempel und Schreine, denn im 12. Jhd war Kamakura für kurze Zeit das militärische Zentrum Japans. Der damals dort herrschende Feldherr war ein Förderer des Zen-Buddhismus und so förderte er die Errichtung von religiösen Orten, die von aus China geflüchteten Priestern gegründet wurden. Im Reiseführer wurde zwar davor gewarnt, dort am Wochenende vorbeizuschauen, aber offensichtlich hatte das Wetter leicht abschreckende Wirkung. Es war zwar einiges los, aber nicht so schlimm, das man sich nicht alles in Ruhe ansehen konnte.
In Kamakura angekommen, machten wir uns erst einmal auf zum Hachiman-gu-Schrein auf. Links und rechts des Eingangs waren zwei Teiche angelegt, die voll mit riesigen Lotusblätter und -blüten waren. Schöner Anblick.
Oben am Tempelschreinwasauchimmer angekommen, haben Miho und ich dann noch so eine Art Horoskop gezogen. Dazu schüttelt man ein Kästchen, in dem Holzstäbe stecken. Durch ein kleines Loch zieht man einen dieser Stäbe heraus, auf dem dann eine Nummer steht. Dann erhält man dann sein Schicksal/Horoskop aus dem Kästchen mit der entsprechenden Nummer. Ich hatte wohl den Jackpot und das "bestmögliche" gezogen. War übrigens auch verständlich, denn für die Gaijin gibt es das ganze dann auch auf Englisch (auf rosa Papier anstatt weißem...). Damit sich das Schicksal und die damit verbundenen Wünschen erfüllen, knotet man den zusammengefalteten Zettel dann an eine Art Wäscheleine.
Nachdem so also für eine gute Zukunft gesorgt war, machten wir uns auf Richtung Strand. Leider nieselte es noch immer lustig vor sich hin und der Himmel sah auch nicht danach aus, als würde es Anstalten machen damit aufzuhören. Am Strand angekommen bekamen wir erst einmal Livemusik zu hören. An einem der zahlreichen Buden der Strandpromenade spielte eine Band zünftige Surfmusik (dat Pulp Fiction-Dingens zum Beispiel). Trotz des relativ schlechten Wetters war einges los am Strand. Sauber aufgeteilt nach Schwimmer- und nicht-Schwimmer-sondern-stattdessen-Windsurfen-und-Jetski-Bereich. Der Sand am Strand ist übrigens ziemlich dunkel, ich gehe mal von vulkanischem Ursprung aus. Ziemlich weit entfernt von weißem Sandstrand.
Miho und ich stellten unsere Füße mal kurz ins Meer (warm ist anders...) und nahmen dann in einer der Strandbuden Platz für die Mittagspause. Mihos Mutter war so nett und hatte uns zwei Dosen Bier mitgegeben. Klar, der Deutsche muss ja immer Bier trinken. Ich hatte dann dort eine Portion Ramen und Miho ein ziemlich mickrige Portion Yakisoba (auch in Japan gibt es Abzocke).
So gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zum Daibutsu, dem großen Buddha von Kamakura. Trotz eines kleinen Umwegs fanden wir auch den Weg dorthin. Uns erwartete eine ziemlich beeindruckende, über 10 Meter hohe Bronzestatue, die seit über 500 Jahren dort Wind und Wetter widersteht, nachdem ein Tsunami den um ihn herum errichteten Tempel fortgerissen hatte.
Übrigens sehr unterhaltsam ist immer der Chor der Kellner, jedes Mal wenn jemand hereinkommt gibt es aus allen Kehlen ein herzliches "Irishaimase!", natürlich auch einen Abschiedsgruß, wenn man geht. Als wir unsere Getränke bekamen, wartete die Kellnerin im Hintergrund, dass wir uns zuprosteten, um darauf einen "Otsukare-sama deshita!" (Danke für die gute Arbeit) Chor anzuleiern. Im Laufe des Abends wurde plötzlich das Licht gedimmt und in einer Durchsage wurde mitgeteilt, dass der ehrenwerte Besucher an Tisch XY heute seinen Geburtstag feiert. Woraufhin die versammelten Kellner ein Geburtstagslied anstimmten, selbst Miho war davon überrascht und hat sich gekugelt vor lachen. Lichtjahre besser als dieses ewige Stevie Wonder-"Happy Birthday"-Runtergeleier.
Irgendwann war dann auch alles aufgegessen und ausgetrunken, Miho war müde (sie muss ja heute auch schließlich arbeiten) und so verabschiedeten wir uns. Ich machte mich zurück zum Hotel (und stellte unterwegs fest, dass ich mein kleines Handtuch im Izakaya habe liegenlassen...) und hab mal angefangen zu packen. Mit einer Dose "Edelpils" (von Sapporo, wird mit deutschen Braumeistern im Fernsehen beworben) vor dem Fernsehen endete dann der letzte Tag in Tokyo. In einer Stunde bin ich dann in Matsumoto, im Herzen der japanischen Alpen. Bergigen Ausblick gibt es auf jeden Fall jetzt schon.
17.8.08
Kann ich nicht noch was bleiben?
Tscha, das ging jetzt flott, das ist schon der letzte Abend in Tokyo. Ursprünglich sollte es ja morgen nach Obuse weitergehen, aber nach dem Gespräch neulich im Flieger habe ich mich spontan entschieden, in Matsumoto zu stoppen. Von dort kann ich dann auch mal einen Tagesausflug nach Obuse machen.
Aber das ist ja morgen, erstmal das heute (und gestern). Gestern hab ich es dann irgendwann nach Mittag geschafft, mich aufzuraffen und raus zu gehen. Erstmal zum Bahnhof von Ueno, wo ich meinen Gutschein für den JR Pass gegen einen "echten" eingetauscht habe. Was zum Glück recht flott von sich ging, beim letzten Mal im Bahnhof von Tokyo saßen wir glaube ich ne gute halbe Stunde rum.
Anschließend ging es nach... puh, ich vergess das immer, Monzen-nakacho heißt die Station, ich glaub das ist Fukugawa, wo es ein Matsuri (Fest) gab, das sich im wahrsten Sinne des Wortes "gewaschen" hat. Im Laufe dieses Festes tragen verschiedene Gruppen unter großem Hallo und Anfeuerungsrufen Schreine durch die Straßen und die Dinger sehen wirklich schwer aus. Und weil es ja ordentlich heiß ist, werden die Träger regelmäßig ordentlich mit Wasser bespritzt. Ich hab Fotos gemacht, aber irgendwie will die meine Kamera nicht rausrücken...
Ach, übrigens fand dieses Schreingeschleppe natürlich mitten auf einer gut befahrenen Straße statt, die Autofahrer mussten also schön aufpassen, dass sie nicht in so eine Gruppe rauschen. Drumherum gab es noch die üblichen Sachen, die es bei so einem Natsumatsuri (Sommerfestival) halt so gibt: diverse Essenstände mit Yakitori, Yakisoba, Takoyaki, Okonomiyaki, Eis in diversen Varianten, kandiertes Obst, Zuckerwatte, Goldfischangeln, Schießbude usw usf. Zentrum war der örtliche Schrein, wo es auch Zeremonien aller Art gab. Und dazu noch Mädels in Yukata, alles was da sein muss.
Doof war nur: es fing an wie aus Eimern zu regnen. Die Schreinträger ließen sich davon nicht stören, die waren eh schon klitschnass und dieses Fest findet laut meinem Reiseführer auch nur alle 3 Jahre statt. War auf jeden Fall höchst interessant.
Danach bin ich noch weiter Richtung Ebisu. Eigentlich wollte ich mir mal Meguro ansehen, aber leider war es schon so spät und ich hatte ja noch eine Verabredung später am Abend. Also in Ebisu nur flott in den Yebisu Garden, wo man in dem dortigen Hochhaus bis in den 39. Stock fahren konnte. Schöne Aussicht von da oben, besonders nach dem Unwetter gab es einen recht dramatischen Himmel. Ich hab ein paar schöne Fotos, aber wie gesagt, die Kamera will grad nicht.
Am Abend war ich also bei Miho eingeladen. Sie wohnt relativ nah zu meinem Hotel, in einer Gegend hinter dem Ueno Park. Sie wohnt über einer Bäckerei, die ihren Eltern gehört. "Pain de Mie", falls mal jemand im der Gegend in Nezu ist. Die habe ich dann auch gleich mal kennengelernt, mein Gastgeschenk überreicht (Kölsch und Haribo...). Der Tisch war schon gedeckt, reichhaltigst und ohne langen Aufenthalt hieß es auch "Itadakimasu". Dazu gab's Fernsehen, klar Olympia. Kein Entkommen. War auf jeden Fall ein netter Abend, jetzt bin ich bei 2 Familien im Großraum Tokyo jederzeit willkommen. Zum Abschied gab's noch jede Menge Geschenke in Form von (huch!) Backwaren, schon mal Mitbringsel für zu Hause.
Für heute bin ich zu müde, da schreib ich morgen im Zug nach Matsumoto weiter. Vielleicht rückt dann die Kamera auch Bilder raus.
Aber das ist ja morgen, erstmal das heute (und gestern). Gestern hab ich es dann irgendwann nach Mittag geschafft, mich aufzuraffen und raus zu gehen. Erstmal zum Bahnhof von Ueno, wo ich meinen Gutschein für den JR Pass gegen einen "echten" eingetauscht habe. Was zum Glück recht flott von sich ging, beim letzten Mal im Bahnhof von Tokyo saßen wir glaube ich ne gute halbe Stunde rum.
Anschließend ging es nach... puh, ich vergess das immer, Monzen-nakacho heißt die Station, ich glaub das ist Fukugawa, wo es ein Matsuri (Fest) gab, das sich im wahrsten Sinne des Wortes "gewaschen" hat. Im Laufe dieses Festes tragen verschiedene Gruppen unter großem Hallo und Anfeuerungsrufen Schreine durch die Straßen und die Dinger sehen wirklich schwer aus. Und weil es ja ordentlich heiß ist, werden die Träger regelmäßig ordentlich mit Wasser bespritzt. Ich hab Fotos gemacht, aber irgendwie will die meine Kamera nicht rausrücken...
Ach, übrigens fand dieses Schreingeschleppe natürlich mitten auf einer gut befahrenen Straße statt, die Autofahrer mussten also schön aufpassen, dass sie nicht in so eine Gruppe rauschen. Drumherum gab es noch die üblichen Sachen, die es bei so einem Natsumatsuri (Sommerfestival) halt so gibt: diverse Essenstände mit Yakitori, Yakisoba, Takoyaki, Okonomiyaki, Eis in diversen Varianten, kandiertes Obst, Zuckerwatte, Goldfischangeln, Schießbude usw usf. Zentrum war der örtliche Schrein, wo es auch Zeremonien aller Art gab. Und dazu noch Mädels in Yukata, alles was da sein muss.
