1.3.10

Die Nostalgie

Die Japaner pflegen die Erinnerung an die Vergangenheit. Um genauer zu sein, suhlen sie sich gern in nostalgischen Gefühlen, was dann im Ausruf  "Natsukashii!" (schwer zu übersetzen, das ist halt "Hach wie schön, das erinnert mich an die guten alten Zeiten!" in einem Wort) gipfelt. Bei denen, die heute dreißig Jahre und älter sind, bedeutet das vor allem die Erinnerung an die Showa-Ära. Die japanische Zeitrechnung richtet sich nach der Regierungszeit des Kaisers, die Showa-Zeit begann 1926 und endete 1989. Ungern erinnert man sich wohl an die Zeit vor 1945, die geprägt war von Nationalismus und Militarismus. Um so lieber denkt man zurück an die harte Zeit nach dem Krieg, die Jahre des Wiederaufbaus und des japanischen Wirtschaftswunders. Und so ist es nicht verwunderlich, das es ein Izakaya gibt, in dem man sich diesen nostalgischen Gefühlen beim ein oder anderen Bier hingeben kann.

Die "Hanbey" (半兵ヱ) Izakayas (zumindest das in Ueno, in dem ich mit Miho war) ist voll mit Erinnerungsstücken aus den 50er Jahren. Es gibt Separées, die eingerichtet sind, wie Wohnzimmer dieser Zeit. Auf den Uralt-Fernsehern laufen klassische Zeichentrickfilme und überhaupt ist alles urig und gemütlich (was aber meistens für Izakayas gilt). Und vor allem, und dafür ist man ja da, viele Klassiker der Nahrungsmittelindustrie.

Als ich zum Beispiel am Anfang von dem "ein oder anderen Bier" schrieb, ist das auch nur teilweise richtig. Da gibt es nämlich auch "Hoppy", was in dieser schicken Flasche kommt:


In der Zeit, als Hoppy auf den Markt kam (1948) war Bier für den "kleinen Mann" nicht erschwinglich, also ging man einen Umweg: Hoppy sieht zwar aus wie Bier, schmeckt auch (fast) so, hat aber keinen Alkohol. Den hat man dann einen kleinen Umweg hinzugefügt, in dem man einfach einen Longdrink draus macht und das ganze mit Shochu (dem typischen japanischen "Klaren") mixt.

Zu Essen hatten wir auch allerlei, von Standards wie Weisskohl (einfach mit Misosoße, gute Chipsalternative), Yakitori (Hähnchenspieße) und frittiertem Hähnchen. Das wurde dann auch im entsprechenden Geschirr gereicht:


Der Knaller war dann aber das Dessert. Während Miho sich eine "Überraschungstüte" mit klassischen Süßigkeiten kaufte (so wie die Tütchen, die wir uns früher beim Bäcker, beim Lädchen oder im Kiosk geholt haben... "Zwei Lakritzschnecken, zwei Wunderkugeln und fünf Esspapier!") konnte ich nicht wiederstehen und habe "Oppai Ice" bestellt. "Oppai"? Brüste, weibliche um genau zu sein. Was dann kam, sah dann so aus:


Milcheis, gefüllt in einen Gummischlauch. Am oberen Ende nuckelt man dann rum und das Eis kommt raus. Was dann in der Tat aussieht, als würde man an einer Brust nuckeln. Übrigens Vorsicht beim letzten Rest, der recht flott rausquillt...

Es war auf jeden Fall ein sehr lustiger Abend dort. Ich wär fast versucht, so einen Wirtschaftswunderladen bei uns zu Hause auch aufzumachen... irgendwelche Ideen, was man dort zu Essen und Trinken anbieten sollte?

26.2.10

Die Seele

Gestern gefunden im Lawson auf dem Campus der Tokyo Universität: "Seele Monolith Chocolate"


Merchandise zum Film "Evangelion: 2.0 - You can (not) advance". In der Packung ist eine massive Tafel Schokolade (ein Monolith halt), der aussieht, wie ... eben wie die Monolithen in "Evangelion", mit dem Aufdruck "Seele 01 - Sound only".

Ach, das Kleingedruckte ist übrigens Deutsch: "Über'm Sternenzelt richtet Gott, wie wir gerichtet.", ein Zitat aus der "Ode an die Freude". Während Englisch für's "Coole" gebraucht wird, nimmt man Deutsch wohl gerne für's mysteriöse...

Der Hafen

Auch wenn das jetzt das fünfte Mal ist, das ich in Japan bin, nach Yokohama habe ich es bisher noch nicht geschafft. Miho hat Mittwochs ihren freien Tag und das Wetter war dazu noch schön, also beste Voraussetzungen für einen Tagesausflug. Von unserem Apartment bis Yokohama (Minato Mirai, um genau zu sein) brauchten wir gut eine Stunde (mit zweimal Umsteigen) und schon standen wir... mitten in einem Shoppingmall. Naja, Bahnhof und Einkaufszentrum leben hier des öfteren in "gesunder" Symbiose. Traf sich aber ganz gut, ich brauchte noch eine Krawatte für die Hochzeit von Mihos Bruder, die morgen stattfindet. Und die sollte auf jeden Fall hell sein, am besten weiß oder helles Pastell. Gar nicht so einfach, Miho da zufrieden zu stellen (wir haben dann doch noch gestern eine in Ueno gefunden... juhu, ich bin jetzt stolzer Besitzer von zwei Krawatten!).

