Ab und zu gibt es auf dem Tracker von JpopSuki eine kleine Compilation mit japanischer "Non-Mainstream" Musik (einfach mal nach 'fuumin' suchen). Und in eben diesen MP3-Sammlungen versteckt sich die ein oder andere Überraschung. Derzeitiger Favorit der vierten Ausgabe des Non-Mainstream Music Samplers ist die Band "Metalchicks". Der Bandname sagt im Prinzip schon alles: Chicks die Metal spielen. Da es sich hierbei allerdings um ein Projekt von Sugar Yoshinaga (ihres Zeichens hauptberuflich Mitglied von Buffalo Daughter) und Yuka Yoshimura (die wiederum bei OOIOO musiziert) ist, mischen sich zwischen die mächtigen Gitarrenwände auch elektronische Elemente. Wie diese Verbindung klingt, kann man auf der unvermeidlichen MySpace-Seite des Projekts hören. Die Kategorisierung "Alternative / Disco House / Metal" trifft es in der Tat ziemlich gut. May the Metal be with you!
Heute ist in Europa Wii-Day, der Tag des Verkaufsstarts von Nintendos neuer Konsole Wii. Für mich lief der Start relativ entspannt, ich hatte vorbestellt und ein netter Verkäufer bei Karstadt hat mir die Konsole schon gestern verkauft. Für die Software musste ich allerdings heute noch raus. Und da spielten sich schon tumultartige Szenen ab, kaum waren die Türen offen, stürmte die wartende Kundschaft sofort zu Rolltreppe. Die Kunden, die nichts vom Wii-Start wussten guckten ziemlich verdutzt. Unten ging der Tumult dann weiter, der Vekäufer musste erstmal alle wegschicken, die nicht vorbestellt hatten - und das waren einige. 30 Leute hatten vorbestellt, nur 33 Konsolen waren geliefert worden. Zwischendurch ging noch der Krieg um Zubehör und Spiele weiter, die begehrtesten Titel "Zelda" und "Red Steel" waren im nullkommanix verkauft. Nur gut, dass mir der nette Verkäufer gestern auch noch diese Spiele zurückgelegt hat und ich diese nur noch abholen musste.
Insgesamt für mich also ein sehr entspannter Start und bis auf das RGB-Kabel habe ich auch alles bekommen was ich haben wollte. Aber ich glaube eine Menge anderer Leute gingen dafür leer aus. Für die, die nicht leer ausgingen: mein Wii-Friendcode ist 1024 6517 3712 4507.
Und jetzt heißt es zocken. Wie gut, dass ich frei genommen habe...
Yeah! Gestern hab ich mir Guitar Hero II gekauft und heute hab ich schon den Medium-Schwierigkeitsgrad durchgespielt. Wie schon Teil 1 rockt das ganze ordentlichst. Allerdings kam mir das ganze zumindest jetzt in Medium leichter vor als beim ersten Teil. Kann natürlich daran liegen, das da schon durch den nächst höheren Schwierigkeits abgehärtet bin, aber im zweiten kam ich bisher nie wirklich ins schwitzen. Ich glaub ich bin auch nur einmal in den roten Bereich abgerutscht.
Musikalisch werden wieder mal Stücke aus sämtlichen Stilrichtungen geboten, vom klassischen Rock'n'Roll über Grunge und Poppigem bis hin zu wasweissichMetal. Wie zuvor fast nur Coverversionen, die aber größtenteils den Originalen in nichts nachstehen. Nur die Sänger fallen manchmal gehörig zurück, aber Rage against the machinesZach de la Rocha beispielsweise ist nun mal nicht so einfach nachzumachen. Um den Schwierigkeitsgrad mancher Stücke wurde noch ein Solo dazugefügt, was aber gerade bei den Grungestücken ein wenig aufgesetzt wirkt. Aber vielleicht waren die auch bei Liveversionen der Stücke dabei, keine Ahnung. Einige des Stück hab ich vorher noch nie gehört, bei einigen hab ich sogar von den Bands noch nie was gehört, aber für mich war bisher kein einziger Ausfall dabei. Na wie auch immer, die gesamte Tracklist findet sich hier. Neben all diesen "offiziellen" Stücken gibt es wie auch schon bei Teil 1 ein paar Dutzend Bonusstücke, die mit den im Spiel verdienten Geld eingekauft werden können. Mein persönlicher Favorit daraus ist bisher das großartige "Trogdor", welches auf diesem großartigen Flashfilmchen basiert.
