2.4.07

Wie man sich richtig arm fühlen kann

Puh. Gestern Abend also spät ins Bett und dann heute morgen wieder früh raus... naja, man braucht dann schon ein paar Stunden um wieder richtig wach zu werden. Nachdem all die "Morgenaufgaben" erledigt waren, konnten wir uns dann auch mal wieder auf den Weg raus machen. Unterwegs beschloss ich dann auch mal eine Taxisafari anzufangen. Es gibt hier so viele Taxen in verschiedenen Farben... hier mein erstes Ziel, das Sakura-Taxi:

Spontan schloss sich Brad unserer Reisegruppe Richtung Roppongi an. Für mich auch wieder eine Rückkehr zu Roppongi Hills... ich sag nur: die schwarze Spinne!

Diesmal blieb es nicht nur beim Schaufensterbummeln, diesmal habe ich tatsächlich auch einmal etwas zwischen all den Luxusartikeln gefunden, was man sich auch tatsächlich leisten kann. Minikameras nämlich. Kleine Plastikwürfel auf die man die guten alten Rollfilme spannt und dann einfach mal draufhalten und Fotos machen. Eine ganz simpel...

...und eine sogar mit Fischaugenobjektiv:

Und das ganze für grad mal... ca. 13 Euro jeweils. Mal sehen was da für Fotos rauskommen.

Nach dem Shoppingtrip haben wir uns mal wieder entschieden gaaaaanz nach oben zu geben, diesmal in den 52sten Stock. Dort gibt es mal wieder guten Ausblick auf die Stadt, allerdings bei immer noch viel zu diesigen Wetter (und leider sind die Aussichten auch nicht soooo dolle). Aber halt auch noch aus einer anderen Perspektive als vom Rathaus.

Eine Etage höher gibt es noch das Mori Art Museum. Dort gab es zwei Ausstellungen, mit dem groben Oberbegriff "Humor". Zum einen gab es "Das Lächeln in japanischer Kunst", eher antike japanische Kunst und dann noch "Humor in der aktuellen Kunst". Gerade bei letzterer Ausstellung gab es einiges zu lachen. Zum Beispiel der Japaner, der so tut als wär er Bin Laden und einfach sinnloses Zeugs erzählt wie "Hmm... joaaa... ich mag Vögelchen... japanisches Essen ist ziemlich lecker!" etc. was dann als Video im üblichen Bin Laden-Video gezeigt wird. Oder künstliche Topfpflanzen, die aus (deutschen) Polizeiuniformen gebastelt wurden. Wie man Schnürsenkel mit Hilfe einer Erektion öffnet. Sowas.

Nachdem es von da gaaaanz oben wieder runter ging (klar, das der Aufzug in einem Irrsinnstempo runterrauschte), war mein Kreislauf total im Keller, ich glaub ich hab gut 10 Minuten gebraucht, bis ich wieder wirklich bei mir war. Und dann ging es rüber zur Konkurrenz, zum Tokyo Midtown. Aber unterwegs packte uns noch der Hunger und so kehrten wir bei "Mos Burger" ein, wo es laut einiger Leute, die schon mal in Japan waren, die besten Burger Japans geben soll. Und die waren auch sehr gut, nur leider ein wenig ... na gut doch sehr klein. Hätten ruhig doppelt so groß sein können.

Nachdem man sich im Shoppingbereich von Roppongi Hills ja schon vorkam wie der letzten Schlucker, so erging es einem bei Tokyo Midtown noch schlimmer. Alles so exklusiv, neu, ordentlich, etc... schon fast anstrengend. Und 21_21 Design Sight war eher enttäuschend. Nur kurz dran vorbei, kleiner als gedacht und eher unspektakulär. Naja, irgendwann hatten wir davon auch genug und haben dann versucht einen Bar für ein Bier zu finden... was sich nicht so einfach darstellt, aber auch das haben wir noch hinbekommen. Unterwegs waren wir noch in einem 5stöckigen Billigladen für alles... von Drogeriewaren über Unterwäsche, Cosplaykostüme (ich war kurz davor meiner Freundin ein French Maid-Kostüm mitzubringen, kchkch... *duck*) und gleich neben dem Töpferset: Dildos und künstliche Vaginen/Vaginas/whatever.

Nuja... und jetzt sitzen wir schon wieder hier im Aufenthaltsraum, labern mit Leuten, trinken ... I don't know, Alkohol und haben ne gute Zeit. Und jetzt hab ich es tatsächlich auch geschafft, den Eintrag hier fertig zu stellen. Hoffentlich wird das nicht jeden Tag so anstrengend, einen Eintrag zu machen.

Von Menschen, Türmen und Nudelsuppen

Eigentlich sollte dieser Eintrag schon gestern hier stehen. Aber dazu kam es nicht, denn wenn man in so einem Backpacker ist, dann lernt man auch schnell mal neue Leute kennen. Gestern erstmal flüchtig zwei aus Stuttgart, die aber vom Jetlag geschafft (der mir diesmal schon wieder keine Probleme bereitet) früh ins Bett gingen und später im Gemeinschaftsraum noch Brad aus Seattle und Dizzie aus San Diego. Brad ist unterwegs in Japan und arbeitet als WOOFer, d.h. er arbeitet auf Biobauernhöfen, die ihm dafür für ein paar Tage kostenlose Unterkunft bieten. Dizzie ist Hiphopper und Designer, der hier ist, um seine Shirts und seine Musik in Japan unter die Leute zu bringen. Mit ihm haben wir uns ziemlich lang über die Weltlage, Musik und natürlich Japan unterhalten. Interessanter Typ, mit dem gehen wir sicher noch mal einen trinken.

Aber zu dem was wir zuvor so alles gesehen haben. Erstmal ging es auf zur Omotesando, sozusagen der Kö von Tokyo. Jeder, der in der Modeszene einen Namen hat, hat auch hier ein Geschäft, von Prada über Louis Vuitton bis zu Dolce & Gabana. Noch relativ neu ist Omotesando Hills, ein Luxus-Shoppingmall. Neben all den bereits erwähnten Modelabels gibt es dort auch diverse Restaurants (merke, die guten erkennt man immer an der Schlange davor) und kleinere Gallerien. Wo ich auch gleich mal die ersten Postkarten ergattert habe, zwei glückliche können sich schon einmal darauf freuen.

Am Ende der Omotesando liegt der Bahnhof von Harajuku, wo sich Sonntags immer die Cosplayer treffen. Leider waren wir ziemlich spät dort, so dass wir nur noch die kümmerlichen Reste zum fotografieren abgreifen konnten. Aber die sind auch schon ganz ordentlich:

Und gratis Umarmungen gab es auch:

Vom Bahnhof ging es direkt weiter zum Meijischrein, wo natürlich auch einiges los war. Unter anderem hatte man auch die Gelegenheit eine traditionelle japanische Hochzeit zu fotografieren... oder Pärchen die im Park lustwandeln:

Auf dem Gelände kann man auch diverse Talismane kaufen, neben solchen für Erfolg bei Prüfungen und in der Liebe natürlich auch welche für Verkehrssicherheit.

Vom Schrein aus machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Shinjuku, wo man vom dortigen Rathaus aus dem 45sten Stock einen prima Ausblick auf die Stadt hat. Auch wenn es gestern ziemlich diesig war, bot sich ein beeindruckendes Bild: egal in welche Himmelsrichtung man schaut, Tokyo nimmt kein Ende.

Aber auch schön: Leute die gucken gucken...

Wieder runter vom Rathaus (der Aufzug ist schneeeell) ging es zum Shinjuku Bahnhof und von da aus nach Shibuya, schließlich hatten wir beide noch nicht diese in keiner Dokumentation über Tokyo fehlende Kreuzung gesehen, über die sich während einer Grünphase vermutlich eine Menschenmenge in der Größenordnung einer Kleinstadt bewegt. Und siehe da, den richtigen Ausgang am Bahnhof gewählt und schwupps, waren wir auch direkt da:

Von dort aus ab in die schmalen Gassen, ins Neoninferno. Dort gab es kleine Geschäfte (große auch, z.B. HMV, wo ich Stunden verbringen könnte, nur um CDs zu hören), Spielhallen (wir haben uns auch mal getraut, zum Affen haben wir uns jetzt nicht wirklich gemacht...) und jede Menge Restaurants und Cafes. Dort haben wir uns zum Abendessen eine Portion Ramen gegönnt. Dafür suchten wir uns draußen vor dem Laden unser Wunschgericht aus (Ramen mit wenig Fleisch, mit viel Fleisch, mit Schwein, mit Frühlingszwiebeln, mit Ei....), kauften am Automaten dafür Coupons und stellten uns an, bis man uns einen Platz zuwies. Das ganze ist perfekt durchorganisiert und lief in einem irrsinnigen Tempo ab. Ach ja, und lecker war es auch.

Dann war es schon fast wieder neun, wir also wieder auf dem Heimweg, vorher noch das Feierabendbier gekauft und wie der Abend dann weiter ging... siehe oben.

So, und jetzt auf nach Roppongi!

1.4.07

It's Sakura Time!