Als wir dann endlich draußen waren, standen wir direkt vor einem kleinen Vergnügungspark - im Hintergrund wohl vielen bekannte Riesenrad. Miho aber wollte ans Meer, also sind wir schnurstracks runter an den Hafen, ans Meer. Weiter am Ufer, Richtung "Aka Renga", was "Roter Backstein" bedeutet, und was zwei alte Lagerhäuser bezeichnet, die aus eben diesem Stein gemauert sind (Und, nein, Sebastian, nicht Aka Ranger, wobei die Idee, dass der Rote Power-Ranger seinen eigenen Parkplatz hat, schon ganz lustig ist...). Die waren aber dummerweise just an diesem Tag wegen Wartung des Sicherheitssystems (oder sowas...) geschlossen.

Geöffnet hatte dafür eine andere.... "Sehenswürdigkeit": das Wrack eines von der japanischen Küstenwache aufgebrachten nordkoreanischen Schmugglerschiffs. Am Eingang gab es ein kurzes Video über den Vorfall, die Schusswechsel, Feuer auf dem Schiff, Raketenwerfer... und direkt daneben das Schiff, bzw. das, was von ihm übrig war. Wenn man die faustgroßen Einschußlöcher im rostigen Wrack sieht, wirkt das ganze gleich noch dramatischer.
In dem Zusammenhang weise ich auf die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "mare" hin, in der unter anderem über die Entführung von Japanern durch nordkoreanische Agenten berichtet wird.

Nach soviel Dramatik ging es wieder raus ans Meer, zu "Zou no Hana", dem Elefantenrüssel, ein Name der Sinn ergibt, wenn man sich die Form des Wellenbrechers ansieht. Dort befindet sich der Anleger für internationale Kreuzfahrtschiffe, der gleichzeitig ein beliebte Ort für Dates ist. Von dort hat man auch eine gute Sicht auf die Skyline Yokohamas, auch wenn es leider ziemlich diesig war:


Und auf der anderen Seite die Bay Bridge... und zwei Schweizer, die sich später noch auf den Boden legten, um irgendwas von gaaaanz nah zu fotografieren.


Von dort aus ging es weiter am Ufer, wo wir an einem "Happy Lawson" vorbeikamen. Einem Konbini für Eltern mit Kind... in der linken Hälfte gibt's das Kinderparadies, rechts können Mama und Papa dann in Ruhe einkaufen. Unter anderem natürlich massig "Happy Lawson"-Merchandise.


Schließlich erreichten wir die Statue des "Mädchen mit den roten Schuhen", welches in einem bekannten Lied verewigt ist (Hier gibts ein Video). So wie Miho mir das erklärte, klang das für mich nach einer Geschichte über eine Kindesentführung, der tatsächliche Hintergrund ist aber wohl etwas weniger kriminell.

Von da aus ging es dann Richtung Chinatown. Zeit, etwas zu essen! Schon standen wir vor dem ersten Imbiß, der seine preisgekrönten Niku-man (Teigtaschen mit Fleischfüllung) bewarb. Die auch in der Tat ziemlich lecker waren. Allerdings gab es dann an jeder Ecke einen Imbiß mit Schlagworten wie "Champion!", "Medalist!" oder dass das Fernsehen schon mal da war. Etwas überraschend war dann das ein oder andere brasilianische Restaurant, was sich dazwischen eingeschmuggelt hatte.

Zum "richtigen" Abendessen schlug Miho dann vor in ein Restaurant mit "Shisen"-Küche zu gehen, um "echten" Mapodoufu zu essen. Hmmm... Shisen... scharf... Pfeffer... ratterratter... ah! Szechuan! Neben dem (wirklich ordentlich scharfen) Mapodoufu gab es noch eine Suppe mit Hackfleisch und breiten Nudeln und gebratenen Reis (zu löschen, sozusagen). Sehr lecker alles!

So gestärkt ging es an den Rückweg (mit Zwischenstopp zum Softeis und Mangopuddingkauf) Richtung Bahnhof. Mittlerweile war es schon Dunkel geworden, noch die Lightshow vom Riesenrad bewundert (das Riesenrad auf Odaiba ist besser...) und von der Rumlauferei erschöpft dann wieder zurück Richtung Tokyo. Zum Glück konnten wir Sitzplätze ergattern und schon mal ein Nickerchen in der Bahn machen.

Übrigens, wer mag: hier noch mal die Route zum Nachreisen.

25.2.10

Der Rückblick

Viel gelaufen sind wir in den letzten zwei Tagen. Vorgestern begann mein Tag in Shibuya, wo ich es dann endlich auch mal geschafft habe, bei Hachiko vorbeizuschauen. Ich bin zwar schon keine Ahnung wie oft an der Skulptur dieser wohl berühmtesten Hund Japans vorbeigelaufen, aber bewußt angesehen... wie gesagt, erst jetzt. Rüber über die blablabla jaja, die tollstegrößteüberlaufenste Kreuzung und anstatt rein in die Center-gai, rauf auf den Berg und in die Seitenstraßen. Ach, unterwegs bin ich an diesem überraschend ehrlichen Restaurant vorbeigekommen:


"Good enough to eat" - man kann's halt essen?

