Meine Zeit in Tokyo ist für's erste vorbei, jetzt beginnt die Nomadenphase, alle 2 Tage geht's woanders hin. Unterwegs im Zug bleibt mit immerhin die Zeit, mal in Ruhe zu tippen, in Tokyo war das angesichts der ständigen "Termine" etwas "stressiger".
Ich wollte ja noch vom gestrigen Tag berichten. Nachdem es hier ja ständig ziemlich heiß war (30°C+, auch nachts gab es wenig Abkühlung), gab es gestern einen regelrechten Absturz was die Temperaturen angeht. Fast 10°C kühler, mit 25°C also ziemlich erträglich. Leider hat es dazu auch fast ständig genieselt, wenn nicht sogar amtlich geregnet. Ausgerechnet bei diesem Wetter also machten sich Miho und ich also auf nach Kamakura, dort wohin der Tokyoter fährt, wenn er einen Tag am Meer haben möchte.
Aber nicht nur Strand gibt es dort, sondern auch eine Menge Tempel und Schreine, denn im 12. Jhd war Kamakura für kurze Zeit das militärische Zentrum Japans. Der damals dort herrschende Feldherr war ein Förderer des Zen-Buddhismus und so förderte er die Errichtung von religiösen Orten, die von aus China geflüchteten Priestern gegründet wurden. Im Reiseführer wurde zwar davor gewarnt, dort am Wochenende vorbeizuschauen, aber offensichtlich hatte das Wetter leicht abschreckende Wirkung. Es war zwar einiges los, aber nicht so schlimm, das man sich nicht alles in Ruhe ansehen konnte.
In Kamakura angekommen, machten wir uns erst einmal auf zum Hachiman-gu-Schrein auf. Links und rechts des Eingangs waren zwei Teiche angelegt, die voll mit riesigen Lotusblätter und -blüten waren. Schöner Anblick.
Auf dem Platz vor dem Haupt-Tempel/Schrein tummelte sich ein Schwarm Tauben. Und das war ein ziemlich abgezockter Haufen, nicht so schreckhaft wie bei uns, wo man nur "Buh!" machen muss und schon sind sie weg. Wesentlich schreckhafter zeigten sich da schon insbesondere die jungen Japanerinnen. Wenn sich der Schwarm auf ein paar Mädels zu bewegte, gab es immer ein großes Gekreische. Manchmal hob der ganze Schwarm dann auch ab und drehte eine Platzrunde, allerdings nur ganz knapp über die Köpfe der Besucher. Man konnte die Flügelschläge förmlich im Nacken spüren.
Wie ich später dann feststellte, sind die Tauben so etwas wie das Maskottchen von Kumakura. Es gibt Geschäfte voll mit Keksen, anderen Süßigkeiten und sonstigem Tinnef in Taubenform. Putzig.
Oben am Tempelschreinwasauchimmer angekommen, haben Miho und ich dann noch so eine Art Horoskop gezogen. Dazu schüttelt man ein Kästchen, in dem Holzstäbe stecken. Durch ein kleines Loch zieht man einen dieser Stäbe heraus, auf dem dann eine Nummer steht. Dann erhält man dann sein Schicksal/Horoskop aus dem Kästchen mit der entsprechenden Nummer. Ich hatte wohl den Jackpot und das "bestmögliche" gezogen. War übrigens auch verständlich, denn für die Gaijin gibt es das ganze dann auch auf Englisch (auf rosa Papier anstatt weißem...). Damit sich das Schicksal und die damit verbundenen Wünschen erfüllen, knotet man den zusammengefalteten Zettel dann an eine Art Wäscheleine.
Nachdem so also für eine gute Zukunft gesorgt war, machten wir uns auf Richtung Strand. Leider nieselte es noch immer lustig vor sich hin und der Himmel sah auch nicht danach aus, als würde es Anstalten machen damit aufzuhören. Am Strand angekommen bekamen wir erst einmal Livemusik zu hören. An einem der zahlreichen Buden der Strandpromenade spielte eine Band zünftige Surfmusik (dat Pulp Fiction-Dingens zum Beispiel). Trotz des relativ schlechten Wetters war einges los am Strand. Sauber aufgeteilt nach Schwimmer- und nicht-Schwimmer-sondern-stattdessen-Windsurfen-und-Jetski-Bereich. Der Sand am Strand ist übrigens ziemlich dunkel, ich gehe mal von vulkanischem Ursprung aus. Ziemlich weit entfernt von weißem Sandstrand.
Miho und ich stellten unsere Füße mal kurz ins Meer (warm ist anders...) und nahmen dann in einer der Strandbuden Platz für die Mittagspause. Mihos Mutter war so nett und hatte uns zwei Dosen Bier mitgegeben. Klar, der Deutsche muss ja immer Bier trinken. Ich hatte dann dort eine Portion Ramen und Miho ein ziemlich mickrige Portion Yakisoba (auch in Japan gibt es Abzocke).
So gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zum Daibutsu, dem großen Buddha von Kamakura. Trotz eines kleinen Umwegs fanden wir auch den Weg dorthin. Uns erwartete eine ziemlich beeindruckende, über 10 Meter hohe Bronzestatue, die seit über 500 Jahren dort Wind und Wetter widersteht, nachdem ein Tsunami den um ihn herum errichteten Tempel fortgerissen hatte.
Man konnte sogar einen Blick in das innere des Buddha werfen, ich musste mich ganz schön bücken um mir am Eingang nicht den Kopf zu stoßen. Ach, und damit man im Inneren auch etwas sehen kann, hat der gute auch zwei Fenster im Rücken:
In einem Raum neben dem Buddha hingen auch "seine" Strohsandalen, in passender Schuhgröße versteht sich. Alle drei Jahre werden diese von Schulkindern neu geflochten.
Danach war es dann wieder Zeit für den Rückweg nach Tokyo. Da es noch recht früh am Abend war, beschlossen Miho und ich noch in einem Izakaya vorbei zu schauen. In der Nähe des Bahnhofs von Ueno gibt es da einiges zur Auswahl, Miho führte mich in ein Okinawa-Style-Izakaya. Man musste sich erstmal bücken, um überhaupt reinzukommen und dann, na klar, Schuhe aus. Das Interieur war ziemlich... erdig, im wahrsten Sinne, denn die Wände waren mit Lehm verkleidet. Aber sehr gemütlich und atmosphärisch. Da ich a) von der Küche Okinawas keine Ahnung habe und b) die Karte eh nicht lesen konnte durfte Miho dann die Auswahl treffen. Neben den Getränken (ich hatte irgendwas mit sowas-wie-Grapefruit-gibts-nur-in-Okinawa-Sour-Longdrink)gab es also diverse Kleinigkeiten zu essen. Mal sehen, was ich noch zusammenkriege... ein leckerer Eintopf mit Schweinefleisch, Lotus, Konyakku, und anderem Gemüse; Seetrauben (wie Trauben, nur aus dem Meer, eigentlich ohne viel Eigengeschmack, mit Soße aber lecker und erfrischend); Champloo (Tofu, Gemüse und Co); karamelisierte Bohnen; Soba... so viele diverse Dinge, aber alles sehr lecker.
Übrigens sehr unterhaltsam ist immer der Chor der Kellner, jedes Mal wenn jemand hereinkommt gibt es aus allen Kehlen ein herzliches "Irishaimase!", natürlich auch einen Abschiedsgruß, wenn man geht. Als wir unsere Getränke bekamen, wartete die Kellnerin im Hintergrund, dass wir uns zuprosteten, um darauf einen "Otsukare-sama deshita!" (Danke für die gute Arbeit) Chor anzuleiern. Im Laufe des Abends wurde plötzlich das Licht gedimmt und in einer Durchsage wurde mitgeteilt, dass der ehrenwerte Besucher an Tisch XY heute seinen Geburtstag feiert. Woraufhin die versammelten Kellner ein Geburtstagslied anstimmten, selbst Miho war davon überrascht und hat sich gekugelt vor lachen. Lichtjahre besser als dieses ewige Stevie Wonder-"Happy Birthday"-Runtergeleier.
Irgendwann war dann auch alles aufgegessen und ausgetrunken, Miho war müde (sie muss ja heute auch schließlich arbeiten) und so verabschiedeten wir uns. Ich machte mich zurück zum Hotel (und stellte unterwegs fest, dass ich mein kleines Handtuch im Izakaya habe liegenlassen...) und hab mal angefangen zu packen. Mit einer Dose "Edelpils" (von Sapporo, wird mit deutschen Braumeistern im Fernsehen beworben) vor dem Fernsehen endete dann der letzte Tag in Tokyo. In einer Stunde bin ich dann in Matsumoto, im Herzen der japanischen Alpen. Bergigen Ausblick gibt es auf jeden Fall jetzt schon.