Bloß keine Müdigkeit aufkommen lassen, kaum hier angekommen heißt es auch schon wieder: Raus auf die Straße! Und zwar, weil es ja direkt vor der Tür liegt, rein nach Asakusa. Die Gegend, in der unser Hostel liegt ist - seien wir mal direkt - seeeehr ruhig. Als wir vorhin nach Hause kamen, war das einzige auf den viersprurigen Straßen ein paar Seiten Zeitung, die der Wind vor sich her trieb. Aber gerade mal 5 Minuten Fußweg weiter knubbelten sich die Menschen in Massen.

Denn Japan ist momentan auf dem Höhepunkt des Sakura-Fiebers - die Kirschbäume blühen. So trifft man sich dann im Familien- und/oder Freundeskreis unter den Kirschbäumen, meist auf blauen Plastikplanen und isst und trinkt vor allem miteinander. Und das nicht zu knapp. Lautstarke Sprechchöre sind zu hören, ausgelassener Gesang, man stellt fest, wenn die Japaner mal feiern, dann aber auch richtig. Mit den unangenehmen Seiten dieser Ausgelassenheit wurde Martin dann konfrontiert, als er ein japanisches Dixiklo (ein traditionelles, sprich wie in Frankreich zum hinhocken) aufsuchen musste. Das war nämlich nicht nur mit Ausscheidungen der unteren Körperöffnungen gefüllt, sondern auch recht deutlich mit solchen, die den Weg oben entlang genommen haben. Aber, hey, wer erwartet von Dixiklos ein hygienisches Feuerwerk.

Ebenfalls viel los war am Tempel Senso-ji, den ich ja schon bei meinem letzten Besuch am ersten Tag besucht habe. Bis auf die Kirschblüten, die den Weg zum Tempel säumten, war alles beim alten, es gab noch immer auf der "Einkaufspassage" jedes erdenkliche Japansouvenir zu kaufen, noch immer wehten sich die Leute Rauch an den Kopf und auch ich habe mir mal wieder die Hände gewaschen.

Und meine heißgeliebten Takoyaki (Teigbällchen mit Tintenfisch und weiteren Beilagen gefüllt) gegessen. So gestärkt machten wir uns auf den Weg nach Ueno, wo im gleichnamigen Park der Bär in Sachen Hana-mi (so der Fachbegriff für das Sitzen, Trinken und Feiern unter den Kirschblüten. Wörtlich übersetzt "Blumen gucken".) steppen soll. Und so war es dann auch. Noch größere Menschenmassen unter den Bäumen und auf den Weg dazwischen. Alles in einer doch sehr fröhlichen und freundlichen Stimmung, trotz des grauen Wetters (und des heftigen Alkoholkonsums). Was uns auch auffiel: wie sehr kleine Kinder hier geliebt werden. Kein "Nein, Petrik, du lässt das jetzt sofort liegen!" oder "Thorben, du kommst jetzt sofort mit!", (Klein)kinder dürfen (so gut wie) alles und werden von den Eltern dabei unterstützt. Aber sobald sie in die Schule kommen, dürfte das wohl auch vorbei sein.
Nach einem Zug durch den Park und die noch heute wie ein Schwarzmarkt wirkende Ameyoko Einkaufsarkade (Markenware so günstig?!) ging es gleich weiter zum nächsten Ziel: Akihabara. Das Mekka für alle Nerds, Geeks, Freak, Otakus und wie sie sich noch nennen mögen. Von einem Elektonikgeschäft ins nächste, durch 5-stöckigen Spielhallen, vorbei an Mädchen in French Maid-Outfits. Für Akihabara braucht es starke Nerven, es braucht nicht viel um einen kurz vor den epileptischen Anfall zu bringen. Und so bewunderten wir die Fähigkeiten so mancher Otakus, wühlten angesichts von Retrokonsolen und -automaten in Erinnerungen und tätigten auch erfolgreich Einkäufe. Ich zumindest habe mir neue Software für den DS gekauft - ich betone Software, es handelt sich um ein Kanjilexikon und ein Kanjilernprogramm.

Gegen acht Uhr wollten dann auch neben dem Kopf die Beine nicht mehr und so machten wir uns auf dem Heimweg. Vorher noch vorbei im Konbini um noch etwas fürs Abendessen zu besorgen. Und im kleinen Schnapsladen um die Ecke, den am Automaten kriegt man das Bier wohl nur noch mit Ausweis. Die Dame im Schnapsladen verabschiedete uns mit "Bis morgen!" (auf japanisch natürlich). Sie hat wohl gleich erkannt, dass wir Deutsche sind - wir haben ja schließlich einen Ruf zu verteidigen...

Morgen ist Sonntag und das heißt auf nach Harajuku, denn Sonntags ist das der Treffpunkt der Cosplay-Szene. Heißt es zumindest ständig. Das schauen wir uns morgen mal an. Aber jetzt: ins Bett. Nicht nur die Beine fordern es.

31.3.07

Wir sind da!

Alles ist glatt gelaufen, auf dem Flug gab's gutes Essen und fast zu viel interessantes im Filmangebot, geschlafen hab ich zumindest kaum. Den Fehler, einen Fensterplatz zu nehmen, mache ich auch nicht mehr, immer doof schlafende Sitznachbarn wecken zu müssen, nur um mal sich was Wasser zu holen.

Wir haben im Hostel eingecheckt, das Zimmer ist mit spartanisch wohl noch wohlwollend umschrieben, aber wir sind ja nicht zu schlafen hier. Sondern zum Rumgucken, was wir jetzt auch tun werden. Und dann gibts auch mal die ersten Fotos.

Cineasia Rückblick

Zwar hatte ich vor, auf dem Cineasia Filmfestival eigentlich 4 Filme zu sehen, aber gestern abend gewannen dann doch die übermäßige Aufregung bei gleichzeitiger endloser Müdigkeit, so dass es am Ende bei nur 3 Filmen blieb:

The Samurai I Loved

Wie der Titel schon vermuten läßt, erwartet einen bei "The Samurai I Loved" kein klingenstarrendes Actionspektakel a la "Zatoichi", sondern eine kleine Liebesgeschichte, die eben in der Ära der Samurai spielt. Erzählt wird zum einen die (vergebliche) Liebesgeschichte zwischen einem jungen Sohn eines Samurai und der Tochter der Nachbarsfamilie und der Entwicklung die der Sohn und seine zwei Freunde mitmachen. Wie schon "The Twilight Samurai" ist "The Samurai I Loved" ein ziemlich ruhiger Film, der nur zum Ende hin das Tempo ein wenig anzieht. Die Dialoge schrammen leider viel zu oft unangenehm ans kitschige und die schauspielerischen Leistungen waren häufig auch eher unterdurchschnittlich. An "The Twilight Samurai" kommt dieser Film nur ganz selten ran, gutes Mittelmaß sag ich mal.

The Bicycle Thief Was Bad

Ein Mann mit verzweifeltem Gesichtsaudruck taumelt durch die verschneiteten Straßen einer kleinen Industriestadt. Krämpfe schütteln ihn, ein metallisches Geräusch hämmert in seinem Kopf. Als er am Straßenrand findet er ein Fahrrad. Er nimmt es sich einfach und fährt los. Und fährt. Über Bergpässe, durch Schneestürme, einfach immer weiter. Ein Getriebener, der ständig zurückblickt, als wäre ihm der Teufel auf den Fersen. Unterwegs trifft er auf andere Außenseiter, die aber nie viel über diesen Mann und was ihn treibt herausfinden können. Vorher verstößt er sie wieder, klaut sich ein neues Rad und läßt seine Begleiter und Bekanntschaften zurück. Denn er muss einfach nur weiter.
Durch die Verschlossenheit seines Protagonisten ist "Bicycle Thief" ein ziemlich schweigsamer Film. Häufig sieht man den Fahrraddieb einfach nur fahren, durch die Landschaften Japans, durch Felder, Wälder und Städte. Teilweise wundervolle Landschaftsaufnahmen gibt es zu sehen, am liebsten würde man sich manchmal selber einfach auf's Rad schwingen und losfahren. "Bicycle Thief" ist sicher kein einfacher Film, weite Strecken ohne Dialoge und die Motive des Mannes bleiben lange im Dunkeln. Aber man muss ja nicht immer alles schön vorgekauft bekommen.

Paprika

Das beste natürlich zum Schluß. Kurz gesagt: wem Satoshi Kon's andere Filme schon gefallen haben, der wird auch von "Paprika" nicht enttäuscht sein. Großartig!
Wissenschaftlern ist es gelungen, ein Gerät namens "Mini DC" zu entwickeln, mit dem es möglich ist, seine Träume aufzuzeichnen und es auch anderen Personen ermöglicht, in die eigenen Träume "einzusteigen". Ursprünglich vor allem für Zwecke der Psychotherapie entwickelt, geht natürlich schnell etwas schief. Träume verschiedener Personen verschmelzen und diese Personen im Traum gefangen zu halten. Die Forscher des "Mini DC"-Entwicklerteams versuchen herausfinden, wer hinter dem Mißbrauch des Systems steckt, bevor Traumwelt und Realität eins werden.
Logisch, dass man bei dieser Thematik im Trickfilm aus dem Vollen schöpfen kann und ein surreales Feuerwerk sondergleichen abfeuern kann. Ganz klar wieder einmal ein Beweis, dass der traditionelle 2D-Trickfilm weit davon entfernt ist tot zu sein. Und vor allem auch, das man im Trickfilm nicht nur die ewige Komödie erzählen muss, sondern auch mal "erwachsene" Themen verfilmen kann.