Doof war nur: es fing an wie aus Eimern zu regnen. Die Schreinträger ließen sich davon nicht stören, die waren eh schon klitschnass und dieses Fest findet laut meinem Reiseführer auch nur alle 3 Jahre statt. War auf jeden Fall höchst interessant.
Danach bin ich noch weiter Richtung Ebisu. Eigentlich wollte ich mir mal Meguro ansehen, aber leider war es schon so spät und ich hatte ja noch eine Verabredung später am Abend. Also in Ebisu nur flott in den Yebisu Garden, wo man in dem dortigen Hochhaus bis in den 39. Stock fahren konnte. Schöne Aussicht von da oben, besonders nach dem Unwetter gab es einen recht dramatischen Himmel. Ich hab ein paar schöne Fotos, aber wie gesagt, die Kamera will grad nicht.
Am Abend war ich also bei Miho eingeladen. Sie wohnt relativ nah zu meinem Hotel, in einer Gegend hinter dem Ueno Park. Sie wohnt über einer Bäckerei, die ihren Eltern gehört. "Pain de Mie", falls mal jemand im der Gegend in Nezu ist. Die habe ich dann auch gleich mal kennengelernt, mein Gastgeschenk überreicht (Kölsch und Haribo...). Der Tisch war schon gedeckt, reichhaltigst und ohne langen Aufenthalt hieß es auch "Itadakimasu". Dazu gab's Fernsehen, klar Olympia. Kein Entkommen. War auf jeden Fall ein netter Abend, jetzt bin ich bei 2 Familien im Großraum Tokyo jederzeit willkommen. Zum Abschied gab's noch jede Menge Geschenke in Form von (huch!) Backwaren, schon mal Mitbringsel für zu Hause.
Für heute bin ich zu müde, da schreib ich morgen im Zug nach Matsumoto weiter. Vielleicht rückt dann die Kamera auch Bilder raus.
16.8.08
Sese Jones - Ramen zum Frühstück
Eine kurze Zusammenfassung der letzten 48 Stunden:
- Treffen mit Rebecca (Sprachkursmitschülerin) in Asakusa und Mittagessen in irgendeinem Familyrestaurant im obersten Stockwerk eines Omakaufhauses.
- Treffen mit Miho, Shopping in Ueno, kurzer Trip nach Roppongi, dort Besuch im neuen Kunstmuseum, bzw. dem Museumsshop, Blutvergiessen beim Totschlagen einer Mücke, endlich Herstellung der vollen Funktionstüchtigkeit des Mobiltelefons.
- Im Hotel rumlungern und relativ früh zu Bett gehen.
- Schlafen
- Aufstehen
- Weiterschwitzen (morgens um 10 Uhr: 33°C)
- erfolgloses Shopping in Akihabara und Ikebukuro.
- erster Test des jubeat-Automaten
- ein paar Blicke auf Street Fighter IV (sieht aus wie Street Fighter, nur mit neuer (extrem schicker) Grafik
- sehr wenige Blicke zum Vergleich auf Tekken 6 (sieht aus wie Tekken wie Tekken wie Tekken... booring!)
- Treffen mit Rei in Shinjuku, Besuch des Schwulenviertels, einer Bar dort, Kennenlernen von Rei's vielen (schwulen) Freunden, ein paar Bier ausgegeben kriegen.
- weiter nach Shibuya, ins "Womb" (jeiler Club, aber auch Gaijin-Abschleppschuppen) und zu Darren Emerson bis 5 Uhr tanzen.
- Ramen zum Frühstück und mit einem der ersten Züge zurück zum Hotel
- kurz schlafen
- duschen und endlich mal rasieren
- das hier schreiben
Pläne für den Rest des Tages: JR Pass eintauschen, einer Empfehlung von Mariko nachgehen, evtl. noch nach Meguro und heute abend bin ich von Mihos Familie zum Essen eingeladen. Jetzt muss ich aber mal los!
- Treffen mit Rebecca (Sprachkursmitschülerin) in Asakusa und Mittagessen in irgendeinem Familyrestaurant im obersten Stockwerk eines Omakaufhauses.
- Treffen mit Miho, Shopping in Ueno, kurzer Trip nach Roppongi, dort Besuch im neuen Kunstmuseum, bzw. dem Museumsshop, Blutvergiessen beim Totschlagen einer Mücke, endlich Herstellung der vollen Funktionstüchtigkeit des Mobiltelefons.
- Im Hotel rumlungern und relativ früh zu Bett gehen.
- Schlafen
- Aufstehen
- Weiterschwitzen (morgens um 10 Uhr: 33°C)
- erfolgloses Shopping in Akihabara und Ikebukuro.
- erster Test des jubeat-Automaten
- ein paar Blicke auf Street Fighter IV (sieht aus wie Street Fighter, nur mit neuer (extrem schicker) Grafik
- sehr wenige Blicke zum Vergleich auf Tekken 6 (sieht aus wie Tekken wie Tekken wie Tekken... booring!)
- Treffen mit Rei in Shinjuku, Besuch des Schwulenviertels, einer Bar dort, Kennenlernen von Rei's vielen (schwulen) Freunden, ein paar Bier ausgegeben kriegen.
- weiter nach Shibuya, ins "Womb" (jeiler Club, aber auch Gaijin-Abschleppschuppen) und zu Darren Emerson bis 5 Uhr tanzen.
- Ramen zum Frühstück und mit einem der ersten Züge zurück zum Hotel
- kurz schlafen
- duschen und endlich mal rasieren
- das hier schreiben
Pläne für den Rest des Tages: JR Pass eintauschen, einer Empfehlung von Mariko nachgehen, evtl. noch nach Meguro und heute abend bin ich von Mihos Familie zum Essen eingeladen. Jetzt muss ich aber mal los!
14.8.08
Etwas Haare schneiden
Erste Inventur
Neben einem Fächer, den man hier wirklich braucht (wedelwedel, "Suzushiiii!") und einem taschentuchgroßen Frotteehandtuch (Schweiß-von-der-Stirn-wisch) hab ich wie bereits erwähnt ein paar Shirts gekauft, wie versprochen jetzt die Fotos. Zunächst mal das Keith Haring-Shirt:
Hier das Amano-Shirt, bzw. das Motiv in der Nahaufnahme, ist nicht so einfach zu erkennen:
Und dann noch das Tadoa Ando Shirt, zur Unterstützung der Sato Inland Sea Olive Foundation, die sich um die Wiederherstellung der Natur der Seto Inlandsee kümmert:
Heute hab ich dann auch noch Schuhe gekauft, diese schicken Slipper von Adidas:
Noch ist übrigens Platz im Rucksack, Bestellungen werden noch aufgenommen...
Hier das Amano-Shirt, bzw. das Motiv in der Nahaufnahme, ist nicht so einfach zu erkennen:
Und dann noch das Tadoa Ando Shirt, zur Unterstützung der Sato Inland Sea Olive Foundation, die sich um die Wiederherstellung der Natur der Seto Inlandsee kümmert:
Heute hab ich dann auch noch Schuhe gekauft, diese schicken Slipper von Adidas:
Noch ist übrigens Platz im Rucksack, Bestellungen werden noch aufgenommen...E for the effort, T for nice try
Wie gesagt, war ich gestern abend bei Familie Ishikawa nach Hause eingeladen. Mariko, die älteste Tochter, ist schon seit ein paar Jahren eine Brieffreundin und schon bei meinem ersten Japanbesuch wurde ich von der Familie fürstlich bewirtet. Diesmal also, passend zum Sommer, ein kleines Barbecue.
Ich traf Mariko am nächstegelegenen Bahnhof und von dort fuhren wir mit dem Taxi weiter. Angekommen gab's viel neues zu sehen. Nicht nur einen neugekauften Grill: nein, Papa Ishikawa hatte gleich das alte Haus (zumindest einen Teil) abgerissen und was neues hinbauen lassen. Alles eine Nummer größer als vorher. Platz auf dem Grundstück haben sie ja genug. Ich wurde erstmal ins Wohnzimmer vor den neuen Riiiiesenfernseher gesetzt, während sich der Vater um den Grill und Mutter und Tochter um die Vorbereitung des Essens kümmerten.
Tja, nur blieb das mit dem Feuer im Grill machen eher erfolglos. Nachdem das Feuer angezündet war überließ der Vater seinen Töchtern alles weitere. Die wedelten wie wild mit Fächern, aber wenn man eine geschlossene Platte drüber läßt, gibt das nicht viel mit dem Durchzug. Naja, groß einmischen sollte ich mich nicht, also machte die Mutter das einzig richtige, schmiß in der Küche die heiße Platte an und brutzelte dort das Grillgut. War auch lecker.
Während dem Essen (es kam ja ständig irgendwas neues dazu) unterhielten wir uns über diverse Dinge, z.B. erzählte der Vater, dass er neulich in Düsseldor (bzw. Mönchengladbach) auf Dienstreise war. Irgendwie kamen wir im Verlauf des Gespräch auf Nord- und Ostsee, worauf Mariko völlig überrascht reagierte: Deutschland liegt am Meer? Naja, bei so vielen Nachbarländern liegt es ja nahe zu vermuten, dass da kein Platz mehr für das Meer ist.
Irgendwann verschwand Saori (die jüngere Tochter) kurz zum Konbini, um Feuerwerk zu besorgen. Denn Sommerzeit ist in Japan Feuerwerkzeit. Allerdings, neben den großen öffentlichen Feuerwerken für den privaten Gebrauch eher kleines Zeugs für "auf die Hand". Schön isses trotzdem.
Ach ja, wusstet ihr eigentlich schon, dass japanische Kabelhersteller wegen der im Sommer allgegenwärtigen Zikaden (nehmt das Geräusch von Grillen, jagt es durch einen Verzerrer und verstärkt das Ganze zehnfach) ein Heidengeld machen? Irgendwie finden die Viecher Lichtfaserkabel total geil und knabbern fröhlich dran rum. Auf jeden Fall hat der Kabelhersteller, bei dem Papa Ishikawa angestellt ist, ein Zikadensicheres Kabel entwickelt. Und das muss jetzt natürlich überall benutzt werden, was bedeutet: ka-tsching!
Irgendwann war es dann Zeit, mich auf den Rückweg zu machen. Mariko und Saori brachten mich zum Bahnhof und erzählten mir unterwegs über die Gegend, die wohl laut Polizei als nicht wirklich sicher gilt, wegen der (Achtung!) Inder! Trotzdem kamen wir sicher am Bahnhof an und ich kam auch problemlos zurück zum Hotel. Und da sah ich dann im Fernsehen, wie man einen Grill richtig anfeuert. Hätten sie das mal früher gezeigt.
