Podcasts gibt es wie Sand am Meer und es ist wirklich nicht einfach, da die Perlen rauszupicken. Deshalb ist es auch immer nett, von anderen auf die hörenswerten Exemplare dieser Spezies hingewiesen zu werden. Über Jean Snow bin ich auf den Radio MXUT getauften Podcast von Néojaponisme gestoßen. Die haben soeben die vierte Sendung veröffentlicht, in der in 40 Minuten einige sehr schmissige japanische Rock und Popsongs der 60er und 70er präsentiert werden (mp3, rss-feed). Die vorherigen Ausgaben des Podcast sind auch sehr zu empfehlen, zum Beispiel die Sendung "Electricity!" (mp3), in der aktuelle japanische Electropopkünstler und ihre Einflüsse vorgestellt werden.
Japanische Popkultur, Architektur, Kunst und anderer Schmonzes!
28.9.07
17.9.07
Und noch ein Video...
Ich liebe kreative Musikvideos. Leider werden die heutzutage immer seltener und deshalb freue ich mich immer um so mehr, wenn ich wieder etwas neues finde. Neuer Fund diesmal: "Ojiisan no 11 kagetsu" vom Kuricorder Quartet. Über die habe ich ja schon ein paar mal geschrieben. Jetzt also ab in die Zeit/Raum-Schleife!
Ein anderes Video an dem Regisseur Masashi Sato beteiligt war und ebenfalls toll, "Hangetsu" von Sour, Schattenspiele weitergedacht, sozusagen:
Übrigens ist Masashi Kawamura (Bruder?) auch unter anderem für "Pitagora Suicchi" verantwortlich. Dann ist auch klar, woher die Kuricorder-Connection kommt...
Ein anderes Video an dem Regisseur Masashi Sato beteiligt war und ebenfalls toll, "Hangetsu" von Sour, Schattenspiele weitergedacht, sozusagen:
Übrigens ist Masashi Kawamura (Bruder?) auch unter anderem für "Pitagora Suicchi" verantwortlich. Dann ist auch klar, woher die Kuricorder-Connection kommt...
14.9.07
Virtuelles Hanabi Festival

Hanabi, ein japanisches Wort, das dem einen oder anderem Dank Takeshi Kitanos gleichnamigen Film bekannt sein dürfte. Direkt übersetzt bedeutet es "Feuerblume", gemeint ist das gute alte Feuerwerk. Während man sich also im Sommer in Japan in Yukata gewandet zum großen Feuerwerkschauen versammelt zündet Nintendo in Europa auch mal ein ganz besonderes Feuerwerk. Ein virtuelles allerdings.
Es geht um die "Virtual Console" des Wii. Dort veröffentlicht Nintendo jeden Freitag herunterladbare (mal mehr, mal weniger) Klassiker der Konsolengeschichte zwischen NES und N64. Bisher erschienen ausschließlich bereits in Europa veröffentliche Spiele, doch zum "Hanabi Festival" bringt Nintendo tatsächlich bisher nur in Japan erschienene Spiele zu uns. Diese Woche beginnt man, pünktlich zum 22. Geburtstag von "Super Mario Bros.", mit zwei Mario-Spielen, der eigentlich zweite Super Mario Bros.-Teil "Super Mario Bros.: The Lost Levels" und das Denkspiel "Mario's Super Picross". Weiter geht es nächste Woche mit der "Ninja Woche" mit "Ninja Gaiden" und "Ninja JaJaMaru-kun" und zum krönenden Abschluß die "SciFi-Woche" mit "Gradius III" und dem in Zockerkreisen schon fast sagenumwobenen "Sin & Punishment". Sehr coole Sache von Nintendo. Das hilft wenigstens etwas über die (für Nintendokonsolen mittleweile fast typische) Softwareflaute hinweg. So, ich lad mir jetzt noch was runter...
8.9.07
I loved a teenage mummy!
Vermutlich der bekannteste Fetisch der Otakus in Akihabara sind die allgegewärtigen (French) Maids. Maids verteilen Werbetaschentücher auf der Straße, Maids servieren dir Kaffee in einem der dutzenden von Maid Cafes, Maids massieren dich und natürlich gibt es auch Pornos mit Maids.
Seit kurzer Zeit hat man diesem Fetisch noch einen draufgesetzt: wer heute als Maid oder Idol erfolgreich sein will, der muss sich schon mit Verbänden einwickeln und ne Augenklappe aufsetzen.
Klar, das man mit sowas auch ordentlich Geld verdienen kann, also gibt es auch schon die ersten Bildbände, exklusiv mit "verletzten Idolen" bzw. in der schnittigen japanische Abkürzversion Kegadoru (Kega = Verletzung + (I)doru = Idol). In einem Artikel des "Weekly Playboy" stellen Psychologen Ihre Erkenntnisse vor, warum dieser neue Fetisch so beliebt ist. Denn in ihr Verkleidung wecken die jungen Frauen natürlich noch mehr Beschützerinstinkte und wirken hilfloser. Und jeder Otaku hält sich in seinen Träumen für den Retter der unschuldigen, schwachen und hilflosen.

So neu ist der Trend allerdings genau genommen auch nicht. Denn schließlich ist eine der beliebtesten Animefiguren lange Zeit mit Verbänden herumgelaufen: Rei Ayanami aus "Neon Genesis Evangelion", von der man auch eine Figur in der "Bandage Version" kaufen kann.
Seit kurzer Zeit hat man diesem Fetisch noch einen draufgesetzt: wer heute als Maid oder Idol erfolgreich sein will, der muss sich schon mit Verbänden einwickeln und ne Augenklappe aufsetzen.
Klar, das man mit sowas auch ordentlich Geld verdienen kann, also gibt es auch schon die ersten Bildbände, exklusiv mit "verletzten Idolen" bzw. in der schnittigen japanische Abkürzversion Kegadoru (Kega = Verletzung + (I)doru = Idol). In einem Artikel des "Weekly Playboy" stellen Psychologen Ihre Erkenntnisse vor, warum dieser neue Fetisch so beliebt ist. Denn in ihr Verkleidung wecken die jungen Frauen natürlich noch mehr Beschützerinstinkte und wirken hilfloser. Und jeder Otaku hält sich in seinen Träumen für den Retter der unschuldigen, schwachen und hilflosen.
So neu ist der Trend allerdings genau genommen auch nicht. Denn schließlich ist eine der beliebtesten Animefiguren lange Zeit mit Verbänden herumgelaufen: Rei Ayanami aus "Neon Genesis Evangelion", von der man auch eine Figur in der "Bandage Version" kaufen kann.
5.9.07
Return of Musikvideoinferno
Bevor sich hier mal wieder gar nichts tut, mache ich mir es doch mal wieder einfach und verlinke ein paar interessante Musikvideos von ein paar japanischen Bands, die mir in letzter Zeit angenehm auffielen.
Den Anfang machen "chatmonchy" mit dem Video zu "Sekai ga owaru yoru ni" (Wenn mich nicht alles täuscht: "In der Nacht als die Welt endet"). Zunächst wirkt das ganze wie eine simple Kopie des brillianten "Star Guitar"-Video, das Michel Gondry für die "Chemical Brothers" gemacht hat. Spätestens zum Refrain sieht das aber auch schon wieder ganz anders aus:
Online Videos by Veoh.com
Das nächste Video sagt mir vom musikalischen her eigentlich gar nicht zu, aber der "WTF?!?"-Faktor ist einfach zu hoch. Im "Spiderman"-Video von "DJ Ozma" hätten wir also: billiger Eurodancetrash; drei Dutzend Männer, die nichts tragen ausser mit Spiderman-Figuren beklebten Unterhosen und Augenmasken; mittendrin ein Atze Schröder-Verschnitt; ParaPara; ne zünftige Discolightshow:
Online Videos by Veoh.com
Den Knaller zum Schluß, die Ging Nang Boyz mit "あいどんわなだい". Was sich liest wie: Aidonwanadai. Was also heißt: I don't want to die. Nun ja. Die Ging Nang Boyz machen eh ziemlich merkwürdige Videos (zum Beispiel das hier) und das Video, das hier jetzt verlinkt ist, ist auch nur die kurze Version (hier Teil 1 und Teil 2 der vollen Version). Na wie auch immer, viel Spaß damit, richtig los geht es erst nach drei Minuten. Aber glaubt mir: das Warten lohnt sich!
Ach ja, auch wenn's nix mit Japan zu tun hat, bei der Recherche zu diesem Eintrag bin ich noch auf den Trailer von Michel Gondrys kommenden Film "Be kind rewind" gestoßen. Der Hammer! Jack Black und Mos Def drehen Remakes zu großen Hollywoodhits wie "Ghostbusters", "Robocop" oder "König der Löwen". Ick freu mir drauf!
Den Anfang machen "chatmonchy" mit dem Video zu "Sekai ga owaru yoru ni" (Wenn mich nicht alles täuscht: "In der Nacht als die Welt endet"). Zunächst wirkt das ganze wie eine simple Kopie des brillianten "Star Guitar"-Video, das Michel Gondry für die "Chemical Brothers" gemacht hat. Spätestens zum Refrain sieht das aber auch schon wieder ganz anders aus:
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Das nächste Video sagt mir vom musikalischen her eigentlich gar nicht zu, aber der "WTF?!?"-Faktor ist einfach zu hoch. Im "Spiderman"-Video von "DJ Ozma" hätten wir also: billiger Eurodancetrash; drei Dutzend Männer, die nichts tragen ausser mit Spiderman-Figuren beklebten Unterhosen und Augenmasken; mittendrin ein Atze Schröder-Verschnitt; ParaPara; ne zünftige Discolightshow:
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Den Knaller zum Schluß, die Ging Nang Boyz mit "あいどんわなだい". Was sich liest wie: Aidonwanadai. Was also heißt: I don't want to die. Nun ja. Die Ging Nang Boyz machen eh ziemlich merkwürdige Videos (zum Beispiel das hier) und das Video, das hier jetzt verlinkt ist, ist auch nur die kurze Version (hier Teil 1 und Teil 2 der vollen Version). Na wie auch immer, viel Spaß damit, richtig los geht es erst nach drei Minuten. Aber glaubt mir: das Warten lohnt sich!
Ach ja, auch wenn's nix mit Japan zu tun hat, bei der Recherche zu diesem Eintrag bin ich noch auf den Trailer von Michel Gondrys kommenden Film "Be kind rewind" gestoßen. Der Hammer! Jack Black und Mos Def drehen Remakes zu großen Hollywoodhits wie "Ghostbusters", "Robocop" oder "König der Löwen". Ick freu mir drauf!