Bei der Spielmechanik selbst wurde die Nutzung von Hammer-ons und Pull-offs merklich verbessert, das fällt jetzt wesentlich leichter. Eine weitere Neuerung sind Griffe die mit drei Fingern gegriffen werden. Allerdings tauchen die erst nach dem Medium-Schwierigkeitsgrad auf, stehen mir also jetzt bevor und machen das ganze mit Sicherheit nicht leichter.
Wie auch immer, die ganze Sache rockt wie Sau und ist natürlich jedem Playstation 2-Besitzer, der auch nur ein Fünkchen Sympathie für Rockmusik empfindet auf's Äußerste an Herz gelegt. Rock on!
Während meiner Geschäftsreise nach Krakau kürzlich hatte ich die Gelegenheit ein Museum namens "Manggha" zu besuchen. Dieses Museum ist der Kunst und Technologie Japans gewidmet. Übrigens hab ich durch Zufall den richtigen Tag für einen Besuch erwischt, denn Dienstag war offensichtlich der Tag mit freiem Eintritt.
Neben einer Ausstellung von Kimonos in diversen Ausführung gab es in einem weiteren Raum noch die Fotografien des Hamburger Fotografen Peter Bialobrzeski zu sehen. Die großformatigen Bilder seines Projekts "Neon Tigers" zeigen die wuchernden Hochhausfronten und neonbeleuchteten Straßen einiger asiatischer Megastädte wie Shanghai oder Kuala Lumpur.
Diese und andere Projekte von Bialobrzeski gibt es auch hier zu sehen. Und wenn jetzt das Wetter etwas besser wäre und ich nicht noch andere Sachen zu tun hätte, würd ich auch mal wieder für ein paar Fotos vor die Tür gehen...
Musikalisch sind die Mittneunziger eine meiner Lieblingsjahre, was den Gitarrenpop angeht. Neben der L.A.-Szene um Weezer und Co. war es vor allem die Bostoner Musik, die sich in mein Ohr einnistete. Deren bekannteste Vertreter "The Lemonheads" haben ja vor kurzem auch wieder nach 3 1/2 Ewigkeiten ein neues Album veröffentlicht und es klappt heute noch immer, mit dem melodischen Gitarrenpop kann man mir immer weiter kommen.
Bei meinen Exkursionen in die japanische Musikwelt stoße ich auch immer häufiger auf Bands, die sich diesem Gitarrenpop angenommen haben. Neben den hier schon häufiger erwähnten "Base Ball Bear" und "Advantage Lucy" waren es zuletzt "chatmonchy", deren aktuelle Single "Shangri-La" sich erbarmungslos in mein Hirn fras (dafür gilt es TV in Japan zu danken...). Und damit noch mehr Gehirne angefressen werden, hier der unvermeidliche YouTube-Link:
Dank Jpopsuki läuft ein Album schon auf Dauerrotation in meinem Ipod und ich kann es kaum erwarten, davon noch mehr zu kriegen. Gebt mir Affe Zucker!
Am 8.12. ist es endlich soweit, in Deutschland erscheint Nintendos neue Konsole "Wii". Und ich will auch an diesem Tag ein stolzer Wii-Besitzer sein. Angesichts stellenweise geschürter Hysterie bezüglich Warenengpässen etc. hab ich mir schon so meine Gedanken gemacht. Nachher steht man da im Laden und keins ist mehr für mich da... um Himmels Willen, das wär ja nicht auszuhalten! Aber anstatt gleich schon mal mein Zelt am nächsten MediaMarktSaturnKarstadt aufzubauen um wirklich auch der allerallererste zu sein ging ich den etwas einfacheren Weg: einfach in den Karstadt gegangen und vorbestellt. Und jetzt bin ich schon mal stolzer Besitzer eines Kassenbons, für den ich 50 Euro bezahlt habe und der mich dann hoffentlich berechtigt auch am 8.12. schon mal Weihnachten für mich vorzufeiern. Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass ich an dem Tag auch noch Urlaub kriege...