On the road again

Der erste Teil der Reise ist geschafft, ich bin in Amsterdam. Und jetzt heißt es: Warten. In anderthalb Stunden beginnt das Boarding für meinen Flug nach Japan, so lange muss ich die Zeit irgendwie totschlagen. Schon fast zu meinem Glück startete die schnuckelige Turbopropmaschine mit gut einer halben Stunde Verspätung von Köln aus, sonst dürfte ich noch länger hier rumhocken. Und warten. Aber der Amsterdamer Flughafen ist riesig. Die Wegzeit von dem Gate an dem ich ausstieg bis zu dem Gate, an dem ich jetzt gleich (pfff, "gleich"...) abfliege, ist an der Beschilderung mit 20 Minuten angegeben. Unterwegs wimmelt es nur so von Geschäften, wo man so manches günstig (Leute die sich ne PS3 holen wollen: hier gibt's tonnenweise für 549 Euro) und einiges sauteuer (Lebensmittel... viel Erfolg dabei, ein Getränk zu finden, das unter 2 Euro kostet) einkaufen kann. Aber da ja gucken nix kostet, kann man sich mit "Schaufensterbummeln" die Zeit verkürzen.

Für das kulturelle ist sogar auch gesorgt, es gibt hier eine "Zweigstelle" des holländischen Staatsmuseums in dem derzeit ein gutes Dutzend Gemälde holländisches Maler aus dem 17 Jhd. zu sehen sind. Bei freiem Eintritt. Aber natürlich muss man vorher durch den Museumsshop. Ein Flughafen ist mittlerweile fast eher ein Einkaufszentrum, an dem man zufälligerweise auch noch in Flugzeuge steigen kann.

30.3.07

Kurz vor dem Abheben

Nur noch ein paar Stündchen... und dann noch ein paar Stündchen am Flughafen rumlungern... dann ein paar... öh, Minütchen nach Amsterdam düsen... aber da wieder ein paar Stündchen am Flughafen rumlungern... und dann aber viiiele Stündchen im Flieger vegetieren... um dann am Ende einige Tage im fernen Japan meine Zeit zu verbringen! Jungs und Mädels: es ist bald soweit, ich werde vermutlich kaum schlafen vor Aufregung, aber immerhin, die Klamotten sind (größtenteils) gepackt.

Und über das beim Cineasia gesehene kann ich bestimmt während meiner Wartezeit in Amsterdam noch etwas schreiben. Beim nächsten Eintrag also mehr.

26.3.07

Cinematographische Vorbereitung

So langsam wird es aufregend. Am Freitag ist es so weit, Abflug Richtung Tokyo. Aber erstmal all die Vorbereitungen, Klamotten waschen und packen, dies und das noch einkaufen, alles noch planen... Ein weitaus angenehmerer Teil der Vorbereitung wird allerdings das an diesen Mittwoch, 28. April startende Cineasia-Filmfestival in Köln. Man hat sich diesmal für mich persönlich einen eher ungünstigen Termin ausgewählt, schließlich kann ich mir "nur" an den ersten beiden Tagen dort Filme ansehen. Aber das werde ich auch ausnutzen.

Eröffnet wird das Festival mit Satoshi Kon's neuen Film "Paprika", wirkt im Trailer reichlich abgefahren. Nach Kon's bisherigen Meisterwerken "Perfect Blue", "Millenium Actress" und "Tokyo Godfathers" denke ich mal, dass das keine Enttäuschung wird.

Am zweiten Tag gibt es dann noch mit "The Bicycle Thief Was Bad" ein Roadmovie auf dem Fahrrad, mit "The Samurai I Loved" einen quasi-Nachfolger zu "The Twilight Samurai" und mit "Faces Of A Fig Tree" einmal alles.

Und danach kann's dann von mir aus auch los nach Japan gehen.

12.3.07

Mach's dir doch selber!

Es fehlt die Idee für ein selbstgemachtes Geschenk? Oder für eine Verschönerung der eigenen vier Wände? Eine Inspirationsquelle mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen ist Instructables, eine Communityseite auf der die Mitglieder ihre neuesten Basteleien vorstellen. Ich versuch mich jetzt mal an nem Lampenschirm... oder doch den Haft-LEDs?

Alles in allem

Auch wenn das Timing für meine anstehende Japanreise gerade in Bezug der Kirschblüte etwas ungünstig ist (der Winter in Japan war halt auch ziemlich mild und somit blüht es jetzt früher), so komme ich wenigstens für ein anderes "Ereignis" gerade rechtzeitig. Am 30. März feiert der Tokyo Midtown-Komplex in Roppongi seine Eröffnung. Tokyo Midtown besteht aus einer Gruppe von Hochhäusern, die eine kleine (Luxus)stadt in sich beherbergen. Neben Geschäften, Restaurants, Büros und Hotels finden sich dort (und da kommt jetzt mein Interesse) auch diverse Kunst- und Designgallerien/zentren/museen.

Allen voran in meiner Interessensskala liegt 21_21 Design Sight, das in einem von Tadao Ando entworfenen Gebäude unterbracht ist. 21_21 Design Sight stellt sich selbst weniger als Design Museum sondern als Denkfabrik da, in dem die Schaffenden und auch die Konsumenten daran arbeiten können, Interesse und Verständnis für Design zu wecken. Bekanntester Initiator dieses Projekts dürfte wohl Issey Miyake sein, den man vor allem für seine Arbeit als Modedesigner kennt.

Ein wenig verwunderlich ist jedoch der Standort von Tokyo Midtown. Der Megakomplex liegt nämlich sozusagen schräg gegenüber von Roppongi Hills - ebenfalls ein Shopping/Entertainment/Businesskomplex. Ob und wie sich die beiden Standorte ergänzen oder ob am Ende einer die Segel streichen muss, es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis sich das zeigt.

4.3.07

Hello Kitty!

Nein, es geht hier jetzt nicht um die weltbekannte, zuckersüße, allerpinkeste japanische Katzenikone. Zwar tauchen auch hier Katzen in einer herzallerniedlichen Form auf, aber wenn man sich nicht allzu geschickt anstellt, findet das ein oder andere wollknäuelgroße Wollknäuel ein trauriges Ende. Es geht hier um zwei kleine Flashspiele, einfach zu verstehen, schwierig zu bestehen und wie so häufig der Fall, üble Zeittotschläger. Naja, und wenn ihr wollt (oder eben nicht anders könnt) auch ein übler Kätzchentotschläger.

Beim ersten Spiel "Kumo-Neko" (kleines Wortspiel, "Kumo" heißt Spinne und "Neko" Katze, also sozusagen "Spider-Cat") geht es darum, mit einer Katze am Seil Diamanten einzusammeln. Was sich in den ersten Leveln noch verhältnismäßig einfach gestaltet, wird in späteren Abschnitten ziemlich knifflig. Und das obwohl man nur einen Knopf für die Bedienung des Spiels braucht.

Das zweite Spiel der "Nekogames"-Reihe heißt "Neko Juppiki" (sozusagen "Zehn kleine Kätzelein") und ist eine etwas vereinfachte Form des "Lemmings"-Spielprinzips. Ihr müsst zehn Katzen ins Ziel schaffen. Klingt einfach... aber Überraschung, ist es nicht. Und wieder nur: ein Knopf wird benötigt. Ich wünsche: viel Spaß und viiiiiel Ruhe, Geduld und eine Portion Frustresistenz.

23.2.07

Neues für die Generation T

Wer noch nach neuen T-Shirts mit schicken Aufdrucken sucht, den verweise ich einfach mal auf einen anderen Blog, nämlich "T-Shirts Around the Internet". Vorher aber die Warnung: man könnte doch sehr versucht sein, nach dem Besuch dieser Seite eine Menge Geld für neue Shirts auszugeben...

21.2.07

Ich drück dich

Nein, der Blog ist noch nicht tot, er hat nur ein wenig geschlafen. Aber versprochen, jetzt kommt wieder Leben in die Bude, spätestens wenn es im April wieder mal heißt: Japan, ich komme!

Zum Einstieg gibt es für die nächste Wartezeit ein kleines, aber sehr feines Flashspiel namens "Oshidama".


Die Aufgabe, die das Spiel an den Spieler stellt klingt ziemlich einfach: schubse die Kugel ins Ziel. Aber dank Hindernissen, schwarzen Löchern und einer Schubserbegrenzung wird die Sache kniffliger. Dazu noch simple, aber schicke Grafik und gute Musike. Prädikat: Zeittotschläger.

(via Kotaku)

17.12.06

Chicks want to play metal, too!


Ab und zu gibt es auf dem Tracker von JpopSuki eine kleine Compilation mit japanischer "Non-Mainstream" Musik (einfach mal nach 'fuumin' suchen). Und in eben diesen MP3-Sammlungen versteckt sich die ein oder andere Überraschung. Derzeitiger Favorit der vierten Ausgabe des Non-Mainstream Music Samplers ist die Band "Metalchicks". Der Bandname sagt im Prinzip schon alles: Chicks die Metal spielen. Da es sich hierbei allerdings um ein Projekt von Sugar Yoshinaga (ihres Zeichens hauptberuflich Mitglied von Buffalo Daughter) und Yuka Yoshimura (die wiederum bei OOIOO musiziert) ist, mischen sich zwischen die mächtigen Gitarrenwände auch elektronische Elemente. Wie diese Verbindung klingt, kann man auf der unvermeidlichen MySpace-Seite des Projekts hören. Die Kategorisierung "Alternative / Disco House / Metal" trifft es in der Tat ziemlich gut. May the Metal be with you!