Die Seitenstraßen boten dann fotografisch für mich die interessanten Ansichten (als Freund der kleinen, engen Gassen und der ollen Häuschen) und irgendwann stellte ich fest, dass ich wohl im Love Hotel-Viertel gelandet sein musste. Ein Stundenhotel neben dem nächsten, mal mehr, mal weniger auffällig, mit Blinklichtern oder schon fast ein Themenpark. Oder schön verpackt:


Danach aber doch noch was Schaufensterbummeln und bei Tower Records ein paar CDs quer hören (die Vernunft siegte, das Portmonee atmete auf). Inzwischen hatte Miho auch Feierabend und nachdem sie sich mir wieder angeschlossen hatte, gingen wir erstmal was essen. Heute auf dem Speiseplan: Shio-Ramen, Hokkaido-Style, mit salziger Brühe. Also jetzt nicht versalzen, sehr lecker war's.

Danach machten wir uns auf, um mal nach Geschenken für die Gäste unserer Hochzeit zu suchen, bei japanischen Hochzeit gibt's das halt für die Hochzeitsgäste. Und da wir schon in der Gegend (Shinjuku-3-chome) waren, wollten wir noch beim 8-bit-Cafe vorbei... welches dummerweise ausgerechnet an diesem Tag geschlossen hatte. Ein anderes Mal...

Dann halt rein nach Kabukicho, wo ich mal sehen wollte, wie viel ich davon dank der "Yakuza"-Spielereihe schon besucht hatte... klar, ist anders, aber man findet sich schon ganz gut zurecht, wenn man die Gegend nur aus dem Spiel kennt. Ach, Teil 4 der Reihe wird auch bald veröffentlicht, im örtlichen Don Quijote gab es auch einigen Merchandise, wie T-Shirts, Handyanhänger, Nudelsuppe, Parfum, Pillendöschen...
Sehr interessant dort auf jeden Fall, das bunte, laute, schmutzige... die ganze Palette der abendlichen Unterhaltung, die Japan so bietet.

Hinter Kabukicho beginnt auch das koreanische Viertel, wo Miho noch als Mitbringsel für ihre Eltern etwas Kimchi und eingelegter Sesamblätter kaufte. Feines Zeug, schön scharf.

Danach ging es wieder zurück Richtung Nezu, zu Mihos Eltern, wo wir zum Yakiniku eingeladen waren. Vorher waren wir noch in einem feinen Cafe (café NOMAD, wer mal hin will, hier entlang), kurz entspannen und einfach noch was Zeit verbringen.
Das anschließende Abendessen war reichhaltig und extrem lecker, nebenbei durfte ich dann noch (soweit Wissen und Sprachkenntnis vorhanden) über Sachen wie die deutsche Bundesliga und das Ausbildungssystem referieren. Versucht ihr mal, in der Zweit- bis Drittsprache eurer Wahl zu erklären, wie man (Handwerks)Meister wird und was man vorher alles so macht. Vor allem unser tolles Schulsystem...

So, das reicht für's erste... über den gestrigen Trip nach Yokohama schreib ich später, jetzt muss ich erstmal raus an die Frischluft, heute mal Richtung Akihabara.

23.2.10

Das Amt

Gestern war es soweit: heiraten! Wie aufregend das klingt! Allerdings ist in Japan die amtliche Seite einer Hochzeit, im Vergleich zu einer standesamtlichen Eheschließung in Deutschland, alles andere als das. Das aufregendste dabei war wohl, ob wir auch alle benötigten Dokumente dabei hatten. Klar, sowas geht nicht ohne Papierkram: neben einer Geburtsurkunde wurde von mir noch eine Ehefähigkeitszeugnis benötigt. Um letzteres wiederum zu bekommen, brauchte ich von Miho der Auszug aus dem Familienregister und ihr Ehefähigkeitszeugnis - selbstverständlich mit amtlicher Übersetzung. Als wir das zusammen hatten, konnte auch mir die Fähigkeit zur Ehe bescheinigt werden. Und dann mussten die deutschen Sachen natürlich noch ins Japanische übersetzt werden.

Der Rest ging dann gestern ganz schnell: Wartenummer gezogen, warten, überraschend schnell wurden wir aufgerufen. Miho klärte alles mit dem freundlichen Amtsmann (ich hab nur hier und da ein Wort verstehen können.... wer weiss, worauf ich mich jetzt eingelassen hab...) und nach einer Viertel Stunde hieß es dann "Omedetou gozaimasu" (Herzlichen Glückwunsch) und die Sache war gegessen. Nächste Woche können wir dann die Bescheinigung abholen. Wie erwartet - ziemlich unspektakulär. Das Spektakel gibt's ja dann im Oktober.