Heute trieb mich die Neugier in einen neueröffneten Bio-Supermarkt in der Bonner Innenstadt. Mittlerweile hat es die Biobewegung hierzuland ja schon sehr weit gebracht, kaum etwas in diesem sauberen, hellen und gut sortiertem Supermarkt rief das Bild des guten alten Klischee-Wollpulli-Jesuslatschen-etc.-Ökos hervor. Wie gut sortiert der Laden ist, stellte ich fest als ich das Regal fand, welches mit "Makrobiotik" betitelt war. Eine großartige Auswahl an japanischen Lebensmitteln war dort zu finden, von diversen Nudeln, Suppen, Soßen, Sake bis hin zu den von mir nicht wirklich geliebten Umeboshi (sauer eingelegte Pflaumen). Für viele der Sachen die dort zu finden waren, hätte ich wohl mindestens nach Düsseldorf gemusst. Dafür nehme ich auch in Kauf, für einen Anhänger einer mitunter nicht immer gesunden Ernährungsweise (sagt Wikipedia über Makrobiotik) gehalten zu werden.
Hab heute mal mit einer weiteren schicken Fotobearbeitungsmethode rumexperimentiert. Durch geschickte Anwendung von Unschärfe und Farbveränderung erreicht man, das normal fotografierte Objekte wie Miniaturen wirken. Für ein erstes Experiment habe ich mal eins der Fotos genommen, die ich im letzten Jahr in Japan gemacht habe: Ich werde mich jetzt mal auf die Jagd nach weiteren Motiven begeben...
Beim Durchforsten meiner Festplatte bin ich heute auf die Videos gestoßen, die ich damals bei meinem Japantrip aufgenommen habe. Bisher hab ich es ja immer verpasst die auch mal online zu stellen, aber jetzt, ganz nach dem Motto "Besser zu spät als gar nicht", eine kleine Japanrundreise!
Es folgt ein Blick von einem weiteren Berg, dem Misen-san, der höchsten Erhebung auf Miyajima (der dazugehörige Blogeintrag). Von dort oben hat man einen großartigen Ausblick auf die Seto-Inlandsee. Und am Schluß des Videos auch noch einen Schatten von mir, als Beweis das ich wirklich dort war ;)
Im Jpop gibt es, wie in der Popmusik überall auch, vor allem viel Plastik. Künstliche Menschen, künstliche Musik, künstlicher Gesang. Der beste Weg, um herauszufinden was ein bestimmter Künstler wirklich kann ist wohl der Liveauftritt. Und zwar am besten natürlich "voll" live und nicht irgendwelche Halbplaybackgeschichten oder ähnliches. Von der von mir hoch geschätzten aiko habe ich mal einen Unplugged-Auftritt aufgetan, der zeigt, dass sie auch live durchaus zu großem fähig ist. Zum ersten gibt es hier ihren eigenen Song "Hanabi" aus dem Jahr 1999:
Der zweite Song stammt ursprünglich von Seiko Matsuda, eine von Japans erfolgreichsten und beständigsten Sängerinnen. Anfang der 80er vollbrachte sie das Künststück, 24 aufeinanderfolgende Nr.1-Hits zu veröffentlichen. Der von aiko hier vorgetragene Song "Himitsu no hanazono" stammt aus dem Jahr 1983, klingt im Original noch ziemlich 80er Disco-mäßig (hier gibts ne Hörprobe, RealPlayer-Alarm!), kommt in der Unpluggedversion schon aber mehr in Carpenters-Richtung.
Nachdem ich mich hier hab lange Zeit nicht mehr blicken lassen, gibt's jetzt erstmal zur Überbrückung einfach mal wieder ein kleines YouTube-Inferno. Nächste Woche hab ich Urlaub, dann gibt es garantiert auch wieder mehr zu lesen hier!
Die neue Single von Base Ball Bear heißt "Stand by me" und auch hier gibt es wieder die übliche Dosis Gitarrenpop:
Nach dem Desaster, sich mit Dexter Holland von Offspring zusammen zu tun, haben Puffy diesmal eine weitaus angenehmere Kollaboration gewählt und haben sie ihre neue Single "Hazumu Rhythm" mit dem Tokyo Ska Paradise Orchestra aufgenommen. Zwar ist der Sommer so gut wie vorbei, aber gute Laune machts trotzdem:
Tommy Heavenly 6 hat mal wieder eine neue Single draußen, passenderweise mit Halloween-Trick-or-Treat-Video. Mindestens genau so merkwürdig wie der Titel, "Lollipop Candy ♥BAD♥ Girl". Das hier ist übrigens nur die kurze Version, auf ihrer Homepage gibt es noch eine 10 minütige Version.
