6.7.09

Die 54 besten japanischen Rockalben (Platz 54 - 50)

Auf besonderen Wunsch von "woohoo" (und weil ich's eh machen wollte...) mache ich mich mal auf und liste mal die 54 Alben auf, die von Tower Records als wichtigste japanische Rockalben genannt wurden. Und zwar ausführlich, mit Hörbeispielen etc. Deswegen wird das ganze auch ein Mehrteiler werden, ich fange von hinten an, los geht's mit den Plätzen 54-50!

54) Sadistic Mika Band - Kurofune (1974)

Guter alter 70er Jahre Hard-/Glam-Rock. "Kurofune" ist das zweite Album der Band um das Ehepaar Kazuhiko Kato (Leadgitarist) und Sängerin (Sadistic) Mika. Laut Wikipedia bezieht sich das "Sadistic" auf den ätzenden Humor der Sängerin und der Name der Band soll eine Parodie auf John Lennon und Yoko Onos "Plastic Ono Band" sein. Das Album wurde in England aufgenommen, produziert von Chris Thomas, der unter anderem auch schon mit den Beatles und die Sex Pistols gearbeitet hat. Der Hit des Albums ist "タイムマシンにおねがい" (Taimumashin ni onegai / "Ich wünsch mir eine Zeitmaschine" schätze ich mal):


Nachdem sich die Band 1979 auflöste, machte übrigens unter anderem Schlagzeuger Yukihiro Takahashi beim "Yellow Magic Orchestra" (die nicht in dieser Liste auftauchen werden, es geht hier ja doch etwas mehr um Rock...) weiter. Die Band vereinigte sich auch einige Male wieder, immer mit anderen Sängerinnen, darunter auch mit Kimura Kaela, logischerweise dann als "Sadistic Mikaela Band".


53) INU - メシ喰うな!(Meshi kuuna!) (1981)

Inspiriert durch die Sex Pistols gründete Machida Machizo 1978 die Punkband "Inu" (Hund) und veröffentlichte 1981 das Album "Meshi kuuna!". Übrigens, Wortspielalarm, hier die Erklärung für den Albumnamen (via Nikkei Sindex): My friend gave me some insight to the title, pretty sick actually. "Think opposites." Meshi = rice, the opposite of which in Japan is considered to be bread, or "pan" (pronounced "pahn"). The opposite of "kuu-na," don't eat is just "kuu." Put those sounds together and you get "pahn-ku" or yes, "punk."
Bei YouTube gibt's neben einigen Liveaufnahmen (mit ~1980er entsprechender Klangqualität) auch dieses putzige Video zu "気い狂いて" (Kiichigaite = Wahnsinn):



52) ユニコーン - 服部 (Unicorn - Hattori) (1989)

Das Gute bei den Recherchen zu diesen Blogeinträgen ist ja, dass ich auch jede Menge dazulerne. Zum Beispiel einiges über die Zusammenhänge der japanischen Musikwelt. So ist sicherlich auch jeder, der sich nur annähernd mit japanischer Popmusik beschäftigt, sicherlich auch schon mal auf die Musik von Unicorns Sänger Okuda Tamio gestoßen. Er ist nämlich der, naja, Erfinder von "Puffy"! Jahre vorher aber war er, wie erwähnt, Mitglied der Band "Unicorn", die musikalisch auf ziemlich vielen Pfaden unterwegs sind (kann ich selber noch nicht so beurteilen, hab jetzt erst zwei, drei Lieder gehört, aber hier gibts auch ausführlicheres über die Band). Aus dem dritten Album der Band "Hattori" hier das Video zur Single "大迷惑" (Daimeiwaku), ein orchestrales Ska-Rock-Stück...


Großer Spaß. Die Band ist übrigens wieder aktiv, im Februar wurde die Single "Wao!" und das Album "シャンブル" (äh, Shanburu, keine Ahnung) veröffentlicht.


51) 銀杏Boyz - 君と僕の第三次世界大戦的恋愛革命 (Ging Nang Boyz - Nee, das is mir zu lang...) (2005)

Oha! Eine Band, die ich schon kenne... na gut, von denen ich zumindest schon ein paar Liedern gehört habe. Zum ersten Mal bin ich den "Ging Nang Boyz" vor zwei Jahren begegnet, als ich das unglaubliche Video zu "あいどんわなだい" (Aidonwanadai ... na, klingelts?) gesehen habe. Als wenn der Punk, der da abgeht noch nicht bekloppt genug war, hab ich dann später noch das Video zu "SKOOL KILL" gefunden, das eben auf diesem Album (mit dem etwas einfacherem englischen "Untertitel" "...young alive in love") zu finden ist. Und das Video geht so ab... ach ja, das Video braucht etwas bis zum eigentlichen Lied...


Die können übrigens auch ganz anders, zum Beispiel in der (nur leicht kaputten) Ballade "光" (Hikari).


50) The Roosters - The Roosters (1980)

Auf Platz 50 gibt's "The Roosters", die Anfang der 80er Punk, Ska und Rock'n'Roll fröhlich vermischten. Zunächst eher eine Coverband (auf dem Album gibt's unter anderem ein paar Rock'n'Roll-Klassiker wie "C'mon Everybody"), aber schon auf dem ersten Album gibt's auch einige Songs die von Sänger und Gitarrist Shiny Ohe verfasst wurden. Unter anderem auch das Lied hier, "Rosie":



Übrigens auch interessant: die Band war auch beim SciFi-Punk-Musical "Burst City" aus dem Jahr 1982 dabei... das klingt auf jeden Fall äußerst interessant, mal sehen, ob ich die DVD mal ins Haus kriege.