Als wir den Papierkram erledigt hatten, fuhren wir in den 25. Stock des Gebäudes, von wo es einen Ausblick auf Tokyo (Bunkyo-ku, um genau zu sein gab). Von dort konnte man auch den Neubau des Tokyo Sky Tree, dem neuen Tokyo Tower sehen. Im Moment ist man glaub ich bei 300m, wenn der Turm fertig ist, sollen es dann über 600m sein. Auf dem Bild sieht man den Sky Tree ganz hinten, der dünne graue Streifen in der rechten Hälfte:


Übrigens haben wir gestern noch zufällig festgestellt, wie gut gewählt das Datum war: nicht nur war es der 22. Tag des 2. Monats, nach japanischem Kalender ist es auch noch das 22. Jahr der Heisei-Ära. Wir haben uns noch extra in der U-Bahn Tickets gekauft (wir haben beide Suica- bzw. Passmo-Karten, also aufladbare Chipkarten) und zugesehen, das wir die behalten konnten. Das sieht dann so aus:


Ach... und Geburtstag hatte ich auch noch... was wir dann noch amtlich mit Sushi gefeiert haben. Zur Feier des Tages gab es unter anderem Krabbenhirn (Kanimiso), war jetzt geschmacklich gar nicht so schlimm. Probleme habe ich eher mit Uni (Seeigel), was aber auch vor allem an der Konsistenz liegt... brr, glibber...

22.2.10

Das Appartment

Aus diversen Gründen haben Miho und ich mal wieder ein kleines Apartment für die zwei Wochen gemietet. Diesmal in der Nähe der Tokyo Universität, in einer ziemlich ruhigen Gegend. Direkt neben einer Kirche, also fast wie bei mir zu Hause...

Im Vergleich zum letzten Apartment in Yushima ist die Butze diesmal deutlich kleiner, dafür aber auch was günstiger. Die Ausstattung ist auch nicht so reichhaltig, eine Mikrowelle ist zwar da, aber mein Toast muss ich morgens über'm Gasherd machen... geht aber ganz gut. Das Highlight: ein amtliches Washlet, sogar mit beheizter Klobrille! Gerade in so kühlen Zeiten ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Apropos kühle Zeiten: japanische Häuser sind ja im allgemeinen nicht so dolle isoliert und Zentralheizung ist auch nur was für die Weicheier in Hokkaido. Was zur Konsequenz hat, das wir hier mit der Klimaanlage "heizen". Was wiederum extrem trockene Luft bringt. Da nützt auch der kleine Luftbefeuchter nix. Also versuche ich so wenig Zeit wie möglich im Apartment zu verbringen. Hmm... was mache ich eigentlich noch hier? Raus an die (soweit das in Tokyo möglich ist) frische Luft!

Der Flug

Ein paar Worte über die Reise... diesmal bin ich (zum zweiten Mal) mit Lufthansa direkt von Frankfurt nach Tokyo geflogen. Wobei ich ja extrem Glück hatte, dass sich die Damen und Herren Piloten entschieden hatten, erst ab heute und nicht schon letzte Woche zu streiken. Allerdings: das es immer noch Langstreckenflüge ohne Inseat-Entertainment bei einer Fluglinie wie der Lufthansa gibt, dass ist schon fast ein Grund als Passagier in Streik zu treten. Eigentlich hatte ich vor, in weiser Voraussicht, ein paar Filme auf mein Handy zu laden... aber dummerweise hatte die Konvertierung irgendwie nicht geklappt und so musste der Handyspeicher leer bleiben. Und mir blieb nichts anderes übrig als versuchen zu schlafen. Was aber ohne Schlafbrille und Ohrstöpsel ein Ding der Unmöglichkeit blieb. Das Filmprogramm war auch total uninteressant, Lesen ging auch nicht wirklich... sprich, entspannt reisen war anders. Aber, siehe mangels "Equipment", selber schuld.

Dafür waren Service und Essen voll in Ordnung. Ich hatte mir mal den Spaß gemacht und beim Buchen ein "Sonderessen" bestellt. Aus der großen Auswahl von über einem Dutzend Variationen (vegetarisch, Fischgericht, koscher, muslimisch......) wählte ich "glutenfrei". Und ohne dem Brot aus Reismehl, auf dem ungefähr zehnmillionenmal "glutenfrei!!!" stand, wäre wohl keinem der Unterschied zu einem "normalen" Flugzeugessen aufgefallen. Nur das ich mein Essen immer als Erster bekommen habe... Mal schauen, was ich mir für den Rückflug aussuche.

Ich bin wieder da!

Tja, da bin ich wieder. Nach langer Sendepause (die üblichen Sachen, Arbeit, Sprachkurs, Faulheit) gibt's wieder den ein oder anderen Eintrag im Blog. Warum gerade jetzt? Ich bin nicht nur hier (also im Blog) wieder da, sondern auch wieder da in dieser kleinen, ruhigen Stadt im fernen Osten: Tokyo hat mich wieder! Diesmal ist das touristische aber eher nebensächlich... denn in ein paar Stunden begebe ich mich mit meiner (noch)Verlobten zum Rathaus, wo wir uns ins Familienregister eintragen lassen - sprich standesamtlich heiraten. Für den "Main Event" im Oktober (traditionelle Heirat im Schrein) muss natürlich auch noch das ein oder andere vorbereitet werden. Aber nichts desto trotz wird in den zwei Wochen, in denen ich hier bin, auch genug Zeit bleiben für das übliche "in der Gegend herumlaufen", Essen & Trinken, Sehenswürdigkeiten aufsuchen etc. Es wird also wieder etwas lebhafter hier. Viel Spaß dabei!