16.8.07
Die menschliche Welle
In Japan wird es im Sommer ziemlich warm und vor allem auch schwül. Und wie in anderen Ländern auch, sucht man sich, wenn man nicht gerade direkt an einem Strand wohnt, etwas Erfrischung im Schwimmbad. So weit, so gewöhnlich. Wie vielleicht aber der ein oder andere weiß, ist Japan dicht besiedelt. Und das macht sich auch im Schwimmbad bemerkbar:
Aufgenommen wurde das ganze im Tokyo Summerland von Sven Killian-Nakamura, der nicht nur einen ziemlich interessanten Blog mit diversem japanischen Verrücktheiten hat (gibt's sogar auf Deutsch), sondern auch noch einen Shop, in dem die im Blog vorgestellten Sachen zum Kauf angeboten werden. Ob ich mir den biereinschenkenden Roboter leiste? Oder doch lieber doch lieber den virtuellen Bubble Wrap-Zerdrücker?
Aufgenommen wurde das ganze im Tokyo Summerland von Sven Killian-Nakamura, der nicht nur einen ziemlich interessanten Blog mit diversem japanischen Verrücktheiten hat (gibt's sogar auf Deutsch), sondern auch noch einen Shop, in dem die im Blog vorgestellten Sachen zum Kauf angeboten werden. Ob ich mir den biereinschenkenden Roboter leiste? Oder doch lieber doch lieber den virtuellen Bubble Wrap-Zerdrücker?
13.8.07
Eine neue Bedrohung für's Konto
Graniph. Mein liebster japanischer T-Shirt-Laden, deren Designs zwischen minimalistischer Schönheit und dadaistischem Wahnsinn (mit oft famos schlechtem Deutsch) springen. Und die vor allem für Designer-Shirts, ziemlich günstig sind. Problem nur: deren Läden gibt es (fast) nur in Japan und international ist im Webshop bisher nichts zu holen. Aber Besserung ist in Aussicht, denn wer im Moment auf der Website in den englischsprachigen Bereich wechseln will, bekommt diese Grafik zu sehen:
Ein internationaler Onlineshop wird angekündigt! Wie bald allerdings "soon" ist, ist noch unklar. Natürlich könnte für mich am liebsten "soon" schon "now" sein. Aber die Zeit kann man ja nutzen um noch ein paar Kröten zusammenzusparen und Platz im Kleiderschrank zu machen. Und um sich natürlich schon mal sein nächstes Lieblingsshirt auszusuchen.
9.8.07
It's a wrap!
Geschenke in Geschenkpapier einpacken, das macht ja jeder. Und Plastiktüten für den Warentransport sind ja auch schon lange als Umweltsünde geächtet. Eine schicke Alternative bietet da die alte japanische Tradition des Furoshiki, bei der ein Tuch zum umwickeln, einpacken und transportieren genutzt wird. Das Japanische Umweltministerium hat für diverse Gelegenheiten eine kleine Anleitung herausgebracht, die auch für nicht-Japaner verständlich sein dürfte.
Das ganze gibt es auch noch in etwas größer als pdf-Datei. Wer in seiner Suchmaschine nach "Furoshiki" sucht, der stößt auch schnell auf Bezugsquellen für Tücher im traditionellen japanischen Design. Bis Weihnachten ist ja noch etwas Zeit, um mal seine Wickel- und Knotkünste auszutesten.
5.8.07
Lass die Hand sprechen!
Großartiges Video für Daft Punks "Harder, Better, Faster, Stronger". Echte Handarbeit!
25.7.07
Der kleine Park an der Ecke
In der Sendung "Tokyo Eye" von NHK World präsentieren im "My Private Tokyo" betitelten Segment in Tokyo lebende Ausländer einige ihrer Lieblingsorte der Stadt. In diesem Fall präsentiert Jean Snow die "Pocket Parks" von Higashi-Ikebukuro:
Sehr interessante Idee mit diesen Miniparks. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, das man die merkwürdigsten Dinge findet, wenn man einfach ziellos durch die Hinterstraßen einer Stadt spaziert. Also auf, gezielt verlaufen!
Sehr interessante Idee mit diesen Miniparks. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, das man die merkwürdigsten Dinge findet, wenn man einfach ziellos durch die Hinterstraßen einer Stadt spaziert. Also auf, gezielt verlaufen!
You gotta do what? - You gotta download!
Legale Gratis-Downloads sind schon mal ganz nett. Und manche sogar richtig richtig nett. Zum Beispiel der hier: der Soundtrack zur PSP-Version von PaRappa the Rapper! Vom "Kick! Punch! Chop! Block!"-Karatelehrer, der Fahrlehrerin, dem Rastafrosch bis natürlich zum Funky Chicken Kochclub, alles dabei. Hammer!
Edit: Leider ist der Download schon ganz fix wieder runtergenommen worden... wer's haben will, einfach Nachricht an mich!
Edit: Leider ist der Download schon ganz fix wieder runtergenommen worden... wer's haben will, einfach Nachricht an mich!
25.6.07
Essen auf Rädern
Von den an Bahnhöfen und in Zügen erhältlichen "Ekiben" (von "Eki" = Bahnhof und "Bento" = Lunchbox) genannten Lunchboxen habe ich ja schon während meiner letzten Reise geschwärmt. Um einen Eindruck zu gewinnen, was für eine Auswahl an verschiedenen Boxen gibt und vor allem wie gut Bahnhofsessen aussehen kann, einfach mal einen Blick in diesen Flickr-Ekiben-Pool werfen. 美味しそう!
21.6.07
200!
Oh, da guckt man mal nicht hin und schon hat man (nach *hust* 2 Jahren...) den 200sten Blogeintrag erreicht. Und zu Feier: was man mit einer Teslaspule auch noch machen kann (nicht nur fette Blitze)!
Auf YouTube gibts noch mehr von denen, z.B. das Tetris-Liedchen. Brrz!
Auf YouTube gibts noch mehr von denen, z.B. das Tetris-Liedchen. Brrz!
19.6.07
Es ist jetzt... 15 Uhr... 33 Minuten... und 10 Sekunden
Ja, der Blog lebt tatsächlich noch! Auch wenn ich nur mal kurz vorbei schaue, um auf diese lustige Uhr von Uniqlo mit Musik von Fantastic Plastic Machine hinzuweisen. Zeit kann so unterhaltsam vergehen...
21.4.07
Und jetzt aber wirklich daheim
Jetzt hocke ich hier wieder, kämpfe mit dem Jetlag und versuche erstmal anzukommen. Klar, mit dem Flieger gestern abend bin ich schon in Köln gelandet und habe auch die erste Nacht geschlafen (nach 24 Stunden wachbleiben). Aber wie schon beim letzten Mal, es schwingt immer noch ein wenig Wehmut und Fernweh nach. Insbesondere beim Auspacken, hier noch ein Flyer von da, eine Eintrittskarte von dort, das weckt Erinnerungen.
Die Reise war natürlich mal wieder insgesamt ein total großartiges Erlebnis, auch in seiner schlechten Seiten. Leider habe ich an den letzten Tagen kaum noch Fotos gemacht, insbesondere von dem Karaokeabend hätte ich gerne noch ein paar. Na ja, beim nächsten Mal. Apropos Fotos, mehr Fotos als hier im Blog gibt es natürlich noch auf meiner Flickr-Seite zu sehen. Allerdings muss ich die auch mal alle vernünftig beschriften und so.
Jetzt muss ich erstmal einkaufen gehen, um meinen Kühlschrank zu füllen. Ich hoffe nur meine Kreditkarte wird genommen, finanziell bin ich nämlich um es mal freundlich auszudrücken am Limit. Und die Filme von den beiden lustigen Minikameras werde ich auch mal mitbringen, ich bin mal sehr gespannt, was dabei rauskommt.
Die Reise war natürlich mal wieder insgesamt ein total großartiges Erlebnis, auch in seiner schlechten Seiten. Leider habe ich an den letzten Tagen kaum noch Fotos gemacht, insbesondere von dem Karaokeabend hätte ich gerne noch ein paar. Na ja, beim nächsten Mal. Apropos Fotos, mehr Fotos als hier im Blog gibt es natürlich noch auf meiner Flickr-Seite zu sehen. Allerdings muss ich die auch mal alle vernünftig beschriften und so.
Jetzt muss ich erstmal einkaufen gehen, um meinen Kühlschrank zu füllen. Ich hoffe nur meine Kreditkarte wird genommen, finanziell bin ich nämlich um es mal freundlich auszudrücken am Limit. Und die Filme von den beiden lustigen Minikameras werde ich auch mal mitbringen, ich bin mal sehr gespannt, was dabei rauskommt.
Wieder daheim (fast)
Die Heimat hat uns wieder. Naja, fast, jetzt sitzen wir erstmal für knappe 3 Stunden am Flughafen Schipol / Amsterdam herum und dürfen uns die Zeit totschlagen. Immerhin bleibt mir so die Zeit noch den letzten Tag in Tokio zusammenzufassen.
Nach unserer Ankunft haben wir uns gleich wieder nach Asakusa aufgemacht, für die letzte Nacht hatte ich noch eine Übernachtung im Khaosan (diesmal der "Zentrale" nicht wie in der ersten Woche im "Annex") reserviert. Es war für uns schon wie eine Heimkehr, die "alt"bekannten Wege, unser Block. Die Kirschbäume, die wir an unserem ersten Tag am Sumida-gawa in Asakusa besichtigten, hatten mittlerweile ihre Blüten fast vollständig abgeworfen und gegen das grüne Blattwerk ausgetauscht.
Am Hostel angekommen waren wir eine Stunde vor der Check-In-Zeit da und hatten Glück, dass uns nach zweimaligen Klingeln doch noch jemand öffnete und wir immerhin schon mal unser Gepäck da lassen. Wir beschlossen erstmal die "Shopping"straße zum Senso-ji abzuklappern, wo ich mich mit diversen Souvenirs eindecken wollte. Yukata für die werte Frau Mutter, Süßigkeiten für den Sprachkurs, Minischwerter für die Arbeitskollegen. So was halt.
Da wir nach erfolgreicher Shoppingtour noch eine Viertel Stunde Zeit bis zum Check-In hatten, suchten wir uns noch was zu essen... und so ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, mal den nur noch diese Woche erhältlichen MegaMac zu probieren. Fazit: wie ein BigMac, nur halt noch doppelt so viel Fleisch.
Wieder beim Hostel angekommen brauchte es noch etwas Wartezeit, bis uns aufgetan wurde und wir auch endlich einchecken durften. Das Zimmer war noch kleiner als das im Annex (eigentlich schwer vorstellbar) und alles etwas älter... für das Licht mussten wir eine Stehlampe einstecken. Aber naja, war ja nur für eine Nacht.
Nachdem wir also unser Zimmer bezogen hatten, ging die Einkaufstour weiter. Da Martin in Akihabara eine Playstation3 kaufen wollte (was er auch getan hat...) und ich mich noch was in Harajuku umsehen wollte, trennten wir uns und verabredeten uns für später, wir waren mit Saori zum Karaoke verabredet.