So, das war's mit Teil 1... wenn ich für jeden Eintrag so lange brauche, wie für den hier, wird das auch noch was länger dauern, bis ich zu Platz 1 komme. Ich hoffe, ihr habt noch ein wenig Geduld mit mir...

5.7.09

Pipapopi...

Diese Werbung macht gerade in Bloggerkreisen die Runde und ihr müsst jetzt auch da durch... und dann den ganzen Tag vor euch hin "pipapo'en":


Keala Kimura und Snoopy machen Werbung für "Hot Pepper".

1.7.09

Robo... Geisha?!?

Ich glaube mehr als "Heiliger kranker Scheiß, Batman!!" muss ich hierzu nicht sagen:

Schlimmer geht immer

Und ich dachte schon, es wäre schlimm genug, dass hiesige Teenager im Japanwahn versuchen, sich im Visual Kei-Stil zu stylen... da sieht man dann auf den Seiten des BBC World Service einen Bericht über junge Engländerinnen, die die extremste Variante des Gyaru-tums, Yamamba, nachahmen. Komplett mit furchteinflößendem Make-up, entsprechender Kleidung und ParaPara. Auf der Seite der BBC kann man sich das auch in Videos live und in Farbe ansehen...

Wer wissen möchte, wie das ganze in Japan aussieht, der kann sich diesen Bericht aus der (recht unterhaltsamen) BBC-Sendereihe "Japanorama" bei YouTube ansehen.

27.6.09

Kawaii oder kowai?

Was sicherlich jedem auffällt, der mal Japan besucht, ist die hohe Dichte an Louis Vuitton-Taschen-Besitzerinnen. Egal welches Alter oder welcher Status, wer etwas auf sich hält, zeigt sich mit einer der markanten braunen Taschen, die mit dem goldenen LV-Logo übersät sind. So war es zumindest bis vor vielleicht einem Jahr, denn die Absatzzahlen dieser Taschen (und anderer Luxuslabels) sanken deutlich. Frisches Blut musste her und so kam es zu der Zusammenarbeit von Louis Vuitton und dem Künstler Takashi Murakami.

Dessen Kunst ist bunt, vordergründig niedlich und mehr als deutlich von der Mangakultur Japans beeinflusst. Wie schon Warhol bringt Murakami banales in die "hohe" Kunst, verwertet aber auch "hohe" Kunst als Massenware, in Form von T-Shirts, Plüschfiguren, Mousepads und ähnlichem. Und eben seit einiger Zeit auch auf den Taschen Louis Vuittons, so wie diese hier:

Das ist mal mehr und mal weniger hässlich, aber häufig vor allem: bunt. Bunt ist auch der von Murakami komplett umgestaltete LV-Flagship-Store an Tokyos Nr.1 Luxus-Einkaufsmeile, Omotesando. Bei cscout gibt es einen Bericht und auch ein paar Bilder. Das ganze kommt schon dem nicht weit entfernten Spielzeugladen "Kiddy Land" recht nahe... nur ist der Inhalt wesentlich teurer und natürlich künstlerisch "wertvoller".

Zufällig bin ich heute auch einem anderen Projekt Murakamis über dem Weg gelaufen, ein "Werbevideo" für seine Skultpurenreihe "inochi". Das bewegt sich auf einer hauchdünnen Linie zwischen "kawaii" (niedlich) und "kowai" (schauderhaft)...


21.6.09

Kurze Pause

Entschuldigt die kurze Sendpause, die hier momentan herrscht. Irgendwie häufen sich in den letzten Tagen und kommenden 2 Wochen diverse Termine. Und nächste Woche steht dann auch noch der Abschlußtest für das jetzige Sprachkurssemester an... Aber ich schaue natürlich, dass ich meinen "mindestens zwei Mal die Woche"-Vorsatz auch durchhalte.

Heute empfehle ich die Fotos von Shinichi Maruyama, der mit Tinte... nicht schreibt oder malt, sondern unglaublich tolle Fotos macht. Tinte in Bewegung, großartig! [via Jean Snow]

14.6.09

Wenn man Mutti mal nicht fragen kann...

Wenn man das erste Mal vor der Herausforderung steht, sich sein Hemd selber bügeln zu müssen, steht man erstmal etwas ratlos da. Wo fang ich an, wie mach ich weiter und am Ende hat man wieder eine viertel Stunde für ein Hemd gebraucht. Aber glücklicherweise haben wir ja heutzutage das Internet! Der japanische Kosmetikhersteller "garra" war so nett und hat ein paar Videos zusammengestellt, wo unter anderem ein Profibügler zeigt, wie man ein Hemd ordentlich in drei Minuten gebügelt und zusammengelegt kriegt. (Hab's gleich ausprobiert, ich bin zwar nicht annähernd so schnell wie der freundliche Herr, aber schneller als vorher...)