31.10.09

Alte Ansichten

Ein faszinierendes Video mit Fotografien aus der Meiji-Ära, also Ende des 19. Jahrhunderts. Schon interessant zu sehen, wie sich einiges gar nicht geändert hat (zum Beispiel der Goldene Pavillion in Kyoto), das meiste aber doch sehr (Mode, Architektur).





Angeregt durch das Video hab ich gerade mal geschaut, was im Netz so zu finden ist an Galerien mit Fotografien aus dem alten Japan. Zwei Seiten, die auch auf Englisch daherkommen, sind das Archiv der Universität von Nagasaki und die NYPL Digital Gallery. Viel Spaß beim Stöbern!

Bitte Gehirn hier abgeben!

Was mache ich, wenn ich zu "merkwürdig" bin, für einen großen Erfolg in den USA? Ganz klar, ab nach Japan!




Falls noch genügend Gehirnkapazität übrig ist, um das hier zu lesen: der Typ in dem Video heißt Jonte und ist wohl der Choreograph von Beyoncé, Madonna und Janet Jackson (hat auf jeden Fall ein paar flotte Moves druff...). Wer noch nicht genug hat: hier seine MySpace-Seite (Achtung, wie üblich bei MySpace: Augenkrebsalarm!)

18.10.09

Mittendrin, statt nur...

Tolle Illustration im QuicktimeVR-Panoramaformat (ca. 3 MB, dauert etwas) von kozyndan.

Und schon wieder zu Hause

Tja, das war es dann auch schon wieder mit meiner Zeit in Japan. Die letzten Tage dort waren noch etwas stressiger, Einkäufe mussten noch erledigt, das Apartment wieder "geleert", Sachen gepackt und Freunde getroffen werden. Das bedeutete zwar auch einiges an Schlepperei und Hin- und Herfahrerei, aber auch sowas wie schön Yakiniku-Essen in einem koreanischen Restaurant. Ach, und ich habe es endlich mal auf den Tokyo Tower geschafft, abends, tolle Aussicht von da oben...





Natürlich fiel der Abschied mal wieder schwer, diesmal wahrscheinlich am schwersten, aber es gibt ja immer ein nächstes Mal (möglichst bald hoffentlich). Der Flug zurück mit JAL verlief relativ unspektakulär, schlafen konnte ich kaum, aber ein paar Filme hab ich mir angesehen, "Terminator: Salvation" (für Postapocalypse bin ich immer zu haben), "Evangelion 1.0: You Are (Not) Alone" (hrmph, wie, "Fortsetzung folgt"?) und am besten von allem gefiel mir "Summer Wars". Sehr schöner, unterhaltsamer "Sommer"-Film, die ersten 5 Minuten gibt's sogar bei YouTube als offziellen Stream.





So, in den nächsten Tagen wird noch nachgeholt, all das wovon ich noch berichten wollte. Aber erstmal muss ich auch noch darauf warten, das die Fotos entwickelt worden sind, hab ich ja auch ein paar gemacht...

Ach ja, und kalt isses hier! Ich musste erstmal die Heizung andrehen, war wohl doch etwas verwöhnt die letzten Tage...

12.10.09

So schlängelt sie sich...

Habe ja in meinem ersten längeren Spaziergangsbericht von der Hebi-michi, der Schlangenstraße erzählt. Um mal einen Eindruck zu gewinnen, wie die sich schlängelt und wie es in so einer Shitamachi-Gegend ausschaut, hab ich mal ein längeres Video gemacht (Achtung, nix für Leute die schnell seekrank werden, so'n Schnickschnack wie Antiwackel und so hat die Digital Harinezumi nicht...):





Übrigens war heute Feiertag. Ich musste Miho dreimal fragen, um sicher zu gehen, ob ich sie richtig verstanden habe. Heute war nämlich Gymnastiktag. Bzw. um es etwas genauer zu sagen "Tag der körperlichen Ertüchtigung". Wenn das mal kein Grund zu feiern ist...