In Harajuku wollte ich noch ein paar Mitbringsel suchen, in einem 100 Yen-Shop hab ich mich noch mit Bonbons und anderem Kleinkram eingedeckt. Weitere Wunschmitbringsel scheiterten leider am limitierten Budget (kein Angst, Rebecca, für dich hab ich trotzdem noch was). Auf dem Rückweg nach Shinjuku bin ich noch an einem Audi Forum Tokyo vorbeigekommen, und bei dem guten Licht musste ich das ungewöhnliche Gebäude auch fotografieren.
Auf dem Weg zum verabredeten Zielort Nihonbashi bin ich dann auch mal schön falsch ausgestiegen (zum Glück ohne finanziellen Nachteil, der JR Pass war noch gültig), habe aber meinen Weg gefunden und in der U-Bahnhaltestelle auch direkt Martin (bzw er mich). Jetzt galt es noch Saori zu finden... dauerte wie üblich etwas, aber diesmal haben wir uns zügig getroffen.
Saori schleifte uns erstmal kurz in ein gegenüber liegendes Luxuskaufhaus, in dem sie sich schnell noch einen Rock kaufte... als Belohnung für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. In den Laden selbst durften wir übrigens nicht mit, angeblich "Woman only". Bei der anschließenden Suche nach einem Karaokeladen liefen wir dann ein paar mal um den Block. Zwar hatte Saori im Handy eine Stadtkarte / Navi, bestätigte aber dummerweise das Klischee von Frauen und deren Probleme mit der Navigation anhand von Karten. Geschafft haben wir es dann ja trotzdem.
Nachdem wir uns zwischen zwei gegenüberliegenden Karaokeläden entschieden hatten, ging es rauf in unsere "Gesangskabine". Die war zwar klein, aber von der Ausstattung her top. Total überrascht waren wir von der Songauswahl - 1000 englische Songs, ganz aktuelle Sachen und natürlich Klassiker und dabei auch jede Menge... außergewöhnliches. Napalm Death, Pantera und Kreator zum Beispiel. Oder J Mascis, The Strokes und Ben Folds Five. Deutsche Sachen auch, zu späterer Stunde konnte es Martin nicht lassen, "99 Luftballons" und "Moskau" von Dschingis Khan anzuwählen. Großer Spaß.
Zwischendurch durfte Saori auch mal das ein oder andere japanische Lied singen, aber auch ein paar andere Sachen wie My Chemical Romance, Arctic Monkey, Bon Jovi oder Backstreet Boys. Gegen Ende habe ich mich auch mal an etwas Japanisches rangetraut, "Aruiteru" von Morning Musume, weil ich wusste, dass da auch viel Nanana und Shalala drin vorkommt. Hilfreich war auch, dass bei dem Lied auch alle Kanji mit Lesung angegeben waren. Hab mich zur eigenen Überraschung auch ziemlich wacker geschlagen.
Um 21 Uhr kam dann noch Mariko dazu, die sich beim Singen aber merklich zurückhielt. Naja, wir anderen haben ja fleißig gesungen, am Ende hatte ich schon Angst, dass ich am nächsten Tag keine Stimme mehr hätte...
Kurz nach 23 Uhr machten wir dann mal Schluß ("Hard Days Night" war das letzte Lied) und an der Kasse gab es dann, zumindest für Martin und mich einen kleinen Schocker: 21.000 Yen, rund 130 Euro für den ganzen Abend! Und ich hatte nur noch 2000 Yen in der Tasche. Netterweise haben Mariko und Saori den Großteil der Kosten übernommen (dafür muss ich mich noch dringend revanchieren!).
Es ging wieder flugs zurück zum Hostel, das Gepäck wurde professionell gepackt (alles gut verstaut gekriegt!) und dann ab ins Bett. Heute morgen dann raus aus dem Bett, kurze Morgentoilette, Gepäck gepackt, ausgecheckt und hopp, Richtung Flughafen. Nach ein paar kleineren Schwierigkeiten den richtigen Zug zum Flughafen zu finden und einer dann einstündigen Fahrt dorthin (Kleine Anekdote zwischendurch: Im Zug stieg unterwegs eine Grundschulklasse zu. Von zu Hause das schlimmste gewohnt, rechneten wir mit einem Hörsturz, aber total wahnsinn, während der ganzen Fahrt unterhielten sich die Kinder mit leiser Stimme und verhielten sich relativ ruhig.), wurde es am Flughafen noch hektisch.
Ich musste ja noch das Leihhandy zurückgeben, wusste aber nicht genau wo. Es folgte eine kleine Laufeinlage (mit 20kg Gepäck natürlich) von Pontius nach Pilatus. Und am Ende hab ich nur einen lausigen Aufkleber bei der Rückgabe erhalten. Naja, die haben ja meine Kreditkartendaten, die dicke Rechnung kommt dann ja auch noch.
Beim Check-In standen wir erstmal an einer riiiiesen Schlange an. Nervige Wartezeit, rumstehen und mit den Rucksäcken den Boden des Terminals putzen (staubig!). Natürlich waren wir dadurch zu spät für zusammenhängende Wunschplätze, immerhin war die Wartezeit beim Boarding dann nicht so lang.
Der Flug war im Vergleich zu meinem Hinflug ungleich angenehmer, Premiere für mich: In-Seat-Entertainment! Yay! Damit war auch das nicht-am-Gang-sitzen ausgeglichen. Es gab eine große Auswahl von aktuelle und älteren Filmen und Fernsehserien, gleiches für Musik, Dokumentation, Spiele usw. Ich hab mir unterwegs "Cars" und "Flags of our Fathers" angesehen (das Gegenstück "Letters from Iwo Jima" hab ich ja bereits gesehen), mir ein Beatles- und Brian Wilson-Musikspecial angehört, Folgen von "Dexters Lab", "Simpsons" und "Malcolm In The Middle" geguckt, da ging die Zeit ziemlich gut vorbei.
Am Essen gab es auch überhaupt nichts zu meckern, einmal gab es Rindergeschnetzeltes mit Reis und diversen Kleinigkeiten (Soba-nudeln, Inari-sushi und ein Stückchen Kuchen) und kurz vor Landung noch Gemüse mit Hühnchen, mit Salat (knackiger! Unglaublich!) etwas Obst etc. Und hat auch alles bestens geschmeckt.
Nun ja, und jetzt hocken wir hier am Flughafen Amsterdam und warten auf unseren Anschluß. Noch eine Stunde. Hurra...
Nach unserer Ankunft haben wir uns gleich wieder nach Asakusa aufgemacht, für die letzte Nacht hatte ich noch eine Übernachtung im Khaosan (diesmal der "Zentrale" nicht wie in der ersten Woche im "Annex") reserviert. Es war für uns schon wie eine Heimkehr, die "alt"bekannten Wege, unser Block. Die Kirschbäume, die wir an unserem ersten Tag am Sumida-gawa in Asakusa besichtigten, hatten mittlerweile ihre Blüten fast vollständig abgeworfen und gegen das grüne Blattwerk ausgetauscht.
Am Hostel angekommen waren wir eine Stunde vor der Check-In-Zeit da und hatten Glück, dass uns nach zweimaligen Klingeln doch noch jemand öffnete und wir immerhin schon mal unser Gepäck da lassen. Wir beschlossen erstmal die "Shopping"straße zum Senso-ji abzuklappern, wo ich mich mit diversen Souvenirs eindecken wollte. Yukata für die werte Frau Mutter, Süßigkeiten für den Sprachkurs, Minischwerter für die Arbeitskollegen. So was halt.
Da wir nach erfolgreicher Shoppingtour noch eine Viertel Stunde Zeit bis zum Check-In hatten, suchten wir uns noch was zu essen... und so ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, mal den nur noch diese Woche erhältlichen MegaMac zu probieren. Fazit: wie ein BigMac, nur halt noch doppelt so viel Fleisch.
Wieder beim Hostel angekommen brauchte es noch etwas Wartezeit, bis uns aufgetan wurde und wir auch endlich einchecken durften. Das Zimmer war noch kleiner als das im Annex (eigentlich schwer vorstellbar) und alles etwas älter... für das Licht mussten wir eine Stehlampe einstecken. Aber naja, war ja nur für eine Nacht.
Nachdem wir also unser Zimmer bezogen hatten, ging die Einkaufstour weiter. Da Martin in Akihabara eine Playstation3 kaufen wollte (was er auch getan hat...) und ich mich noch was in Harajuku umsehen wollte, trennten wir uns und verabredeten uns für später, wir waren mit Saori zum Karaoke verabredet.
In Harajuku wollte ich noch ein paar Mitbringsel suchen, in einem 100 Yen-Shop hab ich mich noch mit Bonbons und anderem Kleinkram eingedeckt. Weitere Wunschmitbringsel scheiterten leider am limitierten Budget (kein Angst, Rebecca, für dich hab ich trotzdem noch was). Auf dem Rückweg nach Shinjuku bin ich noch an einem Audi Forum Tokyo vorbeigekommen, und bei dem guten Licht musste ich das ungewöhnliche Gebäude auch fotografieren.
Saori schleifte uns erstmal kurz in ein gegenüber liegendes Luxuskaufhaus, in dem sie sich schnell noch einen Rock kaufte... als Belohnung für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. In den Laden selbst durften wir übrigens nicht mit, angeblich "Woman only". Bei der anschließenden Suche nach einem Karaokeladen liefen wir dann ein paar mal um den Block. Zwar hatte Saori im Handy eine Stadtkarte / Navi, bestätigte aber dummerweise das Klischee von Frauen und deren Probleme mit der Navigation anhand von Karten. Geschafft haben wir es dann ja trotzdem.
Nachdem wir uns zwischen zwei gegenüberliegenden Karaokeläden entschieden hatten, ging es rauf in unsere "Gesangskabine". Die war zwar klein, aber von der Ausstattung her top. Total überrascht waren wir von der Songauswahl - 1000 englische Songs, ganz aktuelle Sachen und natürlich Klassiker und dabei auch jede Menge... außergewöhnliches. Napalm Death, Pantera und Kreator zum Beispiel. Oder J Mascis, The Strokes und Ben Folds Five. Deutsche Sachen auch, zu späterer Stunde konnte es Martin nicht lassen, "99 Luftballons" und "Moskau" von Dschingis Khan anzuwählen. Großer Spaß.
Zwischendurch durfte Saori auch mal das ein oder andere japanische Lied singen, aber auch ein paar andere Sachen wie My Chemical Romance, Arctic Monkey, Bon Jovi oder Backstreet Boys. Gegen Ende habe ich mich auch mal an etwas Japanisches rangetraut, "Aruiteru" von Morning Musume, weil ich wusste, dass da auch viel Nanana und Shalala drin vorkommt. Hilfreich war auch, dass bei dem Lied auch alle Kanji mit Lesung angegeben waren. Hab mich zur eigenen Überraschung auch ziemlich wacker geschlagen.