Ich traf Mariko am nächstegelegenen Bahnhof und von dort fuhren wir mit dem Taxi weiter. Angekommen gab's viel neues zu sehen. Nicht nur einen neugekauften Grill: nein, Papa Ishikawa hatte gleich das alte Haus (zumindest einen Teil) abgerissen und was neues hinbauen lassen. Alles eine Nummer größer als vorher. Platz auf dem Grundstück haben sie ja genug. Ich wurde erstmal ins Wohnzimmer vor den neuen Riiiiesenfernseher gesetzt, während sich der Vater um den Grill und Mutter und Tochter um die Vorbereitung des Essens kümmerten.
Tja, nur blieb das mit dem Feuer im Grill machen eher erfolglos. Nachdem das Feuer angezündet war überließ der Vater seinen Töchtern alles weitere. Die wedelten wie wild mit Fächern, aber wenn man eine geschlossene Platte drüber läßt, gibt das nicht viel mit dem Durchzug. Naja, groß einmischen sollte ich mich nicht, also machte die Mutter das einzig richtige, schmiß in der Küche die heiße Platte an und brutzelte dort das Grillgut. War auch lecker.
Während dem Essen (es kam ja ständig irgendwas neues dazu) unterhielten wir uns über diverse Dinge, z.B. erzählte der Vater, dass er neulich in Düsseldor (bzw. Mönchengladbach) auf Dienstreise war. Irgendwie kamen wir im Verlauf des Gespräch auf Nord- und Ostsee, worauf Mariko völlig überrascht reagierte: Deutschland liegt am Meer? Naja, bei so vielen Nachbarländern liegt es ja nahe zu vermuten, dass da kein Platz mehr für das Meer ist.
Irgendwann verschwand Saori (die jüngere Tochter) kurz zum Konbini, um Feuerwerk zu besorgen. Denn Sommerzeit ist in Japan Feuerwerkzeit. Allerdings, neben den großen öffentlichen Feuerwerken für den privaten Gebrauch eher kleines Zeugs für "auf die Hand". Schön isses trotzdem.
Ach ja, wusstet ihr eigentlich schon, dass japanische Kabelhersteller wegen der im Sommer allgegenwärtigen Zikaden (nehmt das Geräusch von Grillen, jagt es durch einen Verzerrer und verstärkt das Ganze zehnfach) ein Heidengeld machen? Irgendwie finden die Viecher Lichtfaserkabel total geil und knabbern fröhlich dran rum. Auf jeden Fall hat der Kabelhersteller, bei dem Papa Ishikawa angestellt ist, ein Zikadensicheres Kabel entwickelt. Und das muss jetzt natürlich überall benutzt werden, was bedeutet: ka-tsching!
Irgendwann war es dann Zeit, mich auf den Rückweg zu machen. Mariko und Saori brachten mich zum Bahnhof und erzählten mir unterwegs über die Gegend, die wohl laut Polizei als nicht wirklich sicher gilt, wegen der (Achtung!) Inder! Trotzdem kamen wir sicher am Bahnhof an und ich kam auch problemlos zurück zum Hotel. Und da sah ich dann im Fernsehen, wie man einen Grill richtig anfeuert. Hätten sie das mal früher gezeigt.
13.8.08
Mal etwas rumkommen
Während ich mich gestern "nur" in der näheren Umgebung aufgehalten habe, sprich auch ohne U-Bahn auskam, ging es heute mal etwas weiter. Am Vormittag ging es aber erstmal wieder Richtung Asakusa für ein bißchen Shopping. Im weiser Vorraussicht hab ich ja nur ein paar Shirts eingepackt. Und die Sammlung wurde dann heute etwas größer, denn bei Uniqlo (sowas wie Japans H&M) gab's ein paar schicke Exemplare zu kaufen. Einmal eins mit einem Keith Haring-Design, eins von Yoshitaka Amano und eins von, der Mann verfolgt mich jetzt wohl auf ewig, Tadao Ando. Fotos gibt es morgen, ich bin jetzt gerade mal zu faul.
Unterwegs bin ich auch mal über die Kappabashi Dougugai Dori geschlendet. Auf der Straße gibt es tonnenweise Geschäfte für Küchenbedarf. Ich glaub was es da nicht gibt, gibt es nicht. Ich mach mal ein Video drüber.
Weil ich eh in der Gegend war, bin ich mal wieder am Senso-ji vorbei und hab da was gegessen, was für den Sommer in Japan typischst ist: geschabtes Eis mit Sirup drüber. Wie Wassereis halt, nur süßer. Gibt's in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Zitrone, Melone, Traube undundund. Bei der Hitze tut es echt gut, im Schatten zu sitzen und sich so einen Becher reinzulöffeln. Ach, beim Thema Eis fällt mir ein, in einem Konbini sah ich neulich Becher, die man kaufen konnte, in denen direkt Eiswürfel drin waren. Das Getränk seiner Wahl kann man dann selber reinfüllen.
Okay, hier im Fernsehen werden gerade Bikinimädels mit... viel Charakter... an den Füßen gekitzelt, während sie für irgendwelche DVDs Werbung machen. Sexy Sport Clips auf Japanisch.Und jetzt eine Talkshow, die von Schaufensterpuppen moderiert wird...
Wie auch immer, nach einer kleinen Erfrischungspause im Hotel ging es weiter nach Harajuku aka wo die schönen Menschen ihre Klamotten kaufen. Da wollte ich natürlich nicht nachstehen. Aber bei graniph hab ich diesmal nix gefunden, was ich unbedingt haben musste. Naja, ich hab ja dafür schon bei uniqlo zugeschlagen.
Aber auch sonst gab's ein paar interessante Sachen zu sehen. Zum Beispiel den Schreibwarenladen Delfonics in Omotesando Hills, mit sehr schick designtem Kram. Unter anderem auch mit dem Label "Büro" und dem Motto "Wir geben unser Bestes um die Qualität unserer Produkte weiter zu verbessern" (Ja, auf Deutsch). Oder Kalender mit dem Titel "Ein neues Leben". Aber wie gesagt, alles schick anzusehen. Im großen Modekaufhaus "La Foret" gab es zum einen zum 30sten Geburtstag von Space Invaders einige interessante Klamotten (zu "interessanten" Preisen) und eine Ausstellung aus dem BMX und Skateboardsektor namens "Beautiful Losers & Lightning Bolts", u.a. mit Bildern von Ed Templeton, Mike Mills und Harmony Korine.
So, über meinen Besuch bei Mariko und ihrer Familie und warum Japaner dringend Grillkurse brauchen (gab's eben im Fernsehen auch), da schreib ich morgen drüber. Will schlafen. Und morgen bin ich mal wieder verabredet. Gute Nacht!
Unterwegs bin ich auch mal über die Kappabashi Dougugai Dori geschlendet. Auf der Straße gibt es tonnenweise Geschäfte für Küchenbedarf. Ich glaub was es da nicht gibt, gibt es nicht. Ich mach mal ein Video drüber.
Weil ich eh in der Gegend war, bin ich mal wieder am Senso-ji vorbei und hab da was gegessen, was für den Sommer in Japan typischst ist: geschabtes Eis mit Sirup drüber. Wie Wassereis halt, nur süßer. Gibt's in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Zitrone, Melone, Traube undundund. Bei der Hitze tut es echt gut, im Schatten zu sitzen und sich so einen Becher reinzulöffeln. Ach, beim Thema Eis fällt mir ein, in einem Konbini sah ich neulich Becher, die man kaufen konnte, in denen direkt Eiswürfel drin waren. Das Getränk seiner Wahl kann man dann selber reinfüllen.
Okay, hier im Fernsehen werden gerade Bikinimädels mit... viel Charakter... an den Füßen gekitzelt, während sie für irgendwelche DVDs Werbung machen. Sexy Sport Clips auf Japanisch.Und jetzt eine Talkshow, die von Schaufensterpuppen moderiert wird...
Wie auch immer, nach einer kleinen Erfrischungspause im Hotel ging es weiter nach Harajuku aka wo die schönen Menschen ihre Klamotten kaufen. Da wollte ich natürlich nicht nachstehen. Aber bei graniph hab ich diesmal nix gefunden, was ich unbedingt haben musste. Naja, ich hab ja dafür schon bei uniqlo zugeschlagen.
Aber auch sonst gab's ein paar interessante Sachen zu sehen. Zum Beispiel den Schreibwarenladen Delfonics in Omotesando Hills, mit sehr schick designtem Kram. Unter anderem auch mit dem Label "Büro" und dem Motto "Wir geben unser Bestes um die Qualität unserer Produkte weiter zu verbessern" (Ja, auf Deutsch). Oder Kalender mit dem Titel "Ein neues Leben". Aber wie gesagt, alles schick anzusehen. Im großen Modekaufhaus "La Foret" gab es zum einen zum 30sten Geburtstag von Space Invaders einige interessante Klamotten (zu "interessanten" Preisen) und eine Ausstellung aus dem BMX und Skateboardsektor namens "Beautiful Losers & Lightning Bolts", u.a. mit Bildern von Ed Templeton, Mike Mills und Harmony Korine.
So, über meinen Besuch bei Mariko und ihrer Familie und warum Japaner dringend Grillkurse brauchen (gab's eben im Fernsehen auch), da schreib ich morgen drüber. Will schlafen. Und morgen bin ich mal wieder verabredet. Gute Nacht!
12.8.08
Gaaanz locker!
Man hat es mir ja vorher gesagt, aber ich wollte ja nicht hören: es ist einfach mal richtig warm im Sommer in Japan. Empfindliche Personen würden vielleicht sogar von heiß reden, was vor allem an der hohen Luftfeuchtigkeit liegt. Nun ja, ich lieg jetzt hier auf dem Futon, habe den Fernseher nebenbei laufen, schlürfe lecker Chu-hi und knibbel Edamame. Auf jeden Fall ein entspannter Abend. Ein paar Sachen, die ich mir vorgenommen habe, z.B. Guthaben für das Prepaid-Handy zu kaufen. Doof nur, dass ich trotz neu geladenem guthaben immer noch nur empfangen, aber nix schicken bzw telefonieren kann. Merkwürdig.
Trotz der Hitze bin ich erstmal durch die Straßen Uenos gezogen, Check-in war erst um 25 Uhr möglich und ich war schon um 11 Uhr da. Wenigstens durfte ich mein Gepäck da lassen. Die Haupteinkaufsstraße ist die Ameyoko und da gibt es so ziemlich alles gibt und vor allem so ziemlich alles for sale. Neben Klamotten, Nahrungsmitteln, Uhren usw. hat mich vor allem das Schuhangebot dort hin gezogen. Eigentlich bin ich nur auf der Suche nach ein paar simplen Stoffslippern a la Vans. Aber dieses Angebot... schwer verführerisch. Ein paar Special Edition-Adidas hatten es mir angetan. Preis: 8000 Yen (momentan... knapp 49 Euro). Aber doch nicht gleich am ersten Tag das Geld so rausballern.
