Eine Sache, die mich in Japan ja immer wieder erfreut (es sind die kleinen Dinge...), ist die fast immer eingehaltene Rolltreppendisziplin: links stehen, rechts gehen (und in Osaka andersrum, wenn ich mich nicht täusche). Dabei steht der überwiegende Großteil der Rolltreppenbenutzer lieber, gegangen wird wohl nur wenn's eilig wird und die nicht-rollende Treppe wird auch nur im äußersten Notfall (= es ist keine Rolltreppe da, es ist Rushhour oder jemand hält sich nicht an die Regeln und hält den Rolltreppenablauf auf) benutzt. Was ich aber jetzt erst festgestellt habe, wo ich als Kinderwagenchauffeur darauf angewiesen bin: die Japaner, egal ob jung oder alt, ob topfit oder nicht mehr so ganz, fahren gerne Aufzug. Klar macht das bei Hochhäusern mit dutzenden Stockwerken Sinn. Äußerst merkwürdig finde ich das allerdings bei den Aufzügen in U-Bahnstationen. Es ist egal, ob die am anderen Ende des Gleises sind, das man mindestens einmal umsteigen muss (einmal vom Gleis ins Zwischengeschoss, dann von da an die Erdoberfläche) oder dass die Aufzüge eher gemütlich unterwegs sind, es finden sich immer ein paar Schüler, Angestellte oder Mädels auf Shoppingtour, die einen Aufzug füllen. Obwohl sie offensichtlich überhaupt nicht darauf angewiesen sind. An vielen Aufzügen steht zwar so etwas wie "Dieser Aufzug ist für Menschen im Rollstuhl, mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck, vielen Dank für ihre Rücksichtnahme", aber da hat die oft gerühmte Höflichkeit und Disziplin offensichtlich ihre Grenzen. Und so wird es wohl in Zukunft öfter vorkommen, das wir uns aus Höflichkeit nicht mit unserem Kinderwagen in den Aufzug zwängen, sondern warten, bis der nächste kommt...
Japanische Popkultur, Architektur, Kunst und anderer Schmonzes!
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25.1.13
8.6.12
Pop-Demokratie und stille Post
Ja, es gibt sicherlich wichtigeres als die "Frontfrauwahl" von AKB48, über das man momentan aus Japan berichten könnte (kommt als nächstes, versprochen). Aber schließlich hat das Thema sämtliche japanische Mainstreammedien in den letzten Tagen dominiert, da muss doch auch Spiegel Online seinen Beitrag dazu bringen. Und scheint dabei vor lauter junger, hübscher Mädchen auch mal gleich etwas durcheinander zu kommen und zwei, drei Dinge durcheinander zu bringen.
Aber mal von vorne, die kurze Zusammenfassung: AKB48 ist derzeit die Girlgroup in Japan, es gibt sehr viele Mitglieder (laut Wikipedia aktuell 64 an der Zahl) und man kann ihnen dementsprechend auch nicht entkommen. Sie sind wirklich überall, in Fernsehsendungen aller Art, in den Werbungen zwischen den Fernsehsendungen, auf Plakaten, in Zeitungen etc. pp. Nun gibt es jedes Jahr eine "allgemeine Wahl" (総選挙, Sousenkyo), bei der die Fans die Möglichkeit haben, aus den Mitgliedern ihre Favoritin zu bestimmen. Das geschieht allerdings nicht über einen Wahlzettel, statt dessen gibt man seine Stimme über den Kauf einer CD-Single, auf deren Cover sich ein Foto der Favoritin befindet (bzw. gibt es in der CD einen Code mit dem man dann online seine Stimme abgeben kann). Clevere Geschäftsidee, nicht wahr? Und so gab es, wie auch schon bei den letzten Wahlen, angeblich Fans mit offensichtlich eindeutig zu viel Geld, die sogar mehrere tausend CDs ihrer Favoritin gekauft haben.
Soweit steht das ja auch im Artikel bei SpOn, wie auch in dem Artikel bei Reuters, auf dem der SpOn-Artikel offensichtlich basiert (wobei beim Reuters-Artikel noch einiges mehr steht). Was aber der Autor bei Spiegel noch dazufantasiert hat, ist der Umstand, dass die diesjährige Gewinnerin Yuko Oshima als neues Mitglied in die Truppe gewählt wurde und dann auch noch gleich als Frontfrau. Dann frage ich mich allerdings, wie sie als "neues Gesicht" bei der vorletzten Wahl ebenfalls gewonnen hat und bei der im letzten Jahr zweite wurde, was sie auch schon bei der ersten Wahl war. Naja, aber der Autor findet ja schließlich auch, dass diese Asiatinnen eh alle gleich aussehen, da kann sowas ja schon mal passieren.