Neben einem Lehrvideo für den "Hemden bügeln-Skill" gibt es noch Videos für den "Krawatten binden-Skill", den "Schal tragen-Skill" und ein paar Taschenspielertricks für's Entertainment auf der Party oder zu Tisch. Ach ja, wie man amtlich Schuhe putzt kann man da auch lernen. Aber das lohnt glaube ich erst, wenn man 500 Euro Schuhe zu Hause hat.

13.6.09

Mehr Mini-Japan

Nach dem Uniqlo-Kalender bin ich jetzt auf dem totalen Fake-Mini-Zeitraffer-Video-Trip (natürlich will ich das selber ausprobieren, wenn es Ergebnisse gibt, poste ich die hier). Und wie es der Zufall will, bin ich auf das großartige "Miniature City" Video von mockmoon (hier sein japanischer Blog) gestoßen:



Wer möchte kann sich bei Vimeo das Video auch in HD ansehen, mein Rechner ist da etwas überfordert mit. Da gibt es auch noch mehr Videos von mockmoon, z.B. mit Bahnhöfen und Zügen... und für Leute mit Problemen bei Vimeo, hier die YouTube-Version.

11.6.09

It's raining... Kaulquappen?

In Japan ist öffentlich der Beginn der Regenzeit ausgerufen worden, einer der wenigen Gründe froh zu sein, im Moment nicht in Japan zu sein. Bis Mitte Juli regnets viel und wenn man Glück hat, schimmeln einem trotz der Feuchtigkeit nicht die Wände weg. Aber die Japaner kennen das ja, rufen den heutigen Tag zum "Regenschirmtag" aus (steht hier bei der JUPA, der Japan Umbrella Promotion Association, kein Witz!), kaufen sich einen Schirm, der auch einen Taifun aushält oder stellen sich einen Regenschirmhalter in den Hauseingang, bei dem ein Stück Rasen mit dem abgetropften Regen gegossen wird.

Übrigens ist so ein Regenschirm nicht nur gegen vom Himmel fallende Wassertropfen nützlich, mitunter fallen auch schon mal Kaulquappen vom Himmel (Petrus, das alte Spielkind...), wie gestern aus der Region Kanazawa berichtet wird.

Da aber hierzulande das Wetter auch nicht viel besser ist, vertreiben wir uns doch einfach die Zeit und machen etwas Musik mit Regentropfen, mit freundlicher Unterstützung von Lullatune.


10.6.09

Oops, they did it again

Jaja, ich weiß: schon wieder Uniqlo. Diesmal gibt's den "Uniqlo Calender", der neben so langweiligen Dingen wie Datum und Wetter auch nebenbei tolle Filmchen zeigt. In einer Mischung aus Zeitraffer und Fake-Miniature-Tilt Shift gibt's alle 15 Sekunden Bilder aus Tokyo, Kyoto, Kobe und anderen Orten. Demnächst auch als Bildschirmschoner und Widget für Facebook, iGoogle... oder meinen Blog:






9.6.09

Weg gegangen, Platz vergangen

Und direkt ein Fundstück aus "Metropolis"... man kennt das vielleicht. Der Zug oder die Bahn sind rappelvoll, kein Sitzplatz in Sicht, doch die Beine schmerzen. Was tun? Einfach bei einem (noch) Sitzenden auf diese Signale achten:

Ein Blick zur Handschlaufe? Die Arme sind nicht mehr verschränkt? Die Frisur wird zurechtgerückt? Hier ist die Chance auf einen Sitzplatz! Ergreife sie!

Post aus Japan

Heute erwartete mich im heimischen Briefkasten ein dicker Umschlag aus Japan. Drin steckten diverse Zeitschriften, die meine herzallerliebste Freundin für mich ausgewählt hat. Diverse kostenlose wie "Metropolis", das wöchentliche englischsprachige Tokyoter Stadtmagazin...

...oder das Magazin von HMV...


....und "bounce", was es bei Tower Records zum mitnehmen gibt:

Bei Tower Records schaue ich immer mal gerne vorbei, genauer gesagt höre ich vorbei, denn bei den Hörstationen mit den Empfehlungen der Angestellten findet sich eigentlich immer etwas interessantes. Jetzt muss ich mich selber ein wenig bemühen und nach Hörproben von interessant erscheinenden Bands bei Myspace, YouTube und Co. suchen. Im Heft gibt es zum Beispiel die 54 wichtigsten japanischen Rockalben... da gibt es vermutlich einiges nachzuholen für mich.

Zu guter letzt, und das hat mich am meisten gefreut, das Magazin "カメラ日和" ("Kamera-biyori", was soviel heißt wie "Ein schöner Tag zum Fotografieren"). Dort drin gibt's jede Menge Fotos und ein Special zum Thema "Toy Camera", was für mich als Golden Half, Holga und überhaupt Superheadz-Freund sehr interessant ist.

Eine Menge zu Lesen, einiges zu lernen (Hallo, Kanji, ich komme!) und zwischendrin dürfen auch die Blogleser von dem daraus gewonnenen Wissen in Form diverser Einträge profitieren. Mal sehen, was dabei so raus kommt...

6.6.09

Im Land der 1000 Möglichkeiten

Uniqlo, sozusagen die japanische Alternative zu H&M, schaffen es immer wieder tolle Webseiten zu ihren Werbekampagnen auf die Beine zu stellen. Angefangen bei der Uniqlock, über die "Uniqlo Jump"-Site und den "Uniqlo March" gibt es jetzt zu der "Parka Style 1000" Kampagne die "Tokyo Fashion Map".

