11.1.13

Tokyo von ganz oben

Alle waren früh wach heute morgen, ein Blick aus dem Fenster zeigte schönstes Winterwetter (klarer blauer Himmel), also beschlossen wir kurzerhand: heute geht es rauf auf den Skytree! Der Tokyo Skytree ist mit 634 Metern das höchste Gebäude Japans und dürfte somit eine ziemlich gute Aussicht bieten (wobei die Aussichtsplattform auf "nur" 350 Metern Höhe ist).

Also rein in den Bus (die einfachste Verbindung von Nezu, und mit 200 Yen auch ziemlich günstig), der praktischerweise so ziemlich genau vor dem Eingang hielt. Rein in den Großkomplex am Fuße des Skytree, bzw. ein paar Rolltreppen rauf, vorbei an Restaurants und Souvenirläden, rein zum Ticketschalter... wo uns natürlich eine lange Warteschlange erwartete (wir waren um 11 Uhr da). Aber mit 20 Minuten Wartezeit konnte man leben, währenddessen konnte man sich ein superdetailliert gezeichnetes und animiertes Diorama ansehen, bei dem man sich schon mal einen Eindruck verschaffen konnte, was es von oben zu sehen geben wird.

Die Tickets für die Fahrt zur Aussichtsebene sind nicht gerade günstig, ein Erwachsener darf 2000 Yen berappen. Wer noch auf die noch ein paar Meter höher gelegene "Aussichts-Spirale" möchte, darf nochmal 1000 Yen mehr berappen, aber das haben wir uns dann gespart. Danach ging es dann gleich zum Aufzug, wo uns die nächste Warteschlange erwartete, allerdings mit deutlich weniger Wartezeit. Der Aufzug, der uns dann zugeteilt wurde, hatte das Thema "Herbst", war innen komplett schwarz und war mit goldenen Reliefs verziert, die an die tragbaren Mikoshi-Schreine erinnern, die zu den Matsuri-Paraden durch die Straßen getragen werden. Der Aufzug hatte ein ziemliches Tempo drauf, ich glaube irgendwas mit 60m/sec. Als sich dann oben die Türen öffnen erwartete uns ein großartige Aussicht... auf viele Rücken... klar, wir waren nicht die einzigen. Als wir uns dann ans Fenster vorgearbeitet haben (gar nicht so einfach, wenn man mit Kinderwagen unterwegs ist), gab es dann tatsächlich die erwartete großartige Aussicht...

und ganz klar, da wo sich die meisten Menschen am Fenster versammelten, gab es noch den Blick auf den Fuji-san mit dazu. Besser konnte man es wohl kaum erwischen.

Zwischen den Reisegruppen und Schulausflüglern wurde das ganze allerdings (durch die erwähnte Begleitung) etwas stressig. Allerdings mit jeder Ebene, die man zum "Rückkeraufzug" runter ging, dann wesentlich entspannter, die Aussicht zu genießen und zu überlegen, was denn jetzt genau wo zu sehen ist und ob das eigene Haus zu finden ist (eher schwierig aus der Höhe).

Als wir wieder unten waren (leider wieder im gleichen Aufzug, ich hätte gerne mal einen der anderen gesehen), gingen wir noch etwas in der Gegend spazieren (natürlich auf der Suche nach etwas essbarem) und konnten von da aus nochmal den Skytree in seiner ganzen Größe betrachten.

Fazit: wie bei den meisten Aussichtspunkte dieser Art - wenn's Wetter gut ist und es unter der Woche ist (und vielleicht etwas früher am Tag), durchaus einen Besuch wert. Vor allem kriegt man auch mal Teile Tokyos zu sehen, die vom Tokyo Tower oder dem Rathaus in Shinjuku eher verborgen bleiben.

(Ich hätte übrigens gerne noch ein paar andere Fotos mit eingebunden, aber leider stürzt die Blogsoftware ständig ab, wenn ich versuche, Fotos aus dem iPad-Fotoordner auszuwählen. Gnarf...)

Kommentare:

kikjar hat gesagt…

Gibt's da auf der Aussichtsplattform des Sky Trees auch wie im Tokyo Tower in den Boden eingelassene Glasscheiben, die betretbar sind und einen Blick senkrecht nach unten ermöglichen?

Sebastian Fuchs hat gesagt…

Ja, die gibt es auch. Man kann sich auch vom freundlichen Fotoservice drauf fotografieren lassen (nach längerer Wartezeit und gegen Entgeld). Ich hab halt nur ein Foto mit meinen Füßen mit dem Blick nach unten, ich muss das mal mit den Fotos frickeln, dann gibt's die auch zu sehen.