Manchmal braucht es halt eine kleine Verkettung glücklicher Umstände um bestimmte Dinge herauszufinden. Heute zum Beispiel herausgefunden, wer hinter der großartigen Musik von Pitagora Suicchi und dem dezent bekloppten Anime Azumanga Daioh steckt. Verantwortlich für diese etwas andere musikalische Untermalung ist das Kuricorder Quartett. Die haben aber nicht nur Fernsehserien mit Ukulele, Blockflöte und Tuba vertont, sondern haben auch schon diverse Alben vor allem mit Coverversionen wie "Bohemian Rhapsody" von Queen oder dem Imperial March von Star Wars aufgenommen. Einen kleinen Einblick in ihr schaffen kann man sich im digitalen Archiv von Space Shower verschaffen (Edit: Konnte man. SSTV hat das Special von der Seite genommen, aber im Livearchiv gibt es noch genug andere Dinge zu entdecken). Viel Spaß! Wem es gefällt, kann die CDs zum Beispiel bei PlayAsia erwerben.
Es ist weder warm noch kalt. Der Himmel ist bedeckt, das Licht dadurch grell. Kopfschmerzen machen sich breit, der Wind weht leichten Nieselregen heran. Über eine nur für Bus und Bahn konzipierte, auf Stelzen gebaute Straße bin in Oberhausens Neuer Mitte angekommen. Die neu geteerten Straßen sind menschenleer, nur selten kommt ein Radfahrer mir entgegen. Nur im nahegelegenen Centro-Shoppingmall wälzen sich die Menschenmassen.
Mein Ziel ist aber das etwas Abseits gelegene Gasometer. Der Weg dorthin führt vorbei an einem Vergnügungspark, der mit seinen im chinesischen Stil gebauten Häusern seine Künstlichkeit in die Welt hinausposaunt. Ich fühle mich an Odaiba erinnert, wo vieles so wirkte, als wäre es nicht gewachsen, sondern nur in die neue Umgebung hereintransplantiert.
Nach einem kurzen Fußmarsch ist das Ziel erreicht. Am Kassenhäuschen vorbei (im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna gab es ein Kombiticket) und dann hinein in den über 100 Meter hohen Stahlzylinder. Der Innenraum ist in zwei Etagen unterteilt. Im Untergeschoß werden die bisher im Gasometer veranstalteten Austellungen und Geschichte des Industriedenkmals vorgestellt. Das Obergeschoß wurde durch die Künstlerin Christina Kubisch in eine Licht-Klanginstallation namens "Licht Himmel" umgebaut. Der Blick Richtung Decke und die nur langsam verhallenden Geräusche lassen einen die gigantischen Ausmaße dieses Gebäudes erahnen. (Für einen kleinen Eindruck, der der Realität nicht wirklich gerecht werden kann, ein kurzes Video)
Mit dem Panoramaaufzug geht es auf die Aufsichtsplattform auf dem Dach des Gasometers, von wo man einen guten Ausblick auf das sich zu allen Horizonten ausbreitende Ruhrgebiet hat. Schwindelerregend ist auch der Blick von oben im Inneren des Gasometers.
Also wieder mit dem Aufzug nach unten, wo man beim Blick auf den künstlichen Sternenhimmel noch etwas die Echos von Gongs, Walen oder Kinderstimmen verfolgen kann.
Am Ausgang warf ich noch einen Blick ins Gästebuch. Die letzten Einträge sprachen von Einfallslosigkeit und Langeweile. Für mich war dieses eine Kunstwerk beeindruckender und faszinierender als so manche mit Exponaten vollgestopfte Ausstellung. Und schließlich bot dieses alte Industriegebäude noch ein Refugium vor all der Künstlichkeit der Neuen Mitte.