Picknick im Yoyogi Park

Gestern war perfektes Wetter für ein Picknick im Park. Also früh aufgestanden, fleissig geschnippelt und gekocht und dann auf in Tokyos größten Park, den Yoyogi-koen. Wie natürlich zu erwarten war, war dort einiges los, aber wir konnten recht problemlos einen schönen Platz finden... um die kostenlose U-Bahnzeitung auf dem Rasen zu platzieren, uns darauf niederzulassen und die Bentoboxen auszupacken:



Um uns herum jede Menge Action: Hunde aller Formen und Farben (aber vor allem die kleinen Handtaschenkläffer) werden ausgeführt, Instrumente werden gespielt, Tanzchoreographien einstudiert und alle möglichen Sportarten ausgeführt. Zum Beispiel direkt neben uns dieses Kampfsportquartett, die beim Aufwärmen allerdings etwas merkwürdig aussahen:





Nachdem wir uns mehr als satt gegessen hatten, machten wir uns noch auf zu einem Verdauungsspaziergang durch den Park. Unter anderem kamen wir am "Kyushu Festival" vorbei, wo man die südlichen Provinzen Japans "sehen, hören und schmecken" konnte. Also jede Menge Touristeninfos, Aufführungen und vor allem Fressbuden. Ein bißchen schaden, das wir schon so vollgefuttert waren, ne Runde Hakata-Ramen hätte ich auch noch mitgenommen. Zu sehen gab es aber auch einiges, zum Beispiel diese putzige Gestalt...



Danach ging es noch Richtung Meiji-jingu (Schrein), ein kurzes Gebet abschicken und wieder raus, eine halbe Stunde später gab es dort eine Noh-Theateraufführung... natürlich nur für geladenste Gäste. Die Beine waren aber auch schon wieder schwer, also wieder auf nach Hause. Feiner Nachmittag, schade, dass es schon der letzte Sonntag hier ist...

10.10.09

Heute schon gesehen...

Manchmal gibt's so Tage, da sieht man zufällig gleich einige interessante Sachen auf einmal. Zum Beispiel heute bin ich mal beim Tokyo Dome vorbei. Neben Familien mit Kindern beim Ausflug im Vergnügungspark stieß ich plötzlich auf eine Horde Anzugträger. Was heißt Horde? Ein riesen Haufen, endlose Schlange, im Tokyo Dome gab es wohl einen "Sklavenmarkt", wo sich die frischen Absolventen auf dem Arbeitsmarkt anbieten können. Hier ein Video vom Ende des Schlange:





Lustig auch: auf der anderen Seite saßen jede Menge Jugendliche in betont lässiger Kleidung. Das wirkte fast wie eine Gegendemonstration: auf der einen Seite diejenigen, die sich in die Fesseln des Bürolebens begeben, auf der anderen Seite die, die das Leben in Freiheit genießen wollen.

Später ging es dann weiter mit den "Freiheitlichen", auf der Straße vor dem Bahnhof Ochanomizu gab es ein Straßenfest, bei dem ein paar Künstler ihre Kunstwerke zeigen konnten...



Regenschirme bemalten...



oder Herbstlaub kunstvoll drapierten.



Im Kanda Myojin-Schrein ging es dann wieder um Fesseln: ich wurde Zeuge von zwei Hochzeiten, bei der einen war gerade Fotosession...



die einen zogen gerade ein zur Vermählungszeremonie:



Übrigens mit Gaijinbeteiligung. Tja, sowas sieht man manchmal, wenn man einfach mal einen Spaziergang für ne Stunde macht.

Gehen statt schreiben

Im Moment ist es etwas ruhig hier... bei mir ist alles in Ordnung, um nicht zu sagen bestens. Da nach dem Taifun das Wetter sich erheblich verbessert hat, verbringe ich meine Zeit lieber damit, durch die Gegend zu laufen als darüber zu schreiben. Die Chiyoda-Linie hab ich schon so gut wie erledigt (4 Stationen fehlen noch), ab und zu spazier ich mal zum Zocken nach Akihabara (nur da hab ich bisher einen jubeat-Automaten gefunden), im Museum waren wir auch schon, gleich werd ich mich mal in Richtung Tokyo Dome aufmachen.

Da ich ja die ganze Zeit auch analoge Kameras (ihr wisst schon, die mit Film), gibt's auch Wochen nach der Reise noch genug Gelegenheiten, in Erinnerungen zu schwelgen... spätestens dann gibt's dann auch ausführliches. Oder ich habe doch keine Lust vor die Tür zu gehen...

8.10.09

Haptische Nachrichten

Was einem beim Nachrichten ansehen hier immer auffällt: hier wird noch viel von Hand gemacht. Die neuesten Entwicklungen in Sachen Taifun (Position, Windstärke, Regenmenge...) werden fein säuberlich auf ein Whiteboard geschrieben, natürlich mit verschieden farbigen Stiften. Die Verbindungen im Erpressungsfall David Letterman werden mit kleinen, auf Magnettafeln angepappte, Grafikelementen erläutert, das läuft dann in etwa so:

"Das ist David Letterman... *Foto-ans-Whiteboard-papp* ... er verdient jährlich soundsoviel ... *große-Zahl-ans-Whiteboard-papp* ... das ist Frau Dingenskirchen ... *Foto-ans-Whiteboard-papp* ... mit der er eine Affäre hatte... *Verbindungslinie-mit-Herz-ans-Whiteboard-papp*" und so weiter, und so fort...

Und ständig gibt's irgendwelche Texttafeln, bei denen entscheidende Stellen (zum Beispiel überraschende Namen oder die Antwort zu einer Frage) überklebt sind. Im "entscheidenden" Moment wird der Klebestreifen dann *pfffrrtt* abgezogen und *tadaaa* Überraschung, oooh, aaaah, eeeeeeh?, die Antwort gezeigt.