Wenig überraschend sind auch ganze Passagen aus einem etwas älteren SpOn-Artikel über AKB48 übernommen, wo unter anderem auch der "Sinn und Zweck" der Wahlen richtig beschrieben ist. Vielleicht hätte man den Artikel einfach mal lesen sollen, bevor man ihn für einen neuen verwurstet.
Aber mal von vorne, die kurze Zusammenfassung: AKB48 ist derzeit die Girlgroup in Japan, es gibt sehr viele Mitglieder (laut Wikipedia aktuell 64 an der Zahl) und man kann ihnen dementsprechend auch nicht entkommen. Sie sind wirklich überall, in Fernsehsendungen aller Art, in den Werbungen zwischen den Fernsehsendungen, auf Plakaten, in Zeitungen etc. pp. Nun gibt es jedes Jahr eine "allgemeine Wahl" (総選挙, Sousenkyo), bei der die Fans die Möglichkeit haben, aus den Mitgliedern ihre Favoritin zu bestimmen. Das geschieht allerdings nicht über einen Wahlzettel, statt dessen gibt man seine Stimme über den Kauf einer CD-Single, auf deren Cover sich ein Foto der Favoritin befindet (bzw. gibt es in der CD einen Code mit dem man dann online seine Stimme abgeben kann). Clevere Geschäftsidee, nicht wahr? Und so gab es, wie auch schon bei den letzten Wahlen, angeblich Fans mit offensichtlich eindeutig zu viel Geld, die sogar mehrere tausend CDs ihrer Favoritin gekauft haben.
Soweit steht das ja auch im Artikel bei SpOn, wie auch in dem Artikel bei Reuters, auf dem der SpOn-Artikel offensichtlich basiert (wobei beim Reuters-Artikel noch einiges mehr steht). Was aber der Autor bei Spiegel noch dazufantasiert hat, ist der Umstand, dass die diesjährige Gewinnerin Yuko Oshima als neues Mitglied in die Truppe gewählt wurde und dann auch noch gleich als Frontfrau. Dann frage ich mich allerdings, wie sie als "neues Gesicht" bei der vorletzten Wahl ebenfalls gewonnen hat und bei der im letzten Jahr zweite wurde, was sie auch schon bei der ersten Wahl war. Naja, aber der Autor findet ja schließlich auch, dass diese Asiatinnen eh alle gleich aussehen, da kann sowas ja schon mal passieren.
Wenig überraschend sind auch ganze Passagen aus einem etwas älteren SpOn-Artikel über AKB48 übernommen, wo unter anderem auch der "Sinn und Zweck" der Wahlen richtig beschrieben ist. Vielleicht hätte man den Artikel einfach mal lesen sollen, bevor man ihn für einen neuen verwurstet.
30.6.11
Und um das Sommerloch: ein Bagel
Jedes Jahr das gleiche Problem: um im Sommer deine Zeitung vollzukriegen, musst du auch mal auf totalen Quatsch zurückgreifen. Und wer ist immer für totalen Quatsch gut? Na? Die Japaner natürlich! Der Bild-Zeitung geht es momentan wohl ähnlich und stellt auf altbekannte Art etwas total verrücktes vor: die "Bagelheads"! (Achtung! Link führt zu Bild!) Jungs und Mädels mit ziemlich fies aussehenden Beulen am Kopf! Der neueste Trend aus Japan! Wooooo, k-razy!
Nur: zum einen ist es kein wirklicher Trend, neu ist es auch nicht und aus Japan... naja, entstanden ist es zumindest woanders. Aber der Reihe nach: zum ersten Mal gingen die "Bagelheads" im Sommer 2009 durch's Internet. Das "Bizarre" Magazin berichtete über "extreme body modification", bei der sich ein paar japanische... Freaks Kochsalzlösung unter die Haut injizieren und damit die zuvor erwähnten Beulen am Kopf erzeugten. Die Fotos zu dem Artikel wurden dann vom "Fucked Gaijin"-Forum entdeckt, wo dann auch die Bezeichnung "Bagelheads" entstand (den das Bizarre Mag übrigens dann später in den Artikel übernahm, vorher stand da nix von Bagelheads). Das Ganze ging dann durch Blogs, Twitter, wasweissich und landete irgendwann dann auch in der Mainstream-Presse.