Für dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "Tokyo graffiti" wurden in einigen Teilen Tokyos wie Ginza, Akihabara oder Daikayama (naja, vermutlich eher weniger) zufällig Leute mit Kapuzenpullis ausgestattet und fotografiert bzw. gefilmt. Übrigens, um nicht für Verwirrung zu sorgen, Parkas sind in Japan offensichtlich nicht die Bundeswehrmäntel, an die man hier zu Lande dabei denkt, sondern eben Kapuzenpullis mit Reißverschluß.

Aus den bei diesen Aktionen entstandenen Fotos und Filmen wurde dann die Tokyo Fashion Map gestaltet. Man kann sich durch eine nach Aufnahmeort geordnete Fotogallerie klicken, über eine Landkarte die Fotos durchsuchen oder, meiner Meinung nach am unterhaltsamsten, die Endlosvideoschleife betrachten, auf der sich die Modelle die Kapuzenpullis von einem Stadtteil in den nächsten reichen. Mal wieder großartig gemacht, das ganze.

Übrigens hier noch der Fernsehspot zur Kampagne. Der ein oder andere erkennt vielleicht den jungen Mann am Ende des Spots: jawoll, das ist Q-Tip!







Ach ja... ratet mal was mir gerade den Oberkörper an diesem elendig "kalten" Tag warmhält...

5.6.09

Für ein grünes Tokyo

Es ist vermutlich den wenigsten aufgefallen: heute ist Weltumwelttag! Ein Tipp, den die Vereinten Nationen auf den Seiten zu diesem Tag geben, was man selber für die Umwelt tun kann, ist ganz einfach: pflanze einen Baum. Und diesen Tipp beherzigt die Stadt Tokyo im Rahmen des großen Projekts "Midori no Tokyo" (Grünes Tokyo), welches Teil der Bewerbung für die Olympischen Spiele 2016 ist. Diese Spiele sollen, das ist zentraler Punkt der Bewerbung Tokyos, die grünsten Spiele aller Zeiten werden. Und dafür sollen eben in der Stadt viele, viele Bäume gepflanzt werden.

Ein Teilprojekt nennt sich "Umi no Mori", der Wald im Meer. Dafür soll eine 88 Hektar große Insel, die aus einer Mülldeponie in der Bucht von Tokyo entstanden ist, komplett mit schnellwachsenden Bäumen bepflanzt werden. Während der olympischen Spiele sollen dann dort u.a. die Reit-, Mountainbike- und BMX-Wettbewerbe stattfinden. Darüber hinaus soll diese Waldinsel vor allem als Quelle frischer Luft dienen und die Winde aus der Bucht in die Innenstadt lenken, was vor allem in den schwülheißen Sommermonaten eine deutliche Abkühlung bringen soll.

Initiator des "Umi no Mori"-Projekts ist der Architekt Tadao Ando, dessen Name in diesem Blog ja schon das ein oder andere Mal gefallen ist. Ando hat bereits schon mit "Setouchi Olive Foundation" ein anderes Aufforstungsprojekt gestartet, hierfür wurden auf den Inseln der Seto Inlandsee seit dem Jahr 2000 bereits über 60.000 Olivenbäume gepflanzt. Übrigens habe ich mit dem Kauf eines T-Shirts bei Uniqlo im letzten Jahr wohl auch schon meinen Beitrag dazu geleistet...

Wer auch seinen Beitrag zur Begrünung Tokyos beitragen möchte, kann das per Kreditkarte über die Website von "Midori no Tokyo" tun. Von dem dort gesammelten Geld wird dann nicht nur die Begrünung der Insel finanziert, es sollen auch an den Straßen und Eisenbahnstrecken Bäume gepflanzt und Dächer der Häuser begrünt werden, insgesamt rund 1.000 Hektar. Und ein bißchen mehr Grün kann einer Stadt wie Tokyo ganz sicher nicht schaden.

4.6.09

Ein Proooosit!

Und das passiert, wenn japanische Werbeleute zu lange im Bierzelt beim Oktoberfest im Mai bleiben:

Japanisches Fernsehen im Ausland

Es gibt diverse Möglichkeiten, japanisches Fernsehen auch im Ausland zu sehen. Neben den diversen illegalen Wegen, sich per Torrent oder ähnliches zu zu versorgen, gibt aus tatsächlich auch ein paar Livestreams, die legal sind (öh, glaube ich zumindest).

Zum einen gibt es da KeyholeTV, ein kleines Programm, ähnlich Zattoo, das im Peer2peer-Verfahren Fernsehprogramme live streamt. Das ganze ist wohl auf den Weg gebracht worden vom Ministerium für öffentliche Verwaltung, Inneres, Post und Telekommunikation. Neben einigen obskuren Internet-only Sendern kann man auch große Sender wie Fuji TV, NHK, TV Asahi usw. frei empfangen. Die Qualität ist, sagen wir mal... erträglich. Der Sound ist bei mir zumindest nur selten lippensynchron und das Bild ist von HD auch Lichtjahre entfernt. Aber es ist schon lustig, was man da manchmal zu sehen bekommt. Und wenn es nur die Werbung ist...