8.12.06

Wii GET!

Heute ist in Europa Wii-Day, der Tag des Verkaufsstarts von Nintendos neuer Konsole Wii. Für mich lief der Start relativ entspannt, ich hatte vorbestellt und ein netter Verkäufer bei Karstadt hat mir die Konsole schon gestern verkauft. Für die Software musste ich allerdings heute noch raus. Und da spielten sich schon tumultartige Szenen ab, kaum waren die Türen offen, stürmte die wartende Kundschaft sofort zu Rolltreppe. Die Kunden, die nichts vom Wii-Start wussten guckten ziemlich verdutzt. Unten ging der Tumult dann weiter, der Vekäufer musste erstmal alle wegschicken, die nicht vorbestellt hatten - und das waren einige. 30 Leute hatten vorbestellt, nur 33 Konsolen waren geliefert worden. Zwischendurch ging noch der Krieg um Zubehör und Spiele weiter, die begehrtesten Titel "Zelda" und "Red Steel" waren im nullkommanix verkauft. Nur gut, dass mir der nette Verkäufer gestern auch noch diese Spiele zurückgelegt hat und ich diese nur noch abholen musste.

Insgesamt für mich also ein sehr entspannter Start und bis auf das RGB-Kabel habe ich auch alles bekommen was ich haben wollte. Aber ich glaube eine Menge anderer Leute gingen dafür leer aus. Für die, die nicht leer ausgingen: mein Wii-Friendcode ist 1024 6517 3712 4507.

Und jetzt heißt es zocken. Wie gut, dass ich frei genommen habe...

26.11.06

Keep on rockin' (for a fun world)

Yeah! Gestern hab ich mir Guitar Hero II gekauft und heute hab ich schon den Medium-Schwierigkeitsgrad durchgespielt. Wie schon Teil 1 rockt das ganze ordentlichst. Allerdings kam mir das ganze zumindest jetzt in Medium leichter vor als beim ersten Teil. Kann natürlich daran liegen, das da schon durch den nächst höheren Schwierigkeits abgehärtet bin, aber im zweiten kam ich bisher nie wirklich ins schwitzen. Ich glaub ich bin auch nur einmal in den roten Bereich abgerutscht.

Musikalisch werden wieder mal Stücke aus sämtlichen Stilrichtungen geboten, vom klassischen Rock'n'Roll über Grunge und Poppigem bis hin zu wasweissichMetal. Wie zuvor fast nur Coverversionen, die aber größtenteils den Originalen in nichts nachstehen. Nur die Sänger fallen manchmal gehörig zurück, aber Rage against the machines Zach de la Rocha beispielsweise ist nun mal nicht so einfach nachzumachen.
Um den Schwierigkeitsgrad mancher Stücke wurde noch ein Solo dazugefügt, was aber gerade bei den Grungestücken ein wenig aufgesetzt wirkt. Aber vielleicht waren die auch bei Liveversionen der Stücke dabei, keine Ahnung. Einige des Stück hab ich vorher noch nie gehört, bei einigen hab ich sogar von den Bands noch nie was gehört, aber für mich war bisher kein einziger Ausfall dabei. Na wie auch immer, die gesamte Tracklist findet sich hier.
Neben all diesen "offiziellen" Stücken gibt es wie auch schon bei Teil 1 ein paar Dutzend Bonusstücke, die mit den im Spiel verdienten Geld eingekauft werden können. Mein persönlicher Favorit daraus ist bisher das großartige "Trogdor", welches auf diesem großartigen Flashfilmchen basiert.

Bei der Spielmechanik selbst wurde die Nutzung von Hammer-ons und Pull-offs merklich verbessert, das fällt jetzt wesentlich leichter. Eine weitere Neuerung sind Griffe die mit drei Fingern gegriffen werden. Allerdings tauchen die erst nach dem Medium-Schwierigkeitsgrad auf, stehen mir also jetzt bevor und machen das ganze mit Sicherheit nicht leichter.

Wie auch immer, die ganze Sache rockt wie Sau und ist natürlich jedem Playstation 2-Besitzer, der auch nur ein Fünkchen Sympathie für Rockmusik empfindet auf's Äußerste an Herz gelegt. Rock on!

Engrish gibts nicht nur in Asien

Noch zwei Bilder aus Krakau. Zum einen diesen kleinen Laden mit einem schon fast Superhelden-ähnlichem Namen:

Und dann noch diese Kunsthandlung. Hmm, mich würde mal interessieren, ob sie wissen, was sie bei der Namensgebung dieses Ladens taten:

Häuserschluchten und Neonfluten

Während meiner Geschäftsreise nach Krakau kürzlich hatte ich die Gelegenheit ein Museum namens "Manggha" zu besuchen. Dieses Museum ist der Kunst und Technologie Japans gewidmet. Übrigens hab ich durch Zufall den richtigen Tag für einen Besuch erwischt, denn Dienstag war offensichtlich der Tag mit freiem Eintritt.


Neben einer Ausstellung von Kimonos in diversen Ausführung gab es in einem weiteren Raum noch die Fotografien des Hamburger Fotografen Peter Bialobrzeski zu sehen. Die großformatigen Bilder seines Projekts "Neon Tigers" zeigen die wuchernden Hochhausfronten und neonbeleuchteten Straßen einiger asiatischer Megastädte wie Shanghai oder Kuala Lumpur.

Diese und andere Projekte von Bialobrzeski gibt es auch hier zu sehen. Und wenn jetzt das Wetter etwas besser wäre und ich nicht noch andere Sachen zu tun hätte, würd ich auch mal wieder für ein paar Fotos vor die Tür gehen...

12.11.06

Neverending Nineties

Musikalisch sind die Mittneunziger eine meiner Lieblingsjahre, was den Gitarrenpop angeht. Neben der L.A.-Szene um Weezer und Co. war es vor allem die Bostoner Musik, die sich in mein Ohr einnistete. Deren bekannteste Vertreter "The Lemonheads" haben ja vor kurzem auch wieder nach 3 1/2 Ewigkeiten ein neues Album veröffentlicht und es klappt heute noch immer, mit dem melodischen Gitarrenpop kann man mir immer weiter kommen.

Bei meinen Exkursionen in die japanische Musikwelt stoße ich auch immer häufiger auf Bands, die sich diesem Gitarrenpop angenommen haben. Neben den hier schon häufiger erwähnten "Base Ball Bear" und "Advantage Lucy" waren es zuletzt "chatmonchy", deren aktuelle Single "Shangri-La" sich erbarmungslos in mein Hirn fras (dafür gilt es TV in Japan zu danken...). Und damit noch mehr Gehirne angefressen werden, hier der unvermeidliche YouTube-Link:



Dank Jpopsuki läuft ein Album schon auf Dauerrotation in meinem Ipod und ich kann es kaum erwarten, davon noch mehr zu kriegen. Gebt mir Affe Zucker!

Ein teures Stück Papier

Am 8.12. ist es endlich soweit, in Deutschland erscheint Nintendos neue Konsole "Wii". Und ich will auch an diesem Tag ein stolzer Wii-Besitzer sein. Angesichts stellenweise geschürter Hysterie bezüglich Warenengpässen etc. hab ich mir schon so meine Gedanken gemacht. Nachher steht man da im Laden und keins ist mehr für mich da... um Himmels Willen, das wär ja nicht auszuhalten! Aber anstatt gleich schon mal mein Zelt am nächsten MediaMarktSaturnKarstadt aufzubauen um wirklich auch der allerallererste zu sein ging ich den etwas einfacheren Weg: einfach in den Karstadt gegangen und vorbestellt. Und jetzt bin ich schon mal stolzer Besitzer eines Kassenbons, für den ich 50 Euro bezahlt habe und der mich dann hoffentlich berechtigt auch am 8.12. schon mal Weihnachten für mich vorzufeiern. Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass ich an dem Tag auch noch Urlaub kriege...

27.10.06

Makrobiotik is just another word for Japanisches Essen

Heute trieb mich die Neugier in einen neueröffneten Bio-Supermarkt in der Bonner Innenstadt. Mittlerweile hat es die Biobewegung hierzuland ja schon sehr weit gebracht, kaum etwas in diesem sauberen, hellen und gut sortiertem Supermarkt rief das Bild des guten alten Klischee-Wollpulli-Jesuslatschen-etc.-Ökos hervor. Wie gut sortiert der Laden ist, stellte ich fest als ich das Regal fand, welches mit "Makrobiotik" betitelt war. Eine großartige Auswahl an japanischen Lebensmitteln war dort zu finden, von diversen Nudeln, Suppen, Soßen, Sake bis hin zu den von mir nicht wirklich geliebten Umeboshi (sauer eingelegte Pflaumen). Für viele der Sachen die dort zu finden waren, hätte ich wohl mindestens nach Düsseldorf gemusst. Dafür nehme ich auch in Kauf, für einen Anhänger einer mitunter nicht immer gesunden Ernährungsweise (sagt Wikipedia über Makrobiotik) gehalten zu werden.