Unna ist sicherlich nicht unbedingt die erste Stadt, die einem in den Sinn kommt, wenn es um Orte von kulturellem Interesse geht. Und doch hat Unna etwas, was (so behauptet es zumindest die Internetseite) weltweit einzigartig ist: ein Museum, welches sich ausschließlich mit Lichtkunst widmet. In den Kellerräumen der ehemaligen Lindenbrauerei hat sich im Jahre 2001 das Internationale Zentrum für Lichtkunst eingerichtet. In riesigen Gewölben, zwischen schweren Stahlträgern und verwitterten Gärbecken finden sich verschiedenartigste Lichtinstallationen internationaler Künstler.
Ausschlaggebend für mich, den Besuch des Zentrum für Lichtkunst zwingend zu machen, ist der Umstand das einer dieser Künstler der von mir hier ja schon diverse Male angepriesene James Turrell ist. In einem der Kellerräume findet sich ein Raum, ganz ähnlich dem, der mich im Chichu-Museum auf Naoshima so sehr fasziniert hatte. Zuerst wiesen mich die beiden Museumsführerinnen (das Museum kann nur während einer Führung besucht werden. Ich war übrigens der einzige Besucher bei diesem Termin...) darauf hin, Einmalüberschuhe anzuziehen. Man betritt einen völlig in violettes Licht getauchten Raum an dessem gegenüberliegenden Ende scheinbar ein weißer Rahmen in der Luft schwebt. Durch die geschickte Beleuchtung (und den "runden Ecken") fällt es zunächst schwer, die Dimensionen des Raumes auszumachen. Manchmal hat man auch den Eindruck, der Raum sei mit Nebel gefüllt. Dreht man sich um, sieht man, dass der Eingang des Raumes von einem Blau leuchtenden Rahmen umfasst ist... dummerweise fiel gerade, als ich den Raum verlassen wollte einer der Leuchtröhren aus, die diesen Rahmen beleuchtete.
Aber nicht nur die Installation Turrells war faszinierend, auch in den anderen 10 Räumen gab es interessantes zu sehen. Und dank den ausführlichen Hintergrundinformationen der Museumsangestellten gab's auch noch im wahrsten Sinne des Wortes Erleuchtendes dazu (ein Wortspiel sei mir erlaubt...).
Ich hatte ja ein wenig gehofft, YouTube könnte sowas wie das Fernsehen von morgen sein, vor allem was Musikvideos angeht. Klar, eigentlich ist die Seite vor allem darauf ausgelegt, private Videos mit der Welt zu teilen. Aber natürlich wimmelt es nur so von diversen vom Fernsehen "geklauten" Inhalten. Und mit dem wachsenden Erfolg der Seite werden nun die Rechteinhaber, sprich die Fernsehsender darauf aufmerksam. Mit der Konsequenz, dass beispielsweise eine vielzahl der von mir verlinkten Videos mit japanischem Ursprung nicht mehr verfügbar sind. Aber wie das halt immer so ist, das Web (bzw. deren Nutzer) findet immer einen Weg. Die Jagd ist sicher nicht beendet.
Nachdem ich das Wochenende in Kalifornien verbracht habe (nein, nicht das sondern das hier...), hieß es für diese Woche wieder zur planmäßigen Kulturexpedition durch NRW zurückzukehren. Bei den drei auf dem Programm stehenden Zielen handelt es sich um ehemalige Industriestandorte - es ging ins Ruhrgebiet. Erstes Ziel war die Zeche Zollverein in Essen. Dort wurde vor kurzem die Ausstellung "Entry 2006" eröffnet, deren Untertitel eigentlich schon (fast) alles erklärt: "Wie werden wir morgen leben? Perspektiven und Visionen im Design"
Austellungsort war die nach Plänen von Rem Koolhaas sanierte ehemalige Kohlenwäsche der Zeche. Eine lange Rolltreppe führte ins Innere des Gebäudes...
wo einen noch Überreste der industriellen Nutzung in Form riesiger Maschinen. Noch wirkt alles ein wenig unfertig, viele Dinge, wie die Designerurinale z.B. wirken ein wenig verloren in der Wucht eines solchen Industriegebäudes. Die Ausstellung selbst ist fünf "Unterausstellung" aufgeteilt, die sich neben der zukünftigen Wohnrausnutzungen auch mit beispielweise der Haut von Morgen oder den Möglichkeiten der Bioingenieurskunst beschäftigt. Da muss häufig die eigene Vorstellungskraft einige Arbeitleisten, denn wenn sich Gebäude in Architektenentwürfen Seepflanzengleich in Innenstädten wuchern, dann passt das kaum in unser heutiges Stadtbild.
