6.4.07

Zu Ostern nach Osaka

Heute hieß es also Abschied sagen zu Tokyo. Alles klappt soweit auch erstmal problemlos, rechtzeitig aufgestanden, alles zusammengepackt, ausgecheckt und Richtung Bahnhof. Dort zwei Plätze im Shinkansen reserviert (zwar im Raucherwagen, aber das geht schon) und bevor es in den Zug ging noch ein Ekiben gekauft. Ekiben setzt sich aus den Wörtern "Eki" für Bahnhof und "Ben(to)" für Lunchbox zusammen. An jedem Bahnhof und im Zug kann man diese Lunchboxen kaufen, die mit Spezialitäten der Region gefüllt sind. Für Tokyo sah meine von außen so...

und von innen so aus:

Als ich allerdings im Zug gerade begonnen hatte, mein Ekiben zu futtern gab es einen Riesenschock: mein Japan Rail Pass war weg!!! Alle Taschen durchsucht... nichts... nochmal durchsuchen... nichts... auch nach einem dritten Mal... kein JR Pass. Inzwischen war auch der Schaffner da, dem ich dann erzählte, dass ich meinen JR Pass am Tokyoter Bahnhof wohl verloren hatte. Resignation machte sich breit, ich machte schon mal Pläne, wie es jetzt weitergehen sollte und stopfte frustriert mein Essen in mich rein. An Genuss war da natürlich nicht zu denken.
Auf einmal tauchte zu unserer rechten der Fuji auf, worauf ich Martin gleich auch mal hinwies. Auch wenn der Fuji zwischen einem Haufen Wolken nicht wirklich gut zu sehen war, hatte er uns doch Glück gebracht. Denn nach einer weiteren Taschendurchsuchung hatte ich den JR Pass plötzlich doch noch gefunden! Mir sind mindestens 3 Fujis vom Herzen gefallen.

Danach lief es auch wieder wie am Schnürchen, in Osaka angekommen, im Bahnhof auch in die richtige U-Bahn gewechselt und nachher das Hotel auch ohne Probleme gefunden. Das Zimmer, das wir jetzt haben ist ein Tatamizimmer und im Vergleich zu dem vorherigen in Tokyo ein Palast. Super geräumig. Der Rest war ähnlich wie auf der Internetseite, nur ein bißchen... abgeschrabbelter. Aber schon voll in Ordnung.
Die Umgebung ist allerdings schon recht übel, alles wirkt heruntergekommen, es laufen haufenweise alte Alkis herum und in der Umgebung des Hotels gibt es tonnenweise Pachinkoschuppen, Schnapsläden und Pornovideoläden. Mal ein Blick aus unserem Zimmerfenster nach rechts...

geradeaus...

und nach links:

In der Nähe liegt allerdings auch DenDen-Town, so eine Art kleiner Bruder von Akihabara. Das heißt also jede Menge Läden für Elektronikgeräte, Videospiele, Manga, Modelle und ... Porno. Aber eine sehr feine Auswahl teilweise. Auffällig war unterwegs, dass hier, wie in Kyoto, sehr viele Leute hier mit dem Fahrrad unterwegs sind und, auch wie in Kyoto, auf dem Bürgersteig fahren und teilweise wie die Henker. Da entwickelt man automatisch Augen im Hinterkopf.

Zurück im Hotel, mit Abendessen aus dem Konbini ausgestattet, haben wir uns endlich auch mal ausgiebig dem japanischen Fernsehen widmen können. Eben ging ein Special einer Musiksendung mit allen J-Pop-Stars zu Ende, da konnte ich bei Martin mit meinem unnützen Popwissen prahlen... jetzt fährt grad Takeshi Kitano mit einem anderen Typen im Auto durch Tokyo... keine Ahnung was die sich erzählen.

Vorhin wurde es hier aber richtig aufregend: in der Straße gegenüber des Hotels versammelte sich die halbe Feuerwehr Osakas. Keine Ahnung warum, 10 Minuten später fuhren alle wieder los. Aber immerhin hatten wir mehr Feuerwehr in ner halben Stunde gesehen als in Tokyo in einer Woche.

Entspannend hingegen war das Bad, das ich mir vor dem Abendessen gegönnt hab. Traditionell japanisch mit draußen gründlich waschen und dann nur noch ins heiße Wasser zum entspannen. Und deshalb bin ich jetzt so relaxt, dass ich dringend ins Bett... verzeihung, in den Futon muss. Gute Nacht!

1 Kommentar:

alex hat gesagt…

das mit der feinen auswahl ist doch wohl nicht auf die pornos bezogen, oder? könnte man falsch verstehen! zum glück ist mit der bahn karte alles gut gegangen. ich hätte zwar schon lust die kaution für dich persönlich in ein japanisches polizeirevier zu bringen, aber ich glaube es ist besser, dass nichts passiert ist!!!