10.10.06

Make it mini!

Hab heute mal mit einer weiteren schicken Fotobearbeitungsmethode rumexperimentiert. Durch geschickte Anwendung von Unschärfe und Farbveränderung erreicht man, das normal fotografierte Objekte wie Miniaturen wirken. Für ein erstes Experiment habe ich mal eins der Fotos genommen, die ich im letzten Jahr in Japan gemacht habe:

Ich werde mich jetzt mal auf die Jagd nach weiteren Motiven begeben...

7.10.06

Die alten Reisevideos

Beim Durchforsten meiner Festplatte bin ich heute auf die Videos gestoßen, die ich damals bei meinem Japantrip aufgenommen habe. Bisher hab ich es ja immer verpasst die auch mal online zu stellen, aber jetzt, ganz nach dem Motto "Besser zu spät als gar nicht", eine kleine Japanrundreise!

Beginnen werde ich mit Tokyo, um genau zu sein den neonbeleuchteten Straßen Shinjukus (der dazugehörige Blogeintrag). Wie man an der Geräuschkulisse feststellt, ist das auch nicht wirklich leise dort.



Als nächstes, um mal wieder Ruhe reinzubringen, ein kurzer Gang durch die abertausenden Tori des Inari-yama (oder wie auch immer der Berg nochmal heißt...)
(der dazugehörige Blogeintrag):



Es folgt ein Blick von einem weiteren Berg, dem Misen-san, der höchsten Erhebung auf Miyajima
(der dazugehörige Blogeintrag). Von dort oben hat man einen großartigen Ausblick auf die Seto-Inlandsee. Und am Schluß des Videos auch noch einen Schatten von mir, als Beweis das ich wirklich dort war ;)



Und zu guter Letzt noch die geschickte Verbindung von Uhr und Springbrunnen, die es am Bahnhof von Kanazawa zu sehen gibt
(der dazugehörige Blogeintrag):



Ich hab zwar noch mehr Videos auf Halde, aber ob sich wirklich jemand für die monstergroßen Spinnenkrabben interessiert? ...

6.10.06

Kuricorder - wieder da!

Nachdem ich mich ja schon damit abgefunden hatte, dass Space Shower TV das Kuricorder Quartett Live Special von ihrer Seite genommen haben, fand ich eben bei YouTube das komplette Special. Fragt sich bloß, wie lange es da bleibt...

Der Härtetest

Im Jpop gibt es, wie in der Popmusik überall auch, vor allem viel Plastik. Künstliche Menschen, künstliche Musik, künstlicher Gesang. Der beste Weg, um herauszufinden was ein bestimmter Künstler wirklich kann ist wohl der Liveauftritt. Und zwar am besten natürlich "voll" live und nicht irgendwelche Halbplaybackgeschichten oder ähnliches. Von der von mir hoch geschätzten aiko habe ich mal einen Unplugged-Auftritt aufgetan, der zeigt, dass sie auch live durchaus zu großem fähig ist. Zum ersten gibt es hier ihren eigenen Song "Hanabi" aus dem Jahr 1999:



Der zweite Song stammt ursprünglich von Seiko Matsuda, eine von Japans erfolgreichsten und beständigsten Sängerinnen. Anfang der 80er vollbrachte sie das Künststück, 24 aufeinanderfolgende Nr.1-Hits zu veröffentlichen. Der von aiko hier vorgetragene Song "Himitsu no hanazono" stammt aus dem Jahr 1983, klingt im Original noch ziemlich 80er Disco-mäßig (hier gibts ne Hörprobe, RealPlayer-Alarm!), kommt in der Unpluggedversion schon aber mehr in Carpenters-Richtung.



29.9.06

Kleine Musikvideoshow

Nachdem ich mich hier hab lange Zeit nicht mehr blicken lassen, gibt's jetzt erstmal zur Überbrückung einfach mal wieder ein kleines YouTube-Inferno. Nächste Woche hab ich Urlaub, dann gibt es garantiert auch wieder mehr zu lesen hier!

Die neue Single von Base Ball Bear heißt "Stand by me" und auch hier gibt es wieder die übliche Dosis Gitarrenpop:



Nach dem Desaster, sich mit Dexter Holland von Offspring zusammen zu tun, haben Puffy diesmal eine weitaus angenehmere Kollaboration gewählt und haben sie ihre neue Single "Hazumu Rhythm" mit dem Tokyo Ska Paradise Orchestra aufgenommen. Zwar ist der Sommer so gut wie vorbei, aber gute Laune machts trotzdem:



Tommy Heavenly 6 hat mal wieder eine neue Single draußen, passenderweise mit Halloween-Trick-or-Treat-Video. Mindestens genau so merkwürdig wie der Titel,
"Lollipop Candy ♥BAD♥ Girl". Das hier ist übrigens nur die kurze Version, auf ihrer Homepage gibt es noch eine 10 minütige Version.


5.9.06

Das etwas andere Orchester

Manchmal braucht es halt eine kleine Verkettung glücklicher Umstände um bestimmte Dinge herauszufinden. Heute zum Beispiel herausgefunden, wer hinter der großartigen Musik von Pitagora Suicchi und dem dezent bekloppten Anime Azumanga Daioh steckt. Verantwortlich für diese etwas andere musikalische Untermalung ist das Kuricorder Quartett. Die haben aber nicht nur Fernsehserien mit Ukulele, Blockflöte und Tuba vertont, sondern haben auch schon diverse Alben vor allem mit Coverversionen wie "Bohemian Rhapsody" von Queen oder dem Imperial March von Star Wars aufgenommen. Einen kleinen Einblick in ihr schaffen kann man sich im digitalen Archiv von Space Shower verschaffen (Edit: Konnte man. SSTV hat das Special von der Seite genommen, aber im Livearchiv gibt es noch genug andere Dinge zu entdecken). Viel Spaß! Wem es gefällt, kann die CDs zum Beispiel bei PlayAsia erwerben.

1.9.06

Das Alte im Neuen

Es ist weder warm noch kalt. Der Himmel ist bedeckt, das Licht dadurch grell. Kopfschmerzen machen sich breit, der Wind weht leichten Nieselregen heran. Über eine nur für Bus und Bahn konzipierte, auf Stelzen gebaute Straße bin in Oberhausens Neuer Mitte angekommen. Die neu geteerten Straßen sind menschenleer, nur selten kommt ein Radfahrer mir entgegen. Nur im nahegelegenen Centro-Shoppingmall wälzen sich die Menschenmassen.

Mein Ziel ist aber das etwas Abseits gelegene Gasometer. Der Weg dorthin führt vorbei an einem Vergnügungspark, der mit seinen im chinesischen Stil gebauten Häusern seine Künstlichkeit in die Welt hinausposaunt. Ich fühle mich an Odaiba erinnert, wo vieles so wirkte, als wäre es nicht gewachsen, sondern nur in die neue Umgebung hereintransplantiert.

Nach einem kurzen Fußmarsch ist das Ziel erreicht. Am Kassenhäuschen vorbei (im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna gab es ein Kombiticket) und dann hinein in den über 100 Meter hohen Stahlzylinder. Der Innenraum ist in zwei Etagen unterteilt. Im Untergeschoß werden die bisher im Gasometer veranstalteten Austellungen und Geschichte des Industriedenkmals vorgestellt. Das Obergeschoß wurde durch die Künstlerin Christina Kubisch in eine Licht-Klanginstallation namens "Licht Himmel" umgebaut. Der Blick Richtung Decke und die nur langsam verhallenden Geräusche lassen einen die gigantischen Ausmaße dieses Gebäudes erahnen. (Für einen kleinen Eindruck, der der Realität nicht wirklich gerecht werden kann, ein kurzes Video)



Mit dem Panoramaaufzug geht es auf die Aufsichtsplattform auf dem Dach des Gasometers, von wo man einen guten Ausblick auf das sich zu allen Horizonten ausbreitende Ruhrgebiet hat. Schwindelerregend ist auch der Blick von oben im Inneren des Gasometers.

Also wieder mit dem Aufzug nach unten, wo man beim Blick auf den künstlichen Sternenhimmel noch etwas die Echos von Gongs, Walen oder Kinderstimmen verfolgen kann.

Am Ausgang warf ich noch einen Blick ins Gästebuch. Die letzten Einträge sprachen von Einfallslosigkeit und Langeweile. Für mich war dieses eine Kunstwerk beeindruckender und faszinierender als so manche mit Exponaten vollgestopfte Ausstellung. Und schließlich bot dieses alte Industriegebäude noch ein Refugium vor all der Künstlichkeit der Neuen Mitte.

Es werde Licht

Unna ist sicherlich nicht unbedingt die erste Stadt, die einem in den Sinn kommt, wenn es um Orte von kulturellem Interesse geht. Und doch hat Unna etwas, was (so behauptet es zumindest die Internetseite) weltweit einzigartig ist: ein Museum, welches sich ausschließlich mit Lichtkunst widmet. In den Kellerräumen der ehemaligen Lindenbrauerei hat sich im Jahre 2001 das Internationale Zentrum für Lichtkunst eingerichtet. In riesigen Gewölben, zwischen schweren Stahlträgern und verwitterten Gärbecken finden sich verschiedenartigste Lichtinstallationen internationaler Künstler.