Es gibt aber auch genügend faszinierendes und sicherlich problemlos verwirklichendes zu sehen. Die transportablen Inneneinrichtungen oder gar kompletten Zimmer des Projektes "Nohotel" würden sich auch gut in meiner Wohnung machen. Der Prototyp des von der Decke hängenden Zimmers im Zimmer erinnerte mich an die guten alten Höhlen, die wohl jeder in seiner Kindheit aus Bettdecken u.ä. zusammengebaut hat.
Zwischen vielen theoretischen Entwürfen, praktisch umsetzbaren und einigem an un-umsetzbaren kommt man am Ende mit einigen Ideen aus der Kohlenwäsche, wie denn das Leben von morgen aussehen mag. Vieles wird sicherlich beispielsweise am Konservatismus von Architekten, aber auch vor allem deren Kundschaft scheitern und nie realisiert werden, doch am Ende wird auch klar, man selber kann auch schon einiges für die Gestaltung der Zukunft tun.
Katsuhiro Otomo (AKIRA) präsentiert einen 6-minütigen Prolog zu seinem neuen Projekt "FREEDOM". Die direkten Links: low / medium / high . Das ganze wird wohl eine 6-teilige Miniserie mit jeweils halbstündigen Episoden. Offensichtlich ist das ganze digital produziert, den Charakteren sieht man bei den Animationen doch ziemlich ihre Computergrafikherkunft deutlich an. Insgesamt ist Otomos Handschrift natürlich überdeutlich und Parallelen zu AKIRA sind auch in rauen Mengen vorhanden. Ab Oktober gibt es dann das fertige Ergebnis in Japan zu sehen.
Heute stand der Besuch des wohl von mir meist besuchten Museums, dem Haus der Geschichte, auf dem Programm. Das hat nämlich den unschlagbaren Vorteil, das dort kein Eintritt genommen wird. Nun ja, und die Wechselausstellungen sind halt auch ganz interessant. Diesmal gab es die Ausstellung "Rock! Jugend und Musik in Deutschland", die, wie der Titel unschwer wiedergibt, die Geschichte der Rockmusik in den beiden Deutschlands. Am Anfang steht Elvis, am Ende stehen Love Parade und Nazimusik. Dazwischen gibt es diverse Erinnerungsstücke wie Instrumente der Beatles oder Teile des Studios von Can, aber auch, und das war meistens das interessanteste, private Aufzeichnungen und ähnliches. Dann natürlich noch, geht ja nicht ohne, eine Vielzahl von Ton- und Filmdokumenten. Allein schon die Ausschnitte aus dem U2-Rockpalastauftritt vom Anfang der 80er, wie unpassend käme sich Bono wohl heutzutage auf so einer "schäbigen" Minibühne vor.
Ein weiteres Highlight war dann noch das Original 80er-Jugendzimmer...brr... wie eine Zeitmaschine. Leider rauschte, als ich kurz vor dem Ende der Ausstellung war, wiedermal eine Schülgruppe in die Ausstellung. Die ganz offensichtlich nicht das geringste Interesse an den "ollen Kamellen" hatten, sondern schnurstracks a) den zum zuvor genannten Jugendzimmer gehörigen Kicker besetzten oder b) zum Ende der Ausstellung liefen, um zu sehen, was es so gibt, das sie auch kennen. Dummerweise war das auch der große Schwachpunkt der Ausstellung, die 90er waren so gut wie kein Thema. Hiphop wurde kurz angeschnitten (ein paar Breakdance-Exponate und eine klitzekleine Sprayervitrine), eine Absage an die Loveparade und eben der Kampf gegen Rechts bzw. die Nazimusik. Vermutlich gibt die Musik dieser Zeit wohl noch nicht genug historisches her (wenn sie es denn mal überhaupt tun wird). Aber ein paar Zeilen über die Hamburger Schule zum Beispiel hätte man wohl doch noch verlieren können. Leider geben die Räumlichkeiten für die Wechselausstellungen auch nicht viel mehr an Platz her. Da wird man wohl lieber diesen Platz spektakuläreren Sachen überlassen haben.