Um 21 Uhr kam dann noch Mariko dazu, die sich beim Singen aber merklich zurückhielt. Naja, wir anderen haben ja fleißig gesungen, am Ende hatte ich schon Angst, dass ich am nächsten Tag keine Stimme mehr hätte...
Kurz nach 23 Uhr machten wir dann mal Schluß ("Hard Days Night" war das letzte Lied) und an der Kasse gab es dann, zumindest für Martin und mich einen kleinen Schocker: 21.000 Yen, rund 130 Euro für den ganzen Abend! Und ich hatte nur noch 2000 Yen in der Tasche. Netterweise haben Mariko und Saori den Großteil der Kosten übernommen (dafür muss ich mich noch dringend revanchieren!).
Es ging wieder flugs zurück zum Hostel, das Gepäck wurde professionell gepackt (alles gut verstaut gekriegt!) und dann ab ins Bett. Heute morgen dann raus aus dem Bett, kurze Morgentoilette, Gepäck gepackt, ausgecheckt und hopp, Richtung Flughafen. Nach ein paar kleineren Schwierigkeiten den richtigen Zug zum Flughafen zu finden und einer dann einstündigen Fahrt dorthin (Kleine Anekdote zwischendurch: Im Zug stieg unterwegs eine Grundschulklasse zu. Von zu Hause das schlimmste gewohnt, rechneten wir mit einem Hörsturz, aber total wahnsinn, während der ganzen Fahrt unterhielten sich die Kinder mit leiser Stimme und verhielten sich relativ ruhig.), wurde es am Flughafen noch hektisch.
Ich musste ja noch das Leihhandy zurückgeben, wusste aber nicht genau wo. Es folgte eine kleine Laufeinlage (mit 20kg Gepäck natürlich) von Pontius nach Pilatus. Und am Ende hab ich nur einen lausigen Aufkleber bei der Rückgabe erhalten. Naja, die haben ja meine Kreditkartendaten, die dicke Rechnung kommt dann ja auch noch.
Beim Check-In standen wir erstmal an einer riiiiesen Schlange an. Nervige Wartezeit, rumstehen und mit den Rucksäcken den Boden des Terminals putzen (staubig!). Natürlich waren wir dadurch zu spät für zusammenhängende Wunschplätze, immerhin war die Wartezeit beim Boarding dann nicht so lang.
Der Flug war im Vergleich zu meinem Hinflug ungleich angenehmer, Premiere für mich: In-Seat-Entertainment! Yay! Damit war auch das nicht-am-Gang-sitzen ausgeglichen. Es gab eine große Auswahl von aktuelle und älteren Filmen und Fernsehserien, gleiches für Musik, Dokumentation, Spiele usw. Ich hab mir unterwegs "Cars" und "Flags of our Fathers" angesehen (das Gegenstück "Letters from Iwo Jima" hab ich ja bereits gesehen), mir ein Beatles- und Brian Wilson-Musikspecial angehört, Folgen von "Dexters Lab", "Simpsons" und "Malcolm In The Middle" geguckt, da ging die Zeit ziemlich gut vorbei.
Am Essen gab es auch überhaupt nichts zu meckern, einmal gab es Rindergeschnetzeltes mit Reis und diversen Kleinigkeiten (Soba-nudeln, Inari-sushi und ein Stückchen Kuchen) und kurz vor Landung noch Gemüse mit Hühnchen, mit Salat (knackiger! Unglaublich!) etwas Obst etc. Und hat auch alles bestens geschmeckt.
Nun ja, und jetzt hocken wir hier am Flughafen Amsterdam und warten auf unseren Anschluß. Noch eine Stunde. Hurra...
Besseres Wetter bitte!
Am letzten Tag unserer Reise führt uns unser Weg noch einmal durch halb Japan. Von Takamatsu sind es über 800km Zugfahrt, momentan düsen wir im Shinkansen Osaka entgegen, fast drei Stunden Fahrt stehen uns noch bevor.
Gestern haben wir uns wie geplant in aller Frühe (8 Uhr) Richtung Naoshima aufgemacht, einer Insel vor Takamatsu, auf der sich zwei der interessantesten Museen befinden. Bevor ich jetzt noch einmal alles erzähle, bin ich faul und verlinke einfach auf den Bereicht meines vorherigen Besuchs.
In den anderthalb Jahren, die seit meinem letzten Besuch vergangen waren, hatte sich auch einiges auf der Insel verändert. Schon allein bei der Ankunft, die Fähre legte vor einem, erst vor kurzem eröffneten, neugebauten Fährterminal an. Dort warteten auch schon die Busse, die zu den Museen fuhren. In dem in den wir einstiegen, war so gut wie alles besetzt, so dass wir uns in mitten einer heiteren Reisegruppe älterer Damen setzen mussten. Als einzige Gaijin im Bus waren wir mal wieder die Hauptattraktion, allerdings übernahm Emiko für uns das Reden, wir bekamen kaum Gelegenheit selber etwas zu sagen.
Am und im Benesse Art Museum war noch größtenteils alles beim alten, also konnte ich Martin und Emiko noch auf ein paar Sachen hinweisen. Im Museum war deutlich mehr los, als beim letzten Mal, Naoshima scheint in der Tat immer populärer bzw. bekannter zu werden.
Anschließend wanderten wir noch etwas im Gelände um das Museum herum, auf dem noch einige öffentliche Skulpturen ausgestellt sind. Da sich das Wetter zusehends verschlechterte und es begann zu regnen, besuchten wir nicht den Bennesse Park, der sich bei meinem letzten Besuch noch in Bau befand, sondern machten uns auf zum Chichu Museum, meinem persönlichen Highlight der Insel.
Dort fiel uns auf, dass sich in diesem Museum mindestens genau so viele "Auswärtige" wie Japaner herumtrieben, wenn nicht sogar noch mehr. Ein paar Dinge waren im Vergleich zu meinem letzten Besuch anders, zum Nachteil, leider. So wurde man zu Turrells Open Space nicht mehr nur einzeln vorgelassen, diesmal war, als wir uns das Kunstwerk ansehen wollten, schon ein Pärchen dort drin, was die Illusion eines scheinbar flachen Bildes natürlich gleich zerstörte. Nichtsdestotrotz ist diese Installation immer noch ein großartiges Erlebnis.
Auswirkungen auf das Kunstwerk selbst hatte das Wetter auch auf den Sky Space, schließlich handelt es sich um einen Blick auf den Himmel und der hatte nur eine gleichmäßig graue Fläche zu bieten. Schade.
Außerhalb des Museums wusste aber der sich bei meinem letzten Besuch noch im Aufbau befindliche Monet-Garten zu gefallen, der eine Menge hübscher Blüten zeigte. Zurück am Ticketcenter gab es dann ein unangenehmeres Erlebnis, auf Grund eines Mißverständnisses verpassten wir unseren Bus zurück zum Hafen und mussten als fast eine Stunde auf den nächsten Bus warten. Was bei dem mittlerweile wieder mal amtlichen Sauwetter nicht leicht fiel.
Irgendwann hatten wir es dann doch auch zum Hafen zurück geschafft... allerdings mussten wir dann dort wieder über eine Stunde auf die Fähre warten. Zum Glück gab es dort auch Internet für lau und ein kleines Restaurant, wo wir uns erstmal stärkten, mit Udon (dicke Nudeln in Suppe) und frittiertem Hähnchenstücken. Auf der Fähre machte sich dann Müdigkeit breit, das Wetter trübstens, im Fernsehen nichts spannendes (Thema Nr. 1 ist hier der Anschlag auf den Bürgermeister Nagasakis) und das leichte Schaukeln der Fähre, da wird man schläfrig.
Wieder in Takamatsu angekommen, fehlte uns die Motivation für einen weiteren Museumsbesuch, also machten Emiko, Martin und ich uns auf zu einem Bummel durch die Einkaufsarkarden, die ja glücklicherweise überdacht sind. Ein paar Gebrauchtspieleläden, Bücherläden, Kaufhäusern und einem Vintage / Vanguard später war es schon viertel vor 7, wo wir mit Maiyumi verabredet waren mit der wir zusammen Essen gehen wollte. Bzw. um genau zu sein nahm sie uns mit zu einem Restaurant.
Das Restaurant war gemessen an den Läden, in denen wir bisher waren, sicher auch für deutsche Verhältnisse recht ungewöhnlich. Wie in Japan nicht selten, befand sich der kleine "Hauptladen" im Erdgeschoss, darüber liegen die "Wohnetagen". Hier hatte man aber einfach die oberen Etagen einfach zu weiteren Essensräumen umfunktioniert.
Im Angebot waren sozusagen japanische Hausmannskost, wie Curryreis, Om-reis (Reis mit irgendwas und das ganze von einem Omlette umhüllt), Donburi (Fleisch auf Reis in Variationen), aber auch einige westliche Gerichte wie Pizza und Pasta. Während ich die Gelegenheit nutzte, mal in Japan Om-reis zu essen, bekam Martin endlich mal seine Chance, Curryreis zu probieren. Und alles auch mal wieder vorzüglich und auch günstig. Für mein Essen habe ich inkl. Getränk (Longdrink) und Nachtisch (einer Kugel Eis) nachher rund 1200 Yen, also rund 8 Euro bezahlt. Und das bei einem Service, der jedem von der Servicewüste Deutschland geschädigt ist, die Tränen in die Augen treibt.
Maiyumi und Emiko brachten uns anschließend noch zum Hotel, wir verabschiedeten uns, es gab noch eine kleine Fotosession in der Lobby und dann nach dem obligatorischen Bier und einer Runde Fernsehen wieder ins Bett, heute ging es ja wieder früh raus für uns.
Heute morgen war das Wetter natürlich wieder 1A. Offenbar vergisst jemand den Zeitunterschied beim Wetter rüberschicken. Oder will uns wieder zurück in Deutschland haben. Jetzt sitzen wir auf jedem Fall im Zug Richtung Tokyo, wo uns noch eine Souvenireinkaufstour und hoffentlich, wenn alles gut läuft, noch eine kleine Runde Karaoke bevorsteht. Und morgen früh heißt es dann, wieder mit Wehmut, Sayonara, Nippon...
Gestern haben wir uns wie geplant in aller Frühe (8 Uhr) Richtung Naoshima aufgemacht, einer Insel vor Takamatsu, auf der sich zwei der interessantesten Museen befinden. Bevor ich jetzt noch einmal alles erzähle, bin ich faul und verlinke einfach auf den Bereicht meines vorherigen Besuchs.
In den anderthalb Jahren, die seit meinem letzten Besuch vergangen waren, hatte sich auch einiges auf der Insel verändert. Schon allein bei der Ankunft, die Fähre legte vor einem, erst vor kurzem eröffneten, neugebauten Fährterminal an. Dort warteten auch schon die Busse, die zu den Museen fuhren. In dem in den wir einstiegen, war so gut wie alles besetzt, so dass wir uns in mitten einer heiteren Reisegruppe älterer Damen setzen mussten. Als einzige Gaijin im Bus waren wir mal wieder die Hauptattraktion, allerdings übernahm Emiko für uns das Reden, wir bekamen kaum Gelegenheit selber etwas zu sagen.