Eine andere Möglichkeit ist jibtv, Japan International Broadcasting. Hier werden Sendung von NHK bzw NHK World übernommen, die Sendung sind komplett englischsprachig. Was mitunter etwas anstrengend ist, ein japanischer Akzent macht das Verständnis nicht unbedingt einfacher. Es gibt einige Sendungen aus den Bereichen Kultur, Unterhaltung, Business etc. Aber alles halt auch "nur" im Livestream, nichts on demand. Und man muss sich auch noch Microsofts "Silverlight" installieren. Dafür ist die Qualität von Bild und Ton ganz ordentlich. Vom Inhalt her auch durchaus interessant, aber ganz klar an Nichtjapaner gerichtet, sozusagen zur Kulturvermittlung.

Übrigens auch ganz interessant ist der J-BLOGGERS-Blog von jibtv, in dem in Japan lebende Nichtjapaner über Alltäglichkeiten berichten. Besonders gefallen mir die Beiträge des französischen Illustrators Martin Faynot, die immer mit einer großartigen Illustration versehen sind.

Falls jemand noch andere Möglichkeiten kennt, sich "hier draußen" mit japanischem Fernsehen versorgen kann, immer her mit den Hinweisen.

3.6.09

Ein blindes Huhn...

Eigentlich ist die Zeitschrift "Gamepro" für mich so ziemlich die uninteressanteste der diversen Multiformat-Videospielezeitschriften. Ich passe halt nicht in die Zielgruppe der 16-jährigen Jungs (egal ob tatsächlich oder geistig). Ein anderer Grund ist wohl die doch sehr stiefmütterliche Behandlung der Welt außerhalb des x-tausendsten Egoshooter oder Wrestlingspiels. Aber zumindest auf der Gamepro-Website gibt es mit "Web-TV-Format" "Akibatteru?" etwas interessantes, mit regelmäßigen Berichten aus dem Nerd-Mekka Akihabara. In der ersten Folge geht es noch recht konventionell vor, eine Nintendo-Pressekonferenz und ein Besuch in einem Figurenshop sind jetzt nicht so spannend. In der zweiten Folge besucht die japanische Moderatorin aber dann einen Massagesalon, in dem sie von einem Mädel in Schuluniform massiert wird. Hinterfragt oder erklärt wird das Ganze nicht, im Gegenteil, nach Abschluß der Massage wird noch ein Foto gemacht. Zugucken macht aber Spaß und ich bin ziemlich gespannt, wo es in der nächsten Folge hingeht.

Auferstanden, die x-te

Ja, nee, so geht's ja nu nicht weiter. Schon wieder so lange Pause, ich fauler Hund. Aber: große (nun ja, größere) Dinge stehen an. Das Ticket für den nächsten Trip nach Japan ist gelöst, Ende September geht es wieder zurück. Diesmal bleibe ich drei Wochen in Tokyo (und Umgebung) und für die Zeit hab ich mir auch schon ein größeres Projekt vorgenommen. Mehr darüber, wenn es dann so weit ist. Bis dahin muss ich mit dem Bloggen wieder warm werden und somit habe ich mir vorgenommen, mindestens zwei mal in der Woche etwas zu bloggen. Mal schauen, wie lange ich das durchhalte...

24.1.09

Eine Reise in Bildern

Eric Testroete hat die tollen Bilder seiner Japanreise in einem noch tolleren Video zusammengefasst (und auch noch mit einem tollen Song hinterlegt, der von LCD Soundsystem ist und "All my friends from sound of silver" heißt):





Was mich zum einen dazu bringt, wieder mehr zu fotografieren und vor allem schnellschnellschnell wieder einen Flug nach Japan zu buchen...

(entdeckt bei Jean Snow)


Endlich, endlich, endlich...

Ja, ich habe es mal wieder geschafft, tatsächlich doch noch einen Eintrag für den Blog zu machen. Aber genau so "Endlich!" wie es für diesen Blogeintrag gilt habe ich es endlich geschafft, einen der Werbespots zu finden, in denen uns Brad Pitt den Monsieur Hulot macht! (Leider nur als Link möglich, also bitte hier klicken)

Großartig, wie ich finde. Ob es davon wirklich mehr gibt, weiß ich nicht, aber die Bilder vom Shooting zeigen ja auch jeden Fall noch eine andere Location. Ich halte die Augen offen.

3.11.08

Kleiner Spaß für Japanischkenner

Möglichkeit A: Der Namensgeber dieses Produkt kann Japanisch und lacht sich scheckig über die passende Namenswahl. Möglichkeit B: Der Namensgeber dieses Produkt hat keinen blassen Schimmer von Japanisch und nur Japanischlernenden mit viel Phantasie fällt dieses Produkt auf...

(Für die Japanischunkundigen: "Bakana" bedeutet in etwa soviel wie dumm, unsinnig usw. Und "-san" hängt man hinten an Namen dran. Wenn man will kann man das also mit "Ehrenwerte/r Herr/Frau Vollpfosten" übersetzen...)