Ausschlaggebend für mich, den Besuch des Zentrum für Lichtkunst zwingend zu machen, ist der Umstand das einer dieser Künstler der von mir hier ja schon diverse Male angepriesene James Turrell ist. In einem der Kellerräume findet sich ein Raum, ganz ähnlich dem, der mich im Chichu-Museum auf Naoshima so sehr fasziniert hatte. Zuerst wiesen mich die beiden Museumsführerinnen (das Museum kann nur während einer Führung besucht werden. Ich war übrigens der einzige Besucher bei diesem Termin...) darauf hin, Einmalüberschuhe anzuziehen. Man betritt einen völlig in violettes Licht getauchten Raum an dessem gegenüberliegenden Ende scheinbar ein weißer Rahmen in der Luft schwebt. Durch die geschickte Beleuchtung (und den "runden Ecken") fällt es zunächst schwer, die Dimensionen des Raumes auszumachen. Manchmal hat man auch den Eindruck, der Raum sei mit Nebel gefüllt. Dreht man sich um, sieht man, dass der Eingang des Raumes von einem Blau leuchtenden Rahmen umfasst ist... dummerweise fiel gerade, als ich den Raum verlassen wollte einer der Leuchtröhren aus, die diesen Rahmen beleuchtete.

Aber nicht nur die Installation Turrells war faszinierend, auch in den anderen 10 Räumen gab es interessantes zu sehen. Und dank den ausführlichen Hintergrundinformationen der Museumsangestellten gab's auch noch im wahrsten Sinne des Wortes Erleuchtendes dazu (ein Wortspiel sei mir erlaubt...).

(Danke noch an Flickr-User pehei für das Foto!)

31.8.06

Das YouTube-Dilemma

Ich hatte ja ein wenig gehofft, YouTube könnte sowas wie das Fernsehen von morgen sein, vor allem was Musikvideos angeht. Klar, eigentlich ist die Seite vor allem darauf ausgelegt, private Videos mit der Welt zu teilen. Aber natürlich wimmelt es nur so von diversen vom Fernsehen "geklauten" Inhalten. Und mit dem wachsenden Erfolg der Seite werden nun die Rechteinhaber, sprich die Fernsehsender darauf aufmerksam. Mit der Konsequenz, dass beispielsweise eine vielzahl der von mir verlinkten Videos mit japanischem Ursprung nicht mehr verfügbar sind. Aber wie das halt immer so ist, das Web (bzw. deren Nutzer) findet immer einen Weg. Die Jagd ist sicher nicht beendet.

Return of the KulTour

Nachdem ich das Wochenende in Kalifornien verbracht habe (nein, nicht das sondern das hier...), hieß es für diese Woche wieder zur planmäßigen Kulturexpedition durch NRW zurückzukehren. Bei den drei auf dem Programm stehenden Zielen handelt es sich um ehemalige Industriestandorte - es ging ins Ruhrgebiet. Erstes Ziel war die Zeche Zollverein in Essen. Dort wurde vor kurzem die Ausstellung "Entry 2006" eröffnet, deren Untertitel eigentlich schon (fast) alles erklärt: "Wie werden wir morgen leben? Perspektiven und Visionen im Design"

Austellungsort war die nach Plänen von Rem Koolhaas sanierte ehemalige Kohlenwäsche der Zeche. Eine lange Rolltreppe führte ins Innere des Gebäudes...

wo einen noch Überreste der industriellen Nutzung in Form riesiger Maschinen. Noch wirkt alles ein wenig unfertig, viele Dinge, wie die Designerurinale z.B. wirken ein wenig verloren in der Wucht eines solchen Industriegebäudes.
Die Ausstellung selbst ist fünf "Unterausstellung" aufgeteilt, die sich neben der zukünftigen Wohnrausnutzungen auch mit beispielweise der Haut von Morgen oder den Möglichkeiten der Bioingenieurskunst beschäftigt. Da muss häufig die eigene Vorstellungskraft einige Arbeitleisten, denn wenn sich Gebäude in Architektenentwürfen Seepflanzengleich in Innenstädten wuchern, dann passt das kaum in unser heutiges Stadtbild.

Es gibt aber auch genügend faszinierendes und sicherlich problemlos verwirklichendes zu sehen. Die transportablen Inneneinrichtungen oder gar kompletten Zimmer des Projektes "Nohotel" würden sich auch gut in meiner Wohnung machen. Der Prototyp des von der Decke hängenden Zimmers im Zimmer erinnerte mich an die guten alten Höhlen, die wohl jeder in seiner Kindheit aus Bettdecken u.ä. zusammengebaut hat.

Zwischen vielen theoretischen Entwürfen, praktisch umsetzbaren und einigem an un-umsetzbaren kommt man am Ende mit einigen Ideen aus der Kohlenwäsche, wie denn das Leben von morgen aussehen mag. Vieles wird sicherlich beispielsweise am Konservatismus von Architekten, aber auch vor allem deren Kundschaft scheitern und nie realisiert werden, doch am Ende wird auch klar, man selber kann auch schon einiges für die Gestaltung der Zukunft tun.

24.8.06

Freedom for the people

Katsuhiro Otomo (AKIRA) präsentiert einen 6-minütigen Prolog zu seinem neuen Projekt "FREEDOM". Die direkten Links: low / medium / high . Das ganze wird wohl eine 6-teilige Miniserie mit jeweils halbstündigen Episoden. Offensichtlich ist das ganze digital produziert, den Charakteren sieht man bei den Animationen doch ziemlich ihre Computergrafikherkunft deutlich an. Insgesamt ist Otomos Handschrift natürlich überdeutlich und Parallelen zu AKIRA sind auch in rauen Mengen vorhanden. Ab Oktober gibt es dann das fertige Ergebnis in Japan zu sehen.

23.8.06

Deutschland, wie es rockte

Heute stand der Besuch des wohl von mir meist besuchten Museums, dem Haus der Geschichte, auf dem Programm. Das hat nämlich den unschlagbaren Vorteil, das dort kein Eintritt genommen wird. Nun ja, und die Wechselausstellungen sind halt auch ganz interessant. Diesmal gab es die Ausstellung "Rock! Jugend und Musik in Deutschland", die, wie der Titel unschwer wiedergibt, die Geschichte der Rockmusik in den beiden Deutschlands. Am Anfang steht Elvis, am Ende stehen Love Parade und Nazimusik. Dazwischen gibt es diverse Erinnerungsstücke wie Instrumente der Beatles oder Teile des Studios von Can, aber auch, und das war meistens das interessanteste, private Aufzeichnungen und ähnliches. Dann natürlich noch, geht ja nicht ohne, eine Vielzahl von Ton- und Filmdokumenten. Allein schon die Ausschnitte aus dem U2-Rockpalastauftritt vom Anfang der 80er, wie unpassend käme sich Bono wohl heutzutage auf so einer "schäbigen" Minibühne vor.

Ein weiteres Highlight war dann noch das Original 80er-Jugendzimmer...brr... wie eine Zeitmaschine. Leider rauschte, als ich kurz vor dem Ende der Ausstellung war, wiedermal eine Schülgruppe in die Ausstellung. Die ganz offensichtlich nicht das geringste Interesse an den "ollen Kamellen" hatten, sondern schnurstracks a) den zum zuvor genannten Jugendzimmer gehörigen Kicker besetzten oder b) zum Ende der Ausstellung liefen, um zu sehen, was es so gibt, das sie auch kennen. Dummerweise war das auch der große Schwachpunkt der Ausstellung, die 90er waren so gut wie kein Thema. Hiphop wurde kurz angeschnitten (ein paar Breakdance-Exponate und eine klitzekleine Sprayervitrine), eine Absage an die Loveparade und eben der Kampf gegen Rechts bzw. die Nazimusik. Vermutlich gibt die Musik dieser Zeit wohl noch nicht genug historisches her (wenn sie es denn mal überhaupt tun wird). Aber ein paar Zeilen über die Hamburger Schule zum Beispiel hätte man wohl doch noch verlieren können. Leider geben die Räumlichkeiten für die Wechselausstellungen auch nicht viel mehr an Platz her. Da wird man wohl lieber diesen Platz spektakuläreren Sachen überlassen haben.

Wolle Foto kaufen?

Mein Besuch brachte zwar statt Museumsbesuchen "nur" einen ausgiebigen Einkaufsbummel mit sich, dennoch blieb das "Kultour"-Thema nicht zurück. Am interessantesten zwischen all den Second Hand- und Jungdesignerläden war für mich nämlich die Galerie "Lumas" im Nobelkaufhaus "stilwerk" nahe der Kö. "Lumas" möchte die jenigen ansprechen, die sich für Kunst interessieren, aber nicht daran denken, sich welche zu kaufen. Was ja meistens ganz einfach am Preis scheitert. Bei "Lumas" hat man die Möglichkeit Fotografien bekannter oder auch noch nicht so bekannter Künstler zu durchaus vernünftigen Preisen zu erwerben (nicht nur in den derzeit 6 Gallerien in Deutschland, sondern auch online). Bei den diversen Künstlern die im Programm sind, dürfte für so ziemlich jeden etwas zu finden sein. Aber selbst dafür fehlt mir momentan das Geld...