Tscha, das ging jetzt flott, das ist schon der letzte Abend in Tokyo. Ursprünglich sollte es ja morgen nach Obuse weitergehen, aber nach dem Gespräch neulich im Flieger habe ich mich spontan entschieden, in Matsumoto zu stoppen. Von dort kann ich dann auch mal einen Tagesausflug nach Obuse machen.
Aber das ist ja morgen, erstmal das heute (und gestern). Gestern hab ich es dann irgendwann nach Mittag geschafft, mich aufzuraffen und raus zu gehen. Erstmal zum Bahnhof von Ueno, wo ich meinen Gutschein für den JR Pass gegen einen "echten" eingetauscht habe. Was zum Glück recht flott von sich ging, beim letzten Mal im Bahnhof von Tokyo saßen wir glaube ich ne gute halbe Stunde rum.
Anschließend ging es nach... puh, ich vergess das immer, Monzen-nakacho heißt die Station, ich glaub das ist Fukugawa, wo es ein Matsuri (Fest) gab, das sich im wahrsten Sinne des Wortes "gewaschen" hat. Im Laufe dieses Festes tragen verschiedene Gruppen unter großem Hallo und Anfeuerungsrufen Schreine durch die Straßen und die Dinger sehen wirklich schwer aus. Und weil es ja ordentlich heiß ist, werden die Träger regelmäßig ordentlich mit Wasser bespritzt. Ich hab Fotos gemacht, aber irgendwie will die meine Kamera nicht rausrücken...
Ach, übrigens fand dieses Schreingeschleppe natürlich mitten auf einer gut befahrenen Straße statt, die Autofahrer mussten also schön aufpassen, dass sie nicht in so eine Gruppe rauschen. Drumherum gab es noch die üblichen Sachen, die es bei so einem Natsumatsuri (Sommerfestival) halt so gibt: diverse Essenstände mit Yakitori, Yakisoba, Takoyaki, Okonomiyaki, Eis in diversen Varianten, kandiertes Obst, Zuckerwatte, Goldfischangeln, Schießbude usw usf. Zentrum war der örtliche Schrein, wo es auch Zeremonien aller Art gab. Und dazu noch Mädels in Yukata, alles was da sein muss.
Doof war nur: es fing an wie aus Eimern zu regnen. Die Schreinträger ließen sich davon nicht stören, die waren eh schon klitschnass und dieses Fest findet laut meinem Reiseführer auch nur alle 3 Jahre statt. War auf jeden Fall höchst interessant.
Danach bin ich noch weiter Richtung Ebisu. Eigentlich wollte ich mir mal Meguro ansehen, aber leider war es schon so spät und ich hatte ja noch eine Verabredung später am Abend. Also in Ebisu nur flott in den Yebisu Garden, wo man in dem dortigen Hochhaus bis in den 39. Stock fahren konnte. Schöne Aussicht von da oben, besonders nach dem Unwetter gab es einen recht dramatischen Himmel. Ich hab ein paar schöne Fotos, aber wie gesagt, die Kamera will grad nicht.
Am Abend war ich also bei Miho eingeladen. Sie wohnt relativ nah zu meinem Hotel, in einer Gegend hinter dem Ueno Park. Sie wohnt über einer Bäckerei, die ihren Eltern gehört. "Pain de Mie", falls mal jemand im der Gegend in Nezu ist. Die habe ich dann auch gleich mal kennengelernt, mein Gastgeschenk überreicht (Kölsch und Haribo...). Der Tisch war schon gedeckt, reichhaltigst und ohne langen Aufenthalt hieß es auch "Itadakimasu". Dazu gab's Fernsehen, klar Olympia. Kein Entkommen. War auf jeden Fall ein netter Abend, jetzt bin ich bei 2 Familien im Großraum Tokyo jederzeit willkommen. Zum Abschied gab's noch jede Menge Geschenke in Form von (huch!) Backwaren, schon mal Mitbringsel für zu Hause.
Für heute bin ich zu müde, da schreib ich morgen im Zug nach Matsumoto weiter. Vielleicht rückt dann die Kamera auch Bilder raus.
Eine kurze Zusammenfassung der letzten 48 Stunden:
- Treffen mit Rebecca (Sprachkursmitschülerin) in Asakusa und Mittagessen in irgendeinem Familyrestaurant im obersten Stockwerk eines Omakaufhauses.
- Treffen mit Miho, Shopping in Ueno, kurzer Trip nach Roppongi, dort Besuch im neuen Kunstmuseum, bzw. dem Museumsshop, Blutvergiessen beim Totschlagen einer Mücke, endlich Herstellung der vollen Funktionstüchtigkeit des Mobiltelefons.
- Im Hotel rumlungern und relativ früh zu Bett gehen.
- Schlafen
- Aufstehen
- Weiterschwitzen (morgens um 10 Uhr: 33°C)
- erfolgloses Shopping in Akihabara und Ikebukuro.
- ein paar Blicke auf Street Fighter IV (sieht aus wie Street Fighter, nur mit neuer (extrem schicker) Grafik
- sehr wenige Blicke zum Vergleich auf Tekken 6 (sieht aus wie Tekken wie Tekken wie Tekken... booring!)
- Treffen mit Rei in Shinjuku, Besuch des Schwulenviertels, einer Bar dort, Kennenlernen von Rei's vielen (schwulen) Freunden, ein paar Bier ausgegeben kriegen.
- weiter nach Shibuya, ins "Womb" (jeiler Club, aber auch Gaijin-Abschleppschuppen) und zu Darren Emerson bis 5 Uhr tanzen.
- Ramen zum Frühstück und mit einem der ersten Züge zurück zum Hotel
- kurz schlafen
- duschen und endlich mal rasieren
- das hier schreiben
Pläne für den Rest des Tages: JR Pass eintauschen, einer Empfehlung von Mariko nachgehen, evtl. noch nach Meguro und heute abend bin ich von Mihos Familie zum Essen eingeladen. Jetzt muss ich aber mal los!
Neben einem Fächer, den man hier wirklich braucht (wedelwedel, "Suzushiiii!") und einem taschentuchgroßen Frotteehandtuch (Schweiß-von-der-Stirn-wisch) hab ich wie bereits erwähnt ein paar Shirts gekauft, wie versprochen jetzt die Fotos. Zunächst mal das Keith Haring-Shirt:
Hier das Amano-Shirt, bzw. das Motiv in der Nahaufnahme, ist nicht so einfach zu erkennen:
Und dann noch das Tadoa Ando Shirt, zur Unterstützung der Sato Inland Sea Olive Foundation, die sich um die Wiederherstellung der Natur der Seto Inlandsee kümmert:
Heute hab ich dann auch noch Schuhe gekauft, diese schicken Slipper von Adidas:
Noch ist übrigens Platz im Rucksack, Bestellungen werden noch aufgenommen...
Wie gesagt, war ich gestern abend bei Familie Ishikawa nach Hause eingeladen. Mariko, die älteste Tochter, ist schon seit ein paar Jahren eine Brieffreundin und schon bei meinem ersten Japanbesuch wurde ich von der Familie fürstlich bewirtet. Diesmal also, passend zum Sommer, ein kleines Barbecue.
Ich traf Mariko am nächstegelegenen Bahnhof und von dort fuhren wir mit dem Taxi weiter. Angekommen gab's viel neues zu sehen. Nicht nur einen neugekauften Grill: nein, Papa Ishikawa hatte gleich das alte Haus (zumindest einen Teil) abgerissen und was neues hinbauen lassen. Alles eine Nummer größer als vorher. Platz auf dem Grundstück haben sie ja genug. Ich wurde erstmal ins Wohnzimmer vor den neuen Riiiiesenfernseher gesetzt, während sich der Vater um den Grill und Mutter und Tochter um die Vorbereitung des Essens kümmerten.
Tja, nur blieb das mit dem Feuer im Grill machen eher erfolglos. Nachdem das Feuer angezündet war überließ der Vater seinen Töchtern alles weitere. Die wedelten wie wild mit Fächern, aber wenn man eine geschlossene Platte drüber läßt, gibt das nicht viel mit dem Durchzug. Naja, groß einmischen sollte ich mich nicht, also machte die Mutter das einzig richtige, schmiß in der Küche die heiße Platte an und brutzelte dort das Grillgut. War auch lecker.
Während dem Essen (es kam ja ständig irgendwas neues dazu) unterhielten wir uns über diverse Dinge, z.B. erzählte der Vater, dass er neulich in Düsseldor (bzw. Mönchengladbach) auf Dienstreise war. Irgendwie kamen wir im Verlauf des Gespräch auf Nord- und Ostsee, worauf Mariko völlig überrascht reagierte: Deutschland liegt am Meer? Naja, bei so vielen Nachbarländern liegt es ja nahe zu vermuten, dass da kein Platz mehr für das Meer ist.