Am und im Benesse Art Museum war noch größtenteils alles beim alten, also konnte ich Martin und Emiko noch auf ein paar Sachen hinweisen. Im Museum war deutlich mehr los, als beim letzten Mal, Naoshima scheint in der Tat immer populärer bzw. bekannter zu werden.
Dort fiel uns auf, dass sich in diesem Museum mindestens genau so viele "Auswärtige" wie Japaner herumtrieben, wenn nicht sogar noch mehr. Ein paar Dinge waren im Vergleich zu meinem letzten Besuch anders, zum Nachteil, leider. So wurde man zu Turrells Open Space nicht mehr nur einzeln vorgelassen, diesmal war, als wir uns das Kunstwerk ansehen wollten, schon ein Pärchen dort drin, was die Illusion eines scheinbar flachen Bildes natürlich gleich zerstörte. Nichtsdestotrotz ist diese Installation immer noch ein großartiges Erlebnis.
Auswirkungen auf das Kunstwerk selbst hatte das Wetter auch auf den Sky Space, schließlich handelt es sich um einen Blick auf den Himmel und der hatte nur eine gleichmäßig graue Fläche zu bieten. Schade.
Außerhalb des Museums wusste aber der sich bei meinem letzten Besuch noch im Aufbau befindliche Monet-Garten zu gefallen, der eine Menge hübscher Blüten zeigte. Zurück am Ticketcenter gab es dann ein unangenehmeres Erlebnis, auf Grund eines Mißverständnisses verpassten wir unseren Bus zurück zum Hafen und mussten als fast eine Stunde auf den nächsten Bus warten. Was bei dem mittlerweile wieder mal amtlichen Sauwetter nicht leicht fiel.
Irgendwann hatten wir es dann doch auch zum Hafen zurück geschafft... allerdings mussten wir dann dort wieder über eine Stunde auf die Fähre warten. Zum Glück gab es dort auch Internet für lau und ein kleines Restaurant, wo wir uns erstmal stärkten, mit Udon (dicke Nudeln in Suppe) und frittiertem Hähnchenstücken. Auf der Fähre machte sich dann Müdigkeit breit, das Wetter trübstens, im Fernsehen nichts spannendes (Thema Nr. 1 ist hier der Anschlag auf den Bürgermeister Nagasakis) und das leichte Schaukeln der Fähre, da wird man schläfrig.
Wieder in Takamatsu angekommen, fehlte uns die Motivation für einen weiteren Museumsbesuch, also machten Emiko, Martin und ich uns auf zu einem Bummel durch die Einkaufsarkarden, die ja glücklicherweise überdacht sind. Ein paar Gebrauchtspieleläden, Bücherläden, Kaufhäusern und einem Vintage / Vanguard später war es schon viertel vor 7, wo wir mit Maiyumi verabredet waren mit der wir zusammen Essen gehen wollte. Bzw. um genau zu sein nahm sie uns mit zu einem Restaurant.
Das Restaurant war gemessen an den Läden, in denen wir bisher waren, sicher auch für deutsche Verhältnisse recht ungewöhnlich. Wie in Japan nicht selten, befand sich der kleine "Hauptladen" im Erdgeschoss, darüber liegen die "Wohnetagen". Hier hatte man aber einfach die oberen Etagen einfach zu weiteren Essensräumen umfunktioniert.
Im Angebot waren sozusagen japanische Hausmannskost, wie Curryreis, Om-reis (Reis mit irgendwas und das ganze von einem Omlette umhüllt), Donburi (Fleisch auf Reis in Variationen), aber auch einige westliche Gerichte wie Pizza und Pasta. Während ich die Gelegenheit nutzte, mal in Japan Om-reis zu essen, bekam Martin endlich mal seine Chance, Curryreis zu probieren. Und alles auch mal wieder vorzüglich und auch günstig. Für mein Essen habe ich inkl. Getränk (Longdrink) und Nachtisch (einer Kugel Eis) nachher rund 1200 Yen, also rund 8 Euro bezahlt. Und das bei einem Service, der jedem von der Servicewüste Deutschland geschädigt ist, die Tränen in die Augen treibt.
Maiyumi und Emiko brachten uns anschließend noch zum Hotel, wir verabschiedeten uns, es gab noch eine kleine Fotosession in der Lobby und dann nach dem obligatorischen Bier und einer Runde Fernsehen wieder ins Bett, heute ging es ja wieder früh raus für uns.
Heute morgen war das Wetter natürlich wieder 1A. Offenbar vergisst jemand den Zeitunterschied beim Wetter rüberschicken. Oder will uns wieder zurück in Deutschland haben. Jetzt sitzen wir auf jedem Fall im Zug Richtung Tokyo, wo uns noch eine Souvenireinkaufstour und hoffentlich, wenn alles gut läuft, noch eine kleine Runde Karaoke bevorsteht. Und morgen früh heißt es dann, wieder mit Wehmut, Sayonara, Nippon...
Zeig mir wo du wohnst
Es zahlt sich doch immer wieder aus, Leute vor Ort zu kennen, die einen ein wenig herumführen können. Am Bahnhof holte uns Emiko ab, die mich ja Anfang des Jahres auch in Bonn besucht hatte, sozusagen jetzt der Gegenbesuch.
Viel zu bieten hat Takamatsu ja eigentlich nicht, auf dem Weg zu unserem Hotel, dem Hotel Kawaroku, kamen wir an dem Hotel vorbei, bei dem ich bei meinem letzten Takamatsubesuch übernachtet hatte. Auch die Einkaufsarkarden, durch die wir danach gingen, waren mir schon bekannt. Am Hotel angekommen, brachten wir kurz unsere Sachen auf's Zimmer und trafen uns kurz danach wieder mit Emiko in der Lobby. Mittlerweile war auch deren Freundin Momoko dazugestoßen, die leider nur Japanisch spricht und etwas außen vor blieb, weil wir einfach wenig auf Japanisch redeten.
Wir gingen weiter durch die Einkaufsarkarde, wohl eine der längsten Japans mit 2,4km oder so. Irgendwann landeten wir im Ritsuren Koen, einem großen Garten, speziell zum Spazieren angelegt. Leider war gerade die Sakurazeit vorbei und die Irisse (?) machen sich wohl auch erst nächsten Monat daran zu blühen. Also gab es viel Grün zu sehen, aber wenig Blumen. Aber auch sonst gibt es dort interessantes zu entdecken. Zum Beispiel dieser Wasserfall, für den die Bediensteten per Hand das Wasser nach oben in ein Fass brachten um den Wasserfall jedes mal fließen zu lassen, wenn der Fürst daran vorbeiging.
Es gab sowieso einige Dinge, wie ein geschenkter Stein aus einer fernen Provinz, ein Baum von Prinz sowieso gepflanzt und ähnliches. Das Highlight war dann der Besuch im Teehaus, wo wir in einem Tatamiraum mit natürlich großartiger Aussicht eine Tasse Tee und eine kleine Süßigkeit serviert bekamen.
Etwas besonderes war es dann wohl auch, beim Schließen des Hauses dabei zu sein, wofür das Haus runderherum mit schiebbaren Fensterläden verschlossen wir, eine Prozedur, für die die Mitarbeiter eine Viertel Stunde benötigen. Leider hatte es begonnen ein wenig zu regnen, so dass wir auch etwas flotter durch den Garten zogen, außerdem näherten wir uns der Schließung des Parks. Also schnell noch ein paar fotogene Punkte aufgesucht.
Nachdem wir den Park verlassen hatten, zeigten uns Emiko und Momoko noch ein paar andere Punkte von mehr oder weniger Interesse in Takamatsu, einen Tempel und das Regierungsgebäude der Region, aber danach hieß es dann auch mal: Essen!
Die beiden führten uns in ein traditionelles japanisches Restaurant. Interessant war vor allem der zentrale Essensbereich, wo eine Theke um ein Becken gebaut war, in dem Fische schwammen (vermutlich die, die einem kurze Zeit später auf dem Teller begegneten). Da diese Sitze aber ein wenig kommunikationshemmend waren, setzten wir uns in ein Tatami-Separee, welches glücklicherweise noch frei war.
Ich as ein Sashimi (roher Fisch) Menu, mit den üblichen diversen Kleinigkeiten. Auch wie üblich alles sehr lecker. Martin hatte auch die Gelegenheit Tempura (frittierte Meeresfrüchte, Gemüse und anderes) zu probieren.
Da wir ja morgen ja nach Naoshima wollen und deshalb früh raus wollten, verabschiedeten wir uns frühzeitig und kehrten zum Hotel zurück. Jetzt muss vor allem noch was schmutzige Wäsche gewaschen werden, damit ich an den letzten paar Tagen auch noch was anzuziehen habe. Das dauert noch ein bisschen, das muss ja auch noch in den Trockner...
Viel zu bieten hat Takamatsu ja eigentlich nicht, auf dem Weg zu unserem Hotel, dem Hotel Kawaroku, kamen wir an dem Hotel vorbei, bei dem ich bei meinem letzten Takamatsubesuch übernachtet hatte. Auch die Einkaufsarkarden, durch die wir danach gingen, waren mir schon bekannt. Am Hotel angekommen, brachten wir kurz unsere Sachen auf's Zimmer und trafen uns kurz danach wieder mit Emiko in der Lobby. Mittlerweile war auch deren Freundin Momoko dazugestoßen, die leider nur Japanisch spricht und etwas außen vor blieb, weil wir einfach wenig auf Japanisch redeten.
Wir gingen weiter durch die Einkaufsarkarde, wohl eine der längsten Japans mit 2,4km oder so. Irgendwann landeten wir im Ritsuren Koen, einem großen Garten, speziell zum Spazieren angelegt. Leider war gerade die Sakurazeit vorbei und die Irisse (?) machen sich wohl auch erst nächsten Monat daran zu blühen. Also gab es viel Grün zu sehen, aber wenig Blumen. Aber auch sonst gibt es dort interessantes zu entdecken. Zum Beispiel dieser Wasserfall, für den die Bediensteten per Hand das Wasser nach oben in ein Fass brachten um den Wasserfall jedes mal fließen zu lassen, wenn der Fürst daran vorbeiging.
Die beiden führten uns in ein traditionelles japanisches Restaurant. Interessant war vor allem der zentrale Essensbereich, wo eine Theke um ein Becken gebaut war, in dem Fische schwammen (vermutlich die, die einem kurze Zeit später auf dem Teller begegneten). Da diese Sitze aber ein wenig kommunikationshemmend waren, setzten wir uns in ein Tatami-Separee, welches glücklicherweise noch frei war.