Auch interessant: der 5-stöckige Spielzeugladen. Da gibt's einige interessante Sachen. Aber auch erst später.
Irgendwann war es dann auch Zeit für's einchecken. Der freundliche junge Mann am Empfang spricht überraschenderweise ziemlich gut Deutsch. Toll, wie soll ich denn hier mein Japanisch testen? Nun ja, rauf ins Zimmer und so ziemlich als erstes: DUSCHEN! Sehr willkommen. Das Zimmer ist nicht groß, hat aber TV, Internet, ein Bad, Wasserkocher, Yukata und vor allem: ist sauber. Empfehlung von meiner Seite für das Oak Hotel.
Danach wieder raus, nach Asakusa, wo Laternen zu Wasser gelassent werden sollten. Was auch klappte... zu Beginn, leider hat der Wind die leichten Papierdinger umgeblasen und versenkt. Ins Wasser gelassen wurden die Laternen übrigens im Rahmen des Bon-Festes, zum Gedenken an die verstorbenen Ahnen. Vielleicht habt schon mal davon im Rahmen der Gedenkfeiern in Hiroshima davon gesehen. Hier übrigens ein größeres Exemplar, welches nicht so leicht zu versenken ist:
Und wo wir grad bei großen Exemplaren sind: zum typischen Klang des japanischen Sommers gehört das stetige Sägen der Zikaden. Das das allerding SO laut ist, hätte ich vorher nicht gedacht. Naja, kein wirkliches wunder, wenn man sich mal ansieht wie groß die Viecher sind:
So, jetzt muss ich mal schlafen. Der Jetlag kommt... zum Glück spät.
Trotz der Hitze bin ich erstmal durch die Straßen Uenos gezogen, Check-in war erst um 25 Uhr möglich und ich war schon um 11 Uhr da. Wenigstens durfte ich mein Gepäck da lassen. Die Haupteinkaufsstraße ist die Ameyoko und da gibt es so ziemlich alles gibt und vor allem so ziemlich alles for sale. Neben Klamotten, Nahrungsmitteln, Uhren usw. hat mich vor allem das Schuhangebot dort hin gezogen. Eigentlich bin ich nur auf der Suche nach ein paar simplen Stoffslippern a la Vans. Aber dieses Angebot... schwer verführerisch. Ein paar Special Edition-Adidas hatten es mir angetan. Preis: 8000 Yen (momentan... knapp 49 Euro). Aber doch nicht gleich am ersten Tag das Geld so rausballern.
Auch interessant: der 5-stöckige Spielzeugladen. Da gibt's einige interessante Sachen. Aber auch erst später.
Irgendwann war es dann auch Zeit für's einchecken. Der freundliche junge Mann am Empfang spricht überraschenderweise ziemlich gut Deutsch. Toll, wie soll ich denn hier mein Japanisch testen? Nun ja, rauf ins Zimmer und so ziemlich als erstes: DUSCHEN! Sehr willkommen. Das Zimmer ist nicht groß, hat aber TV, Internet, ein Bad, Wasserkocher, Yukata und vor allem: ist sauber. Empfehlung von meiner Seite für das Oak Hotel.
Danach wieder raus, nach Asakusa, wo Laternen zu Wasser gelassent werden sollten. Was auch klappte... zu Beginn, leider hat der Wind die leichten Papierdinger umgeblasen und versenkt. Ins Wasser gelassen wurden die Laternen übrigens im Rahmen des Bon-Festes, zum Gedenken an die verstorbenen Ahnen. Vielleicht habt schon mal davon im Rahmen der Gedenkfeiern in Hiroshima davon gesehen. Hier übrigens ein größeres Exemplar, welches nicht so leicht zu versenken ist:
Und wo wir grad bei großen Exemplaren sind: zum typischen Klang des japanischen Sommers gehört das stetige Sägen der Zikaden. Das das allerding SO laut ist, hätte ich vorher nicht gedacht. Naja, kein wirkliches wunder, wenn man sich mal ansieht wie groß die Viecher sind:
So, jetzt muss ich mal schlafen. Der Jetlag kommt... zum Glück spät.Da simmer wieder
Da wär es also wieder einmal geschafft, ich sitze im Regionalzug vom Flughafen nach Ueno und da das gut 80 Minuten dauert (man spart halt wo man kann) hab ich reichlich Zeit, den Flug zu rekapitulieren. Kurz gesagt: groß aufregendes ist nichts passiert. Es gab kein Inseat-Entertainment, die Filmauswahl war mies ("Fool's Gold" statt "Iron Man", na danke!), das Essen war gut und am Gang zu sitzen eine sehr kluge Entscheidung. Am aufregendsten waren da schon die nicht ganz so leichten Turbulenzen und ein älterer Herr, der nicht vom Alkohol lassen wollte und von den Flugbegleiterinnen zurechtgewiesen werden musste.
Die erste Reaktion, als ich den Flieger verlies war dann auch ein wenig überraschendes "あつい!" oder auf gut Deutsch "Hui, ist das warm hier!". Nun ja, kein Wunder, wenn man aus einem klimatisierten Flieger kommt. Jetzt hier im Zug, mit Zugluft (haha...), geht es eigentlich. 27°C soll es haben, es ist bewölkt, aber bisher war ich noch gar nicht wirklich draußen. Also waren wir mal ab.
Der erste Weg nach dem Ausstieg führt den Genießer natürlich gleich an einen extrem wichtigen Ort: die Toilette. Und hurra!, direkt ein Washlet erwischt.
Bei der Passkontrolle bekam man dann auch die verschärften Sicherheitsmaßnahmen zu spüren, den gleich hieß es: Fingerabdrücke her und bitte recht freundlich für ein Foto. Schöne neue Welt. Und auch bei der Gepäckabholung was neues: Schnüffelhunde werden herumgeführt. Und bei der Zollabfertigung ließ man sich auch etwas mehr Zeit. Mir wurde zum ersten Mal das Gepäck durchsucht, wenn auch nicht sehr gründlich. Spannend war dann aber: ich hatte ein Sixpack Gaffel sorgfältig verpackt und im Rucksack untergebracht. Aber offensichtlich kein Problem, er hat's ertastet, er fragte ob das Schuhe seien, ich sagte "Bier!" und er sagte OK und verabschiedete mich.
Der Rest... naja, ich mach das jetzt zum dritten Mal, alles easy und nicht mehr so aufregend und bei der Fahrt jetzt erkenn ich die Gegend auch wieder. Obwohl: sieht ja eh vieles gleich aus.
Wenn ich dann am Hotel angekommen bin, gibt's auch gleich ein paar kleine Missionen: Handy laden (sowohl Strom als auch Geld), die Umgebung erforschen, vielleicht auch gleich ein paar Schuhe kaufen und heute abend ab nach Asakusa, wo laut Saori heute abend ein Laternenschiffchenfest sei. Schaumermal. Am ersten Tag nach Asakusa ist mittlerweile wohl eh Tradition.
Die erste Reaktion, als ich den Flieger verlies war dann auch ein wenig überraschendes "あつい!" oder auf gut Deutsch "Hui, ist das warm hier!". Nun ja, kein Wunder, wenn man aus einem klimatisierten Flieger kommt. Jetzt hier im Zug, mit Zugluft (haha...), geht es eigentlich. 27°C soll es haben, es ist bewölkt, aber bisher war ich noch gar nicht wirklich draußen. Also waren wir mal ab.
Der erste Weg nach dem Ausstieg führt den Genießer natürlich gleich an einen extrem wichtigen Ort: die Toilette. Und hurra!, direkt ein Washlet erwischt.
Bei der Passkontrolle bekam man dann auch die verschärften Sicherheitsmaßnahmen zu spüren, den gleich hieß es: Fingerabdrücke her und bitte recht freundlich für ein Foto. Schöne neue Welt. Und auch bei der Gepäckabholung was neues: Schnüffelhunde werden herumgeführt. Und bei der Zollabfertigung ließ man sich auch etwas mehr Zeit. Mir wurde zum ersten Mal das Gepäck durchsucht, wenn auch nicht sehr gründlich. Spannend war dann aber: ich hatte ein Sixpack Gaffel sorgfältig verpackt und im Rucksack untergebracht. Aber offensichtlich kein Problem, er hat's ertastet, er fragte ob das Schuhe seien, ich sagte "Bier!" und er sagte OK und verabschiedete mich.
Der Rest... naja, ich mach das jetzt zum dritten Mal, alles easy und nicht mehr so aufregend und bei der Fahrt jetzt erkenn ich die Gegend auch wieder. Obwohl: sieht ja eh vieles gleich aus.
Wenn ich dann am Hotel angekommen bin, gibt's auch gleich ein paar kleine Missionen: Handy laden (sowohl Strom als auch Geld), die Umgebung erforschen, vielleicht auch gleich ein paar Schuhe kaufen und heute abend ab nach Asakusa, wo laut Saori heute abend ein Laternenschiffchenfest sei. Schaumermal. Am ersten Tag nach Asakusa ist mittlerweile wohl eh Tradition.
In der Zwischenwelt
Da bin ich wieder, im Limbo namens Amsterdam-Schiphol. 3 Stunden Aufenthalt müssen irgendwie rumgekriegt werden und wenn man keine Lust hat, hier hunderte von Euro zu lassen, dann bleibt einem nicht viel außer rumsitzen und lesen. Oder halt etwas schreiben.
Ein paar Euro hab ich doch mal ausgegeben und mir einen BigMac gegönnt. Ein Keks zum Frühstück ist halt doch nicht so reichlich. Wie gesagt, machen könnte man hier einiges. Aber die Preise... da Flughäfen ja ein abgeschottetes Land für sich sind, sind sie offensichtlich auch das Paradies für Abzocker. Internet beispielsweise gibt's hier an jeder Ecke... für schlappe 6 Euro für 30 Minuten! Ich weiss auch nicht, warum Leute immer so scharf sind, auf Flughafen Duty Free einzukaufen. Das, was man später als Steuer abgezogen kriegt, wurde vorher eh auf den Normalpreis draufgeschlagen.
Immerhin lief heute morgen alles mehr oder weniger glatt. Zwar war ich eine halbe Stunde zu früh am Bahnhof, weil ich Doofnuss nicht daran gedacht habe, dass der Zug, den ich eigentlich nehmen wollte, ja überhaupt nicht über Köln/Bonn-Flughafen fährt... clevererweise hab ich aber eh einen Zug früher als nötig nehmen wollen und von daher: kein Problem, überpünktlich war ich dann trotzdem am Flughafen.