Danach war dann zwei Jahre mehr oder weniger Ruhe, bis das Vice Magazine letzte Woche ein Interview mit dem Fotografen Ryoichi "Keroppy" Maeda veröffentlichte. Der hat diese Methode der Körpermodifikation im Jahr 1999 auf einer Messe in Kanada zum ersten Mal gesehen und brachte im Jahr 2007 das Ganze nach Japan. Wo es halt, wie sicherlich im Rest der Welt, in der Körpermod-Szene gerne mal ausprobiert wird.
Auf jeden Fall wurde der Vice-Artikel natürlich flugs über Blogs und Twitter weiterverbreitet und mirnichtsdirnichts wird auch wieder einmal die Mainstreampresse darauf aufmerksam, die uns das dann als den neuesten heißen Scheiß verkauft. All diese Hintergrundinformationen kriegt man mit ner halben Stunde googlen heraus. Aber bei der Verbindung "Japan" und "crazy shit" setzen ja eh alle journalistischen Vorsätze aus, weil denen traut man ja alles zu. Was kommt als nächstes, nochmal die Geschichte mit dem Höschenautomat?
Was mir aber noch viel mehr auf den Nerv geht, ist das es momentan hunderttausend Themen in Japan gibt, über die es sich lohnen würde zu berichten. Wie läuft der Wiederaufbau im Nordwesten Japans? Wie geht es den Leuten in den Notunterkünften? Was läuft eigentlich momentan im Atomkraftwerk Fukushima? Wie gehen die Leute mit der Strahlenangst um? Wie profitiert die Yakuza von der Katastrophe? Und so könnte ich endlos weiter fragen. Die Antworten darf man sich selber zusammensuchen. Genau so wie die Wahrheit über einen jahrealten obskuren Trend einer Untergrundszene.
Nur: zum einen ist es kein wirklicher Trend, neu ist es auch nicht und aus Japan... naja, entstanden ist es zumindest woanders. Aber der Reihe nach: zum ersten Mal gingen die "Bagelheads" im Sommer 2009 durch's Internet. Das "Bizarre" Magazin berichtete über "extreme body modification", bei der sich ein paar japanische... Freaks Kochsalzlösung unter die Haut injizieren und damit die zuvor erwähnten Beulen am Kopf erzeugten. Die Fotos zu dem Artikel wurden dann vom "Fucked Gaijin"-Forum entdeckt, wo dann auch die Bezeichnung "Bagelheads" entstand (den das Bizarre Mag übrigens dann später in den Artikel übernahm, vorher stand da nix von Bagelheads). Das Ganze ging dann durch Blogs, Twitter, wasweissich und landete irgendwann dann auch in der Mainstream-Presse.
Danach war dann zwei Jahre mehr oder weniger Ruhe, bis das Vice Magazine letzte Woche ein Interview mit dem Fotografen Ryoichi "Keroppy" Maeda veröffentlichte. Der hat diese Methode der Körpermodifikation im Jahr 1999 auf einer Messe in Kanada zum ersten Mal gesehen und brachte im Jahr 2007 das Ganze nach Japan. Wo es halt, wie sicherlich im Rest der Welt, in der Körpermod-Szene gerne mal ausprobiert wird.
Auf jeden Fall wurde der Vice-Artikel natürlich flugs über Blogs und Twitter weiterverbreitet und mirnichtsdirnichts wird auch wieder einmal die Mainstreampresse darauf aufmerksam, die uns das dann als den neuesten heißen Scheiß verkauft. All diese Hintergrundinformationen kriegt man mit ner halben Stunde googlen heraus. Aber bei der Verbindung "Japan" und "crazy shit" setzen ja eh alle journalistischen Vorsätze aus, weil denen traut man ja alles zu. Was kommt als nächstes, nochmal die Geschichte mit dem Höschenautomat?
Was mir aber noch viel mehr auf den Nerv geht, ist das es momentan hunderttausend Themen in Japan gibt, über die es sich lohnen würde zu berichten. Wie läuft der Wiederaufbau im Nordwesten Japans? Wie geht es den Leuten in den Notunterkünften? Was läuft eigentlich momentan im Atomkraftwerk Fukushima? Wie gehen die Leute mit der Strahlenangst um? Wie profitiert die Yakuza von der Katastrophe? Und so könnte ich endlos weiter fragen. Die Antworten darf man sich selber zusammensuchen. Genau so wie die Wahrheit über einen jahrealten obskuren Trend einer Untergrundszene.