Ich as ein Sashimi (roher Fisch) Menu, mit den üblichen diversen Kleinigkeiten. Auch wie üblich alles sehr lecker. Martin hatte auch die Gelegenheit Tempura (frittierte Meeresfrüchte, Gemüse und anderes) zu probieren.
Da wir ja morgen ja nach Naoshima wollen und deshalb früh raus wollten, verabschiedeten wir uns frühzeitig und kehrten zum Hotel zurück. Jetzt muss vor allem noch was schmutzige Wäsche gewaschen werden, damit ich an den letzten paar Tagen auch noch was anzuziehen habe. Das dauert noch ein bisschen, das muss ja auch noch in den Trockner...
17.4.07
Himmel und Hölle
Wie ich ja bereits in meiner kurzen Zwischenmeldung andeutete, wenn Kurokawa Onsen der Himmel war, dann ist Beppu ziemlich nahe an der Hölle. Das war schon auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel festzustellen, ein Pachinkoladen neben dem anderen, was laut Martin ein gutes Indiz dafür ist, wie schlimm es um eine Ortschaft steht. Im Hotel angekommen konnten wir auch gleich wieder auf's Zimmer. Wieder ein Tatamiraum, mit viel Platz zwar und den üblichen Annehmlichkeiten (Klo und Bad im Zimmer, Minibar, Fernseher, Yukata (non-Gaijin-Size), aber kein Internet), aber alles hatte einen leicht abgeschraddelten Charme, Klimaanlage und Kühlschrank waren sicherlich noch aus den frühen Achtzigern.
Also gleich mal raus aus dem Hotel und sich ein paar Beppu'sche Sehenswürdigkeiten angesehen. Beppu ist vor allem ein Badeort, schon bei der Ankunft am Bahnhof sieht man überall Dampfsäulen aufsteigen. Bekannt ist Beppu auch für seine "Jigoku" (das buddhistische Equivalent der Hölle), wo sich die Aktivitäten der Erdwärme in verschiedenen Formen zeigt. Schon mein Reiseführer warnt, dass nur maximal 3 der insgesamt 9 "Höllen" wirklich einen Besuch wert seien. Mit dem Bus machten wir uns auf ins Zentrum dieser Ansammlung von "Höllen". Kaum dort angekommen, fing es auch schon wieder an zu regnen, wie passend für diesen Ort. Klugerweise hatten wir diesmal auch unsere Regenschirme eingepackt.
Da dieser Ort natürlich touristisch bestens erschlossen ist, ist auch der Weg zu den Höllen gut ausgeschildert. Unser erstes Ziel war die "Umi Jigoku", die Meereshölle. Zum Glück hatte es mittlerweile aufgehört zu regnen. Die Hauptattraktion ist ein relativ kleiner, dafür aber 120 Meter tiefer, kobaltblauer See, dessen Wasser eine Temperatur von 90°C hat. Genug um darin Eier zu kochen.
Der See ist umgeben von einem relativ schönem Garten, ein kleiner Schrein steht auch dort... ach ja, und es riecht mehr oder weniger stark nach Schwefel. Ebenfalls auf dem Gelände gibt es ein kleines Becken, in dem man seine Beine zur Entspannung baden kann. Hab ich, trotz des etwas anstrengenden Geruchs, auch einmal ausprobiert.
Die nächste Hölle auf unserer Liste war die "Bouzu Jigoku" (Bouzu sind buddistische Mönche mit Glatze). Hauptattraktion dort war Schlamm, ständig blubbernder Schlamm, dem man nicht wirklich zu nahe kommen möchte. Trotz der ganz netten Lage relativ unspektakulär. Übrigens bezahlt man für jede der Höllen 400 Yen Eintritt. Man kann sich zwar auch einen Pass für alle Höllen für 2100 Yen holen, aber man kann sich ja ausrechnen, dass sich das erst lohnt, wenn man wirklich alle besucht.
Als wir die "Bouzu Jigoku" verließen, wurde hinter uns auch gleich das Tor geschlossen. Es war 17 Uhr, und in Kannawa Onsen (der Teil Beppus, wo der Großteil der Höllen angesiedelt ist) klappte die Bürgersteige hoch. Passend dazu fing es natürlich auch wieder an zu regnen. Glücklicherweise erwischten wir auch gleich einen Bus zurück ins Zentrum. Allerdings erwischten diesen Bus auch ein gutes Dutzend französischer Austauschstudenten (vermutlich) womit es im Bus nicht nur voll, sondern auch (für uns mittlerweile fast ungewohnt) laut war.
Wieder im Zentrum Beppus angekommen, wollten wir mal sehen, wo dort was los war. Und mussten feststellen: es gab nichts zu finden. Vor allem: es war so gut wie niemand da, die meiste Zeit wirkten die Straßen und Geschäfte wie ausgestorben. Im örtlichen Kaufhaus (das mit einer Namco-Spielhalle voll von altertümlichen Automaten noch das aufregendste Angebot hatte) erlebten wir dann die nächste Überraschung. Um 19 Uhr wurden die geehrten Kunden gebeten das Geschäft zu verlassen - jetzt wäre Feierabend! Das wäre ja selbst bei uns ein Ding, an einem Wochentag.
Bei der anschließenden Suche nach etwas zu Essen folgten weitere Ernüchterungen, entweder waren die Restaurants geschlossen, wirkten nicht einladend oder die Köche sassen gelangweilt da und lasen Zeitung. Wir setzten uns am Ende einfach in ein Ramenrestaurant, in dem wenigstens ein paar Leute sassen. Irgendwas scheinen wir falsch gemacht zu haben, wo sind die Bewohner Beppus?
Mittlerweile hatten wir schon fast die Vermutung, das die Wagen, die nonstop durch die Stadt fuhren keine Wahlwerbung machten (was sie auch tatsächlich machten, von morgens Sonnenaufgang bis in die Nacht, immer weiter seinen Namen nennen und sich schon mal für die Stimme bedanken, ach, und winken) sondern eine Warndurchsage machten "Achtung, zwei komische Typen kommen in die Stadt, bitte flüchten sie sofort in die Berge!".
Nach dem Essen holten wir uns im Konbini noch Abendunterhaltung (Alkohol, Chips und Pr0n) und kehrten wieder zum Hotel zurück. Vor dem vor-dem-Fernseher-versumpfen probierten wir noch das Open-Air-Bad auf dem Dach des Hotels aus. Als ich dort hoch ging, bekam ich wegen des starken Winds die Tür kaum auf... es regnete leicht, es war ziemlich kalt, da oben nackt rumzuturnen. Aber im Bad war es dann seeehr angenehm. Kurz nachdem ich mich ins Bad gesetzt hatte, gesellten sich drei japanische Herren mit dazu. Natürlich folgte wieder ein wenig Small Talk, wobei sich herausstellte, dass einer der Herren vor 30 Jahren mit dem Motorrad durch Ostdeutschland gefahren war. Was ihn dorthin getrieben hatte, konnte ich allerdings nicht in Erfahrung bringen.
Entspannt vom Bad ging es zurück ins Zimmer, zu Chu-Hi, Chips und einer unterhaltsamen Sendung namens "Do you speak English?", bei dem ein paar Japaner ihre Englischkenntnisse beweisen durften. Wie zu erwarten, mit amüsanten Resultaten.
Danach schlafen und nach dem Aufstehen: bloss schnell weg hier. Irgendwie wollte Beppu uns wohl nicht wirklich. Und wir dementsprechend Beppu auch nicht. Jetzt sitzen wir im Zug (endlich auch mal wieder in einem Shinkansen) und sind auf dem Weg nach Takamatsu. Immerhin: da war ich schon mal, das kenn ich schon einigermassen...
Also gleich mal raus aus dem Hotel und sich ein paar Beppu'sche Sehenswürdigkeiten angesehen. Beppu ist vor allem ein Badeort, schon bei der Ankunft am Bahnhof sieht man überall Dampfsäulen aufsteigen. Bekannt ist Beppu auch für seine "Jigoku" (das buddhistische Equivalent der Hölle), wo sich die Aktivitäten der Erdwärme in verschiedenen Formen zeigt. Schon mein Reiseführer warnt, dass nur maximal 3 der insgesamt 9 "Höllen" wirklich einen Besuch wert seien. Mit dem Bus machten wir uns auf ins Zentrum dieser Ansammlung von "Höllen". Kaum dort angekommen, fing es auch schon wieder an zu regnen, wie passend für diesen Ort. Klugerweise hatten wir diesmal auch unsere Regenschirme eingepackt.
Da dieser Ort natürlich touristisch bestens erschlossen ist, ist auch der Weg zu den Höllen gut ausgeschildert. Unser erstes Ziel war die "Umi Jigoku", die Meereshölle. Zum Glück hatte es mittlerweile aufgehört zu regnen. Die Hauptattraktion ist ein relativ kleiner, dafür aber 120 Meter tiefer, kobaltblauer See, dessen Wasser eine Temperatur von 90°C hat. Genug um darin Eier zu kochen.
Wieder im Zentrum Beppus angekommen, wollten wir mal sehen, wo dort was los war. Und mussten feststellen: es gab nichts zu finden. Vor allem: es war so gut wie niemand da, die meiste Zeit wirkten die Straßen und Geschäfte wie ausgestorben. Im örtlichen Kaufhaus (das mit einer Namco-Spielhalle voll von altertümlichen Automaten noch das aufregendste Angebot hatte) erlebten wir dann die nächste Überraschung. Um 19 Uhr wurden die geehrten Kunden gebeten das Geschäft zu verlassen - jetzt wäre Feierabend! Das wäre ja selbst bei uns ein Ding, an einem Wochentag.
Bei der anschließenden Suche nach etwas zu Essen folgten weitere Ernüchterungen, entweder waren die Restaurants geschlossen, wirkten nicht einladend oder die Köche sassen gelangweilt da und lasen Zeitung. Wir setzten uns am Ende einfach in ein Ramenrestaurant, in dem wenigstens ein paar Leute sassen. Irgendwas scheinen wir falsch gemacht zu haben, wo sind die Bewohner Beppus?
Mittlerweile hatten wir schon fast die Vermutung, das die Wagen, die nonstop durch die Stadt fuhren keine Wahlwerbung machten (was sie auch tatsächlich machten, von morgens Sonnenaufgang bis in die Nacht, immer weiter seinen Namen nennen und sich schon mal für die Stimme bedanken, ach, und winken) sondern eine Warndurchsage machten "Achtung, zwei komische Typen kommen in die Stadt, bitte flüchten sie sofort in die Berge!".