24.9.08

Les vacances de Monsieur Jolie

Einer meiner ewigen Lieblingsfilme ist Jacques Tatis göttlicher "Die Ferien des Monsieur Hulot". Jetzt nehmen wir hier mal Brad Pitt dazu, ne ziemlich coole Sau, für den ein oder anderen Spaß zu haben. Und wenn man dann noch Wes Anderson als Regisseur dazu nimmt und daraus eine Werbung für einen japanischen Mobiltelefonanbieter macht, dann kann das mitunter dann so aussehen:

Mehr Bilder gibt's bei bauer-griffin. Auf das Endergebnis bin ich mal sehr gespannt...

14.9.08

H&M Japan - Open!

Es ist so weit, auch Japan hat endlich seinen ersten H&M. Gestern war Eröffnung des Shops im Edelshoppingviertel Ginza und es war einiges los. Miho erzählte mir was von riesigen Warteschlangen mit 3000 Menschen. Da musste ich doch gleich mal bei YouTube schauen, ob das nicht jemand aufgenommen hat und siehe da:







Jemand hat natürlich. Schicker Laden auf jeden Fall. Ein paar weitere Eindrücke gibt es in der Fotogallerie bei Zimbio. Ich würde alleine schon mal dorthin gehen, um zu sehen, wie sich das japanische von dem hiesigen Angebot unterscheidet. In letzter Zeit war H&M hierzulande für mich immer uninteressanter geworden.

13.9.08

Das nächste Video: Osore-zan

Und hier ist auch schon das nächste Video, wie versprochen ein paar Eindrücke von Osore-zan. Eigentlich wollte ich noch ein wenig Musik drunter legen, aber mit der vorhandenen Billosoftware ist das mit dem Mischen nicht drin, also gibt's halt den "echten" Sound. Und Handkamerageschüttel...






Auch wenn es nicht unbedingt ein typisches Touristenziel ist, wer mal in der Gegend ist, sollte unbedingt vorbeschauen.

10.9.08

Sound of Summer

Der erste Gedanke, als ich den Bahnhof in Ueno verließ und nach draußen kam, war: "Sind die laut!" Gemeint war nicht der Verkehr, sondern das "Singen" der Semi, der Zikaden, die die typische Geräuschkulisse für den Sommer in Japan bilden. Bei Bloggerkollege Tabibito habe ich einen interessanten Beitrag zu diesen Viechern gefunden.

In Anlehnung an die arte-Sendung "Karambolage" habe ich mal ein kleines Video zusammengeschnippelt, in dem ich das dauernde Sägen an verschiedenen Orten aufgenommen habe:



Die Tatorte:
Harajuku - Aoyama Friedhof - Harajuku (nochmal) - Sendai - Omotesando - Ueno Park - Tomioka Hachiman-gu - Aoyama Friedhof - Tomioka Hachiman-gu - Kyoto - Matsumoto - Matsumoto-jo.

9.9.08

Take me back to Tokyo

Weit, weit unter mir liegt Sibirien und noch einige Stunden vor mir liegt die Ankunft zu Hause. Die drei Wochen sind schon wieder vorbei, viel zu schnell natürlich. Die letzten Tage vergingen wie im Fluge, was unter anderem daran lag, dass ich einen Tag davon (vorgestern) fast komplett im Shinkansen verbringen durfte. Wie bereits schon einmal erwähnt, hat es mal wieder schwere Regenfälle in Teilen Japans gegeben, schon öfter in den Tagen davor und auch gestern wieder. Ich weiß nicht genau, ob das vielleicht Taifunausläufer sind, auf jeden Fall kommt da so einiges runter und dadurch dann Straßen überflutet und Hänge zum Rutschen gebracht. Letzteres ist auf meiner Strecke glücklicherweise nicht passiert, es gab einfach "nur" zu viel Regen.

Mein geplanter Tagesablauf war dadurch allerdings gehörig durcheinander gebracht. Ursprünglich hatte ich vor nach meiner Ankunft in Tokyo die Touristeninformation aufzusuchen, da man mir dort laut Reiseführer bei der Suche nach einer Unterkunft helfen könne. Dummerweise kam ich durch die unwetterbedingte Verspätung erst um halb sieben in Tokyo an - und die Touristeninfo macht schon um 17 Uhr zu. Tja, was jetzt tun? Ich beschloß erstmal, wieder nach Ueno zu fahren, mein Gepäck in einem Schließfach zu lagern und auf eigene Faust nach einer Unterkunft zu suchen. Zuerst wollte ich zu dem Hostel, bei dem ich die beiden Male vorher schon untergekommen war, auch wenn ich schon wusste, dass die so gut wie ausgebucht sind.

Auf dem Weg dorthin fiel mein Blick in eine Seitenstraße... wobei in Ueno Seitenstraßen schon mal etwas schmierig wirken bzw es auch sind, mit "Massage"salons, Saunas und ähnlichen Etablissements. Aber das war mir jetzt wurscht, ich wollte ein Bett, also versuchte ich es beim nächstbesten kleinen Hotel. Übrigens mit dem Namen "Hotel Matsumoto", ich glaube nach Matsuyama, Matsushima, Matsue und TakaMatsu hab ich bald so ziemlich alles durch, was mit Matsu so geht. An der Rezeption saß eine ältere Dame, ich fragte nach einem Zimmer und siehe da: ja, sicher, kein Problem. Mit 6500 Yen (so 40 Euro) sicher nicht die günstigste Unterkunft, aber das war mir jetzt auch wurscht, hauptsache ein Zimmer.