16.4.11
Schlimmer als die Strahlung: Angst
Schon kurze Zeit nachdem das Unglück im AKW Fukushima bekannt wurde, begann man Fragen zu stellen: kann ich hier bleiben (wenn man zum Beispiel gerade in Tokyo war)? Kann ich dahin reisen (und da ging es nicht nur um Japan, sondern auch um den Osterurlaub in Thailand...)? Und vor allem: darf ich noch Sachen aus Japan essen? Mal davon abgesehen, dass Japan ein ziemlich großes - oder sagen wir besser langes Land ist, in dem große Teile weder von Erbeben oder Tsunami noch von der Strahlung aus Fukushima betroffen sind, beeilte sich die EU natürlich zu versichern, das nur geprüfte Waren aus Japan nach Europa kämen. Dann setzte man allerdings die Grenzwerte hoch, worauf logischerweise ein Aufschrei durch Europa ging. Und so setzte man die Grenzwerte selbstverständlich wieder herunter, auf das gleiche Niveau, wie die japanischen.
Beim Zoll, zumindest bei dem in Köln, scheint man es mit den "Einfuhrbeschränkungen" sehr ernst zu nehmen. Meine Frau Miho arbeitet in Köln in einem japanischen Restaurant, wo in der letzten Woche eine neue Köchin aus Japan ihre Arbeit begann. Diese junge Köchin bekam von ihrer Mutter ein Paket geschickt, welches wie zu erwarten beim Zoll landete, wo sie es entgegen nehmen sollte. Inhalt das Pakets: einige Kleidungsstücke und Lebensmittel, darunter von der Großmutter hausgemachte Umeboshi (eingelegte "Pflaumen"). Nur was natürlich fehlte: das Zeugnis der Strahlungsunbedenklichkeit. Mit der Konsequenz, dass das Paket aus der Heimat postwendend zurückgeschickt werden musste. Bitter. Und recht herzlos von den Damen und Herrn beim Zoll. Aber da sind wir Deutschen ja auch gut drin, Vorschriften sind da um eingehalten zu werden...
Ziemlich bitter sind allerdings auch Geschichten aus Japan über die Stigmatisierung von Bewohnern aus der Region um das AKW Fukushima. Aus Angst vor der "ansteckenden" Strahlung werden diese gemieden, gehänselt oder ignoriert. Das erinnert fatal an das Schicksal der Hibakusha, der Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki.
Sorgen machen sich auch Anwohner von Müllverbrennungsanlagen, als Gerüchte die Runde machen, man werde in den Anlagen auch Abfälle und Schutt aus der Sperrzone um Fukushima Daiichi verarbeiten.
Um es mit Franklin D. Roosevelt zu sagen: "The only thing we have to fear is fear itself." Oder noch direkter aus Dune: "Fear is the mind-killer".
Beim Zoll, zumindest bei dem in Köln, scheint man es mit den "Einfuhrbeschränkungen" sehr ernst zu nehmen. Meine Frau Miho arbeitet in Köln in einem japanischen Restaurant, wo in der letzten Woche eine neue Köchin aus Japan ihre Arbeit begann. Diese junge Köchin bekam von ihrer Mutter ein Paket geschickt, welches wie zu erwarten beim Zoll landete, wo sie es entgegen nehmen sollte. Inhalt das Pakets: einige Kleidungsstücke und Lebensmittel, darunter von der Großmutter hausgemachte Umeboshi (eingelegte "Pflaumen"). Nur was natürlich fehlte: das Zeugnis der Strahlungsunbedenklichkeit. Mit der Konsequenz, dass das Paket aus der Heimat postwendend zurückgeschickt werden musste. Bitter. Und recht herzlos von den Damen und Herrn beim Zoll. Aber da sind wir Deutschen ja auch gut drin, Vorschriften sind da um eingehalten zu werden...
Ziemlich bitter sind allerdings auch Geschichten aus Japan über die Stigmatisierung von Bewohnern aus der Region um das AKW Fukushima. Aus Angst vor der "ansteckenden" Strahlung werden diese gemieden, gehänselt oder ignoriert. Das erinnert fatal an das Schicksal der Hibakusha, der Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki.
Sorgen machen sich auch Anwohner von Müllverbrennungsanlagen, als Gerüchte die Runde machen, man werde in den Anlagen auch Abfälle und Schutt aus der Sperrzone um Fukushima Daiichi verarbeiten.
Um es mit Franklin D. Roosevelt zu sagen: "The only thing we have to fear is fear itself." Oder noch direkter aus Dune: "Fear is the mind-killer".
12.4.11
Fukushima ist NICHT Tschernobyl!