Der knapp einstündige Flug nach Amsterdam war völlig in Ordnung. Dank eines Fensterplatzes hatte ich dann auch Google Earth "in echt", was die Sache nur noch faszinierender machte. Fast wie eine Runde Sim City, nur das ich nicht auf Knopfdruck mal eben Godzilla durch ein holländisches Dorf schicken kann.
Die Dame auf dem Platz neben mir war übrigens eine (klassische) Sängerin, auf dem Weg zu einem Festival in Edinburgh. Die kommt auch gut rum, in Japan war sie auch schon (ich solle mal nach Matsumoto fragen), ich weiss schon gar nicht mehr, wo es als nächstes hingeht. Als ich ihr davon erzählte, gerade ein Buch über einen sudanesischen Flüchtling zu lesen ("What is the what" von Dave Eggers, sehr, sehr gut bisher, wenn auch manchmal einfach nur tieftraurig), berichtete sie mir von einer Begegnung mit einem General, der versucht hatte den Völkermord in Ruanda zu verhindern. Sie traf ihn bei einem Gedenkkonzert, bei dem Motive aus Beethovens "Egmont" mit Augenzeugenberichten gemischt waren. Immer wieder interessant, auf welche Geschichten man so unterwegs stößt.
So und bevor es gleich heißt "Mister Sebässtschn Fox, travelling to Tokyo, you are delaying the flight..." mache ich mich mal auf zu meinem Gate.
Ein paar Euro hab ich doch mal ausgegeben und mir einen BigMac gegönnt. Ein Keks zum Frühstück ist halt doch nicht so reichlich. Wie gesagt, machen könnte man hier einiges. Aber die Preise... da Flughäfen ja ein abgeschottetes Land für sich sind, sind sie offensichtlich auch das Paradies für Abzocker. Internet beispielsweise gibt's hier an jeder Ecke... für schlappe 6 Euro für 30 Minuten! Ich weiss auch nicht, warum Leute immer so scharf sind, auf Flughafen Duty Free einzukaufen. Das, was man später als Steuer abgezogen kriegt, wurde vorher eh auf den Normalpreis draufgeschlagen.
Immerhin lief heute morgen alles mehr oder weniger glatt. Zwar war ich eine halbe Stunde zu früh am Bahnhof, weil ich Doofnuss nicht daran gedacht habe, dass der Zug, den ich eigentlich nehmen wollte, ja überhaupt nicht über Köln/Bonn-Flughafen fährt... clevererweise hab ich aber eh einen Zug früher als nötig nehmen wollen und von daher: kein Problem, überpünktlich war ich dann trotzdem am Flughafen.
Der knapp einstündige Flug nach Amsterdam war völlig in Ordnung. Dank eines Fensterplatzes hatte ich dann auch Google Earth "in echt", was die Sache nur noch faszinierender machte. Fast wie eine Runde Sim City, nur das ich nicht auf Knopfdruck mal eben Godzilla durch ein holländisches Dorf schicken kann.
Die Dame auf dem Platz neben mir war übrigens eine (klassische) Sängerin, auf dem Weg zu einem Festival in Edinburgh. Die kommt auch gut rum, in Japan war sie auch schon (ich solle mal nach Matsumoto fragen), ich weiss schon gar nicht mehr, wo es als nächstes hingeht. Als ich ihr davon erzählte, gerade ein Buch über einen sudanesischen Flüchtling zu lesen ("What is the what" von Dave Eggers, sehr, sehr gut bisher, wenn auch manchmal einfach nur tieftraurig), berichtete sie mir von einer Begegnung mit einem General, der versucht hatte den Völkermord in Ruanda zu verhindern. Sie traf ihn bei einem Gedenkkonzert, bei dem Motive aus Beethovens "Egmont" mit Augenzeugenberichten gemischt waren. Immer wieder interessant, auf welche Geschichten man so unterwegs stößt.
So und bevor es gleich heißt "Mister Sebässtschn Fox, travelling to Tokyo, you are delaying the flight..." mache ich mich mal auf zu meinem Gate.
10.8.08
Jetzt geht's looos! (mal wieder)
So, der Rucksack ist gepackt, das Handgepäck ist auch beisammen und ich total müde. Morgen früh geht es wieder los Richtung Japan. Und an dieser Stelle wird also auch wieder mehr Leben einkehren, wenn ich wieder einmal vor dort berichte. Freut euch schon mal drauf und wie immer freue ich mich auf Kommentare! Next stop: Tokyo!
5.7.08
Wege zur Kunst
Es ist nicht immer einfach, sich in Tokyo zurecht zu finden, wenn man keinen guten Stadtplan zur Hand hat. Art Space Tokyo und Tokyo Art Beat bieten auf ihren Webseiten herunterladbare Stadtpläne an, die auf interessante Orte im Bereich Kunst und Design ausgerichtet sind. Die Karten von Art Space Tokyo zeigen immer den Weg zu einer bestimmten Location und dazu noch einige interessante Gallerien und Läden in der Umgebung, die vierseitige Tokyo Art Map zeigt mehrere Gegenden und weist noch auf aktuell laufende Veranstaltungen hin. Für den kunstinteressierten Toykobesucher beide sicherlich sehr hilfreich auch mal Orte zu besuchen, die man sonst nur zufällig gefunden hätte.
30.5.08
Yossi x Polysics
Und so klingt es, wenn Yoshizawa Hitomi (ihres Zeichens ehemaliges Morning Musume-Mitglied) zusammen mit den Polysics eine Vocoderversion des Morning Musume-Hits "Love Revolution 21" anstimmt:
27.5.08
The Office Japan
Ricky Gervais, Erfinder und Hauptdarsteller von "The Office" (nicht zu verwechseln mit "The Office (US)" oder auch "Stromberg"), stellt bei Saturday Night Live die Inspiration für "The Office" vor: eine japanische Sendung über das Alltagsleben im Büro...
1.5.08
Daigo-ji - Japanische Nationalschätze in Bonn
In der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle eröffnete letzte Woche die Ausstellung "Tempelschätze des heiligen Bergs - Daigo-ji - Der Geheime Buddhismus in Japan". Und da ich gestern einen freien Tag hatte, hab ich auch gleich einmal die Gelegenheit genutzt und habe mir die Schätze angesehen.Der Daigo-ji ist ein Kloster in der Nähe Kyotos. Es ist eines der ältesten Klosteranlagen Japans und Zentrum der als Shigon-shu genannten Schule des Buddhismus. Auf Grund der kompliziert gehaltenen Lehre gilt diese Glaubensrichtung als schwer zugänglich. Daher auch die Bezeichnung "Geheimer Buddhismus", da es eines Lehrers bedarf, um die Lehre des Shigon-shu vollständig zu verstehen.
Dieser Punkt macht es aber auch dem Besucher der Ausstellung nicht wirklich einfach, einen Zugang zu finden. Ein Interesse an der buddhistischen Lehre und der japanischen Kultur ist meiner Meinung ein Muss. Nur wenige der ausgestellten Stücke sind unabhängig von diesem Überbau als interessant zu bewerten. Denn es gibt vor allem (teilweise über 1000 Jahre alte) Abschriften religiöser Texte zu sehen, Abbildungen und Skulpturen von großen Lehrern und Heiligen und rituelle Gegenstände aus der umfangreichen Schatzkammer des Klosters.
Hier und da gibt es unglaubliche feine Details an Zeptern oder Holzkisten zu bewundern, aber spätestens nach der dritten Schriftrolle stellt sich dann doch gepflegte Langeweile ein. Am interessantesten war dann auch für mich der originalgetreue Nachbau des Altars und ein 45-minütiger Film über Daigo-ji, in dem man mehr über die Anlage und das Alltagsleben der Mönche erfährt.
Weitaus interessanter ist zum einen ein Besuch der Museumsbuchhandlung, die zur Ausstellung ein umfangreiches Angebot zu allen möglichen Japanthemen hat (Essen, Kunst, Religion, Gärten...), sowie das Rahmenprogramm. Da gibt es zum einen diverse Workshops (leider vor allem für Kinder und Jugendliche) und zum anderen Konzerte und ein paar interessante Filme. Wenn also die Ausstellung nicht sooo brennend interessant ist, so hat zumindest das drumherum einiges zu bieten.
Und jetzt (mal wieder): Werbung
Eine Sache, die man in Tokyo sehr, sehr gut machen kann ist vor allem: Shopping. Besonders was neue Trends angeht. Und wie wir ja alle wissen, macht das Internet die Welt kleiner. Dank Tokyomade müsste man jetzt man nicht mal mehr das teure Flugticket nach Japan bezahlen (gäbe es da nicht doch noch zwei, drei andere Sachen zu erleben...) um den neuesten Kram von jungen(?) und unabhängigen Designern einzukaufen. Es gibt Klamotten für sie und ihn, Accesoires, Spielzeuge, Bilder usw. Hätte ich nicht vor, im Sommer selber dorthin zu fahren, ich würde mich jetzt arm shoppen... aber die Vernunft, sie siegt mal wieder.
27.4.08
Wii fit bin ich?
Ich bin ja immer für allen möglichen Konsolen-Zusatzcontroller-Schnickschnack zu haben. "Samba de Amigo" samt Maracas liegt hier run, eine "Dance Dance Revolution"-Plattform, ein Beatmania-Controller, Donkey Konga-Bongos, natürlich "Guitar Hero"... und somit wundert es dann auch kaum, dass "Wii Fit" ins Haus musste. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich auch mal etwas mehr bewegen sollte.
Die erste Überraschung gab es schon, als ich "Wii Fit" im Kaufhaus (Amazon war schon länger ausverkauft, im Karstadt lagen reichlich rum) zu ersten Mal in die Hand nahm: ich war vom Gewicht überrascht, das Ding ist nämlich ziemlich schwer. Beim Auspacken zu Hause fiel mir auch wieder dieses kleine, aber doch ziemlich wichtige Detail auf: das Packungsdesign. Also nicht das was draußen aufgedruckt ist (in diesem Falle ziiiiiiemlich langweilig), aber wie es verpackt ist. Optimal passende Pappschuber, mit genauer Auspackanleitung. Danke, Nintendo! Im Gegensatz zu diesen üblen Blisterverpackung (diese verschweisten Drecksdinger aus Kunststoff, für die man einen Schweißbrenner braucht um sie zu öffnen) eine wahre Wohltat.