Irgendwann verschwand Saori (die jüngere Tochter) kurz zum Konbini, um Feuerwerk zu besorgen. Denn Sommerzeit ist in Japan Feuerwerkzeit. Allerdings, neben den großen öffentlichen Feuerwerken für den privaten Gebrauch eher kleines Zeugs für "auf die Hand". Schön isses trotzdem.
Ach ja, wusstet ihr eigentlich schon, dass japanische Kabelhersteller wegen der im Sommer allgegenwärtigen Zikaden (nehmt das Geräusch von Grillen, jagt es durch einen Verzerrer und verstärkt das Ganze zehnfach) ein Heidengeld machen? Irgendwie finden die Viecher Lichtfaserkabel total geil und knabbern fröhlich dran rum. Auf jeden Fall hat der Kabelhersteller, bei dem Papa Ishikawa angestellt ist, ein Zikadensicheres Kabel entwickelt. Und das muss jetzt natürlich überall benutzt werden, was bedeutet: ka-tsching!
Irgendwann war es dann Zeit, mich auf den Rückweg zu machen. Mariko und Saori brachten mich zum Bahnhof und erzählten mir unterwegs über die Gegend, die wohl laut Polizei als nicht wirklich sicher gilt, wegen der (Achtung!) Inder! Trotzdem kamen wir sicher am Bahnhof an und ich kam auch problemlos zurück zum Hotel. Und da sah ich dann im Fernsehen, wie man einen Grill richtig anfeuert. Hätten sie das mal früher gezeigt.
Während ich mich gestern "nur" in der näheren Umgebung aufgehalten habe, sprich auch ohne U-Bahn auskam, ging es heute mal etwas weiter. Am Vormittag ging es aber erstmal wieder Richtung Asakusa für ein bißchen Shopping. Im weiser Vorraussicht hab ich ja nur ein paar Shirts eingepackt. Und die Sammlung wurde dann heute etwas größer, denn bei Uniqlo (sowas wie Japans H&M) gab's ein paar schicke Exemplare zu kaufen. Einmal eins mit einem Keith Haring-Design, eins von Yoshitaka Amano und eins von, der Mann verfolgt mich jetzt wohl auf ewig, Tadao Ando. Fotos gibt es morgen, ich bin jetzt gerade mal zu faul.
Unterwegs bin ich auch mal über die Kappabashi Dougugai Dori geschlendet. Auf der Straße gibt es tonnenweise Geschäfte für Küchenbedarf. Ich glaub was es da nicht gibt, gibt es nicht. Ich mach mal ein Video drüber.
Weil ich eh in der Gegend war, bin ich mal wieder am Senso-ji vorbei und hab da was gegessen, was für den Sommer in Japan typischst ist: geschabtes Eis mit Sirup drüber. Wie Wassereis halt, nur süßer. Gibt's in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Zitrone, Melone, Traube undundund. Bei der Hitze tut es echt gut, im Schatten zu sitzen und sich so einen Becher reinzulöffeln. Ach, beim Thema Eis fällt mir ein, in einem Konbini sah ich neulich Becher, die man kaufen konnte, in denen direkt Eiswürfel drin waren. Das Getränk seiner Wahl kann man dann selber reinfüllen.
Okay, hier im Fernsehen werden gerade Bikinimädels mit... viel Charakter... an den Füßen gekitzelt, während sie für irgendwelche DVDs Werbung machen. Sexy Sport Clips auf Japanisch.Und jetzt eine Talkshow, die von Schaufensterpuppen moderiert wird...
Wie auch immer, nach einer kleinen Erfrischungspause im Hotel ging es weiter nach Harajuku aka wo die schönen Menschen ihre Klamotten kaufen. Da wollte ich natürlich nicht nachstehen. Aber bei graniph hab ich diesmal nix gefunden, was ich unbedingt haben musste. Naja, ich hab ja dafür schon bei uniqlo zugeschlagen.
Aber auch sonst gab's ein paar interessante Sachen zu sehen. Zum Beispiel den Schreibwarenladen Delfonics in Omotesando Hills, mit sehr schick designtem Kram. Unter anderem auch mit dem Label "Büro" und dem Motto "Wir geben unser Bestes um die Qualität unserer Produkte weiter zu verbessern" (Ja, auf Deutsch). Oder Kalender mit dem Titel "Ein neues Leben". Aber wie gesagt, alles schick anzusehen. Im großen Modekaufhaus "La Foret" gab es zum einen zum 30sten Geburtstag von Space Invaders einige interessante Klamotten (zu "interessanten" Preisen) und eine Ausstellung aus dem BMX und Skateboardsektor namens "Beautiful Losers & Lightning Bolts", u.a. mit Bildern von Ed Templeton, Mike Mills und Harmony Korine.
So, über meinen Besuch bei Mariko und ihrer Familie und warum Japaner dringend Grillkurse brauchen (gab's eben im Fernsehen auch), da schreib ich morgen drüber. Will schlafen. Und morgen bin ich mal wieder verabredet. Gute Nacht!
Man hat es mir ja vorher gesagt, aber ich wollte ja nicht hören: es ist einfach mal richtig warm im Sommer in Japan. Empfindliche Personen würden vielleicht sogar von heiß reden, was vor allem an der hohen Luftfeuchtigkeit liegt. Nun ja, ich lieg jetzt hier auf dem Futon, habe den Fernseher nebenbei laufen, schlürfe lecker Chu-hi und knibbel Edamame. Auf jeden Fall ein entspannter Abend. Ein paar Sachen, die ich mir vorgenommen habe, z.B. Guthaben für das Prepaid-Handy zu kaufen. Doof nur, dass ich trotz neu geladenem guthaben immer noch nur empfangen, aber nix schicken bzw telefonieren kann. Merkwürdig.
Trotz der Hitze bin ich erstmal durch die Straßen Uenos gezogen, Check-in war erst um 25 Uhr möglich und ich war schon um 11 Uhr da. Wenigstens durfte ich mein Gepäck da lassen. Die Haupteinkaufsstraße ist die Ameyoko und da gibt es so ziemlich alles gibt und vor allem so ziemlich alles for sale. Neben Klamotten, Nahrungsmitteln, Uhren usw. hat mich vor allem das Schuhangebot dort hin gezogen. Eigentlich bin ich nur auf der Suche nach ein paar simplen Stoffslippern a la Vans. Aber dieses Angebot... schwer verführerisch. Ein paar Special Edition-Adidas hatten es mir angetan. Preis: 8000 Yen (momentan... knapp 49 Euro). Aber doch nicht gleich am ersten Tag das Geld so rausballern.
Auch interessant: der 5-stöckige Spielzeugladen. Da gibt's einige interessante Sachen. Aber auch erst später.
Irgendwann war es dann auch Zeit für's einchecken. Der freundliche junge Mann am Empfang spricht überraschenderweise ziemlich gut Deutsch. Toll, wie soll ich denn hier mein Japanisch testen? Nun ja, rauf ins Zimmer und so ziemlich als erstes: DUSCHEN! Sehr willkommen. Das Zimmer ist nicht groß, hat aber TV, Internet, ein Bad, Wasserkocher, Yukata und vor allem: ist sauber. Empfehlung von meiner Seite für das Oak Hotel.
Danach wieder raus, nach Asakusa, wo Laternen zu Wasser gelassent werden sollten. Was auch klappte... zu Beginn, leider hat der Wind die leichten Papierdinger umgeblasen und versenkt. Ins Wasser gelassen wurden die Laternen übrigens im Rahmen des Bon-Festes, zum Gedenken an die verstorbenen Ahnen. Vielleicht habt schon mal davon im Rahmen der Gedenkfeiern in Hiroshima davon gesehen. Hier übrigens ein größeres Exemplar, welches nicht so leicht zu versenken ist:
Und wo wir grad bei großen Exemplaren sind: zum typischen Klang des japanischen Sommers gehört das stetige Sägen der Zikaden. Das das allerding SO laut ist, hätte ich vorher nicht gedacht. Naja, kein wirkliches wunder, wenn man sich mal ansieht wie groß die Viecher sind:
So, jetzt muss ich mal schlafen. Der Jetlag kommt... zum Glück spät.
Da wär es also wieder einmal geschafft, ich sitze im Regionalzug vom Flughafen nach Ueno und da das gut 80 Minuten dauert (man spart halt wo man kann) hab ich reichlich Zeit, den Flug zu rekapitulieren. Kurz gesagt: groß aufregendes ist nichts passiert. Es gab kein Inseat-Entertainment, die Filmauswahl war mies ("Fool's Gold" statt "Iron Man", na danke!), das Essen war gut und am Gang zu sitzen eine sehr kluge Entscheidung. Am aufregendsten waren da schon die nicht ganz so leichten Turbulenzen und ein älterer Herr, der nicht vom Alkohol lassen wollte und von den Flugbegleiterinnen zurechtgewiesen werden musste.