Das Zimmer war für Tokyoter Verhältnisse schon fast riesig, gleiches galt für das Bett, welches ausgesprochen bequem war. Der Rest war schon alles etwas älter, aber es war alles sauber und alles was man so brauchte auch da. Teilweise kam ich mir allerdings wie ein Riese vor, die Türen ziemlich niedrig, wie auch die Toilette und das Waschbecken. Unschlagbar war natürlich das es direkt um die Ecke vom Bahnhof von Ueno lag.

Als das also dann geklärt war, traf ich mich mal wieder mit Miho, diesmal gab's ein Izakaya mit fischigen Spezialitäten. Ich weiß schon gar nicht mehr was alles, aber wie immer, alles sehr lecker. Danach noch mein Gepäck aus dem Schließfach geholt und zurück zum Hotel. Und geschlafen.

Der letzte volle Tag war von Shopping bestimmt, erstmal bin ich nach Shibuya, wo ich ein Café mit Hotspot suchen wollte. Aber ich war ziemlich früh dran, wenig hatte geöffnet, die Straßen waren gefüllt mit all den Büromenschen, die auf dem Weg zur Arbeit waren. Die Geschäfte öffnen in Tokyo oft erst um 10 Uhr, teileweise sogar erst um 11 Uhr. Da noch einige Zeit bis dahin war, bin ich dann mal zu Fuß Richtung Harajuku spaziert. Unterwegs stieß ich auf den feuchten Traum für alle T-Shirt-Fans, der UT-Shop (die Uniqlo-T-Shirt-Marke). Auf drei Etagen die aktuellen Kollektionen. Die Shirts sind dabei ähnlich wie Milch im Supermarkt in Regalen untergebracht, in Röhren mit Schraubverschluß, sieht fast aus, als würde man radioaktives Material oder so etwas kaufen. Und jedes Shirt dann auch noch nur 1500 Yen. Klarer Fall, ohne Shirt komm ich da nicht raus. Drei sind es am Ende geworden...

Nachdem ich mich ein wenig in Harajuku herumgetrieben habe, beschloß ich mal im "Wired Café" im KDDI Design Showroom vorbei zu sehen. Im untersten Stockwerk wurde dort eine neues Designprojekt in Zusammenarbeit mit Yamaha vorgestellt: Mobiltelefone, mit denen man auch Musik machen kann. Zum Beispiel ließ sich eines zweiteilen und war dann als "Luftschlagzeug" zu benützen. Oder eines, welches die Tasten durch Saiten ersetzte. Manche Sachen waren etwas zu weit draußen (gedanklich), wie zum Beispiel der Mundharmonikaaufsatz, aber ich würde schon einiges dafür geben, würde der ein oder andere Prototyp tatsächlich einmal auf dem Markt erscheinen.

Ein paar Stockwerke darüber, nicht minder interessant, das Projekt "Ply", ein Mobiltelefon mit mehreren Schichten. Geniale Idee und hoffentlich irgendwann auch mal "in echt" in der Hand zu halten.

Im obersten Stockwerk lag dann also das "Wired Café", wo es dann auch frei verfügbares WLAN gab, siehe meinem dort gemachten Eintrag. Es gab lecker Curry mit Reis, es sah nicht nur gut aus, auch sonst stimmte alles. Was halt nur ein bißchen ätzend ist, ist das es die Japaner mit Rücksicht in Bezug auf Rauchen in Restaurants nicht so ganz drauf haben. Es wurde lustig gequalmt, was man als Deutscher ja schon fast nicht mehr gewohnt ist. Aber ist halt auch so ein Refugium für japanische Raucher, die auf offener Straße nur an bestimmten Ecken rauchen sollen und sich brav daran halten. So sieht man also häufiger schmachtende Grüppchen, die sich um einen der seltenen Aschenbecher versammelt haben um dort schnell mal eben eine Kippe durchzuziehen.

Nach dem Essen kurz weiter, bei Graniph vorbei, die Takeshita-dori hoch, vorbei an all den shoppenden Schulmädchen, die Omotesando wieder runter und einen Abstecher im Spiral Building in Aoyama. Dort gibt es, neben einem kleinen, aber sehr gut sortierten Plattenladen immer interessante und kostenlose Ausstellungen. Diesmal eine Fotoausstellung mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, ich habe leider vergessen, wie der Fotograf heißt.

Danach wollte ich mich mal Richtung Roppongi aufmachen. Kein Problem, dachte ich, da hinten ist ja Roppongi Hills und da ist Tokyo Midtown zu sehen, ist ja nicht so weit. Also frohen Mutes los spaziert. Dumm nur: die Straße die ich genommen hatte machte ein Kurve, die sich iiiiimmer weiter zog. Und so waren die beiden genannten Hochhäuser irgendwann schon fast hinter mir als vor mir. Als an der nächsten Ecke wieder links ab. Da ging es aber auch nur parallel dazu weiter. Immer am Friedhof von Aoyama entlang, offensichtlich einer der größeren der Stadt. Irgendwann hab ich dann einen Weg gefunden, es ging quer durch den Friedhof und noch ein paar kurvige Straßen, berg hoch und ich hatte endlich Roppongi Hills erreicht.