Natürlich gibt's auch die ein oder andere schnittige Computergrafik, aber diese handgemachten Elemente sind wirklich allgegenwärtig.

Das war's schon?

Seit Tagen gibt es auf allen Sendern ständig das gleiche Thema: Taifun No. 18 rollt an, er soll heftig(st) sein und er soll einmal quer über das japanische Festland rauschen - unter anderem dabei auch Tokyo treffen. Und wenn ich mir die kleine Grafik in der Nachrichtensendung ansehe (auf einem der acht frei empfangbaren Sendern laufen immer Nachrichten) sollte der Taifun jetzt auch hier sein. Aber viel merken tue ich davon nicht. Geregnet hat's die letzten drei, vier Tage eh fast nonstop und allzu stark wirkt der Wind eben auch nicht. Eben gab's auch blauen Himmel (wie man auch gerade in der Live-Schaltung von Tokyo Station sieht) und der soll auch die nächsten Tage bleiben. Von daher warte ich jetzt einfach mal ab, bis der Taifun (oder was davon hier noch ankommt) durch ist.

5.10.09

Der Garten an der Wand

Bei einem Spaziergang von Ebisu durch Daikanyama (jede Menge schicker Shops, von kleinem handgemachten bis zur teuren Designerlabels) fiel mir diese Wand auf. Beziehungsweise der Garten an der Wand:



In der aktuellen Ausgabe von "Monocle" gibt es einen Artikel über die vertikalen Gärten des neuen Marunouchi Buildings, deshalb war mein Interesse gleich geweckt. Nach kurzer Googlesuche stößt man auch den (selbsternannten?) Pionier dieser Gartenbaukunst, Patrick Blanc (hier auch ein etwas tiefergehenderes Interview bei PingMag), der sich sogar ein Copyright auf "Vertical Garden" gesichert hat... weshalb man für Leute, die sich so etwas selber machen wollen, zum Beispiel bei Youtube eher unter "Living Wall" oder ähnliches suchen sollte. Vermutlich wie früher mit "Seramis" der (am Ende vergebliche) Versuch, eine Gartenbautechnik in ein System umzuwandeln und somit zu monopolisieren, meiner Meinung nach ziemlicher Quark.

Bei den vertikalen Gärten geht es nicht um Kletter- und Rankpflanzen, die an einer Wand von unten nach oben wachsen, sondern um diverse Pflanzen, die tatsächlich an / in der Wand "gepflanzt" werden. Erde braucht man dafür nicht, für die Bewässerung muss das Wasser im Prinzip auch "nur" die Wand runterlaufen.

Ein paar Häuser weiter gab es noch eine einfachere, aber nicht minder interessante Variante: die ganz Wand ist mit Moos bewachsen (vermutlich auch gute Isolierung):



Würde ich glatt zu Hause auch machen, aber vermutlich wird der Vermieter was dagegen haben...

2.10.09

Let's Chiyoda-sen! Pt.2 - Shin-Ochanomizu bis Hibiya (C-12 - C-9)

Völlig überraschend gab es gestern prächtigstes Wetter. Eigentlich war Regen, maximal "bewölkt, aber trocken" angesagt, aber in einem etwas verwunderlichen Fall von "falsch geraten!" gab es kein Wölkchen am Himmel und strahlenden Sonnenschein. Beste Voraussetzungen also für einen ausgiebigen Spaziergang - natürlich entlang der Chiyoda-Linie. Richtung Süden sollte es diesmal gehen, gesetztes Etappenziel war der Hibiyapark, unterhalb des Kaiserpalastes.

Also raus aus dem Apartment, die Straße runter Richtung Shin-Ochanomizu. *kleineJapanischExkursion* "Ocha no mizu" bedeutet übrigens "Teewasser" (Wasser für Tee, wortwörtlich "des Tees Wasser"), angeblich weil zur Edo-Ära der Shogun sein Teewasser aus dem Fluss dort entnommen hat. Das "Shin" dafür bedeutet "Neu", denn direkt neben der Tokyo-Metro-U-Bahnhaltestelle diesen Namens gibt es den JR-Bahnhof, der einfach nur "Ochanomizu" heißt. *EndederJapanischExkursion* An der Hauptstraße angekommen, erblickte ich auf der anderen Straßenseite eine steile Treppe, mit einem großen roten Torii oben:



Klar, da oben musste also ein Schrein sein! Und, Bingo, der Kanda-Myojin-Schrein findet sich am Ende der Treppe. Der ist ziemlich auffällig und bei den guten Lichtverhältnissen kann die Digital Harinezumi auch gleich mal mit ihren vorteilhaften Nachteilen glänzen - übertriebene Farben und hoher Kontrast, Toycamerastyle halt:



Direkt neben dem Kanda-Myojin liegt der Yushima-Seido-Schrein, der als Lehranstalt für Konfuzianismus gegründet wurde. Aber ein recht unspektakuläres Gebäude, vermutlich dem unaufgeregten Philosphiestudium zuträglich.