Nach dem Essen holten wir uns im Konbini noch Abendunterhaltung (Alkohol, Chips und Pr0n) und kehrten wieder zum Hotel zurück. Vor dem vor-dem-Fernseher-versumpfen probierten wir noch das Open-Air-Bad auf dem Dach des Hotels aus. Als ich dort hoch ging, bekam ich wegen des starken Winds die Tür kaum auf... es regnete leicht, es war ziemlich kalt, da oben nackt rumzuturnen. Aber im Bad war es dann seeehr angenehm. Kurz nachdem ich mich ins Bad gesetzt hatte, gesellten sich drei japanische Herren mit dazu. Natürlich folgte wieder ein wenig Small Talk, wobei sich herausstellte, dass einer der Herren vor 30 Jahren mit dem Motorrad durch Ostdeutschland gefahren war. Was ihn dorthin getrieben hatte, konnte ich allerdings nicht in Erfahrung bringen.
Entspannt vom Bad ging es zurück ins Zimmer, zu Chu-Hi, Chips und einer unterhaltsamen Sendung namens "Do you speak English?", bei dem ein paar Japaner ihre Englischkenntnisse beweisen durften. Wie zu erwarten, mit amüsanten Resultaten.
Danach schlafen und nach dem Aufstehen: bloss schnell weg hier. Irgendwie wollte Beppu uns wohl nicht wirklich. Und wir dementsprechend Beppu auch nicht. Jetzt sitzen wir im Zug (endlich auch mal wieder in einem Shinkansen) und sind auf dem Weg nach Takamatsu. Immerhin: da war ich schon mal, das kenn ich schon einigermassen...
Leben wie Kami in Japan
So langsam kriegt uns die Zivilisation wieder. Auf unserem Weg quer durch Kyushu haben wir gestern einen Zwischenstopp im Badeörtchen Kurokawa Onsen (auf gut Deutsch: "Bad Schwarzfluss") gemacht. Der Ort liegt am Rande der Aso Kaldera, einem der größten (zum Glück erloschenen...) Vukankrater der Welt, mit ca. 25km Durchmesser. Kurokawa Onsen selbst ist nicht mehr als eine Ansammlung von einem guten Dutzend Ryokan (traditionelle japanische Herbergen) mit jeweils dazugehörigen Onsen (heißen Bädern) und ist mit einer der beliebtesten Ausflugsziele dieser Art in Japan.
Wir fuhren mit dem Highwaybus vom Busterminal am Bahnhof Hakata ab (dafür musste man in den dritten Stock, die Busterminals hier sind wie nicht anders zu erwarten extrem gut durchorganisiert. Im Busterminal fiel uns auf, dass der Bus auch ein Transportmittel für die jenigen ist, die finanziell nicht so gut ausgestattet sind. Ein ziemlich offensichtlich der Unterschicht zugehöriger Mann quatschte uns an, endlich mal eine Chance meine Japanischkenntnisse praktisch anzuwenden! Was auch ganz gut klappte. Als Gaijin mit Riesenrucksack und weiterem Gepäck zieht man natürlich immer eine Menge Aufmerksamkeit auf sich.
Die Busfahrt selbst verlief ziemlich ereignislos, in Kurokawa Onsen angekommen, wurden wir an der Bushaltestelle am Ortseingang rausgelassen. Jetzt hieß es "nur noch" unser Ryokan finden. Als wir es dann auf einer dort aushängenden Karte des Ortes lokalisiert hatten, stellten wir fest, dass es am anderen Ende des Ortes lag. Und wie wir dann unterwegs feststellten waren das gut 2km Fußweg.
Wir wanderten also durch den Ort, geschäftig voller Sonntagsausflüglern, die von Onsen zu Onsen pilgerten. Unser Ryokan lag noch etwas außerhalb, auf dem letzten Kilometer ging es durch den Wald und mittendrin lag dann auch unsere Herberge, das Sanga Ryokan. Schon die Lage war wunderbar, abseits des Trubels und der größeren, schon fast an Touristenbunker gemahnende Ryokan im Ortskern. Drumherum einfach nur Wald.
Dort also angekommen (es war mittlerweile so um 13 Uhr herum) wurden wir gleich zu unserem Zimmer gebracht. Und was uns dort erwartete war wohl so etwas wie die Präsidentensuite. 2 je 8 Tatami-große Räumen, eine kleine Küche, ein Ankleidungsraum, ein Luxusklo mit allen Annehmlichkeiten und der Knaller überhaupt: unser eigenes Outdoor-Bad, das aus einer der heißen Quellen gespeist wurde.
Erstmal wurde uns noch eine Tasse Tee aufgetischt und gefragt, wann wir denn zu Essen gedenken. Wir entschieden uns für 18 Uhr und dafür vorher noch einen Spaziergang zu machen. Für den nächsten Tag wollten wir noch herausfinden, von wo es für uns weitergeht. Nachdem wir erstmal (einer Auskunft einer Dame an der Rezeption folgend) 20 Minuten in die falsche Richtung gewandert waren (dafür aber ein wenig vom Umland gesehen hatten) entschieden wir uns zum Ort zurückzukehren und uns diesen einmal genauer anzusehen.
Dort erhielten wir in der Information auch die benötigte Auskunft wo, wann und wie es für uns weitergehen würde (einfach da wieder einsteigen, wo wir ausgestiegen waren...) und bummelten darauf noch etwas durch den Ort. Dort gab es neben den erwähnten Ryokan und Onsen auch jede Menge kleiner Läden für allerlei Schnickschnack, Lebensmittel und Souvenirs. Letztere lieben die Japaner ja total, man bringt selbstverständlich immer etwas mit nach Hause mit, meistens Spezialitäten des Ortes, den man besucht, häufig Süßigkeiten in schicker Verpackung.
Nachdem wir so gut wie alles gesehen hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem Ryokan. Unterwegs sammelte uns noch der Shuttle Bus auf, der uns dann doch erheblich Zeit (und Anstrengung) ersparte. Im Zimmer angekommen, war es Zeit für eine kleine Modenschau, die Hoteleigenen, eigens für Gaijin in größe LLL, Yukata wurden anprobiert!
Dann hieß es: Zeit für's Bad! An der Rezeption konnte man sich Schlüssel für die privaten "Familienbäder" (Kazukoburo) besorgen, aus der Auswahl von dreien wählte ich das offene Bad. Zunächst kam man dort in einen Vorraum, wo man sich komplett entkleidete und seine Klamotten in die Fächer dort legte. Dann ging es raus in den Baderaum. Dort stand ein großer Holzbottich mit gut 2 Meter Durchmesser, der ständig mit heißem Wasser gefüllt wurde. Von dort hatte man einen Blick in den danebenliegenden Wald. Zuallererst steht aber wie üblich eine gründliche Körperreinigung außerhalb des Beckens bevor. Wie üblich war für Shampoo, Conditioner und Körperseife gesorgt. Nachdem möglichst gründlich alle Seifenreste entfernt waren ging es rein ins Bad. Und das Wasser war in der Tat ziemlich heiß, mindestens 40°C. Vorsichtig wagten wir uns dort rein, aber kaum war man drin war man vor allem eins: extreeeeem entspannt.
Allzulang sollte man dort drin nicht verweilen (Blutdruck), also wieder raus und abtrocknen. Wir waren angesichts dieser totalen Entspannung beide etwas wackelig auf den Beinen. Zurück auf dem eigenen Zimmer, ging es jetzt daran unser eigenes Bad zu testen. Auch da: seeeehr entspannend.
Nach der Badesession war es noch ungefähr eine Stunde bis zum Essen, also hieß es mal wieder: japanischer TV-Check! Glücklicherweise gab's auch wieder den Filmkanal, auf dem Filme im Original mit Untertiteln lief und noch glücklicherweise kam was gutes, "The Butterfly Effect". Den allerdings mussten wir abbrechen, den jetzt folgte ein weiteres Highlight: das Abendessen. Dies wurden direkt im Zimmer serviert. Und schon der Anfang sah ziemlich gut aus:
Mit dabei unter anderem eine Metallpfanne (aus einer Hacke) auf der wir Fleisch und Gemüse braten konnten. Auch im Angebot, Oktopusarme, Sashimi (roher Fisch und, glaube ich, Pferdefleisch), Gemüse aller Art und weitere Dinge, von denen ich keine Ahnung hatte, was es ist. Aber probiert habe ich alles und alles schmeckte mir auch, Martin hatte da schon eher so seine Probleme mit diversen Sachen.
Etwas überraschend wurde dann eine weitere Fuhre Essen hereingebracht, überbackener Fisch und Suppe. Und dann kam noch eine Fuhre, mit Reispapier umwickelte Salatröllchen in Chilisoße und kalte Udon in Soße. Und dann am Schluß noch Suppe und, und auch erst dann: Reis. Und noch einen köstlichen Karamelpudding zum Dessert. Wahnsinn, alles sehr sehr lecker. Das ganze Essen dauerte wohl so ungefähr anderthalb Stunden und wir waren danach ordentlich gesättigt und schon zu dem Zeitpunkt sicher, dass sich jeder Yen für diese Unterkunft gelohnt hatte.
Anschließend wurden unsere Betten gemacht, klar, im Tatamizimmer auf Futons auf dem Boden. Die "Matratzen" waren schön dick und auch die Decke gehörte definitv in die Kategorie Pleumeaux. Vor dem Schlafen gehen guckten wir noch eins der neuen TV-Dramen (die Storyline war auch ganz gut mit geringen Japanischkenntnissen zu verstehen, Geschäftsmann in den Vierzigern heiratet junge Studentin, kurz vor der Hochzeit stellt sich heraus, dass die Mutter des Mädels (die mit dem Rest der Familie in Frankreich lebt) die Jugendliebe des Geschäftsmannes ist. Mutter kehrt nach Japan zurück, nistet sich beim jungen Pärchen ein, Chaos ist vorprogrammiert, Ende der ersten Folge). Als das zu Ende war, hatten wir 22 Uhr, ich war hundemüde und begab mich zum Schlafen.
Am nächsten Morgen gab es ab 8 Uhr in den Gemeinschaftsräumen das Frühstück, jedes Gästezimmer hatte seinen eigenen Tisch. Wieder war der Tisch mit einer Vielzahl von Gerichten gefüllt, viele sicherlich für "Westler" zum Frühstück ungewohnt. Natürlich Fisch, diverse Gemüse (meist eingelegt), ein verlorenes Ei (kalt) in Soße, Suppe, Reis, frische Milch und grüner Tee. Ich habe auch mal wieder alles probiert, auch wenn es mir schwer fiel, weil ich einfach irgendwann satt war. Nach dem Frühstück genehmigten wir uns noch einen Kaffee im Empfangsbereich, wo wir auf ein italienisches Paar trafen, mit dem wir uns eine zeitlang unterhielten, klar, über Japan, die Unterschiede, die guten und schlechten Seiten, Erziehung etc.
Vor dem kurz bevorstehenden Checkout genehmigte ich mir noch ein schnelles Bad in unserem Zimmer und dann ging es zum wohl schmerzhaftesten Teil, dem Bezahlen und somit dem Abschied vom Sanga Ryokan. Diesmal brachte man uns gleich mit dem Shuttlebus zur Bushaltestelle, unterwegs konnte ich mal wieder ein kleines Schwätzchen auf Japanisch führen. Zwar komme ich mir noch immer vor, als hätte ich grad sprechen gelernt, aber, hey, es klappt.