In der Verpackung findet sich zum einen das "Wii Balance Board", mit dem Wii Fit gesteuert wird, das Spiel, eine Anleitung und 4 Batterien für das Board. Das Board selber macht einen absolut überzeugenden Eindruck was die Verarbeitung angeht, muss ja auch, schließlich soll das Brett bis zu 150 kg aushalten können. Also, Batterien rein, Brett auf den Boden, Spiel ins Wii und auf geht's.
Man wird von einem knuffig animierten Balance Board begrüßt, das einem erstmal erzählt, wie schlecht es um uns bestellt ist (mangelnde Bewegung, Haltungsprobleme, Übergewicht) und das man jetzt natürlich etwas dagegen zu tun gedenkt. Dann noch ein paar Daten (Name, Alter, Größe) angegeben und dann geht's zur ersten Messung. Man ahnt schon, am öfter Mal auftauchenden "Ich meeeesse... ich meeeesse...", dass das Board von sich gibt, werden sich die Geister scheiden. Na wie auch immer, man kriegt also seinen Body Mass Index präsentiert (bei mir fast 23, habe also nicht wirklich was zu meckern) und dann wird anhand von kleinen Spielen die Balance geprüft. Dabei fällt einem auf, wie präzise das Board jede Bewegung wahrnimmt. Zum Schluß kriegt man dann, wie schon beim Gehirnjogging, sein Fitnessalter präsentiert. Bei mir war's beim ersten Mal 48... es gibt also was zu tun. Bevor man aber loslegt, wird man vom Balance Board gebeten ein Ziel anzugeben und bis wann man das Ziel erreichen möchte.
Dafür tun kann man dann auch was im Trainingsbereich. Die verschiedenen Übungen teilen sich in vier Kategorien ein: Yoga, Muskelübungen, Aerobic und Balance. Zu Beginn sind nur knapp 1/3 der Übungen freigeschaltet, aber je mehr Zeit man mit den Übungen verbringt (wird alles festgehalten von "Schweinchen Fit", eine Art Zeitsparschwein) umso mehr Übungen werden freigeschaltet. Nach den ersten paar Übungen im Bereich Yoga und Muskeln kriege ich die Anfänger und Sitzsack-Bewertungen nur so um die Ohren gehauen. Ich merke wirklich direkt: ich mach sonst eigentlich nix und das zeigt sich jetzt gnadenlos. Nur beim Joggen (einfach Wiimote in die Tasche gesteckt und fröhlich im Kreis durchs Zimmer gelaufen) kann ich doch eine Höchstwertung einfahren.
Während ich mich am ersten Tag nur an (vermeintlich) leichte Übungen rangetraut habe, wähle ich am zweiten Tag auch mal anspruchsvolleres. Der Versuch ein paar Liegestützen zu machen endet allerdings in einem Desaster. Nach der ersten Liegestütze breche ich schnaufend auf dem Boden zusammen. Okay, hier ist wirklich einiges im Argen. Aber: es macht Spaß und es motiviert. Man versucht immer neue Rekorde aufzustellen, bei Übungen wie dem Skispringen immer weiter zu kommen, beim Yoga nicht vom Board zu fallen und nach dem täglichen Körpertest einen Stempel in den Kalender zu stempeln. Mal sehen wie lange die Motivation bleibt. Mein Ziel will ich auf jeden Fall erstmal erreichen.
Ein wenig unverständlich ist, warum Nintendo keinen wirklichen Mehrspieler/Party-Modus ins Spiel integriert hat. Man kann zwar mehrere Profile anlegen, aber alle Übungen werden nacheinander ohne direkten Vergleich gemacht. Eine Möglichkeit könnte hier das angekündigte Wii Family Ski sein.
So, ich werde jetzt mal meinen Muskelkater weitpflegen...
Die erste Überraschung gab es schon, als ich "Wii Fit" im Kaufhaus (Amazon war schon länger ausverkauft, im Karstadt lagen reichlich rum) zu ersten Mal in die Hand nahm: ich war vom Gewicht überrascht, das Ding ist nämlich ziemlich schwer. Beim Auspacken zu Hause fiel mir auch wieder dieses kleine, aber doch ziemlich wichtige Detail auf: das Packungsdesign. Also nicht das was draußen aufgedruckt ist (in diesem Falle ziiiiiiemlich langweilig), aber wie es verpackt ist. Optimal passende Pappschuber, mit genauer Auspackanleitung. Danke, Nintendo! Im Gegensatz zu diesen üblen Blisterverpackung (diese verschweisten Drecksdinger aus Kunststoff, für die man einen Schweißbrenner braucht um sie zu öffnen) eine wahre Wohltat.In der Verpackung findet sich zum einen das "Wii Balance Board", mit dem Wii Fit gesteuert wird, das Spiel, eine Anleitung und 4 Batterien für das Board. Das Board selber macht einen absolut überzeugenden Eindruck was die Verarbeitung angeht, muss ja auch, schließlich soll das Brett bis zu 150 kg aushalten können. Also, Batterien rein, Brett auf den Boden, Spiel ins Wii und auf geht's.
Man wird von einem knuffig animierten Balance Board begrüßt, das einem erstmal erzählt, wie schlecht es um uns bestellt ist (mangelnde Bewegung, Haltungsprobleme, Übergewicht) und das man jetzt natürlich etwas dagegen zu tun gedenkt. Dann noch ein paar Daten (Name, Alter, Größe) angegeben und dann geht's zur ersten Messung. Man ahnt schon, am öfter Mal auftauchenden "Ich meeeesse... ich meeeesse...", dass das Board von sich gibt, werden sich die Geister scheiden. Na wie auch immer, man kriegt also seinen Body Mass Index präsentiert (bei mir fast 23, habe also nicht wirklich was zu meckern) und dann wird anhand von kleinen Spielen die Balance geprüft. Dabei fällt einem auf, wie präzise das Board jede Bewegung wahrnimmt. Zum Schluß kriegt man dann, wie schon beim Gehirnjogging, sein Fitnessalter präsentiert. Bei mir war's beim ersten Mal 48... es gibt also was zu tun. Bevor man aber loslegt, wird man vom Balance Board gebeten ein Ziel anzugeben und bis wann man das Ziel erreichen möchte.
Dafür tun kann man dann auch was im Trainingsbereich. Die verschiedenen Übungen teilen sich in vier Kategorien ein: Yoga, Muskelübungen, Aerobic und Balance. Zu Beginn sind nur knapp 1/3 der Übungen freigeschaltet, aber je mehr Zeit man mit den Übungen verbringt (wird alles festgehalten von "Schweinchen Fit", eine Art Zeitsparschwein) umso mehr Übungen werden freigeschaltet. Nach den ersten paar Übungen im Bereich Yoga und Muskeln kriege ich die Anfänger und Sitzsack-Bewertungen nur so um die Ohren gehauen. Ich merke wirklich direkt: ich mach sonst eigentlich nix und das zeigt sich jetzt gnadenlos. Nur beim Joggen (einfach Wiimote in die Tasche gesteckt und fröhlich im Kreis durchs Zimmer gelaufen) kann ich doch eine Höchstwertung einfahren.
Während ich mich am ersten Tag nur an (vermeintlich) leichte Übungen rangetraut habe, wähle ich am zweiten Tag auch mal anspruchsvolleres. Der Versuch ein paar Liegestützen zu machen endet allerdings in einem Desaster. Nach der ersten Liegestütze breche ich schnaufend auf dem Boden zusammen. Okay, hier ist wirklich einiges im Argen. Aber: es macht Spaß und es motiviert. Man versucht immer neue Rekorde aufzustellen, bei Übungen wie dem Skispringen immer weiter zu kommen, beim Yoga nicht vom Board zu fallen und nach dem täglichen Körpertest einen Stempel in den Kalender zu stempeln. Mal sehen wie lange die Motivation bleibt. Mein Ziel will ich auf jeden Fall erstmal erreichen.
Ein wenig unverständlich ist, warum Nintendo keinen wirklichen Mehrspieler/Party-Modus ins Spiel integriert hat. Man kann zwar mehrere Profile anlegen, aber alle Übungen werden nacheinander ohne direkten Vergleich gemacht. Eine Möglichkeit könnte hier das angekündigte Wii Family Ski sein.
So, ich werde jetzt mal meinen Muskelkater weitpflegen...
Loop-T-Loop
Uniqlo mal wieder... ich fand die Uniqlock ja schon toll (schont immer noch meinen Bildschirm und wie ich gerade sehe gibt's ab dem 28.04. eine neue Version... nach japanischer Zeit also in etwa 4 Stunden), jetzt hat die japanische Variante von H&M (meiner Meinung allerdings die wesentlich interessantere) zur Bewerbung ihrer schicken UT-T-Shirt-Kollektion wieder eine neue Spielerei herausgebracht: UT LOOP! Und praktischerweise wieder mit Widgets für Blogger, das ihr euch hier mal ein paar der User-erstellten Loops ansehen könnt. Und dann auch gleich welche selber machen, gell?
13.4.08
So kann selbst Kanji lernen Spaß machen
Im Vergleich zum japanischen Markt ist das Angebot an "Bildungssoftware" für Nintendos DS in Europa ziemlich dürftig. Es gibt diverse Gehirnjoggings, ein paar Englischtrainer und letzte Woche habe ich sogar ein Langenscheidt-Wörterbuch
(Englisch - Deutsch und umgekehrt) entdeckt. Langsam scheint man aber auch hier das Potential erkannt zu haben und bringt mehr und mehr Nicht-Spiele-Software heraus. Für Japanischlernende/lernwillige ist in diesen Regionen allerdings nichts zu holen (noch, Virgin Play hat in Zusammenarbeit mit Berlitz in der Reihe "Mind your language" neben Englisch, Spanisch und Französisch auch Japanisch als erlernbare Sprache angekündigt, Veröffentlichung im Herbst [mehr bei Kotaku]).
Vor allem für das mühsame Erlernen der Kanji gibt es in Japan hingegen mittlerweile eine schon fast unüberschaubare Menge an Software für den DS. Ein besonders hervorstechendes Exemplar verbindet das Erlernen von Kanji mit ... Martial Arts! In "Hissatsu Kung Fu: Kanji Dragon" (erhältlich zum Beispiel bei Playasia oder J-List) vermöbelt ihr eure Gegner mit euren Kanjiskills. Es gibt diverse Spielmodi, in denen man Beispielsweise die korrekte Lesung schreiben muss oder halt umgekehrt, das korrekte Kanji über den Touchscreen des DS eingibt. Einen genaueren Einblick gibt es im Blog "Naruhodo!", der einen sehr guten Überblick über die diversen Möglichkeiten, die einen beim Japanischlernen unterstützen, gibt.
Ich werde mir jetzt auf jeden Fall mal das Kung Fu-Kanji Ding besorgen. Aber ich befürchte mit meinem momentanen Wissensstand werde ich ziemlich viel Prügel beziehen...