Die erste Reaktion, als ich den Flieger verlies war dann auch ein wenig überraschendes "あつい!" oder auf gut Deutsch "Hui, ist das warm hier!". Nun ja, kein Wunder, wenn man aus einem klimatisierten Flieger kommt. Jetzt hier im Zug, mit Zugluft (haha...), geht es eigentlich. 27°C soll es haben, es ist bewölkt, aber bisher war ich noch gar nicht wirklich draußen. Also waren wir mal ab.
Der erste Weg nach dem Ausstieg führt den Genießer natürlich gleich an einen extrem wichtigen Ort: die Toilette. Und hurra!, direkt ein Washlet erwischt.
Bei der Passkontrolle bekam man dann auch die verschärften Sicherheitsmaßnahmen zu spüren, den gleich hieß es: Fingerabdrücke her und bitte recht freundlich für ein Foto. Schöne neue Welt. Und auch bei der Gepäckabholung was neues: Schnüffelhunde werden herumgeführt. Und bei der Zollabfertigung ließ man sich auch etwas mehr Zeit. Mir wurde zum ersten Mal das Gepäck durchsucht, wenn auch nicht sehr gründlich. Spannend war dann aber: ich hatte ein Sixpack Gaffel sorgfältig verpackt und im Rucksack untergebracht. Aber offensichtlich kein Problem, er hat's ertastet, er fragte ob das Schuhe seien, ich sagte "Bier!" und er sagte OK und verabschiedete mich.
Der Rest... naja, ich mach das jetzt zum dritten Mal, alles easy und nicht mehr so aufregend und bei der Fahrt jetzt erkenn ich die Gegend auch wieder. Obwohl: sieht ja eh vieles gleich aus.
Wenn ich dann am Hotel angekommen bin, gibt's auch gleich ein paar kleine Missionen: Handy laden (sowohl Strom als auch Geld), die Umgebung erforschen, vielleicht auch gleich ein paar Schuhe kaufen und heute abend ab nach Asakusa, wo laut Saori heute abend ein Laternenschiffchenfest sei. Schaumermal. Am ersten Tag nach Asakusa ist mittlerweile wohl eh Tradition.
Da bin ich wieder, im Limbo namens Amsterdam-Schiphol. 3 Stunden Aufenthalt müssen irgendwie rumgekriegt werden und wenn man keine Lust hat, hier hunderte von Euro zu lassen, dann bleibt einem nicht viel außer rumsitzen und lesen. Oder halt etwas schreiben.
Ein paar Euro hab ich doch mal ausgegeben und mir einen BigMac gegönnt. Ein Keks zum Frühstück ist halt doch nicht so reichlich. Wie gesagt, machen könnte man hier einiges. Aber die Preise... da Flughäfen ja ein abgeschottetes Land für sich sind, sind sie offensichtlich auch das Paradies für Abzocker. Internet beispielsweise gibt's hier an jeder Ecke... für schlappe 6 Euro für 30 Minuten! Ich weiss auch nicht, warum Leute immer so scharf sind, auf Flughafen Duty Free einzukaufen. Das, was man später als Steuer abgezogen kriegt, wurde vorher eh auf den Normalpreis draufgeschlagen.
Immerhin lief heute morgen alles mehr oder weniger glatt. Zwar war ich eine halbe Stunde zu früh am Bahnhof, weil ich Doofnuss nicht daran gedacht habe, dass der Zug, den ich eigentlich nehmen wollte, ja überhaupt nicht über Köln/Bonn-Flughafen fährt... clevererweise hab ich aber eh einen Zug früher als nötig nehmen wollen und von daher: kein Problem, überpünktlich war ich dann trotzdem am Flughafen.
Der knapp einstündige Flug nach Amsterdam war völlig in Ordnung. Dank eines Fensterplatzes hatte ich dann auch Google Earth "in echt", was die Sache nur noch faszinierender machte. Fast wie eine Runde Sim City, nur das ich nicht auf Knopfdruck mal eben Godzilla durch ein holländisches Dorf schicken kann. Die Dame auf dem Platz neben mir war übrigens eine (klassische) Sängerin, auf dem Weg zu einem Festival in Edinburgh. Die kommt auch gut rum, in Japan war sie auch schon (ich solle mal nach Matsumoto fragen), ich weiss schon gar nicht mehr, wo es als nächstes hingeht. Als ich ihr davon erzählte, gerade ein Buch über einen sudanesischen Flüchtling zu lesen ("What is the what" von Dave Eggers, sehr, sehr gut bisher, wenn auch manchmal einfach nur tieftraurig), berichtete sie mir von einer Begegnung mit einem General, der versucht hatte den Völkermord in Ruanda zu verhindern. Sie traf ihn bei einem Gedenkkonzert, bei dem Motive aus Beethovens "Egmont" mit Augenzeugenberichten gemischt waren. Immer wieder interessant, auf welche Geschichten man so unterwegs stößt.
So und bevor es gleich heißt "Mister Sebässtschn Fox, travelling to Tokyo, you are delaying the flight..." mache ich mich mal auf zu meinem Gate.
So, der Rucksack ist gepackt, das Handgepäck ist auch beisammen und ich total müde. Morgen früh geht es wieder los Richtung Japan. Und an dieser Stelle wird also auch wieder mehr Leben einkehren, wenn ich wieder einmal vor dort berichte. Freut euch schon mal drauf und wie immer freue ich mich auf Kommentare! Next stop: Tokyo!
Es ist nicht immer einfach, sich in Tokyo zurecht zu finden, wenn man keinen guten Stadtplan zur Hand hat. Art Space Tokyo und Tokyo Art Beat bieten auf ihren Webseiten herunterladbare Stadtpläne an, die auf interessante Orte im Bereich Kunst und Design ausgerichtet sind. Die Karten von Art Space Tokyo zeigen immer den Weg zu einer bestimmten Location und dazu noch einige interessante Gallerien und Läden in der Umgebung, die vierseitige Tokyo Art Map zeigt mehrere Gegenden und weist noch auf aktuell laufende Veranstaltungen hin. Für den kunstinteressierten Toykobesucher beide sicherlich sehr hilfreich auch mal Orte zu besuchen, die man sonst nur zufällig gefunden hätte.
Der Daigo-ji ist ein Kloster in der Nähe Kyotos. Es ist eines der ältesten Klosteranlagen Japans und Zentrum der als Shigon-shu genannten Schule des Buddhismus. Auf Grund der kompliziert gehaltenen Lehre gilt diese Glaubensrichtung als schwer zugänglich. Daher auch die Bezeichnung "Geheimer Buddhismus", da es eines Lehrers bedarf, um die Lehre des Shigon-shu vollständig zu verstehen.
Dieser Punkt macht es aber auch dem Besucher der Ausstellung nicht wirklich einfach, einen Zugang zu finden. Ein Interesse an der buddhistischen Lehre und der japanischen Kultur ist meiner Meinung ein Muss. Nur wenige der ausgestellten Stücke sind unabhängig von diesem Überbau als interessant zu bewerten. Denn es gibt vor allem (teilweise über 1000 Jahre alte) Abschriften religiöser Texte zu sehen, Abbildungen und Skulpturen von großen Lehrern und Heiligen und rituelle Gegenstände aus der umfangreichen Schatzkammer des Klosters.
Hier und da gibt es unglaubliche feine Details an Zeptern oder Holzkisten zu bewundern, aber spätestens nach der dritten Schriftrolle stellt sich dann doch gepflegte Langeweile ein. Am interessantesten war dann auch für mich der originalgetreue Nachbau des Altars und ein 45-minütiger Film über Daigo-ji, in dem man mehr über die Anlage und das Alltagsleben der Mönche erfährt.
Weitaus interessanter ist zum einen ein Besuch der Museumsbuchhandlung, die zur Ausstellung ein umfangreiches Angebot zu allen möglichen Japanthemen hat (Essen, Kunst, Religion, Gärten...), sowie das Rahmenprogramm. Da gibt es zum einen diverse Workshops (leider vor allem für Kinder und Jugendliche) und zum anderen Konzerte und ein paar interessante Filme. Wenn also die Ausstellung nicht sooo brennend interessant ist, so hat zumindest das drumherum einiges zu bieten.
Eine Sache, die man in Tokyo sehr, sehr gut machen kann ist vor allem: Shopping. Besonders was neue Trends angeht. Und wie wir ja alle wissen, macht das Internet die Welt kleiner. Dank Tokyomade müsste man jetzt man nicht mal mehr das teure Flugticket nach Japan bezahlen (gäbe es da nicht doch noch zwei, drei andere Sachen zu erleben...) um den neuesten Kram von jungen(?) und unabhängigen Designern einzukaufen. Es gibt Klamotten für sie und ihn, Accesoires, Spielzeuge, Bilder usw. Hätte ich nicht vor, im Sommer selber dorthin zu fahren, ich würde mich jetzt arm shoppen... aber die Vernunft, sie siegt mal wieder.