An der Bushaltestelle mussten wir dann keine 10 Minuten warten, bis dann der Bus kam, der uns nach Aso Bahnhof bringen sollte. Mit unseren Riesenrucksäcken sorgten wir gleich für ein großes Hallo bei den Reisenden, die bereits im Bus sassen. Kurz nachdem wir uns gesetzt hatten, quatschten uns auch wieder mal zwei Herren an und wieder mal war mein geballtes Japanischwissen (ungefähr Erbsengroß momentan) gefragt. Während sich der Fahrer des Shuttlebusses noch bemüht hatte, einfaches Japanisch in einer angenehmen Geschwindigkeit zu sprechen, war das diesmal schon etwas schwieriger. Die Fahrgeräusche des Busses waren der Kommunikation auch nicht wirklich zuträglich...
Nach ungefähr einer halben Stunde erreichten wir den Rand des Kraters und blickten von weit oben in eine weite Ebene. Dummerweise war das Wetter nicht wirklich gut, alles war wolkenverhangen, auf Fotos würde man wohl nur ein grau-weisses Irgendwas sehen. Nach dem Abstieg zum Kraterboden durch ein nicht enden wollendes Serpentinengekurve war es nicht mehr lang, bis wie den Bahnhof von Aso Town erreicht hatten. Ein klitzekleiner Bahnhof in der Mitte von Nirgendwo. Dummerweise mussten wir auch noch eine gute Stunde auf unseren Zug warten. Ein kurzer Rundgang durch Aso brachte dann auch nicht viel Unterhaltendes hervor, im Konbini deckten wir uns mit Nahrung ein und im Postamt konnten wir weitere Postkarten auf die Reise schicken. Aber sonst... nüscht. Dazu kam dann noch, dass sich das Wetter zunehmend verschlechterte. Als wir schließlich im Zug saßen, begann es sogar stark zu hageln und anschließend liess der Wind den Regen fast waagerecht "fallen". Aber jetzt sind wir ja im Zug (der nur aus zwei Wagen besteht, aber 2 reizende Zugbegleiterinnen hat, die einen ständig betüddeln) und sind auch knapp vor dem nächsten Ziel: Beppu.
Wir fuhren mit dem Highwaybus vom Busterminal am Bahnhof Hakata ab (dafür musste man in den dritten Stock, die Busterminals hier sind wie nicht anders zu erwarten extrem gut durchorganisiert. Im Busterminal fiel uns auf, dass der Bus auch ein Transportmittel für die jenigen ist, die finanziell nicht so gut ausgestattet sind. Ein ziemlich offensichtlich der Unterschicht zugehöriger Mann quatschte uns an, endlich mal eine Chance meine Japanischkenntnisse praktisch anzuwenden! Was auch ganz gut klappte. Als Gaijin mit Riesenrucksack und weiterem Gepäck zieht man natürlich immer eine Menge Aufmerksamkeit auf sich.
Die Busfahrt selbst verlief ziemlich ereignislos, in Kurokawa Onsen angekommen, wurden wir an der Bushaltestelle am Ortseingang rausgelassen. Jetzt hieß es "nur noch" unser Ryokan finden. Als wir es dann auf einer dort aushängenden Karte des Ortes lokalisiert hatten, stellten wir fest, dass es am anderen Ende des Ortes lag. Und wie wir dann unterwegs feststellten waren das gut 2km Fußweg.
Wir wanderten also durch den Ort, geschäftig voller Sonntagsausflüglern, die von Onsen zu Onsen pilgerten. Unser Ryokan lag noch etwas außerhalb, auf dem letzten Kilometer ging es durch den Wald und mittendrin lag dann auch unsere Herberge, das Sanga Ryokan. Schon die Lage war wunderbar, abseits des Trubels und der größeren, schon fast an Touristenbunker gemahnende Ryokan im Ortskern. Drumherum einfach nur Wald.
Dort also angekommen (es war mittlerweile so um 13 Uhr herum) wurden wir gleich zu unserem Zimmer gebracht. Und was uns dort erwartete war wohl so etwas wie die Präsidentensuite. 2 je 8 Tatami-große Räumen, eine kleine Küche, ein Ankleidungsraum, ein Luxusklo mit allen Annehmlichkeiten und der Knaller überhaupt: unser eigenes Outdoor-Bad, das aus einer der heißen Quellen gespeist wurde.
Nachdem wir so gut wie alles gesehen hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg zu unserem Ryokan. Unterwegs sammelte uns noch der Shuttle Bus auf, der uns dann doch erheblich Zeit (und Anstrengung) ersparte. Im Zimmer angekommen, war es Zeit für eine kleine Modenschau, die Hoteleigenen, eigens für Gaijin in größe LLL, Yukata wurden anprobiert!
Allzulang sollte man dort drin nicht verweilen (Blutdruck), also wieder raus und abtrocknen. Wir waren angesichts dieser totalen Entspannung beide etwas wackelig auf den Beinen. Zurück auf dem eigenen Zimmer, ging es jetzt daran unser eigenes Bad zu testen. Auch da: seeeehr entspannend.
Nach der Badesession war es noch ungefähr eine Stunde bis zum Essen, also hieß es mal wieder: japanischer TV-Check! Glücklicherweise gab's auch wieder den Filmkanal, auf dem Filme im Original mit Untertiteln lief und noch glücklicherweise kam was gutes, "The Butterfly Effect". Den allerdings mussten wir abbrechen, den jetzt folgte ein weiteres Highlight: das Abendessen. Dies wurden direkt im Zimmer serviert. Und schon der Anfang sah ziemlich gut aus:
Etwas überraschend wurde dann eine weitere Fuhre Essen hereingebracht, überbackener Fisch und Suppe. Und dann kam noch eine Fuhre, mit Reispapier umwickelte Salatröllchen in Chilisoße und kalte Udon in Soße. Und dann am Schluß noch Suppe und, und auch erst dann: Reis. Und noch einen köstlichen Karamelpudding zum Dessert. Wahnsinn, alles sehr sehr lecker. Das ganze Essen dauerte wohl so ungefähr anderthalb Stunden und wir waren danach ordentlich gesättigt und schon zu dem Zeitpunkt sicher, dass sich jeder Yen für diese Unterkunft gelohnt hatte.
Anschließend wurden unsere Betten gemacht, klar, im Tatamizimmer auf Futons auf dem Boden. Die "Matratzen" waren schön dick und auch die Decke gehörte definitv in die Kategorie Pleumeaux. Vor dem Schlafen gehen guckten wir noch eins der neuen TV-Dramen (die Storyline war auch ganz gut mit geringen Japanischkenntnissen zu verstehen, Geschäftsmann in den Vierzigern heiratet junge Studentin, kurz vor der Hochzeit stellt sich heraus, dass die Mutter des Mädels (die mit dem Rest der Familie in Frankreich lebt) die Jugendliebe des Geschäftsmannes ist. Mutter kehrt nach Japan zurück, nistet sich beim jungen Pärchen ein, Chaos ist vorprogrammiert, Ende der ersten Folge). Als das zu Ende war, hatten wir 22 Uhr, ich war hundemüde und begab mich zum Schlafen.
Am nächsten Morgen gab es ab 8 Uhr in den Gemeinschaftsräumen das Frühstück, jedes Gästezimmer hatte seinen eigenen Tisch. Wieder war der Tisch mit einer Vielzahl von Gerichten gefüllt, viele sicherlich für "Westler" zum Frühstück ungewohnt. Natürlich Fisch, diverse Gemüse (meist eingelegt), ein verlorenes Ei (kalt) in Soße, Suppe, Reis, frische Milch und grüner Tee. Ich habe auch mal wieder alles probiert, auch wenn es mir schwer fiel, weil ich einfach irgendwann satt war. Nach dem Frühstück genehmigten wir uns noch einen Kaffee im Empfangsbereich, wo wir auf ein italienisches Paar trafen, mit dem wir uns eine zeitlang unterhielten, klar, über Japan, die Unterschiede, die guten und schlechten Seiten, Erziehung etc.
Vor dem kurz bevorstehenden Checkout genehmigte ich mir noch ein schnelles Bad in unserem Zimmer und dann ging es zum wohl schmerzhaftesten Teil, dem Bezahlen und somit dem Abschied vom Sanga Ryokan. Diesmal brachte man uns gleich mit dem Shuttlebus zur Bushaltestelle, unterwegs konnte ich mal wieder ein kleines Schwätzchen auf Japanisch führen. Zwar komme ich mir noch immer vor, als hätte ich grad sprechen gelernt, aber, hey, es klappt.
An der Bushaltestelle mussten wir dann keine 10 Minuten warten, bis dann der Bus kam, der uns nach Aso Bahnhof bringen sollte. Mit unseren Riesenrucksäcken sorgten wir gleich für ein großes Hallo bei den Reisenden, die bereits im Bus sassen. Kurz nachdem wir uns gesetzt hatten, quatschten uns auch wieder mal zwei Herren an und wieder mal war mein geballtes Japanischwissen (ungefähr Erbsengroß momentan) gefragt. Während sich der Fahrer des Shuttlebusses noch bemüht hatte, einfaches Japanisch in einer angenehmen Geschwindigkeit zu sprechen, war das diesmal schon etwas schwieriger. Die Fahrgeräusche des Busses waren der Kommunikation auch nicht wirklich zuträglich...
Nach ungefähr einer halben Stunde erreichten wir den Rand des Kraters und blickten von weit oben in eine weite Ebene. Dummerweise war das Wetter nicht wirklich gut, alles war wolkenverhangen, auf Fotos würde man wohl nur ein grau-weisses Irgendwas sehen. Nach dem Abstieg zum Kraterboden durch ein nicht enden wollendes Serpentinengekurve war es nicht mehr lang, bis wie den Bahnhof von Aso Town erreicht hatten. Ein klitzekleiner Bahnhof in der Mitte von Nirgendwo. Dummerweise mussten wir auch noch eine gute Stunde auf unseren Zug warten. Ein kurzer Rundgang durch Aso brachte dann auch nicht viel Unterhaltendes hervor, im Konbini deckten wir uns mit Nahrung ein und im Postamt konnten wir weitere Postkarten auf die Reise schicken. Aber sonst... nüscht. Dazu kam dann noch, dass sich das Wetter zunehmend verschlechterte. Als wir schließlich im Zug saßen, begann es sogar stark zu hageln und anschließend liess der Wind den Regen fast waagerecht "fallen". Aber jetzt sind wir ja im Zug (der nur aus zwei Wagen besteht, aber 2 reizende Zugbegleiterinnen hat, die einen ständig betüddeln) und sind auch knapp vor dem nächsten Ziel: Beppu.
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