21.8.06

NRW-Kultour Tag 1

Ich habe endlich mal länger Urlaub und um die Zeit (gerade bei dem momentan vorherrschenden Wetter) sinnvoll zu nutzen, werde ich die kommenden 2 Wochen dazu nutzen, mal zu sehen, was NRW so alles an interessanten kulturellen Dingen zu bieten hat.

Für den Anfang bin ich nicht groß in die Ferne geschweift, sondern bin einfach in Bonn geblieben und habe die "Guggenheim Collection"-Ausstellung in der Kunst- und Austellungshalle besucht. Definitiv schon mal kein allzu günstiger Spaß, mit 12 Euro Eintritt und 4 Euro für eine Audioführung. Aber es gibt schon eine Menge interessanter Werke zu bewundern, von Picasso und Kandinsky bis zu Warhol. Allerdings war es dann doch nicht so die großartige Idee vormittags dorthin zu gehen, angesichts der Schulklassen, die während dieser Zeit durch die Ausstellung getrieben werden. Aber in den späteren Räumen verteilten sich die Menschenmengen glücklicherweise etwas.

Häufig war es allerdings auch einfach zu eng, um all die Bilder in Ruhe zu betrachten und auf sich wirken zu lassen. Aber so ist das halt mit diesen "Must see"-Ausstellungen. Wirklich optimal ist dafür wohl kein Museum. Insgesamt gesehen gibt es aber sicherlich weitaus schönere und interessantere Museumsbauten als die Kunst- und Ausstellungshalle.

Was die ausgestellten Kunstwerke angeht, so gab es durchaus interessantes zu sehen. Beispielsweise die künstlerische Entwicklung von Kandinsky oder Picasso. Oder auch zum Beispiel die Einflüsse der Künstler des späten 19./frühen 20. Jhd. auf heutige Künstler und Illustratoren. Ein perfektes Beispiel ist das Bild "Der rote Turm" des italienischen Surrealisten Giorgio di Chirico.


Der geneigte Videospielekenner ahnt vermutlich an was ich erinnert wurde: das gerne mit "Sind Videospiele Kunst?"-Diskussionen in Verbindung gebrachte ICO:


Also trotz all der Störfaktoren eine durchaus interessante Ausstellung. Morgen soll es dann gen Düsseldorf gehen. Mal schauen was die Landeshauptstadt so im Angebot hat...

久しぶり!

Durch Jean Snow bin ich auf "Sekai", die neue Single von Chara, aufmerksam geworden. Chara ist eine der ersten Jpop-Sängerinnen, die ich namentlich kannte, auf Grund ihrer Hauptrolle in Shunji Iwai's großartigen Film "Swallowtail". Das neue Video gibt es bei YouTube und somit auch gleich hier zu sehen. (Edit: Oder halt auch nicht, denn bei YouTube gibt es das Video nicht mehr. Immerhin gibt es auf der Seite ihrer Plattenfirma noch einen 45 sekündigen Ausschnitt aus dem Video zu sehen.) Definitiv noch immer eine der interessanteren Jpop-Künstlerinnen.


15.8.06

Das ganz andere myspace

Mittlerweile ist es auch in Deutschland schon so weit, jeder will/soll/muss eine myspace-Seite haben (jo, ich auch...). Mariko war jetzt so nett und hat mich zu mixi eingeladen. mixi ist ein japanisches Equivalent zu myspace, allerdings mit ein paar entscheidenden Unterschieden. Erstmal ist die Seite (natürlich) nur auf Japanisch. Dann kann sich nicht jeder der will einfach so anmelden, sondern muss von bereits bestehenden Mitgliedern eingeladen werden. Und dann noch der nicht zu verachtendende Faktor, dass nicht jeder auf Teufel komm raus seine Seite im eigenen Design "verschönern" kann. Dieser Umstand macht für mich die meisten myspace-Seiten absolut Augenkrebserzeugend. Die mixi-Seiten sind (zumindest derzeit noch) alle einheitlich, in einem eher zurückhaltenden Design aufgemacht. Ich bin mal gespannt, ob das so bleibt.

Nun ja, jetzt versuche ich auf meiner mixi-Seite meinen bescheidenen Japanischkenntnisse umzusetzen und ein paar Einträge auch dort zu machen. Falls jemand interessiert sein sollte auch bei mixi mitzumachen, einfach mal bei mir melden.

Ach ja, als unerlässliches Tool bei der Navigation durch japanische Seite hat sich bei mir inzwischen die Firefoxerweiterung "rikaichan" etabliert. Extrem hilfreich!

Meta-Eintrag

Die Essenz die die meisten Blogs ausmacht, einfach das verlinken was andere berichten. Ich gehe noch einen Schritt weiter, denn ich verlinke auf eine Linksammlung. Momus sammelt in diesem Eintrag seines Blogs diverse andere englischsprachige Blogs, die sich mit Japan befassen. Viel Spaß beim durchklicken, es sind einige interessante Blogs dabei.

13.8.06

Man muss ja nicht immer alles selber machen

Damit hier endlich mal wieder was passiert... zuletzt hatte ich ja u.a. davon berichtet, dass hier in Bonn die "AnimagiC" stattfand. Fotos hab ich dann selber doch keine gemacht, aber dafür gibt es ja auch andere Leute. Hier also mal ein Einblick von dem, was sich an diesem "AnimagiC"-Wochenende hier in Bonn so rumtrieb (Link):

("Nirwana"... *heul*) Einige Kostüme sind ja in der Tat ganz schön aufwändig. Ach ja, in Japan sieht dann sowas ungefähr so aus (Link):


28.7.06

Wu-heee again!

Bei YouTube gibts mittlerweile ne Menge "Purple & Brown"-Videos zu sehen. Angucken! Luschtig! (Dank an hinterding.com für den Hinweis!)

The Freaks are coming to town

Kaum haben sich die japanischen Fußballer mitsamt Fans von Bonn verabschiedet gibt's schon am Wochenende wieder eine mittelschwere Invasion japanischer Popkultur. Letzte Woche entdeckte ich zufällig ein Plakat, das den Auftritt der japanischen Visual Kei-Band "the GazettE" in Bonn(!)-Beuel(!!) im Brückenforum (na herzlichen Glückwunsch, welch herrlich seelenloser Veranstaltungsort) bewarb. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen übrigens. Es würde mich auch nicht wundern, wenn die Konzerte bereits restlos ausverkauft sind.

Wie zu erwarten war, es tummeln sich bereits die ersten Fans in der Stadt. Ganz einfach daran zu erkennen, das sie in Verkleidung durch Bonn wuseln. Hierzulande ist die Visual Kei-Szene in ziemlicher Nähe zur Anime-Community und so darf natürlich zünftiges Cosplay nicht fehlen. Da werd ich wohl mal am Wochenende dort vorbeischauen und mir die Freakshow mal geben.

Ach ja, die Musik hab ich mir übrigens auch mal zu Gemüte geführt. Normalerweise komme ich mit Visual Kei-Bands nie so wirklich klar, aber zumindest ging die Single "Zetsu" schon mal ganz in Ordnung.

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Ohauerha! Erst jetzt stelle ich fest, warum's so viele Cosplayer schon jetzt sind. In der Beethovenhalle steigt an diesem Wochenende die AnimagiC... na jetzt wundert mich gar nix mehr.

23.7.06

Sind alle da?

Japanische Mädels im Kimono? Check! Sumoringer, Karate- und Kendokämpfer, die "Hai!" rufen? Check! Poppiger Speedmetaltechno? Check! Macht zusammen "Kimono Jet Girl" von AAA. Bitte drehen Sie jetzt durch.


18.7.06

Ab unter die Dusche!

Eine der zwei oder drei Dinge, die Japan uns hier voraus hat, sind die diversen Musiksender, die tatsächlich Musikvideos spielen. Und nicht selten ziemlich interessante. Ein Beweis ist das digitale Archiv von Space Shower TV, eben einem dieser Sender. Das Logo mit dem "S" gab es ja auch hier im Blog schon in dem ein oder anderen Video zu sehen. Im Archiv finden sich dutzende mal mehr und mal weniger obskure Videos, Liveauftritte und anderer Kram. Einfach mal durch die Gegend klicken, irgendwas interessantes dürfte schon zu finden sein.

Bei der weiteren Googlesuche zu Space Shower TV fand ich dann noch zwei höchst unterhaltsame Videos zum allerweltbesten Hiphopvideospiel "Parappa the Rapper". Zum einen hier De La Soul, die "U Gotta Believe" (I gotta do what?!) performen...



und dann hat dann sich mal jemand die Arbeit gemacht und ein Lied aus dem ersten Teil des Spiels live nachzustellen! Großartige Idee!



Groovt auch in echt wie hulle...

10.7.06

It's Trico!

Eigentlich wollte ich ja nur etwas über die japanische Musikerin "trico!" herausfinden. Neben einer weiteren japanischen Band namens "trico" stieß ich aber dann auch noch auf das (Überraschung!) japanische ... Einrichtungshaus? namens "BY TRICO". Und da gibt es eine Menge interessanter Dinge zu entdecken. One-Size-Fits-All-T-Shirts, die links Größe S, in der Mitte M und recht L sind, Spardosenuhren (Zeit ist schließlich Geld), Kleeblätter für den Kühlschrank und und und. Jede Menge mehr oder weniger nützlicher Schnickschnack. Jetzt müsste man nur noch herausfinden, ob die auch nach Deutschland liefern (Japanischerbescheidwisser, ihr seid gefragt!).