Ich bin ja immer für allen möglichen Konsolen-Zusatzcontroller-Schnickschnack zu haben. "Samba de Amigo" samt Maracas liegt hier run, eine "Dance Dance Revolution"-Plattform, ein Beatmania-Controller, Donkey Konga-Bongos, natürlich "Guitar Hero"... und somit wundert es dann auch kaum, dass "Wii Fit" ins Haus musste. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich auch mal etwas mehr bewegen sollte. Die erste Überraschung gab es schon, als ich "Wii Fit" im Kaufhaus (Amazon war schon länger ausverkauft, im Karstadt lagen reichlich rum) zu ersten Mal in die Hand nahm: ich war vom Gewicht überrascht, das Ding ist nämlich ziemlich schwer. Beim Auspacken zu Hause fiel mir auch wieder dieses kleine, aber doch ziemlich wichtige Detail auf: das Packungsdesign. Also nicht das was draußen aufgedruckt ist (in diesem Falle ziiiiiiemlich langweilig), aber wie es verpackt ist. Optimal passende Pappschuber, mit genauer Auspackanleitung. Danke, Nintendo! Im Gegensatz zu diesen üblen Blisterverpackung (diese verschweisten Drecksdinger aus Kunststoff, für die man einen Schweißbrenner braucht um sie zu öffnen) eine wahre Wohltat.
In der Verpackung findet sich zum einen das "Wii Balance Board", mit dem Wii Fit gesteuert wird, das Spiel, eine Anleitung und 4 Batterien für das Board. Das Board selber macht einen absolut überzeugenden Eindruck was die Verarbeitung angeht, muss ja auch, schließlich soll das Brett bis zu 150 kg aushalten können. Also, Batterien rein, Brett auf den Boden, Spiel ins Wii und auf geht's.
Man wird von einem knuffig animierten Balance Board begrüßt, das einem erstmal erzählt, wie schlecht es um uns bestellt ist (mangelnde Bewegung, Haltungsprobleme, Übergewicht) und das man jetzt natürlich etwas dagegen zu tun gedenkt. Dann noch ein paar Daten (Name, Alter, Größe) angegeben und dann geht's zur ersten Messung. Man ahnt schon, am öfter Mal auftauchenden "Ich meeeesse... ich meeeesse...", dass das Board von sich gibt, werden sich die Geister scheiden. Na wie auch immer, man kriegt also seinen Body Mass Index präsentiert (bei mir fast 23, habe also nicht wirklich was zu meckern) und dann wird anhand von kleinen Spielen die Balance geprüft. Dabei fällt einem auf, wie präzise das Board jede Bewegung wahrnimmt. Zum Schluß kriegt man dann, wie schon beim Gehirnjogging, sein Fitnessalter präsentiert. Bei mir war's beim ersten Mal 48... es gibt also was zu tun. Bevor man aber loslegt, wird man vom Balance Board gebeten ein Ziel anzugeben und bis wann man das Ziel erreichen möchte.
Dafür tun kann man dann auch was im Trainingsbereich. Die verschiedenen Übungen teilen sich in vier Kategorien ein: Yoga, Muskelübungen, Aerobic und Balance. Zu Beginn sind nur knapp 1/3 der Übungen freigeschaltet, aber je mehr Zeit man mit den Übungen verbringt (wird alles festgehalten von "Schweinchen Fit", eine Art Zeitsparschwein) umso mehr Übungen werden freigeschaltet. Nach den ersten paar Übungen im Bereich Yoga und Muskeln kriege ich die Anfänger und Sitzsack-Bewertungen nur so um die Ohren gehauen. Ich merke wirklich direkt: ich mach sonst eigentlich nix und das zeigt sich jetzt gnadenlos. Nur beim Joggen (einfach Wiimote in die Tasche gesteckt und fröhlich im Kreis durchs Zimmer gelaufen) kann ich doch eine Höchstwertung einfahren.
Während ich mich am ersten Tag nur an (vermeintlich) leichte Übungen rangetraut habe, wähle ich am zweiten Tag auch mal anspruchsvolleres. Der Versuch ein paar Liegestützen zu machen endet allerdings in einem Desaster. Nach der ersten Liegestütze breche ich schnaufend auf dem Boden zusammen. Okay, hier ist wirklich einiges im Argen. Aber: es macht Spaß und es motiviert. Man versucht immer neue Rekorde aufzustellen, bei Übungen wie dem Skispringen immer weiter zu kommen, beim Yoga nicht vom Board zu fallen und nach dem täglichen Körpertest einen Stempel in den Kalender zu stempeln. Mal sehen wie lange die Motivation bleibt. Mein Ziel will ich auf jeden Fall erstmal erreichen.
Ein wenig unverständlich ist, warum Nintendo keinen wirklichen Mehrspieler/Party-Modus ins Spiel integriert hat. Man kann zwar mehrere Profile anlegen, aber alle Übungen werden nacheinander ohne direkten Vergleich gemacht. Eine Möglichkeit könnte hier das angekündigte Wii Family Ski sein.
So, ich werde jetzt mal meinen Muskelkater weitpflegen...
Uniqlo mal wieder... ich fand die Uniqlock ja schon toll (schont immer noch meinen Bildschirm und wie ich gerade sehe gibt's ab dem 28.04. eine neue Version... nach japanischer Zeit also in etwa 4 Stunden), jetzt hat die japanische Variante von H&M (meiner Meinung allerdings die wesentlich interessantere) zur Bewerbung ihrer schicken UT-T-Shirt-Kollektion wieder eine neue Spielerei herausgebracht: UT LOOP! Und praktischerweise wieder mit Widgets für Blogger, das ihr euch hier mal ein paar der User-erstellten Loops ansehen könnt. Und dann auch gleich welche selber machen, gell?
Im Vergleich zum japanischen Markt ist das Angebot an "Bildungssoftware" für Nintendos DS in Europa ziemlich dürftig. Es gibt diverse Gehirnjoggings, ein paar Englischtrainer und letzte Woche habe ich sogar ein Langenscheidt-Wörterbuch (Englisch - Deutsch und umgekehrt) entdeckt. Langsam scheint man aber auch hier das Potential erkannt zu haben und bringt mehr und mehr Nicht-Spiele-Software heraus. Für Japanischlernende/lernwillige ist in diesen Regionen allerdings nichts zu holen (noch, Virgin Play hat in Zusammenarbeit mit Berlitz in der Reihe "Mind your language" neben Englisch, Spanisch und Französisch auch Japanisch als erlernbare Sprache angekündigt, Veröffentlichung im Herbst [mehr bei Kotaku]). Vor allem für das mühsame Erlernen der Kanji gibt es in Japan hingegen mittlerweile eine schon fast unüberschaubare Menge an Software für den DS. Ein besonders hervorstechendes Exemplar verbindet das Erlernen von Kanji mit ... Martial Arts! In "Hissatsu Kung Fu: Kanji Dragon" (erhältlich zum Beispiel bei Playasia oder J-List) vermöbelt ihr eure Gegner mit euren Kanjiskills. Es gibt diverse Spielmodi, in denen man Beispielsweise die korrekte Lesung schreiben muss oder halt umgekehrt, das korrekte Kanji über den Touchscreen des DS eingibt. Einen genaueren Einblick gibt es im Blog "Naruhodo!", der einen sehr guten Überblick über die diversen Möglichkeiten, die einen beim Japanischlernen unterstützen, gibt.
Ich werde mir jetzt auf jeden Fall mal das Kung Fu-Kanji Ding besorgen. Aber ich befürchte mit meinem momentanen Wissensstand werde ich ziemlich viel Prügel beziehen...
Letzte Woche ist bei mir die vierte Auflage des Rough Guide Japan-Reiseführers eingetroffen. Der Rough Guide ist für mich die bessere Alternative zum Lonely Planet (vorrausgesetzt man ist dem Englischen mächtig), aus dem ganz einfachen Grunde, weil im Rough Guide mehr drin steht. Gerade so Dinge wie kultureller Hintergrund und ähnliches.
Im Vergleich zur vorherigen Auflage gibt es jetzt neben den üblichen Aktualisierungen ein paar farbige Seiten mehr (wer's braucht...), besondere Empfehlungen sind durch ein kleines Logo besser gekennzeichnet und die die Region Kyoto / Nara hat ein eigenes Kapitel bekommen. Ach ja, und Naoshima steht jetzt bei den "Things not to miss" :-)
Ach ja, zum Rough Guide bin ich übrigens über In-Game-Werbung gekommen. Während dem Spielen von "Metropolis Street Racer" wurde ich so lang mit der Werbung berieselt, dass der Name einfach hängen blieb. Wobei ich zuerst dachte, die Werbungen wären alle fiktiv... tja, auf jeden Fall empfehlenswert und als Reiseführer mein Begleiter für die nächsten Japantrips. Und jetzt muss ich mal weiter lesen und schauen, was ich so interessantes neues entdecke...