Nach der ganzen Lauferei, es war auch noch schön warm geworden, musste ich mich erstmal ne Runde auf die Bank hocken und die ständig mit feinstem künstlichen Nebel gekühlte Luft genießen. Noch angenehmer war es dann in Roppongi Hills, ist ja schließlich alles ordentlich klimatisiert. Für angenehmeres Shopping noch meine Tasche in einem Schließfach deponiert und anschließend den Museumsshop des in Roppongi Hills beheimateten Mori Museums besucht. Eine Zeitschrift und einen Bildband reicher verließ ich den Laden und weiter ging es zur Filliale des "Aoyama Book Center". Eigentlich wollte ich dort nach der Zeitschrift "Ootona no kagaku" schauen, eine Art Yps-Heft für Erwachsene. In der aktuellen Ausgabe zum Beispiel gibt es den Bausatz für einen Analogsynthesizer. Andere Ausgaben von Interesse: eine Stereolochkamera, ein Minitheremin oder die Lochkartenorgel. Leider erfolglos, nichts davon war dort zu finden.

Was es aber gab ist die für mich immer verführerische Holga/Lomo-Ecke, wo es diverse Kameras alles Art gibt. Von gesteigertem Interesse war dieses Mal für mich das Modell "Diana" von Lomo, ein Remake einer ollen russischen Plastikkamera, mit lustigen Spielereien wie Langzeitbelichtung und Panoramafunktion. Na wie auch immer, weil es keine Filme dazu zu kaufen gab (das gute Stück wird mit 120er Rollfilm gefüttert) und weil die doofe Vernunft doch wieder siegte hab ich sie dann doch nicht gekauft. Worüber ich mich jetzt natürlich ärgere. Nächstes Mal!

Kurze Zeit später war dann wieder Treffen mit Miho angesagt. Da ich mittlerweile ziemlich hungrig war, hieß die große Frage also: wohin? Ich schlug mal Midtown vor, trotz der Befürchtung, dort vor lauter Luxusläden nichts zu finden, was auch einigermassen preiswert ist. Nach einer Weile, in der wir an den Schaufenstern vorbeizogen und all die feinen Leckereien bewunderten, landeten wir in einer Art SB-Restaurant. Schon gewöhnungsbedürftig, nach den Wochen der zuvorkommensten Bedienung und Betüddelung selber sein Tablett mit Essen durch's Restaurant tragen zu müssen. Die Auswahl an Gerichten war auf jeden Fall ziemlich vielfältig, für mich gab's Udon. Dazu gab es von der Bar einen Cocktail, passenderweise waren wir gerade zur Happy Hour eingetroffen, was natürlich ausgenutzt werden musste. Übrigens erhielt man bei seiner Bestellung an der Essenstheke eine Art Pieper, der Alarm schlug, sobald das Essen fertig zur Abholung war. Lustige Sache.

Nach dem Essen wanderten wir noch ein bißchen durch Midtown, fanden Bionade (Flasche für 360 Yen, so 2 Euro) und bewunderten einen Laden für Süßigkeiten, die zum Tee gereicht werden. Kleine Kunstwerke teilweise, viel zu schaden zum Essen. Daneben was es sonst noch so für eine ordentlich Teezeremonie braucht, sehr schickes Geschirr und natürlich: Tee. Irgendwann wurd es dann doch zu viel vom Luxus, wir wollten weiter, noch etwas trinken. Wie üblich in ein Izakaya, aber die die wir uns in Roppongi aussuchten, waren bereits schon voll besetzt. Nun gut, keine Wunder, Freitag abends um 19 Uhr. Also wieder zurück nach Ueno, da hatten wir es beide auch einfacher später wieder flugs heimzukommen.

In Ueno angekommen hatte es mittlerweile begonnen heftig zu regnen. Gut, dass es direkt gegenüber vom Bahnhof genug Auswahl an Izakaya gibt. Im ersten, mit Okinawaküche, hatten wir auch - mehr oder weniger - wir mussten kurz draußen warten und bekamen dann auch noch Plätze. Gemütlich war's, lecker natürlich auch und draußen tobte derweil ein extrem lautes Gewitter. Meine Herren, was für Donnerschläge! Zum Abschluß gönnten wir uns noch ein Glas Shochu, japanischer Schnaps. Die Auswahl war gar nicht so einfach, auf der Karte war ein Koordinatensystem aufgedruckt, dass die diversen im Angebot befindlichen Sorten nach "süß", "trocknen", "stark" und "schwach" einordnete. Der Shochu, den Miho zuerst rausgepickt hatte, war allerdings etwas sehr teuer, wenn ich mich recht erinnere sollte ein Glas davon 6000 Yen kosten, also so 35 Euro. Wir (bzw. Miho...) fanden dann doch etwas preiswerteres. Ist so ein bißchen wie Whiskytrinken, nur ... klarer.

Als wir dann ausgetrunken hatten wollte die Belegschaft eh so langsam schließen, also bezahlt, sich die Schuhe rausstellen lassen (klar, musste man vorher ausziehen) und wieder raus; wo es glücklicherweise mittlerweile aufgehört hatte zu regnen. Tja, und dann folgte der Abschied... ein schmerzlicher, aus vielerlei Gründen. Tja, das war er dann mal wieder, der letzte Tag in Tokyo. Nächster Termin: vielleicht schon im Winter? Eisern sparen ist angesagt...