Was übrigens "trico!", die bürgerlich Rie Yoshihara heißt, dafür hätte ich mich gar nicht so in die weite Welt begeben müssen. "Intervall - audio", eine Seite, die sich mit elektronischer Musik zwischen Düsseldorf und Tokyo befasst, hat neben einigen Informationen auch weiterführende Links parat.

6.7.06

Ich werd den Mist nicht mehr los!

Es ist mal wieder so weit, größter Trash hat sich in mein Ohr eingenistet und will nicht mehr ausziehen. Die Übeltäter heute: Morning Musume (sowas wie die Spice Girls³) mit "Ambitious! Yashintekide Iijyan". Diesen Refrain werde ich einfach nicht los, ganz fieses Zeug.



Die gibt es übrigens auch in einer Mini-Ausgabe, nicht minder Ohrwurmig.

Ach ja, und wen es interessiert, was Marty Friedman heute so unter anderem treibt, einfach mal hier klicken.

5.7.06

Kleines Sommermusikfestival

Auch wenn der Sommer hier gerade eine kleine (regnerische) Auszeit nimmt, da ich in letzter Zeit auf einige feine japanische Sommermusikhits gestoßen bin, gibt es jetzt an dieser Stelle ein kleines YouTube-Inferno. Den Anfang machen "Base Ball Bear" mit "Electric Summer", ich liebe den Refrain:



Als nächstes dann die neue Single von aiko, "Kumo wa shiro, ringo wa aka", mit der sie sich in Ska-Gefilde begibt...

[Leider war YouTube wieder fleißig und hat alle Videos von aiko aus dem Programm genommen...]

Und zu guter letzt noch eine Band die ich sehr Zeit häufig höre, "advantage Lucy", ich nehme mal "Goodbye":



Vielleicht gefällt ja dem ein oder anderem etwas davon, jetzt mache ich mich mal daran, ein kleines Sommerjapanmusikmixtape zusammenzustellen. (Wer ne Kopie haben will, sag bescheid...)

The Erotic Terrorist

Seit einiger Zeit verfolge ich jetzt (D-Addicts sei Dank) die japanische Kochsendung "Ai no Apron" (Schürze der Liebe...). Dort erhalten mehr oder weniger talentierte Prominente die Aufgabe, ein bestimmtes Gericht zu kochen, welches im Anschluß von einer Jury bewertet wird. Das amüsanteste an der Sache ist, dass einige der regelmäßig teilnehmenden Kandidatinnen nicht wirklich über viel Können am Herd verfügen. Eine der schlechtesten Teilnehmerinnen ist die in Taiwan geborene Yinling (hier mal ein Beispiel ihrer... "Kochkunst"). Um so überraschter war ich heute, als ich sah, dass Yinling es in der letzten Sendung tatsächlich geschafft hatte ein rundrum als "oishii!" (lecker) bewertetes Gericht zustande zu kriegen. Selbst Jurymitglieder waren vor Freude zu Tränen gerührt.

Noch überraschter war ich dann allerdings, als ich mal nachschaute, was Yinling denn sonst so treibt, wenn sie nicht gerade bei "Ai no Apron" Geschmacksnerven terrorisiert. Denn siehe da, das eigentlich recht unschuldig wirkende Mädel hat es faustdick hinter den Ohren. Sie ist bekannt unter dem Namen "Yinling of Joytoy" oder auch als "Yinling the Erotic Terrorist" und als Bikinimodel,Sängerin und Wrestlerin aktiv. Ihre Fotos auf ihrer Internetseite haben einen leicht politischen Anstrich: umringt von Sowjet-Propagandaplakaten, (angedeutet) mastubierend auf dem Platz des Himmlischen Friedens oder neben einem Anarchiegraffiti. Auf jeden Fall eine interessante Nische im Markt der Bikinimodels...


Kleine Ergänzung noch, habe bei YouTube noch Videos zu ein paar ihrer Songs gefunden... zum einen Yinling als Scooter-Alternative in "Are You Wake Up?" und dann noch das Fünf-vor-Pr0n-Video zu "Daraku no Bashnya".

Von Gewinnern und Verlierern

Es war heute der Tag der knappen Entscheidungen. Nicht nur stand das Halbfinale der Fußball-WM zwischen Deutschland und Italien an, für mich galt es auch ein, wenn auch nicht ganz so weltbewegendes, Finale zu bestehen. Denn heute stand der Abschlußtest für meinen Japanischkurs an. Allerdings war der Weg dahin beschwerlicher als gedacht. Natürlich war ich so clever und dachte mir, dass die von der Bahn angekündigten 100 Sonderzüge den gesamten Bahnverkehr ordentlich durcheinanderwürfeln würden. Also entschied ich mich, einen Zug früher zu nehmen, als eigentlich benötigt. Und schon das schien sich sofort auszuzahlen. Denn schon der frühere Zug hatte eine Viertel Stunde Verspätung (japanischer Zugführer hätten sich vermutlich längst vor ihren eigenen Zug geworfen). Aber es kam noch besser, die Verspätung wurde spontan auf "ungefähr 30 Minuten" erhöht. Da wurde es schon knapp. 35 Minuten später rollte dann der Zug in den Bahnhof. Und im gemächlichen Tempo rollte er dann weiter. Vermutlich hätte ich locker nebenher laufen können. Irgendwann habe ich es dann doch geschafft Köln zu erreichen und erwischte glücklicherweise auch sofort eine Straßenbahn. Die aber dann auch erstmal ein Päuschen einlegte. Mit gut 10 Minuten Verspätung erreichte ich dann schließlich (schon total verschwitzt) das Japanische Kulturinstitut.

Glücklicherweise lief der anstehende Test dann auch relativ komplikationslos. Ich war ganz gut vorbereitet und beim schwierigsten Teil, dem Hörverständnis, habe ich mich vermutlich auch ganz gut durchgemogelt. Nach dem absolvierten Test hieß es dann sich von den Mitschülern zu verabschieden (im Herbst geht es weiter!) und dann: auf zum Fußball! Schließlich war es schon halb 9!

In einer Rekordzeit von 15 Minuten rauschte der (ausnahmsweise überpünktliche) Regionalzug nach Bonn, rauf aufs Rad und über fast gänzlich leere Straßen zu meiner Mutter, wo vor großem Publikum das Spiel verfolgt wurde. Über dessen Verlauf und Ergebnis muss ich wohl nicht viel schreiben. Jetzt sitze ich hier, lausche den kreisenden italienischen Autokorsos und ein paar deutschen Fans, die schon den Gewinn des Pokals 2010 ankündigen. Die EM tut's ja erstmal auch.

2.7.06

Eben noch gewünscht, jetzt schon da

Ja, da kann man mal sehen, das sich es lohnt Comments zu schreiben. Ich habe mich also mal in Sachen japanischem Hiphop ein wenig umgeschaut. Die meisten der japanischen Hiphop-Aktiven scheinen sich vor allem darauf zu konzentrieren, die amerikanischen Vorbilder zu kopieren. Vor allem was die Outfits angeht. Musikalisch war vieles ziemlich poppig, so darf zum Beispiel der von einer Sängerin vorgetragene Refrain nicht fehlen. Ausnahmen gibt es hie und da natürlich auch, so sehen die Jungs namens "Teriyaki Boyz" zwar extrem typisch aus, scheinen sich aber nicht ganz ernst zu nehmen, zumindest macht das im Video zu "HeartBreaker" so den Anschein. Sonst gibt es da noch DJs vie DJ Hasabe oder DJ Krush (oh, durch einen kleinen Vertipper hab ich auch das großartige "Coded Language" von Krust feat. Saul Williams wiederentdeckt. Rumms!) die das ganze noch musikalisch interessanter gestalen.

Ah, und da fällt mir noch ein, dass ich neulich einmal in irgendeiner japanischen Musiksendung nach jede Menge langweiligem J-Pop-Kram noch Hifana entdeckte. Und weil ich die wirklich gut finde, gibt's von denen auch ein Video direkt hier (auch wenn die nicht rappen):


Sprechgesang etwas anders

Um die Scharte mit den ParaPara-Mädels auszuwetzen und weil ich danach gefragt wurde und weil ich es grad auch häufiger höre, hier mal ein Video von "Zazen Boys", namens "Usodarake":



Eindeutig Hiphop ist das ja nun in der Tat nicht (war ja schon bei Halcali grenzwertig), aber der Text ist gerappt und es muss ja nicht immer die olle Beatbox sein. Ich mach mich mal etwas auf die Suche, dann gibt's demnächst an dieser Stelle auch mal Gangstashit a la Nippon. Sowas dürfte doch aufzutreiben sein.

Para Para für Deutschland

Nichts böses ahnend zappe ich durch das nächtliche Programm und bleibe bei Viva hängen. "Nanu", denke ich mir, "das ist ja japanisch?". Und tatsächlich, ein trashiger, übelst nach 90er Eurodance-klingender Para Para-Song. Shanadoo sollen laut ihrer Webseite Deutschland erobern und den "neuen" Trend aus Japan auch hierzulande populär machen. Ich seh schon die ersten Gal Circles in Schulhöfen und Turnhallen. Wer sich selber ein Bild machen möchte, dank YouTube kein Problem: