1.10.09

Let's Chiyoda-sen! Pt.1 - Nezu / Sendagi (C-14/15)

Neben den bereits erwähnten Gründen, warum ich die Chiyoda-Linie für meine "Gucken wir mal überall vorbei"-Tour ausgewählt habe, gibt es noch einen anderen: meine Freundin wohnt in Nezu (Halt Nummer 14 auf der Strecke) und natürlich möchte ich diese Gegend deshalb auch kennenlernen.

Nezu liegt nördlich des Ueno Parks und der Tokyo Universität und bildet zusammen mit Yanaka und Sendagi einen Bereich, der zum einen in der Kunstszene an Beliebtheit gewinnt, zum anderen noch ein recht ursprüngliches Tokyo darstellt. Letzteres liegt daran, dass weder das Großen Erdbeben 1923 noch die Bombadierungen Tokyos im 2. Weltkriegt schwere Schäden hinterließen.  Es finden sich also heute noch immer viele typische alte Häuser und enge, teils sich schlängelnde Straßen dort finden.

Mein Spaziergang begann mit einem Frühstück im "Pain de mie", der Bäckerei der Eltern meiner Freundin. Sandwich gab's, French Toast, Joghurt und Eiscafe - das es hervorragend war, würde ich auch ohne die beziehungstechnische Verbindung sagen. Wer in der Gegend ist, schaue mal vorbei, zu finden hier.

Dann ging's einfach mal raus, in die nächste Straße beim Senbei-Laden links rein und schon... einen Tempel gefunden.



Der Straße weiterfolgend, wird die enge Gasse noch "unübersichtlicher" und schlängelt sich von links nach rechts durch's Viertel. Und siehe da, die Straße nennt sich tatsächlich "Hebimichi" - "Schlangenstraße". Überall gibt es kleine Geschäfte, viele sehen so aus, als wären sie schon halbe Ewigkeiten hier.

Am Ende der Schlangenstraße geht es links bergauf, entlang einer Hauptstraße, vorbei an weiteren Geschäften, Restaurants, Schulen - und diesen Plakaten hier:




Wie ich später erfahre, wirbt die junge Dame im Auftrag der Polizei für mehr Vorsicht im Straßenverkehr. An jeder Ecke waren auch Pavillions aufgebaut, ich nehme an, dort gab es noch weitere Informationsmaterialen zur Verkehrssicherheit.

Oben am Ende der Hauptstraße angekommen liegt "SCAI the Bathhouse", ein ehemaliges Badehaus, welches jetzt zu einer Gallerie umfunktioniert worden ist. Leider war noch geschlossen, ein anderes muss ich dort vorbei. Für mich ging es weiter Richtung Yanaka Friedhof. Doch vorher kam ich am Jyomyo-in vorbei, einem Tempel, in dem angeblich über 80.000 "Jizu" genannte Skulpturen stehen. Ob 80.000 oder nicht, ein Blick in alle Richtungen ist auf jeden Fall schon mal beeindruckend.




Nach dem Jyomyo-in ging es weiter über den Friedhof von Yanaka, ein ziemlich großes Gelände, auf dem wohl auch einige Berühmtheiten ihre Ruhestädte haben. Unter anderem fand ich auch das hier:



Danach ging es wieder den "Berg" runter, ich wollte noch zum Nezu Schrein und viel Zeit war nicht mehr. Dabei kam ich auch an der Haltestelle "Sendagi" (Halt Nummer 15 der Chiyoda-Linie) vorbei, das wäre also auch abgehakt...

Wie so oft ist das Gelände von Tempeln und Schreinen eine Oase der Ruhe, auch im Nezu-jinja ist das nicht anders. Ein Mann schlief im Schatten der Bäume auf einer Bank, einer las in Ruhe in einem Buch, ein älteres Paar bewunderte die Koi in einem der Teiche. Torii gab es auch im Überfluss...



...und der ein oder andere Fuchs fand sich auch:



Auch solche, die sich scheinbar nicht benommen hatten und hinter Gittern mussten:




Ich hatte Glück, die Gebäude waren gerade renoviert worden, also konnte ich alles im neuen Glanz bewundern. Alles so schön bunt hier!






Nach der kurzen Ruhepause ging es wieder zurück auf die lauten Straßen und zurück zur Haltestelle Nezu. Auf jeden Fall werde ich noch einmal zurückkehren und mir die Gegend noch genauer ansehen. Wer Route von diesem Spaziergang nach verfolgen möchte: mit dem gmaps Pedometer hab ich das ganze nachverfolgt.
Ein Abstecher nach Nezu lohnt auf jeden Fall.

Kommentare:

redbasilisk hat gesagt…

Toller Bericht, bekam beim Lesen gleich Lust loszumarschieren. Und diese Funktion von Google Maps names gmps Pedometer kannte ich noch gar nicht. Tolle Sache, ausser der Möglichkeit des Kalorien zählens, das ist völlig unnötig ),D

doc hat gesagt…

Das Ding ist glaub ich auch eher für Jogger und so gedacht. Ich find's immer ganz interessant zu wissen, wie viele Kilometer ich mal wieder zurückgelegt habe...