Vor allem für das mühsame Erlernen der Kanji gibt es in Japan hingegen mittlerweile eine schon fast unüberschaubare Menge an Software für den DS. Ein besonders hervorstechendes Exemplar verbindet das Erlernen von Kanji mit ... Martial Arts! In "Hissatsu Kung Fu: Kanji Dragon" (erhältlich zum Beispiel bei Playasia oder J-List) vermöbelt ihr eure Gegner mit euren Kanjiskills. Es gibt diverse Spielmodi, in denen man Beispielsweise die korrekte Lesung schreiben muss oder halt umgekehrt, das korrekte Kanji über den Touchscreen des DS eingibt. Einen genaueren Einblick gibt es im Blog "Naruhodo!", der einen sehr guten Überblick über die diversen Möglichkeiten, die einen beim Japanischlernen unterstützen, gibt.Ich werde mir jetzt auf jeden Fall mal das Kung Fu-Kanji Ding besorgen. Aber ich befürchte mit meinem momentanen Wissensstand werde ich ziemlich viel Prügel beziehen...
6.4.08
Reisevorbereitungslektüre
Im Vergleich zur vorherigen Auflage gibt es jetzt neben den üblichen Aktualisierungen ein paar farbige Seiten mehr (wer's braucht...), besondere Empfehlungen sind durch ein kleines Logo besser gekennzeichnet und die die Region Kyoto / Nara hat ein eigenes Kapitel bekommen. Ach ja, und Naoshima steht jetzt bei den "Things not to miss" :-)
Ach ja, zum Rough Guide bin ich übrigens über In-Game-Werbung gekommen. Während dem Spielen von "Metropolis Street Racer" wurde ich so lang mit der Werbung berieselt, dass der Name einfach hängen blieb. Wobei ich zuerst dachte, die Werbungen wären alle fiktiv... tja, auf jeden Fall empfehlenswert und als Reiseführer mein Begleiter für die nächsten Japantrips. Und jetzt muss ich mal weiter lesen und schauen, was ich so interessantes neues entdecke...
4.4.08
Die hohe Kunst der Videospiele
Ohne Zweifel eines der schönsten Videospiele ist das in Kürze auch für Nintendos Wii erscheinende "Okami[via Kotaku]
3.4.08
Space Invaders!
Unbedingt auch mal auf den japanischen Yahoo-Seiten vorbeischauen und gucken wie die Space Invaders die Seiten... äh, invaden. Anlass ist übrigens der dreißigste Geburtstag dieses legendären Spiels.
Warum eigentlich Otaku?
Eines der japanischen Wörter, welches auch außerhalb Japans immer bekannter wird, ist "Otaku", womit all die Freaks, Nerds, Besessenen, Fans bezeichnet werden, die sich obsessiv mit einem bestimmten Thema beschäftigen. Waren zunächst vor allem die Manga/Anime-Fans gemeint, so kennt man mittlerweile verschiedene Unterarten, wie den Zug-Otaku oder Militär-Otakus.
Ursprünglich wurde die Bezeichnung Otaku, was eigentlich eine höfliche Form von Sie bzw. jemand anderes Haus ist, im Jahr 1983 in einem Essay von Nakamori Akio verwendet. Dieses Essay wurde jetzt durch Matt Alt ins Englische übersetzt und ist auf den Seiten von Néojaponisme zu lesen.
Kein wirklich freundliches Bild, welches da in diesem Artikel gezeichnet wird. Auch heute noch ist die Bezeichnung Otaku in Japan eher abwertend, aber zum Beispiel durch den Erfolg des Buchs/Films/der Serie "Densha Otoko" ist das allgemeine Interesse an der Otakukultur gewachsen. So sehr, dass es den Otaku selbst zu viel wird und sie auf die Straße gehen um für den Erhalt ihrer Kultur zu demonstrieren.
Ursprünglich wurde die Bezeichnung Otaku, was eigentlich eine höfliche Form von Sie bzw. jemand anderes Haus ist, im Jahr 1983 in einem Essay von Nakamori Akio verwendet. Dieses Essay wurde jetzt durch Matt Alt ins Englische übersetzt und ist auf den Seiten von Néojaponisme zu lesen.
Kein wirklich freundliches Bild, welches da in diesem Artikel gezeichnet wird. Auch heute noch ist die Bezeichnung Otaku in Japan eher abwertend, aber zum Beispiel durch den Erfolg des Buchs/Films/der Serie "Densha Otoko" ist das allgemeine Interesse an der Otakukultur gewachsen. So sehr, dass es den Otaku selbst zu viel wird und sie auf die Straße gehen um für den Erhalt ihrer Kultur zu demonstrieren.
2.4.08
Fangesänge
Man stelle sich folgendes vor: Dieter Bohlen macht jedes Jahr seine eigene Castingshow. Zunächst gibt's nur eine Girlgroup, sagen wir mal sowas wie die No Angels. Nur machen da auch 13 jährige Schulmädchen mit. Jahr für Jahr gibt es dieses Casting, es kommen ständig neue Sängerinnen in die Truppe, manche hören auf, machen Solo weiter, es werden Spin-off-Bands gebildet. Klar, es gibt tonnenweise Merchandise, Fotokarten, Handtücher, Kalender, Fotobücher usw. usw.
Klar, sowas gibt's in Japan. Das japanische Dieter Bohlen-Äquivalent heißt Tsunku (gewisse äußere Ähnlichkeit ist gegeben, er ist vielleicht nur nicht so ganz prollig wie Herr Bohlen), die Teenie-No Angels sind Morning Musume und die ganze restliche Chose läuft unter dem Banner "Hello!Project".
Zurück zur deutschen Vorstellung: ein Verein der Fußball-Bundesliga... sagen wir mal... der VfL Wolfsburg kommt jetzt also zu Bohlen und sagt: "Hey, du und deine Mädels und unser Superverein, da lässt sich doch bestimmt was machen." Und geschäftstüchtig wie unser Herr Bohlen nun mal ist, gibt es jetzt Jahr für Jahr einen Knalleranfeuerungssong für den großen VfL Wolfsburg.
Nicht leicht vorzustellen, was? Klar, in den deutschen Stadien wird einem musikalisch so einiges zugemutet, aber eine Girlgroup die quasi das Vereinslied stellt? Mir nichts, dir nichts wären die Fans auf den Barrikaden.
Aber in Japan: kein Problem! Der VfL Wolfsburg ist hier die Tohoku Rakuten Golden Eagles und die spielen Baseball in der japanischen Profiliga, in den vergangenen Saisons mit eher bescheidenen Erfolg. Für die gerade begonnene Saison hat der japanische Herr Bohlen natürlich auch wieder einen Song aus dem Hut gezaubert. Diesmal darf sich die Schulmädchen-Truppe °C-ute in die Baseballuniform schmeißen und dann heißt es: "Koero! Rakuten Eagles" (sozusagen "Mach et, Otze!" auf japanisch):
Zufällig bin ich dann auch noch darauf gestossen, dass eins meiner Lieblingslieder von Morning Musume, "The Manpower!!!" (geiler Titel! Und die Ausrufezeichen gehören so!) der erste dieser Fangesänge ist:
Tja. Sowas hier in der Bundesliga? Ich glaube das würden nicht mal die Bayern ihren Fans zumuten...
Klar, sowas gibt's in Japan. Das japanische Dieter Bohlen-Äquivalent heißt Tsunku (gewisse äußere Ähnlichkeit ist gegeben, er ist vielleicht nur nicht so ganz prollig wie Herr Bohlen), die Teenie-No Angels sind Morning Musume und die ganze restliche Chose läuft unter dem Banner "Hello!Project".
Zurück zur deutschen Vorstellung: ein Verein der Fußball-Bundesliga... sagen wir mal... der VfL Wolfsburg kommt jetzt also zu Bohlen und sagt: "Hey, du und deine Mädels und unser Superverein, da lässt sich doch bestimmt was machen." Und geschäftstüchtig wie unser Herr Bohlen nun mal ist, gibt es jetzt Jahr für Jahr einen Knalleranfeuerungssong für den großen VfL Wolfsburg.
Nicht leicht vorzustellen, was? Klar, in den deutschen Stadien wird einem musikalisch so einiges zugemutet, aber eine Girlgroup die quasi das Vereinslied stellt? Mir nichts, dir nichts wären die Fans auf den Barrikaden.
Aber in Japan: kein Problem! Der VfL Wolfsburg ist hier die Tohoku Rakuten Golden Eagles und die spielen Baseball in der japanischen Profiliga, in den vergangenen Saisons mit eher bescheidenen Erfolg. Für die gerade begonnene Saison hat der japanische Herr Bohlen natürlich auch wieder einen Song aus dem Hut gezaubert. Diesmal darf sich die Schulmädchen-Truppe °C-ute in die Baseballuniform schmeißen und dann heißt es: "Koero! Rakuten Eagles" (sozusagen "Mach et, Otze!" auf japanisch):
Zufällig bin ich dann auch noch darauf gestossen, dass eins meiner Lieblingslieder von Morning Musume, "The Manpower!!!" (geiler Titel! Und die Ausrufezeichen gehören so!) der erste dieser Fangesänge ist:
Tja. Sowas hier in der Bundesliga? Ich glaube das würden nicht mal die Bayern ihren Fans zumuten...
5.3.08
Neuer Schnickschnack
Für die, die ein wenig musikalische Untermalung brauchen, während sie sich durch meinen Blog "ackern" gibt es jetzt rechter Hand ein kleines Radio, welches nach meinen Hörgewohnheiten generiert wurde (dank der freundlichen Datensammlerei von last.fm). Wem's gefällt, der kann das ganze auch als Popup nebenbei weiterlaufen lassen. Viel Spaß damit!
21.2.08
Früher war alles... anders.
Als im letzten Jahr die Sesamstraße ihr 25-jähriges Ausstrahlungsjubiläum in Deutschland feierte, war auch wieder viel darüber zu lesen, wie kontrovers die Sendung bei Beginn der Ausstrahlung (nicht nur hierzulande) aufgenommen wurde. Viel zu schnell und hektisch seien die Schnitte und vor allem die Inhalte teilweise bedenklich. Dinge über die wir heute nur müde lächeln können.
Und jetzt werft mal einen Blick auf eine Episode der japanischen Kindersendung "Curriculumachine" an, die zwischen 1974 und 1978 ausgestrahlt wurde. Was für ein Aufschrei wäre durch das Land gegangen, hätte man das armen kleinen mitteleuropäischen Kindern zugemutet... Also, lernt etwas über die 8 (Nein, die niesen nicht die ganze Zeit, 8 heißt "hachi" auf Japanisch) und den Buchstaben "ku".