Das war ja abzusehen. Kaum gibt die Japanische Atomaufsichtsbehörde bekannt, dass sie die Kraftwerkskatastrophe von Fukushima auf Stufe 7 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) gesetzt hat, heißt es direkt in so gut wie allen Nachrichtenkanälen: die gleiche Stufe wie Tschernobyl, also ist der "Super GAU" von Fukushima so schlimm wie Tschernobyl! Wenn nicht sogar noch schlimmer!!!
Nur: so ziemlich das einzige, was Fukushima mit Tschernobyl gemeinsam hat, ist der Umstand, dass ein Unglück in einem Kernkraftwerk passiert ist und Strahlung ausgetreten ist. Das es in Tschernobyl 10x mehr Strahlung war, das der Reaktor explodiert ist und radioaktive Teilchen hoch in die Atmosphäre geschleudert hat, das der Unglücksort nicht betreten werden konnte, das es ganz verschiedene Reaktortypen sind... all das lässt man unter den Tisch fallen, weil man ja "endlich" "zugegeben hat", wie schlimm es wirklich in Fukushima aussieht. Und diese unnötige Panikmache, das Geschäft mit der Angst vor Radioaktivität, dieses Weglassen von wichtigen Hintergrundinformationen, ich muss es so direkt sagen, es kotzt mich einfach nur noch an.
All die wichtigen Unterscheidungspunkte und mehr Informationen, was es mit dieser Bewertungsskala auf sich hat, wurde von Daniel Garcia hier anschaulich zusammengefasst. Bitte bitte, all ihr Journalisten da draussen, bemüht euch doch endlich ein bisschen, den Lesern / Zuschauern / Zuhörern das ganze Bild zu vermitteln!
Auch interessant ist, wer eigentlich die "Drecksarbeit" am Unglücksreaktor in Fukushima machen "darf". Oft war schon die Rede von Leiharbeitern. Bei Japan Probe wurden einige Berichte über die Situation der Arbeiter zusammengefasst. Klar sind auch in Fukushima "einfache" Arbeiter für "einfache" Arbeiten am Werk, aber man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass das in anderen Ländern auch nicht groß anders aussähe.
Um mit einer versöhnlicheren Note abzuschließen: ab heute ist das "aus Twitter geborene" #quakebook "2:46: Aftershocks: Stories from the Japan Earthquake" erhältlich, als digitaler Download bei Amazon. Der komplette Kaufpreis geht an das Japanische Rote Kreuz, also bitte: kaufen! Nicht nur des guten Zwecks wegen...
Nur: so ziemlich das einzige, was Fukushima mit Tschernobyl gemeinsam hat, ist der Umstand, dass ein Unglück in einem Kernkraftwerk passiert ist und Strahlung ausgetreten ist. Das es in Tschernobyl 10x mehr Strahlung war, das der Reaktor explodiert ist und radioaktive Teilchen hoch in die Atmosphäre geschleudert hat, das der Unglücksort nicht betreten werden konnte, das es ganz verschiedene Reaktortypen sind... all das lässt man unter den Tisch fallen, weil man ja "endlich" "zugegeben hat", wie schlimm es wirklich in Fukushima aussieht. Und diese unnötige Panikmache, das Geschäft mit der Angst vor Radioaktivität, dieses Weglassen von wichtigen Hintergrundinformationen, ich muss es so direkt sagen, es kotzt mich einfach nur noch an.
All die wichtigen Unterscheidungspunkte und mehr Informationen, was es mit dieser Bewertungsskala auf sich hat, wurde von Daniel Garcia hier anschaulich zusammengefasst. Bitte bitte, all ihr Journalisten da draussen, bemüht euch doch endlich ein bisschen, den Lesern / Zuschauern / Zuhörern das ganze Bild zu vermitteln!
Auch interessant ist, wer eigentlich die "Drecksarbeit" am Unglücksreaktor in Fukushima machen "darf". Oft war schon die Rede von Leiharbeitern. Bei Japan Probe wurden einige Berichte über die Situation der Arbeiter zusammengefasst. Klar sind auch in Fukushima "einfache" Arbeiter für "einfache" Arbeiten am Werk, aber man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass das in anderen Ländern auch nicht groß anders aussähe.
Um mit einer versöhnlicheren Note abzuschließen: ab heute ist das "aus Twitter geborene" #quakebook "2:46: Aftershocks: Stories from the Japan Earthquake" erhältlich, als digitaler Download bei Amazon. Der komplette Kaufpreis geht an das Japanische Rote Kreuz, also bitte: kaufen! Nicht nur des guten Zwecks wegen...
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