Ohne Zweifel eines der schönsten Videospiele ist das in Kürze auch für Nintendos Wii erscheinende "Okami". Doch auch wer Wii oder Playstation 2 nicht zu Hause stehen hat, kann sich an der wunderschönen, im Stile japanischer Tuschemalereien gehaltenen Optik erfreuen. Hersteller Capcom war nämlich so nett und hat eine "Okami Art"-Galerie eröffnet. Und wer mag kann sich dort auch einen hübschen Bildschirmhintergrund herunterladen.
Unbedingt auch mal auf den japanischen Yahoo-Seiten vorbeischauen und gucken wie die Space Invaders die Seiten... äh, invaden. Anlass ist übrigens der dreißigste Geburtstag dieses legendären Spiels.
Eines der japanischen Wörter, welches auch außerhalb Japans immer bekannter wird, ist "Otaku", womit all die Freaks, Nerds, Besessenen, Fans bezeichnet werden, die sich obsessiv mit einem bestimmten Thema beschäftigen. Waren zunächst vor allem die Manga/Anime-Fans gemeint, so kennt man mittlerweile verschiedene Unterarten, wie den Zug-Otaku oder Militär-Otakus.
Ursprünglich wurde die Bezeichnung Otaku, was eigentlich eine höfliche Form von Sie bzw. jemand anderes Haus ist, im Jahr 1983 in einem Essay von Nakamori Akio verwendet. Dieses Essay wurde jetzt durch Matt Alt ins Englische übersetzt und ist auf den Seiten von Néojaponisme zu lesen.
Kein wirklich freundliches Bild, welches da in diesem Artikel gezeichnet wird. Auch heute noch ist die Bezeichnung Otaku in Japan eher abwertend, aber zum Beispiel durch den Erfolg des Buchs/Films/der Serie "Densha Otoko" ist das allgemeine Interesse an der Otakukultur gewachsen. So sehr, dass es den Otaku selbst zu viel wird und sie auf die Straße gehen um für den Erhalt ihrer Kultur zu demonstrieren.
Man stelle sich folgendes vor: Dieter Bohlen macht jedes Jahr seine eigene Castingshow. Zunächst gibt's nur eine Girlgroup, sagen wir mal sowas wie die No Angels. Nur machen da auch 13 jährige Schulmädchen mit. Jahr für Jahr gibt es dieses Casting, es kommen ständig neue Sängerinnen in die Truppe, manche hören auf, machen Solo weiter, es werden Spin-off-Bands gebildet. Klar, es gibt tonnenweise Merchandise, Fotokarten, Handtücher, Kalender, Fotobücher usw. usw.
Klar, sowas gibt's in Japan. Das japanische Dieter Bohlen-Äquivalent heißt Tsunku (gewisse äußere Ähnlichkeit ist gegeben, er ist vielleicht nur nicht so ganz prollig wie Herr Bohlen), die Teenie-No Angels sind Morning Musume und die ganze restliche Chose läuft unter dem Banner "Hello!Project".
Zurück zur deutschen Vorstellung: ein Verein der Fußball-Bundesliga... sagen wir mal... der VfL Wolfsburg kommt jetzt also zu Bohlen und sagt: "Hey, du und deine Mädels und unser Superverein, da lässt sich doch bestimmt was machen." Und geschäftstüchtig wie unser Herr Bohlen nun mal ist, gibt es jetzt Jahr für Jahr einen Knalleranfeuerungssong für den großen VfL Wolfsburg.
Nicht leicht vorzustellen, was? Klar, in den deutschen Stadien wird einem musikalisch so einiges zugemutet, aber eine Girlgroup die quasi das Vereinslied stellt? Mir nichts, dir nichts wären die Fans auf den Barrikaden.
Aber in Japan: kein Problem! Der VfL Wolfsburg ist hier die Tohoku Rakuten Golden Eagles und die spielen Baseball in der japanischen Profiliga, in den vergangenen Saisons mit eher bescheidenen Erfolg. Für die gerade begonnene Saison hat der japanische Herr Bohlen natürlich auch wieder einen Song aus dem Hut gezaubert. Diesmal darf sich die Schulmädchen-Truppe °C-ute in die Baseballuniform schmeißen und dann heißt es: "Koero! Rakuten Eagles" (sozusagen "Mach et, Otze!" auf japanisch):
Zufällig bin ich dann auch noch darauf gestossen, dass eins meiner Lieblingslieder von Morning Musume, "The Manpower!!!" (geiler Titel! Und die Ausrufezeichen gehören so!) der erste dieser Fangesänge ist:
Tja. Sowas hier in der Bundesliga? Ich glaube das würden nicht mal die Bayern ihren Fans zumuten...
Für die, die ein wenig musikalische Untermalung brauchen, während sie sich durch meinen Blog "ackern" gibt es jetzt rechter Hand ein kleines Radio, welches nach meinen Hörgewohnheiten generiert wurde (dank der freundlichen Datensammlerei von last.fm). Wem's gefällt, der kann das ganze auch als Popup nebenbei weiterlaufen lassen. Viel Spaß damit!
Als im letzten Jahr die Sesamstraße ihr 25-jähriges Ausstrahlungsjubiläum in Deutschland feierte, war auch wieder viel darüber zu lesen, wie kontrovers die Sendung bei Beginn der Ausstrahlung (nicht nur hierzulande) aufgenommen wurde. Viel zu schnell und hektisch seien die Schnitte und vor allem die Inhalte teilweise bedenklich. Dinge über die wir heute nur müde lächeln können.
Und jetzt werft mal einen Blick auf eine Episode der japanischen Kindersendung "Curriculumachine" an, die zwischen 1974 und 1978 ausgestrahlt wurde. Was für ein Aufschrei wäre durch das Land gegangen, hätte man das armen kleinen mitteleuropäischen Kindern zugemutet... Also, lernt etwas über die 8 (Nein, die niesen nicht die ganze Zeit, 8 heißt "hachi" auf Japanisch) und den Buchstaben "ku".
Wer mehr über diese Sendung wissen möchte und ob es in Japan einen Aufschrei des Entsetzens gab, dem sei die Lektüre des Essays von Marxy drüben bei Néojaponisme ans Herz gelegt.
Übrigens bin ich bei der Youtube-Safari (worin meine "Recherchen" meistens enden...) auch auf einen meiner Lieblingssongs aus der guten alten Sesamstraße gestoßen, nämlich den "Telefonrock". Leider nur auf Englisch, aber rockt trotzdem noch gut...
Rockrockrock... Telefonrock! Ach, und wer hätte es gedacht, einer der bekanntesten modernen klassischen Komponisten Philip Glass hat auch mal was für die Sesamstraße komponiert...
Nicht nur Sushi ist mittlerweile weltweit im Mainstream der Konsumenten angekommen (zu diesem Thema gab es neulich im Magazin der Süddeutschen Zeitung einen interessanten Artikel) auch die ursprünglich aus China stammenden Kanji sieht man häufig auf T-Shirts, Tattoos und Schaufenstern. Und meist läuft es darauf hinaus, dass dann die Kanji auf dem T-Shirt auf dem Kopf stehen, irgendetwas völlig sinnloses draufsteht (etwas, was die Japaner mit Engrish oder Shirts wie diesem perfektioniert haben) oder komplett ausgedachte Zeichen auf's Poster gedruckt werden. Hauptsache es sieht halt exotisch aus.
Ich komme zum Beispiel jeden Tag an einer kleinen Boutique vorbei, die vor ein paar Tagen in ihrem Schaufenster folgendes aufgehangen hat:
Wenn man sich auf den Kopf stellt und mit ein bisschen guten Willen stellt man fest, dass es sich hierbei tatsächlich auch um Kanji handelt (zumindest beim untersten relativ deutlich). Vermutlich wurden die Kanji von dem kleinen Würfel abgemalt, der daneben im Schaufenster steht (natürlich auch auf dem Kopf):
Erkennen konnte ich die Zeichen 恕 (verzeihen, tolerieren), 華(Blume, Glanz, "Glamour"), 信 (Glaube) und 慈 (Gnade). Also wohl eher einfach nur wegen des Aussehens gewählt.