Von der Brücke über den Fluß Kanda hat man einen tollen Blick Richtung Akihabara. Auch hier, gutes Licht macht das ganze nochmal so knallig:



Folgt man der Hongo-dori weiter Richtung Süden, sieht man von weitem schon die Kuppel der St.-Nikolai-Kirche, einer waschechten russisch-orthodoxen Kirche, die 1891 gebaut worden ist.



Ein Stück weiter kreuzt die Hongo-dori mit der Yasukuni-dori. Wer dort rechts abbiegt kommt erst ins Sportgeschäfteviertel, danach ins Buchladenviertel (und eine Ecke weiter das Musikinstrumenteviertel...). Insbesondere die Buchläden werde ich mir beim nächsten Mal näher ansehen, für mich ging es weiter Richtung Süden. Allerdings erblickte ich dann irgendwann zu meiner linken eine schmale Straße / Fußgängerzone, die recht lebhaft wirkte. Also kurz ab vom Weg und Richtung Bahnhof Kanda.



Jede Menge kleiner Geschäfte und Restaurants gab es dort, auch jede Menge Salaryman auf Nahrungssuche in der Mittagspause. Um den Bahnhof Kanda herum scheint es auch einige Möglichkeiten zur abendlichen Unterhaltung zu geben - die einen mehr oder weniger... dubios.

Deutlich seriöser wirkt das Viertel Marunouchi ("der innere Zirkel" sozusagen), hier gibt es jede Menge Bürokomplexe, Bankzentralen, Business, Business, Business. Etwas "auffällig" wirkte da der Müllabfuhrwagen, der zur Promotion des PSP-Spiels "Minna no sukkiri" dort herumstand.



Warum man sich also im "Inneren Zirkel" befindet? Ganz einfach: der Kaiserpalast ist um die Ecke. Viel zu sehen gibt es, außer den Touristen, die die Brücke zum Tor zum Palast fotografieren, ja nicht wirklich. In den zum Palastgelände gehörenden öffentlichen Garten wollte ich dieses Mal nicht (obwohl der eigentlich recht schön ist), ich wollte ja zum Hibiya-Park. Dort angekommen entdeckte ich gleich ein paar "Erdinger"-Sonnenschirme... und dieses Schild:



Japp, auch in Japan lässt man es sich nicht entgehen und feiert Oktu... äh, Oktoberfest. Obwohl es in dem Café, welches zu dem Schild gehörte, doch wesentlich ruhiger und gesitteter zuging, schließlich war der Großteil der Kundschaft wohl schon jenseits der 60.
Im Park traf ich mich dann auch mit Miho und wir machten uns gemeinsam auf die Suche nach etwas zu essen. Wir fanden schließlich im (ziemlich schicken) Hotel "remm" ein Muji Café. Wie von Muji nicht anders zu erwarten, alles "contemporary" (Zitat Miho), modern und reduziert halt. Wir bestellten etwas Tee, ich nahm einen Vanillepudding mit Karamellsoße (grandios!) und einen "Cream-chu" (ein mit Vanillecreme gefüllter Windbeutel), Miho nahm einen Teepudding (weiss leider nicht mehr, was für ein Tee, schmeckte auf jeden Fall auch gut).

Und wo wir schon mal mit Muji angefangen hatten, ging es auch gar nicht groß weiter nach Ginza rein, sondern zum Muji-Flagshipstore Yurakucho. Auf den drei Etagen gibt es alles, was es so von Muji gibt: die Schreibwaren, Kleidung, Möbel und Einrichtungsgegenstände, die man auch in den Läden in Deutschland findet (mit dem deutlichen Unterschied, dass es doch erheblich günstiger ist...), aber auch die schicken Fahrräder (aktueller Prospekt als pdf), jede Menge feine Sachen zum Essen (könnte den ganzen Laden leer kaufen...) bis hin zum Muji Haus (logische Fortentwicklung ist dann das "Muji Village"). Wäre schön, wenn Muji bei uns weg von "Teuer, weil gutes Design" hin zum eigentlichen "Gutes Design, aber günstig" wie hier käme... man wird ja noch träumen dürfen.

Im Lebensmittelbereich haben wir uns dann mit einigen Sachen eingedeckt: Chips zum Selberwürzen (einmal mit Yuzusalz, einmal mit Miso, es gab gut zwei Dutzend Würzmischungen und Dips zur Auswahl), frische Nudeln, Bier aus einer Kleinbrauerei in Ibaraki, kleine Kuchen (ein Matcha-Käsekuchen, schon gegessen, und ein Baumkuchen mit gesalzener Schokolade, momentan der geschmackliche heiße Scheiß hier) und Instantreisgerichte (auch schon eins gegessen).



Dann ging's auch wieder zurück "nach Hause". Zeit was zu kochen und zu essen. Leider ist es auch schon vorbei mit dem schönen Wetter, zum Glück hat's mittlerweile aufgehört Bindfäden zu regnen. Naja, eine gute Gelegenheit Wäsche zu waschen und in Ruhe zu bloggen. Mal sehen, wo wir gleich mal hingehen. Vielleicht einfach mal das schlechte Wetter für einen Museumsbesuch nutzen? Wir werden sehen...

Ach ja, die Route zum nachspazieren gibt es wieder hier.