12.11.05

...und danke für den Fisch

Ich hatte es ja schon fast vergessen, aber auch in Japan ist momentan Herbst. Das bekam man gestern schön zu spüren, denn es regnete den ganzen Tag in einem durch. Zumindest war es deshalb eine clevere Entscheidung den gestrigen Tag für einen Besuch des Aquariums in Osaka zu wählen. Von außen bot das Gebäude schon einmal einen bunten Kontrast zu dem Einheitsgrau der Umgebung.

Drinnen angekommen wird man in einer Abwärtsspirale an den verschiedenen Lebensräumen des Pazifiks vorbeigeführt. Und da gibt es einiges zu sehen, kleine Fische, große Fische, bunte Fische, farblose Fische, schnelle Fische, extrem faule Fische, aber auch Pinguine, Otter, Robben, Delfine, Haie und Quallen. Sehr unterhaltsam, manchmal konnte man sich einfach vor ein Fenster sitzen und einfach den Fischen beim Alltagsleben zusehen. Ziemlich nervig allerdings war die nonstop Beschallung mit Weihnachtsmuzak. Grauslich, die Japaner sind da schon extrem verkitscht was Weihnachten angeht.

Übrigens schleppe ich seit ein paar Tagen schon eine leichte Erkältung mit mir rum, ich bin jeden Morgen froh, wenn ich feststelle, dass die nicht schlimmer geworden ist. Aber wirklich besser ist sie auch noch nicht...

Nach dem Besuch im Aquarium haben Rei und ich dann noch die deutsche Abordnung der Kyotoer Uni getroffen. Mit denen sind wir noch durch's verregnete Osaka gezogen, was allerdings die Shoppingfreude ein wenig dämpfte (der Regen). Übrigens stehen in vielen Läden längliche Plastiktüten bereit, in die man doch bitte seinen nassen Regenschirm stecken soll. Ziemliche Abfallquelle das...

Nachdem alle Einkäufe erledigt waren (naja, fast...) ging es dann auf die Suche nach einem Restaurant. Da ich ja bereits gestern schon Takoyaki, die örtliche Spezialität Nr.1, gegessen hatte, war diesmal die Spezialität Nr. 2 dran, Okonomiyaki. Das ganze ist eine Art Mischung aus Pfannkuchen und Pizza, sehr variantenreich. Hauptbestandteil ist Weißkohl und Teig, der Rest kann nach belieben variiert werden. Die ganze Sache wurde wieder am Platz gekocht:

Auf der einen Seite des Tisches sieht man schon Gesichter voll freudiger Erwartung...

während auf der anderen Seite sich die Jungs alle Mühe geben, möglichst blöd aus der Wäsche zu gucken, damit die weibliche Begleitung noch besser da steht:

Anschließend war wieder das große Thema: wann fährt der letzte Zug, kann man noch was trinken gehen? Denn auch am Wochenende heißt es hier: wenn du den letzten Zug um Mitternacht verpasst hast, darfst du auf den ersten Zug am frühen Morgen warten. Da bin ich doch immer heilfroh, es in Köln und Bonn so gut zu haben.

Es blieb noch genug Zeit für ein Bier, also haben wir uns wieder in einem kuschligen Lokal eingefunden. Diesmal gab es sogar kleine "Schließfächer" für die Schuhe, denn innerhalb des Lokals war barfuß (bzw. auf Socken) laufen angesagt. Spart sicher einiges an Reinigungskosten.

Heute ist dann mein letzter Tag in Kyoto. Irgendwas soll heute abend noch gemacht werden, aber morgen früh geht es ja schon wieder weiter nach Hiroshima, also will ich es auch nicht unbedingt übertreiben. Auf jeden Fall werde ich heute den Tag über mal meine Füße schonen, ich hab schon die ein oder andere Blase...

Den Preis für den besten Restaurantnamen hat aber auf jeden Fall dieser Laden in Osaka sicher:

So schlimm ist es in Osaka allerdings nun wirklich nicht... Arsch der Welt...

1 Kommentar:

teng hat gesagt…

danke für den blog, sese. dass du uns auf so unterhaltsame weise an deiner reise teilnehmen lässt, finde ich toll.

ohne ironie jetzt!

bis demnächst,

teng