Das das aber auch besser geht, zeigt dieses Schaufenster des Modehauses "Ansons" mit dem man wohl die Jugend ansprechen möchte, schließlich ist Manga ja auch mittlerweile ziemlich beliebt: Auf dem Zettel stehen übrigens die Zeichen für "Musik". Richtig interessant wird es dann auf dem Schaufenster daneben:
Der Satz auf dem schwarzen Balken "案ずるより産むが易し" ist ein Sprichwort das "Die Angst etwas zu tun ist größer als die Gefahr, die drohen könnte" oder "Die Herausforderung ist oft leichter als erwartet" oder ganz einfach: "Versuch macht kluch" *hust*
Als ich nach dem Satz auf dem Zettel rechts daneben gesucht habe, hat mich gleich eine Exkursion in die japanische Geschichte und buddhistische Philosophie erwartet. Der Satz "心頭滅却すれば火もまた涼し" bedeutet "Wenn man seinen Geist von allen irdischen Gedanken frei macht, wird auch das Feuer kühl sein." und stammt vom buddhistischen Priester Kaisen Joki. Dieser lebte zur Sengoku-Zeit (Zeit der streitenden Reiche, 1477 - 1573) und wurde durch den Fürsten und Kriegsherrn Takeda Shingen gefördert. Als nun Takedas Widersacher Oda Nobunaga (der unter anderem die Macht der buddhistischen Mönche brechen wollte) das Kloster Kaisen Jokis angriff und in Flammen setzte, sagte der Oberpriester zu seinen Mönchen eben jenen Satz, um ihnen die Qual des Verbrennen bei lebendigen Leib zu erleichtern. Ich gehe mal davon aus, das die Schaufensterdekorateure nicht wirklich wissen, was sie sich da ins Fenster gehangen haben.
Wenn man sich in Japan mal zum Karaoke einfindet, so wird man höchstwahrscheinlich auch die Gelegenheit haben, gutes deutsches Liedgut zum Besten geben zu können. Neben den unvermeidlichen "99 Luftballons" vielleicht auch ein Stück der 70er Jahre-Discogötter "Dschinghis Khan". Zum Beispiel "Moskau" (ich sage nur "Hohohoho-ho!-HEY!"). Oder halt das Lied zu Band, "Dschinghis Khan". Denn auch in Japan war die von Ralph Siegel produzierte Truppe ziemlich erfolgreich, man nahm auch eine japanischsprachige Version auf.
Wie ich jetzt auf all das komme? Eins dieser dutzenden Hello!Project Projekte, "Berryz Koubou" hat eine neue Version von "Dschinghis Khan" aufgenommen:
Übrigens liegt das Alter der Mädels in dem Video zwischen 13 und 16 Jahren. Es darf sich also ausgiebig über die pädophilen Tendenzen in der japanischen Gesellschaft ausgelassen werden...
Juhu, Test hat geklappt. Mit meinem neuen Handy klappt's auch mit dem Bloggen von unterwegs (beim alten wurden immer schön noch vom Anbieter Textblöcke drangepappt, bah). Also jetzt auch völlig unmotivierte Einträge mit Bild.
Auf dem Foto zu sehen übrigens die Damen vom Uniqlock-Screensaver. Die manchmal ein bißchen Pause mit dem Tanzen machen und sich je nach Uhrzeit in der Season 2 eher relaxt geben (zumindest vor 3 Uhr japanischer Zeit waren sie mit Briefe schreiben und rumsitzen beschäftigt...). Aber auch noch tanzend gibt's die Uhr in Season 1, übrigens auch mit tanzenden Herren. Und wer will kann sich auch als Uniqlock-Tänzer bewerben...
Ja, es lebt tatsächlich. Zum einen dieser Blog (extreme Faulheit + Sprachkurs + viel zu sehen), aber vor allem und mich zu diesem Eintrag bewegenden: die englische Seite und somit der internationale Versand von Graniph ist endlich online! Yay! Zwar sind die T-Shirt mit 28$ (wobei das schlimmer aussieht, bei dem luschi Dollarkurs sind das derzeit 19 Euro...) teurer als die in Japan verkauften (die kosten 2100 Yen, derzeit 13 Euro), aber immer noch recht günstig für so schicke Shirts. Na gut... der Versand kommt noch dazu und der Zoll. Aber falls jemand mitbestellen will (falls überhaupt noch jemand hier rein schaut...), einfach mal ne Mail an mich. Ansonsten wollte ich im Juli evtl. eh mal wieder rüber. Dazu dann später mal mehr.
Schon wieder viel zu lang nix gepostet und schon wieder ein Jahr vorbei. Ich stand kurz davor, das Angebot von Lufthansa anzunehmen und für 450 Euro nach Osaka zu jetten um dort Silvester zu feiern. Dann kam aber die Stromabrechnung und somit die Vernunft und somit muss der nächste Trip halt warten. Ich hoffe nicht allzu lang, aber dafür sollte ich dann so Sachen wie Spontaneinkäufe von einem Dutzend DVDs unterlassen.
Na wie auch immer, um dem Eintrag noch etwas Sinn zu geben, hier noch was *kchkch* schöne Musik. Wer auf gepflegte durchgeknallte japanische Breakcore-Elektronika-Punk-Karambolagen/Kollagen steht, wird mit HOSOME sicherlich seinen Spaß haben. Also, mit Karacho ins neue Jahr! 今年もよろしくお願いします!
In der neuesten Episode von Points interviewt Jason DeGroot den Chef von Q-games, Dylan Cuthbert. Er ist einer der Programmierer / Entwickler, die dafür gesorgt haben, dass zunächst auf dem GameBoy und später dem SNES mit 3D-Grafik gearbeitet werden konnte. Unter anderem ist dabei Star Fox / Starwing entstanden. Im Interview erfährt man einige interessante Dinge, z.B. was das gecancellte Star Fox 2 mit Mario 64 zu tun hat.
Selten verschenkt man viele Gedanken an seine Tastatur. Ein Gebrauchsgegenstand, auffällig meist nur, wenn es nicht die ist, an die man gewohnt ist (oder sie einfach schlecht ist). Etwas edleres haben da die Designer von Hacoa im Programm: eine USB-Tastatur aus Holz - zum selber Zusammenbauen!
Wer das gute Stück bestellt (34.800 Yen, das sind momentan rund 215 Euro) erhält die Grundeinheit, die Tasten am Stück und eine Säge. Dann geht's los, fein säuberlich die Tasten absägen (ich vermute mal mit so eine Japansäge geht das ganz gut, muss mal meinen Bruder fragen), abschmirgeln und das ganze zusammenbauen. Und ich schätze mal, mit dem Material hat man was für ne mittelfristige Ewigkeit.
Manchmal gibt es Momente, da wird aus etwas großartigem etwas noch großartigeres gemacht. Zum Beispiel dieses Video zu "Rodeo Machine / Screw the Plan" von Halfby, umgesetzt von Groovisions:
Erinnert mich irgendwie an die wundervolle "Katamari Damacy"-Welt. Nun wie auch immer - in den japanischen Obernerdforen 2channel wurde das Video ziemlich populär. Was dazu führte das komplette Video in die Realität umzusetzen. Und das wird dann eben noch großartiger, weil einfach noch bekloppter. Die schönsten Beispiele hier aus Akihabara, Kyoto, Osaka und Satsuma.
Tja, sieht hier irgendwie anders aus, was? Irgendwie hatte ich gerade einen Anfall von Renovierwahn (ist bei einem Blog auch simpler, als in der eigenen Wohnung...). Ausschlaggebend war eigentlich nur die neue Version der Uniqlock, die jetzt oben rechts ihren festen Platz gefunden hat. Es gibt ein bisschen neue Musik und die Damen tanzen jetzt in Cashmerepullovern anstatt Poloshirts durch die Uhr. Und damit das alles passt, gab's für den Blog halt noch ein neues Template. Ich hoffe es gefällt.
Klar, das es in einer Riesenmetropole wie Tokyo auch tausende von kleinen, aber höchst interessanten Läden gibt. Eben solche Orte, mit (Retro-)Gamingthema, stellt Jason DeGroot in seiner Sendung "Points" vor, welche auch Teil der "Not the 1Up Show" ist. Jetzt ist die zweite Episode erschienen, in der die beiden Minishops "Meteor" und "Suteki" besucht werden. Abseits von Akihabara und all den "Super Potatos" gibt es dort auch kleine Albernheiten wie Kuschel-PacMans oder 7" Vinyl-Singles mit einem "Space Invaders"-Discosong. Gute Gründe sich beim nächsten Tokyobesuch mal auf andere Pfade zu begeben.
Podcasts gibt es wie Sand am Meer und es ist wirklich nicht einfach, da die Perlen rauszupicken. Deshalb ist es auch immer nett, von anderen auf die hörenswerten Exemplare dieser Spezies hingewiesen zu werden. Über Jean Snow bin ich auf den Radio MXUT getauften Podcast von Néojaponisme gestoßen. Die haben soeben die vierte Sendung veröffentlicht, in der in 40 Minuten einige sehr schmissige japanische Rock und Popsongs der 60er und 70er präsentiert werden (mp3, rss-feed). Die vorherigen Ausgaben des Podcast sind auch sehr zu empfehlen, zum Beispiel die Sendung "Electricity!" (mp3), in der aktuelle japanische Electropopkünstler und ihre Einflüsse vorgestellt werden.