Teil 1:
und Teil 2:
Wer mehr über diese Sendung wissen möchte und ob es in Japan einen Aufschrei des Entsetzens gab, dem sei die Lektüre des Essays von Marxy drüben bei Néojaponisme ans Herz gelegt.
Übrigens bin ich bei der Youtube-Safari (worin meine "Recherchen" meistens enden...) auch auf einen meiner Lieblingssongs aus der guten alten Sesamstraße gestoßen, nämlich den "Telefonrock". Leider nur auf Englisch, aber rockt trotzdem noch gut...
Rockrockrock... Telefonrock! Ach, und wer hätte es gedacht, einer der bekanntesten modernen klassischen Komponisten Philip Glass hat auch mal was für die Sesamstraße komponiert...
Und jetzt werft mal einen Blick auf eine Episode der japanischen Kindersendung "Curriculumachine" an, die zwischen 1974 und 1978 ausgestrahlt wurde. Was für ein Aufschrei wäre durch das Land gegangen, hätte man das armen kleinen mitteleuropäischen Kindern zugemutet... Also, lernt etwas über die 8 (Nein, die niesen nicht die ganze Zeit, 8 heißt "hachi" auf Japanisch) und den Buchstaben "ku".
Teil 1:
und Teil 2:
Wer mehr über diese Sendung wissen möchte und ob es in Japan einen Aufschrei des Entsetzens gab, dem sei die Lektüre des Essays von Marxy drüben bei Néojaponisme ans Herz gelegt.
Übrigens bin ich bei der Youtube-Safari (worin meine "Recherchen" meistens enden...) auch auf einen meiner Lieblingssongs aus der guten alten Sesamstraße gestoßen, nämlich den "Telefonrock". Leider nur auf Englisch, aber rockt trotzdem noch gut...
Rockrockrock... Telefonrock! Ach, und wer hätte es gedacht, einer der bekanntesten modernen klassischen Komponisten Philip Glass hat auch mal was für die Sesamstraße komponiert...
17.2.08
Das philosophische Schaufenster
Nicht nur Sushi ist mittlerweile weltweit im Mainstream der Konsumenten angekommen (zu diesem Thema gab es neulich im Magazin der Süddeutschen Zeitung einen interessanten Artikel) auch die ursprünglich aus China stammenden Kanji sieht man häufig auf T-Shirts, Tattoos und Schaufenstern. Und meist läuft es darauf hinaus, dass dann die Kanji auf dem T-Shirt auf dem Kopf stehen, irgendetwas völlig sinnloses draufsteht (etwas, was die Japaner mit Engrish oder Shirts wie diesem perfektioniert haben) oder komplett ausgedachte Zeichen auf's Poster gedruckt werden. Hauptsache es sieht halt exotisch aus.
Ich komme zum Beispiel jeden Tag an einer kleinen Boutique vorbei, die vor ein paar Tagen in ihrem Schaufenster folgendes aufgehangen hat:
Wenn man sich auf den Kopf stellt und mit ein bisschen guten Willen stellt man fest, dass es sich hierbei tatsächlich auch um Kanji handelt (zumindest beim untersten relativ deutlich). Vermutlich wurden die Kanji von dem kleinen Würfel abgemalt, der daneben im Schaufenster steht (natürlich auch auf dem Kopf):
Erkennen konnte ich die Zeichen 恕 (verzeihen, tolerieren), 華(Blume, Glanz, "Glamour"), 信 (Glaube) und 慈 (Gnade). Also wohl eher einfach nur wegen des Aussehens gewählt.
Das das aber auch besser geht, zeigt dieses Schaufenster des Modehauses "Ansons" mit dem man wohl die Jugend ansprechen möchte, schließlich ist Manga ja auch mittlerweile ziemlich beliebt:
Auf dem Zettel stehen übrigens die Zeichen für "Musik". Richtig interessant wird es dann auf dem Schaufenster daneben:
Der Satz auf dem schwarzen Balken "案ずるより産むが易し" ist ein Sprichwort das "Die Angst etwas zu tun ist größer als die Gefahr, die drohen könnte" oder "Die Herausforderung ist oft leichter als erwartet" oder ganz einfach: "Versuch macht kluch" *hust*
Als ich nach dem Satz auf dem Zettel rechts daneben gesucht habe, hat mich gleich eine Exkursion in die japanische Geschichte und buddhistische Philosophie erwartet. Der Satz "心頭滅却すれば火もまた涼し" bedeutet "Wenn man seinen Geist von allen irdischen Gedanken frei macht, wird auch das Feuer kühl sein." und stammt vom buddhistischen Priester Kaisen Joki. Dieser lebte zur Sengoku-Zeit (Zeit der streitenden Reiche, 1477 - 1573) und wurde durch den Fürsten und Kriegsherrn Takeda Shingen gefördert. Als nun Takedas Widersacher Oda Nobunaga (der unter anderem die Macht der buddhistischen Mönche brechen wollte) das Kloster Kaisen Jokis angriff und in Flammen setzte, sagte der Oberpriester zu seinen Mönchen eben jenen Satz, um ihnen die Qual des Verbrennen bei lebendigen Leib zu erleichtern. Ich gehe mal davon aus, das die Schaufensterdekorateure nicht wirklich wissen, was sie sich da ins Fenster gehangen haben.
Ich komme zum Beispiel jeden Tag an einer kleinen Boutique vorbei, die vor ein paar Tagen in ihrem Schaufenster folgendes aufgehangen hat:
Das das aber auch besser geht, zeigt dieses Schaufenster des Modehauses "Ansons" mit dem man wohl die Jugend ansprechen möchte, schließlich ist Manga ja auch mittlerweile ziemlich beliebt:
Als ich nach dem Satz auf dem Zettel rechts daneben gesucht habe, hat mich gleich eine Exkursion in die japanische Geschichte und buddhistische Philosophie erwartet. Der Satz "心頭滅却すれば火もまた涼し" bedeutet "Wenn man seinen Geist von allen irdischen Gedanken frei macht, wird auch das Feuer kühl sein." und stammt vom buddhistischen Priester Kaisen Joki. Dieser lebte zur Sengoku-Zeit (Zeit der streitenden Reiche, 1477 - 1573) und wurde durch den Fürsten und Kriegsherrn Takeda Shingen gefördert. Als nun Takedas Widersacher Oda Nobunaga (der unter anderem die Macht der buddhistischen Mönche brechen wollte) das Kloster Kaisen Jokis angriff und in Flammen setzte, sagte der Oberpriester zu seinen Mönchen eben jenen Satz, um ihnen die Qual des Verbrennen bei lebendigen Leib zu erleichtern. Ich gehe mal davon aus, das die Schaufensterdekorateure nicht wirklich wissen, was sie sich da ins Fenster gehangen haben.
16.2.08
Hey Reiter! Ho Reiter! Hey Reiter! Immer weiter!
Wenn man sich in Japan mal zum Karaoke einfindet, so wird man höchstwahrscheinlich auch die Gelegenheit haben, gutes deutsches Liedgut zum Besten geben zu können. Neben den unvermeidlichen "99 Luftballons" vielleicht auch ein Stück der 70er Jahre-Discogötter "Dschinghis Khan". Zum Beispiel "Moskau" (ich sage nur "Hohohoho-ho!-HEY!"). Oder halt das Lied zu Band, "Dschinghis Khan". Denn auch in Japan war die von Ralph Siegel produzierte Truppe ziemlich erfolgreich, man nahm auch eine japanischsprachige Version auf.
Neben diversen "direkten" Coverversionen inspirierte das Lied auch den Produzenten des Hello! Projects, Tsunku, der für Morning Musume das Lied "Koi no Dance Site", das jeder, der das DS-Spiel "Osu! Tatakae! Ouendan" kennen dürfte.
Wie ich jetzt auf all das komme? Eins dieser dutzenden Hello!Project Projekte, "Berryz Koubou" hat eine neue Version von "Dschinghis Khan" aufgenommen:
Übrigens liegt das Alter der Mädels in dem Video zwischen 13 und 16 Jahren. Es darf sich also ausgiebig über die pädophilen Tendenzen in der japanischen Gesellschaft ausgelassen werden...
Neben diversen "direkten" Coverversionen inspirierte das Lied auch den Produzenten des Hello! Projects, Tsunku, der für Morning Musume das Lied "Koi no Dance Site", das jeder, der das DS-Spiel "Osu! Tatakae! Ouendan" kennen dürfte.
Wie ich jetzt auf all das komme? Eins dieser dutzenden Hello!Project Projekte, "Berryz Koubou" hat eine neue Version von "Dschinghis Khan" aufgenommen:
Übrigens liegt das Alter der Mädels in dem Video zwischen 13 und 16 Jahren. Es darf sich also ausgiebig über die pädophilen Tendenzen in der japanischen Gesellschaft ausgelassen werden...
13.2.08
Is' denn scho Frühling?
Auf dem Weg zur Arbeit komme ich jeden Tag an diesem Baum vorbei. Fast wie zu besten Hanami-Zeiten im letzten Jahr. Wozu also noch in die Ferne?
12.2.08
My first moblog
Juhu, Test hat geklappt. Mit meinem neuen Handy klappt's auch mit dem Bloggen von unterwegs (beim alten wurden immer schön noch vom Anbieter Textblöcke drangepappt, bah). Also jetzt auch völlig unmotivierte Einträge mit Bild.
Auf dem Foto zu sehen übrigens die Damen vom Uniqlock-Screensaver. Die manchmal ein bißchen Pause mit dem Tanzen machen und sich je nach Uhrzeit in der Season 2 eher relaxt geben (zumindest vor 3 Uhr japanischer Zeit waren sie mit Briefe schreiben und rumsitzen beschäftigt...). Aber auch noch tanzend gibt's die Uhr in Season 1, übrigens auch mit tanzenden Herren. Und wer will kann sich auch als Uniqlock-Tänzer bewerben...
5.2.08
It's alive!

Ja, es lebt tatsächlich. Zum einen dieser Blog (extreme Faulheit + Sprachkurs + viel zu sehen), aber vor allem und mich zu diesem Eintrag bewegenden: die englische Seite und somit der internationale Versand von Graniph ist endlich online! Yay! Zwar sind die T-Shirt mit 28$ (wobei das schlimmer aussieht, bei dem luschi Dollarkurs sind das derzeit 19 Euro...) teurer als die in Japan verkauften (die kosten 2100 Yen, derzeit 13 Euro), aber immer noch recht günstig für so schicke Shirts. Na gut... der Versand kommt noch dazu und der Zoll. Aber falls jemand mitbestellen will (falls überhaupt noch jemand hier rein schaut...), einfach mal ne Mail an mich. Ansonsten wollte ich im Juli evtl. eh mal wieder rüber. Dazu dann später mal mehr.
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