Ich liebe kreative Musikvideos. Leider werden die heutzutage immer seltener und deshalb freue ich mich immer um so mehr, wenn ich wieder etwas neues finde. Neuer Fund diesmal: "Ojiisan no 11 kagetsu" vom Kuricorder Quartet. Über die habe ich ja schon ein paar mal geschrieben. Jetzt also ab in die Zeit/Raum-Schleife!
Ein anderes Video an dem Regisseur Masashi Sato beteiligt war und ebenfalls toll, "Hangetsu" von Sour, Schattenspiele weitergedacht, sozusagen:
Übrigens ist Masashi Kawamura (Bruder?) auch unter anderem für "Pitagora Suicchi" verantwortlich. Dann ist auch klar, woher die Kuricorder-Connection kommt...
Hanabi, ein japanisches Wort, das dem einen oder anderem Dank Takeshi Kitanos gleichnamigen Film bekannt sein dürfte. Direkt übersetzt bedeutet es "Feuerblume", gemeint ist das gute alte Feuerwerk. Während man sich also im Sommer in Japan in Yukata gewandet zum großen Feuerwerkschauen versammelt zündet Nintendo in Europa auch mal ein ganz besonderes Feuerwerk. Ein virtuelles allerdings.
Es geht um die "Virtual Console" des Wii. Dort veröffentlicht Nintendo jeden Freitag herunterladbare (mal mehr, mal weniger) Klassiker der Konsolengeschichte zwischen NES und N64. Bisher erschienen ausschließlich bereits in Europa veröffentliche Spiele, doch zum "Hanabi Festival" bringt Nintendo tatsächlich bisher nur in Japan erschienene Spiele zu uns. Diese Woche beginnt man, pünktlich zum 22. Geburtstag von "Super Mario Bros.", mit zwei Mario-Spielen, der eigentlich zweite Super Mario Bros.-Teil "Super Mario Bros.: The Lost Levels" und das Denkspiel "Mario's Super Picross". Weiter geht es nächste Woche mit der "Ninja Woche" mit "Ninja Gaiden" und "Ninja JaJaMaru-kun" und zum krönenden Abschluß die "SciFi-Woche" mit "Gradius III" und dem in Zockerkreisen schon fast sagenumwobenen "Sin & Punishment". Sehr coole Sache von Nintendo. Das hilft wenigstens etwas über die (für Nintendokonsolen mittleweile fast typische) Softwareflaute hinweg. So, ich lad mir jetzt noch was runter...
Vermutlich der bekannteste Fetisch der Otakus in Akihabara sind die allgegewärtigen (French) Maids. Maids verteilen Werbetaschentücher auf der Straße, Maids servieren dir Kaffee in einem der dutzenden von Maid Cafes, Maids massieren dich und natürlich gibt es auch Pornos mit Maids.
Seit kurzer Zeit hat man diesem Fetisch noch einen draufgesetzt: wer heute als Maid oder Idol erfolgreich sein will, der muss sich schon mit Verbänden einwickeln und ne Augenklappe aufsetzen.
Klar, das man mit sowas auch ordentlich Geld verdienen kann, also gibt es auch schon die ersten Bildbände, exklusiv mit "verletzten Idolen" bzw. in der schnittigen japanische Abkürzversion Kegadoru (Kega = Verletzung + (I)doru = Idol). In einem Artikel des "Weekly Playboy" stellen Psychologen Ihre Erkenntnisse vor, warum dieser neue Fetisch so beliebt ist. Denn in ihr Verkleidung wecken die jungen Frauen natürlich noch mehr Beschützerinstinkte und wirken hilfloser. Und jeder Otaku hält sich in seinen Träumen für den Retter der unschuldigen, schwachen und hilflosen. So neu ist der Trend allerdings genau genommen auch nicht. Denn schließlich ist eine der beliebtesten Animefiguren lange Zeit mit Verbänden herumgelaufen: Rei Ayanami aus "Neon Genesis Evangelion", von der man auch eine Figur in der "Bandage Version" kaufen kann.
Bevor sich hier mal wieder gar nichts tut, mache ich mir es doch mal wieder einfach und verlinke ein paar interessante Musikvideos von ein paar japanischen Bands, die mir in letzter Zeit angenehm auffielen.
Den Anfang machen "chatmonchy" mit dem Video zu "Sekai ga owaru yoru ni" (Wenn mich nicht alles täuscht: "In der Nacht als die Welt endet"). Zunächst wirkt das ganze wie eine simple Kopie des brillianten "Star Guitar"-Video, das Michel Gondry für die "Chemical Brothers" gemacht hat. Spätestens zum Refrain sieht das aber auch schon wieder ganz anders aus:
Das nächste Video sagt mir vom musikalischen her eigentlich gar nicht zu, aber der "WTF?!?"-Faktor ist einfach zu hoch. Im "Spiderman"-Video von "DJ Ozma" hätten wir also: billiger Eurodancetrash; drei Dutzend Männer, die nichts tragen ausser mit Spiderman-Figuren beklebten Unterhosen und Augenmasken; mittendrin ein Atze Schröder-Verschnitt; ParaPara; ne zünftige Discolightshow:
Den Knaller zum Schluß, die Ging Nang Boyz mit "あいどんわなだい". Was sich liest wie: Aidonwanadai. Was also heißt: I don't want to die. Nun ja. Die Ging Nang Boyz machen eh ziemlich merkwürdige Videos (zum Beispiel das hier) und das Video, das hier jetzt verlinkt ist, ist auch nur die kurze Version (hier Teil 1 und Teil 2 der vollen Version). Na wie auch immer, viel Spaß damit, richtig los geht es erst nach drei Minuten. Aber glaubt mir: das Warten lohnt sich!
Ach ja, auch wenn's nix mit Japan zu tun hat, bei der Recherche zu diesem Eintrag bin ich noch auf den Trailer von Michel Gondrys kommenden Film "Be kind rewind" gestoßen. Der Hammer! Jack Black und Mos Def drehen Remakes zu großen Hollywoodhits wie "Ghostbusters", "Robocop" oder "König der Löwen". Ick freu mir drauf!
In Japan wird es im Sommer ziemlich warm und vor allem auch schwül. Und wie in anderen Ländern auch, sucht man sich, wenn man nicht gerade direkt an einem Strand wohnt, etwas Erfrischung im Schwimmbad. So weit, so gewöhnlich. Wie vielleicht aber der ein oder andere weiß, ist Japan dicht besiedelt. Und das macht sich auch im Schwimmbad bemerkbar:
Aufgenommen wurde das ganze im Tokyo Summerland von Sven Killian-Nakamura, der nicht nur einen ziemlich interessanten Blog mit diversem japanischen Verrücktheiten hat (gibt's sogar auf Deutsch), sondern auch noch einen Shop, in dem die im Blog vorgestellten Sachen zum Kauf angeboten werden. Ob ich mir den biereinschenkenden Roboter leiste? Oder doch lieber doch lieber den virtuellen Bubble Wrap-Zerdrücker?
Graniph. Mein liebster japanischer T-Shirt-Laden, deren Designs zwischen minimalistischer Schönheit und dadaistischem Wahnsinn (mit oft famos schlechtem Deutsch) springen. Und die vor allem für Designer-Shirts, ziemlich günstig sind. Problem nur: deren Läden gibt es (fast) nur in Japan und international ist im Webshop bisher nichts zu holen. Aber Besserung ist in Aussicht, denn wer im Moment auf der Website in den englischsprachigen Bereich wechseln will, bekommt diese Grafik zu sehen: Ein internationaler Onlineshop wird angekündigt! Wie bald allerdings "soon" ist, ist noch unklar. Natürlich könnte für mich am liebsten "soon" schon "now" sein. Aber die Zeit kann man ja nutzen um noch ein paar Kröten zusammenzusparen und Platz im Kleiderschrank zu machen. Und um sich natürlich schon mal sein nächstes Lieblingsshirt auszusuchen.
Geschenke in Geschenkpapier einpacken, das macht ja jeder. Und Plastiktüten für den Warentransport sind ja auch schon lange als Umweltsünde geächtet. Eine schicke Alternative bietet da die alte japanische Tradition des Furoshiki, bei der ein Tuch zum umwickeln, einpacken und transportieren genutzt wird. Das Japanische Umweltministerium hat für diverse Gelegenheiten eine kleine Anleitung herausgebracht, die auch für nicht-Japaner verständlich sein dürfte.
Das ganze gibt es auch noch in etwas größer als pdf-Datei. Wer in seiner Suchmaschine nach "Furoshiki" sucht, der stößt auch schnell auf Bezugsquellen für Tücher im traditionellen japanischen Design. Bis Weihnachten ist ja noch etwas Zeit, um mal seine Wickel- und Knotkünste auszutesten.